Irm Hermann-Roberg

Irm Hermann (1942-2020) absolvierte nach ihrer Schulzeit eine Lehre als Verlagskauffrau. Sie lernte 1966 zufällig bei einem Dramenwettbewerb der Jungen Akademie München Rainer Werner Fassbinder kennen. Fassbinder setzte sie noch im selben Jahr in seinem Kurzfilm »Der Stadtstreicher« ein. Mit ihm und u. a. Hanna Schygulla gründete sie das spätere »antiteater«, in dem sie bis 1969 zahlreiche Rollen übernahm. Danach wirkte sie bis 1975 in über 20 Fassbinderproduktionen mit, unter anderem in »Katzelmacher« und »Angst essen Seele auf«. Sie wurde, meist in Nebenrollen, Fassbinders Standardbesetzung für grandios mürrische Spießerinnen. Diesen Typ verkörperte sie auch in ihrer einzigen Hauptrolle in einem Fassbinder-Film als Irmgard Epp in »Händler der vier Jahreszeiten«. 1975 zog sie nach Berlin. Dort arbeitete sie mit Regisseuren wie Percy Adlon, Werner Herzog und Hans W. Geißendörfer zusammen. Daneben spielte sie von 1979 bis 1980 und von 1987 bis 1991 an der Freien Volksbühne und wiederholt an der Komischen Oper Berlin. Hermann war neben ihrer Bühnenarbeit auch in diversen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen und war eine vielbeschäftigte Hörspielsprecherin. Das Hörspiel »Enigma Emmy Göring« von Werner Fritsch erhielt 2006 die Auszeichnung »Hörspiel des Jahres«, 2009 wurde sie für ihre Solorolle in diesem Hörspiel als Beste Interpretin mit dem Deutschen Hörbuchpreis geehrt.

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