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SPECIAL zu Barbara Piazza

Mehr ist besser als viel

Buchempfehlung von Manuela Haselberger

„Mehr ist besser als viel“, das ist das Familienprinzip der Assmanns, vor allem das des Patriarchen Heinrich Assmann. Seit drei Generationen gehört die Familie aus Idar-Oberstein zu den bedeutendsten Juwelieren Deutschlands. Ihre Diamanten beziehen sie direkt aus eigenen Mienen in Südafrika, und im Frühsommer 2011, als das hundertjährige Firmenjubiläum gefeiert wird und sich die in- und ausländische Prominenz am Firmensitz versammelt, scheint der Erfolg unaufhaltsam.

Familie Assmann unter sich
Doch der Schein trügt. Die drei Söhne Heinrich Assmanns verfolgen recht unterschiedliche Ziele, und auch seine Frau, die als Designerin in der Firma mitarbeitet, hat ihre eigenen Geheimnisse. Georg, der Älteste, ist in jungen Jahren bereits verwitwet und arbeitet mit ganzer Kraft für das Wohl der Firma. Als er die toughe Journalistin Petra kennenlernt, der er ein Interview zum Jubiläum gibt, ist er von ihrer Direktheit zunächst etwas überrascht, doch ihre unkomplizierte Art gewinnt sein Herz. Bei Viktor, der die meiste Zeit in der Miene in Südafrika verbringt und für die Organisation vor Ort zuständig ist, schwelt der Ehrgeiz. Am liebsten würde er ganz alleine im Unternehmen das Sagen haben. Ganz anders ist Ludwig. Er ist der musische unter den Brüdern und lebt nur für sein neues Musical, das er gerade fertig komponiert hat. Allerdings braucht er, damit es aufgeführt werden kann, eine immense Summe Geld. Wie soll er diese beschaffen? In der Firma dreht sich alles um das Jubiläum, da hat keiner Zeit für ihn.

Ein Diebstahl mit Folgen
Bis heute besitzt der berühmte „Assmann-Jupiter“, ein außergewöhnlich großer und reiner Diamant, der von den afrikanischen Eingeborenen „Träne der Götter“ genannt wird, einen hohen Stellenwert in der Firma. Der Großvater von Heinrich hat dieses Prachtstück gefunden. In der Vitrine, in der der Diamant aufbewahrt wird, befindet sich auch ein altes Foto mit der Aufschrift: „Sieg ist bei jedem, der die ‚Träne der Götter‘ besitzt. Glück und Erfolg haften an seiner Ferse, wohin er sich wendet. Doch hüte dich vor dem Tag, an dem dieses Pfand dich wieder verlässt. Dann werden Unglück, Verrat und Tod deine Begleiter sein.“ Heinrich Assmann weiß, dass dieser Fluch mit dem Diamanten verbunden ist und erleidet am Abend des Jubiläums einen Herzinfarkt, als er bemerkt, dass sein Schatz gestohlen wurde. Der Täter? Da kommen nur wenige in Frage, und Heinrich will nicht glauben, dass dieser zum engen Familienkreis gehören soll …

Talfahrt einer Familie
Mit dem Diebstahl des Diamanten scheinen sich tatsächlich plötzlich viele Dinge zu ändern. Die Nachrichten aus Kapstadt, dass immer mehr Rebellen die Unruhen in der Miene schüren, mehren sich. Der Verwalter der Miene ist plötzlich mit seinem Kompagnon sang- und klanglos verschwunden, nachdem man ihm bei einem großen Betrug mit gefälschten Herkunftszertifikaten auf der Spur ist. Doch nicht nur in Südafrika wird die Lage brenzlig. Ludwig, der Musiker, ist seit dem Jubiläum auch nicht auffindbar. Nicht einmal sein Handy funktioniert. Und die Mutter wird immer häufiger von anonymen Telefonaten belästigt. Was will der unbekannte Anrufer von ihr?

Gut, dass Irene Wuttke, die langjährige Sekretärin und Vertraute des Familienoberhauptes die Zügel ruhig und sicher in der Hand behält, denn sonst würde die ganze Familie Assmann langsam aber sicher den Überblick in diesem Chaos verlieren. Aber ist wirklich die Prophezeiung an allem Schuld, fragt sich Zita Assmann, Heinrichs Ehefrau, oder sind es die Fehler, die Gier und die Leidenschaften der Assmanns selbst? Wie werden ihre drei Söhne Georg, Victor und Ludwig den Sturm überstehen, der über die Familie hereinbricht?

Ein glänzendes Drehbuch
Als Romanautorin ist Barbara Piazza noch fast ein Neuling, denn „Die Tränen der Götter“ ist ihr zweiter Roman nach dem erfolgreichen Debüt „Die Frauen der Pasqualinis“. Doch als Drehbuchautorin ist sie ein alter Hase. Sie war bei verschiedenen „Tatort“- Drehbüchern beteiligt und hat mit Hans Geissendörfer die ersten Folgen der „Lindenstraße“ konzipiert. Und dies kann sie auch in ihrem neuen Roman nicht verheimlichen, denn man sieht ihre Personen und Schauplätze deutlich vor sich beim Lesen, schwitzt mit ihnen in der sengenden Sonne Südafrikas und leidet beim Diebstahl des Diamanten. Barbara Piazza hat ein großartiges Talent dafür, die Stimmung und die Atmosphäre einzufangen. Ihre Personen sind nie glatt, sondern besitzen Ecken und Kanten, die sie zu Charakteren machen. „Die Tränen der Götter“ ist ein wunderbarer Familienroman, der geradezu nach einer Verfilmung lechzt.

Manuela Haselberger
(bookinist)
Geislingen, März 2011

Die Tränen der Götter Blick ins Buch

Barbara Piazza

Die Tränen der Götter

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