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Kim Young-ha


Kim Young-ha ist 1968 in Gangwondo geboren. Nach der Oberschule studierte er Betriebswirtschaft an der Yonsai-Universität, begann aber bald zu schreiben. 1995 veröffentlichte er seine erste Erzählung "Meditation über den Spiegel", die grosse Aufmerksamkeit erregte. Für seinen ersten Roman "Das Gottesspiel" (der koreanische Originaltitel lautet: "Ich habe das Recht, mich zu zerstören") erhielt er 1996 den Munhakdongnae-Literaturpreis. Im Jahr 1999 wurde ihm der Koreanische Literaturpreis für moderne Literatur zugesprochen. Mittlerweile sind zwei weitere Erzählbände erschienen, die Kim zu einem der bedeutendesten Autoren Koreas machten.

Da sein Vater berufsbedingt häufig den Wohnort wechseln musste, war Kims Kindheit durch Erfahrungen der Fremdheit und Einsamkeit geprägt. Das Wort "Heimat" bleibe für ihn ohne Bedeutung. Nicht nur habe er an der Fremdheit der Orte und der Menschen gelitten, sondern mehr noch daran, dass an jeder neuen Schule die Kinder andere Spielregeln für das Murmelspiel hatten und noch dazu andere Dialekte und Jargons benutzten, die er nicht verstand. Früh habe er die Macht der Worte, die ihn vom Mitspielen ausschlossen, kennengelernt, andererseits aber auch deren Faszination. So wandte er sich in seiner kindlichen Einsamkeit bald dem Schreiben zu. Mit seinen Geschichten konnte er jene Kinder wieder an sich ziehen, die ihn von ihren Spielen ausgeschlossen hatten, was in ihm das Vertrauen in die Macht der Phantasie stärkte. Mit neun Jahren erlitt er eine Kohlengasvergiftung, dieweitgehend sein Gedächtnis löschte. Seine Erinnerungen an die frühe Kindheit sind Rekonstruktionen, die er mit Hilfe von Erzählungen anderer und Fotos zusammengefügt hat. Nicht das spontane, sondern das konstruierte Erinnern wurde ihm zur Quelle des Schreibens. Die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit auszuloten, ist ein wesentlicher Impuls für Kims literarisches Schaffen. Kim unterscheidet sich von der älteren Generation nicht nur thematisch, sondern auch im Selbstverständnis als Autor und im Umgang mit modernen Medien. Er möchte ein moderner Erzähler sein, der gute Geschichten liefert, und befreit sich damit von dem teilweise klischeehaften Bild vom Autor, der, von existentiellen Krisen geschüttelt, tiefsinnige Antworten fürs Leben sucht oder in Ästhetizimen schwelgt. Mit großer Selbstverständlichkeit bewegt sich Kim in den modernen Medien wie Film, Fernsehen, Radio und Fotografie. Ebenso vertraut ist er mit verschiedenen Kunstformen der Gegenwart, mit Performance, Videokunst, Installation und Pantomime. Damit verschafft er der Literatur einen Spielraum, wie ihn die traditionelle koreanische Literatur noch nicht besaß.

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