BB Lucky Dogs

Alles zu Charakter, Anschaffung und Erziehung des Hundes.

Der bekannte TV-Hundetrainer vermittelt in seinem ersten Buch das Grundlagenwissen für Hundebesitzer. Typische Rassemerkmale erklärt er ebenso wie die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der Vierbeiner. Zentral für McMillans Arbeit sind die sieben Grundkommandos »Sitz«, »Bleib«, »Platz«, »Komm«, »Aus«, »Bei Fuß«, »Nein« und wie man sie einem Hund Schritt für Schritt beibringt.

»Ein wunderbares Buch, das auf Vertrauen, nicht aversive Trainingsmethoden und positive Bestärkung aufbaut und nicht nur für Hundeanfänger eine echte Bereicherung ist.« Bloggerin Verena Ratz, thepawsometyroleans.com

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Oder erst mal reinlesen:

Als ich dem Barkeeper eines Pubs vor ein paar Jahren erzählte, was ich beruflich mache, bat er mich, das Lokal zu verlassen, weil er mich für betrunken hielt. Und dabei hatte ich keinen Tropfen
Alkohol intus! Eigentlich hätte mich das nicht zu wundern
brauchen, denn viele Menschen halten mich für einen
Aufschneider, wenn ich ihnen von meinem Beruf erzähle.
Wahrscheinlich beantwortet man die Frage »Was machst du
beruflich?« normalerweise auch nicht damit, dass man Löwen und Tiger dressiert, mit Grizzlybären arbeitet, Krokodile markiert, Schlangen fängt, um ihnen Gift für Serum abzuzapfen, oder mit fünfeinhalb Meter langen weißen Haien taucht, um ihr Verhalten zu erforschen. Doch für mich gehörte all das schon immer zu
meinem ganz normalen Alltagsleben. Meine Kindheit verlief
anders als die sämtlicher Kinder, die ich kenne (mit Ausnahme meiner Geschwister), und ich hätte es auch gar nicht anders haben wollen. Da ich als Kind ständig von Tieren umgeben war,
entwickelte ich ein feines Gespür für ihre Gefühle und
Bedürfnisse. Diese außergewöhnlich enge Beziehung zu Tieren hat mich zu dem Beruf und der persönlichen Mission hingeführt, die heute mein Leben bestimmen.
Meine Eltern waren Wildtierdompteure, und ich kannte von klein auf nichts anderes, als Elefanten, Tiger, Bären, Menschenaffen und andere Tiere für Zirkusauftritte, Fernsehsendungen und
Werbespots, ja sogar für Zaubershows zu dressieren. Die Arbeit mit Tieren machte stets einen großen Teil meiner Tätigkeit und meiner Identität aus. Erinnern Sie sich noch an den Tiger in dem Film »Hangover«? Den habe ich von Geburt an großgezogen und dressiert – genau wie die Tiere in »Dschungelbuch«, »Wir kaufen einen Zoo«, »Ich bin Sam«, »Jackass«, »24«, »Mike & Molly« sowie anderen Fernsehserien und Hunderten von Werbesendungen und Musikvideos. Ich habe Tiger für inszenierte Angriffe und Hunde für Super-Bowl-Werbespots trainiert und sogar Kakerlaken für ein
Nine-Inch-Nails-Video dressiert (ja, auch solche Tiere sind
lernfähig!). In meiner bisherigen Karriere habe ich an mehr als dreihundert Hollywood-Filmproduktionen in über dreißig Ländern mitgewirkt. Und überall, wo ich hinkomme – in jedem neuen Land und jeder neuen Kultur –, lerne ich etwas Neues über Tierdressur. Übrigens habe ich im Lauf der Jahre auch Tausende von Hunden verschiedener Rassen und Größen ausgebildet. Nachdem ich mir in der Filmbranche großes Ansehen als Tiertrainer erworben hatte, fragten einige Schauspieler bei mir an, ob ich denn nicht auch mit ihren Haustieren arbeiten könne. Ich habe Hunderten von
Privatkunden mit so klingenden Namen wie Ellen DeGeneres, Andy Cohen, Rod Stewart, James Caan, Chris Hardwick, Wolfgang Puck, Hugh Hefner, Don Cheadle, Snoop Dogg, Eddie Murphy, Jaime Pressly und Ronda Rousey dabei geholfen, besser mit ihren
Vierbeinern zurechtzukommen.
Da ich wusste, dass ich Hunde mehr oder weniger zu allem
bringen konnte, wollte ich meine Fähigkeiten für eine Arbeit
nutzen, die ich für wichtiger hielt als Hollywood-Filmproduktionen. Nachdem ich einen Begleithund für einen Kriegsveteranen
ausgebildet hatte, der bei der Explosion einer unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtung in Afghanistan beide Beine verloren hatte, gründete ich die Argus Service Dog Foundation. Für mich war es ein unvergessliches Erlebnis gewesen zu beobachten, was für eine enge Beziehung dieser heldenhafte Marinesoldat und sein Hund zueinander aufbauten und wie sie sich gegenseitig halfen. Das hat mich dazu inspiriert, in meiner Tätigkeit als Tiertrainer noch einen Schritt weiter zu gehen. Im Rahmen meiner Stiftung trainierte ich Hunde für komplizierte Aufgaben, zum Beispiel
Gegenstände zu bringen, Menschen mit Gleichgewichtsproblemen durch die Straßen zu führen, Türen zu öffnen, das Licht
anzuschalten, ja sogar Patienten mit posttraumatischen
Belastungsstörungen das Leben zu erleichtern. Es ist mir immer wieder eine Ehre, behinderten Kriegsveteranen mit solchen
Hunden weiterhelfen zu können.
Doch bevor ich darauf eingehe, wie man einem Hund so etwas
beibringt, will ich Ihnen ein bisschen mehr darüber erzählen,
warum Hunde in meinem Leben eine so wichtige Rolle spielen. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren las ich eine Statistik über
Tierheimhunde in Amerika und erfuhr, dass allein in den USA
jedes Jahr eine Million Hunde eingeschläfert werden mussten, weil sie kein neues Zuhause fanden. Eine Million! Und diese Hunde sterben nicht etwa in fernen Ländern, von denen wir noch nie
etwas gehört haben; all das passiert direkt vor unserer Haustür, in unseren Städten und Dörfern. Das war für mich eine unerträgliche Vorstellung. Je mehr solcher Statistiken ich las, desto fester war ich entschlossen, herrenlose Hunde zu retten, die keine Chance
hatten, ein Zuhause zu finden, und zu beweisen, dass man solche Tiere genauso gut trainieren kann wie vom Züchter gekaufte
Rassehunde – wenn nicht sogar noch besser.
Damals arbeitete ich für ein Hollywood-Unternehmen, das Tiere für Film- und Fernsehproduktionen dressierte. Wir waren ein
erfolgreiches Unternehmen der alten Schule, und mein Chef hatte bisher hauptsächlich mit Rassehunden gearbeitet, deren Züchter er persönlich kannte. Er glaubte, dass Hunde, über die man von
ihrer Geburt an alles weiß, sich besser ausbilden lassen; doch das sah ich ein bisschen anders. Damals wohnte ich in einem
Apartment, von dem aus ich den Hof eines Tierheims überblicken konnte. Wenn ich nach der Arbeit mit den reinrassigen Hunden meines Arbeitgebers nach Hause kam, schaute ich aus dem
Fenster und beobachtete Hunde der gleichen Rassen – zum
Beispiel Deutsche Schäferhunde, Rottweiler, Chihuahuas und
Pitbullterrier – im Hof des Tierasyls. Anfangs ärgerte ich mich über das dauernde Gebell; doch nachdem ich immer mehr Statistiken darüber gelesen hatte, wie viele Hunde in Tierheimen getötet
werden, wurde mir klar, dass die Tage dieser Tiere gezählt waren. Sicherlich gehörten viele von ihnen zu der einen Million Hunde, die bei uns alljährlich eingeschläfert werden müssen. Diese schreckliche Gewissheit ließ mir keine Ruhe, und so fasste ich
einen einfachen, aber doch ehrgeizigen Plan: Ich wollte Hunde, die keine Chance hatten, ein Zuhause zu finden, vor dem sicheren Tod bewahren und zu Filmstars machen. Also bat ich meinen Chef um Erlaubnis, einen dieser Hunde bei uns aufnehmen und für
Filmzwecke trainieren zu dürfen. Nach einer hitzigen Diskussion erklärte mein Vorgesetzter sich damit einverstanden – allerdings nur unter einer Bedingung: Wenn es mir nicht gelänge, den Hund zu dressieren, würde ich meinen Job verlieren.
Am nächsten Tag fuhr ich zu einem Tierheim in Los Angeles, in dem besonders viele Tiere eingeschläfert wurden – einem
trostlosen, völlig veralteten Tierasyl, das aufgrund von
Budgetkürzungen mit enormen finanziellen Problemen zu
kämpfen hatte. Dieses Tierheim war so mit Hunden vollgestopft, dass es förmlich aus allen Nähten platzte. Die Tiere, die dort
lebten, waren mehr oder weniger alle zum Tod verurteilt: Ihre Chance, ein neues Zuhause zu finden, war geringer als die
Wahrscheinlichkeit, dass sie eingeschläfert werden würden.
Als ich an den Zwingern vorbeischlenderte, fiel mir eine junge Rottweilerhündin namens Raven auf. Sie schien sehr lieb und
zutraulich zu sein, hatte eine lange Aufmerksamkeitsspanne und interessierte sich mehr für mich als für all die Ablenkungen um sich herum. Ich adoptierte die Hündin noch am selben Tag und nahm sie mit nach Hause.
Anfangs hatte Raven ein paar Probleme, an denen ich mit ihr
arbeiten musste; doch nach mehrmonatigem intensiven Training konnte sie bereits ihr erstes Engagement antreten: ein Musikvideo für OutKast – und sie meisterte diese Aufgabe so perfekt, als hätte sie noch nie in ihrem Leben etwas anderes getan. Der Regisseur erklärte mir, mein Hund hätte an diesem Tag eine bessere
Leistung hingelegt als die menschlichen Schauspieler. Raven
wurde zu einem der gefragtesten Hunde meines Unternehmens. Dank dieser Hündin behielt ich nicht nur meinen Job, sondern
bekam von meinem Chef sogar grünes Licht dafür, noch weitere Hunde aus dem Tierheim in das vierbeinige Team seiner Firma aufzunehmen.
Genau wie Raven gehorchten auch meine neuen Tierheimhunde schon nach kurzem Training aufs Wort und waren ein lebendiger Beweis dafür, dass solche Tiere nicht unbedingt fürs Leben
geschädigt sein müssen. Ganz im Gegenteil: Tierheimhunde sind verborgene Schätze mit einem enormen ungenutzten Potenzial an Intelligenz und Loyalität. Damals hat sich mein Leben von Grund auf verändert: Ich begann dafür zu plädieren, für alle Aufgaben, die es gibt, Hunde aus dem Tierheim einzusetzen. Außerdem fing ich an, Menschen bei der Suche nach Tierheimhunden zu helfen, die gut zu ihrer Familie passten, und diese Hunde dann so zu
trainieren, dass sie den Bedürfnissen ihrer neuen Besitzer
entsprachen.
Im Jahr 2011 eröffnete ich in der Umgebung von Los Angeles eine Hunderanch mit Trainingsgelände. Dieses Gelände nutzte ich, um Hunde für meine Arbeitshunde-Stiftung und für Filme, Werbespots und Privatkunden auszubilden. Außerdem hielt ich dort auch ein paar Tiere, die ich als meine »Todeszellenhunde« bezeichnete – lauter Vierbeiner, die ich aus Tierheimen gerettet und mit nach Hause genommen hatte, um sie zu trainieren und in neuen
Familien unterzubringen. Das war eine sehr mühselige Arbeit; aber ich tat es gern und hatte mir inzwischen schon ein Netzwerk aus Tausenden von Menschen in den sozialen Medien aufgebaut, die mir bei der Vermittlung meiner Tiere halfen.
Diese kleine private Rettungsaktion weckte das Interesse eines Hollywood-Filmproduktionsunternehmens. Die Firma wollte für ein neues CBS-Samstagvormittagsprogramm eine Fernsehsendung entwickeln, bei der es um Tiere ging; und da einige der
Produzenten sich selbst für die Rettung von Hunden aus dem
Tierheim engagierten, waren sie begeistert von meiner Arbeit und wollten sich gern selbst einen Eindruck davon verschaffen. Also lud ich die Filmproduzenten ein, für ein paar Stunden auf meine Ranch zu kommen. Sie dehnten ihren Aufenthalt zunächst auf ein paar Tage und schließlich auf mehrere Wochen aus. Am Ende
beschloss das Team, mit mir ein Tierheim in Los Angeles zu
besuchen, um das Leben eines Hundes zu retten und mich bei meiner Arbeit mit diesem Tier zu filmen. Uns war klar, dass wir mit so einer Live-Dokumentation der Rettung eines herrenlosen
Hundes sehr viel Gutes bewirken konnten. Dieser erste Hund hieß Bruno und war ein völlig außer Rand und Band geratener
Terriermischling. Ich brachte ihn auf meine Ranch, wo ich ihn
zunächst gründlich säuberte, seinen Trainingszustand überprüfte und feststellte, dass er noch gar keine Ausbildung erhalten hatte. Das Produktionsteam beobachtete Bruno und mich bei unseren wichtigsten Gehorsamslektionen; und schon nach einer Woche hatte er die sieben Grundkommandos erlernt und hörte sogar noch auf einen weiteren Befehl.
Bruno war nämlich so ein lebhafter, charismatischer Hund, dass ich ihm auch das Tanzen beibrachte: Er lernte, sich auf Kommando auf die Hinterbeine zu stellen und im Kreis herumzudrehen.
Zuerst konnten die Mitarbeiter des Produktionsteams das kaum glauben: Dieser Hund, der noch vor Kurzem dem Tode nah
gewesen war und nicht einmal gewusst hatte, was SITZ bedeutet, befolgte das Kommando TANZ mit so großer Begeisterung, dass sie sich beim Zusehen vor Lachen die Bäuche hielten.
Ein paar Tage nach Beendigung seiner Ausbildung kam Bruno zu seinen zukünftigen Besitzern, einem Paar mittleren Alters im
Westen von Los Angeles – und dort lebt er jetzt glücklich und
zufrieden bis ans Ende seiner Tage. Für mich war das einfach nur die Fortsetzung meiner Mission; doch in den Augen der
Filmproduzenten, die diese wundersame Wandlung miterlebt
hatten, war es ein bittersüßes Happy End. »Für diesen Hund gab es keine Hoffnung mehr«, sagte ein Mitarbeiter des Teams. »Und Sie haben ihm das Leben gerettet und ein Zuhause für ihn
gefunden.«
Schön und gut – aber was war mit all den anderen herrenlosen Hunden?
»Das ist meine Mission – ein Hund nach dem anderen«, antwortete ich.

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Er zähmt sogar die ganz Großen!

Brandon McMillan ist Tiertrainer sowie Fernsehmoderator und -produzent und vor allem als Gastgeber der Fernsehserie »Der Hundetrainer – Lucky Dogs mit Brandon McMillan« bekannt. Für die Sendung gewann er mehrere Preise. Er wuchs mit Tieren auf, da seine Eltern Wildtiertrainer waren. McMillan zog zum Beispiel die Tigerin aus dem Film »Hangover« auf, trainierte unter anderem Tiere für »Das Dschungelbuch« und wirkte bei mehr als 300 Hollywood-Produktionen als Tiertrainer mit. Auf seiner Ranch bildet er Hunde aus dem Tierheim aus und vermittelt sie an liebevolle Besitzer.

Die Sendung »Der Hundetrainer – Lucky Dogs mit Brandon McMillan« läuft sonntags um 13:15 Uhr auf SIXX.

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