Alles, was ich nicht erinnere

Roman

Hardcover
19,99 [D] inkl. MwSt.
20,60 [A] | CHF 28,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Welchen Preis zahlen wir, um nicht allein zu sein?

Samuel hat so viele Gesichter, wie ihn Menschen kennen. Nun lebt er nur noch in der Erinnerung aller, und jeder erinnert sich anders an diesen schmächtigen jungen Mann, der ein fürsorglicher Enkel, großzügiger Freund und hingebungsvoller Liebhaber war – bis zu jenem Tag, an dem er den alten Opel seiner Großmutter in voller Fahrt gegen einen Baum lenkt. War es ein Unfall oder Selbstmord? Die einen sagen, dass Samuel sich hat rächen wollen an seiner großen Liebe Laide, die sich nun immer an ihn erinnern muss. Die anderen sagen, dass das alles nie passiert wäre, hätte sich Samuels bester Freund, der geldgierige Vandad, nicht eingemischt. Was nur ist tatsächlich passiert?
›Alles, was ich nicht erinnere‹ ist wie eine rasante Fahrt durch das heutige Stockholm, bei der Schicksale aufeinanderprallen. So setzt sich ein facettenreiches Bild zusammen von einem Menschen auf der Flucht vor sich selbst – ein mitreißender Roman über Gewalt und Liebe, Leidenschaft und Verlust in unserer hypersensiblen Zeit.

»Es nimmt einem fast den Atem, das Buch zu lesen.«


Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann
Originaltitel: ALLT JAG INTE MINNS
Originalverlag: Bonnier förlag
Hardcover mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-421-04724-3
Erschienen am  13. März 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wer war Samuel?

Von: elisas-herzensbuch

13.03.2018

Samuel ist tod. War es Selbstmord oder doch ein Unfall? Das gilt es in diesem literaischen Meisterwerk herauszufinden. Gemeinsam mit einem "Schriftsteller" begeben wir uns auf die Suche nach Schuld und interviewen abwechselnd verschiedene Menschen, die Samuel nahe standen. Und ein Jeder erzählt - über das erste Zusammentreffen mit Samuel - sowie verschiedene prägende Ereignisse - bis hin zu Charakterzügen. Wir skizieren ein Bild. Und werden immer wieder vor Widersprüche gestellt. »Definitiv große Literatur. Ein ausgezeichneter Roman, der lange nachklingt, dessen Protagonistinnen und Protagonisten in den Gedanken des Lesers hängen bleiben. Chapeau!« (sandammeer.at, Roland Freisitzer) Der Autor hat hier ein sehr umfangreiches, besonderes Werk geschaffen. Jedoch muss man sich wirklich darauf einlassen können. Dies ist mir anfangs etwas schwer gefallen. Aber je mehr ich las, desto klarer wurde mein Bild - über die Charaktere - über die Handlung an sich - aber auch über den Aufbau des Romans. Der Roman ist in einer Art "Interviewform" geschrieben - dabei kommen so viele verschiedene Personen zu Wort. Und wir hören zu. Seiner Mutter, einer guten Freundin, Nachbarn und größtenteils seinem Kindheitsfreund Vandad und seine Exfreundin Laide. Anfangs war das alles aber ziemlich verworren. Es wird abwechselnd in kurzen Abschnitten erzählt - untertrennt mit kleinen Sternchen. Somit muss man jedes Mal überlegen, wer da gerade zu Wort kommt. Mit der Zeit ist das aber sehr interessant, es herauszufinden. Man muss schon wirklich längere Zeit am Stück lesen, um sich zurecht zu finden. Ist dies aber erstmal geschehen, erwartet einen ein atemberaubenes Meisterwerk. Und dies ist keine Übertreibung. "Ich glaube nicht, dass man jemanden retten kann, der nicht gerettet werden will." Der Autor erzählt in einem sehr ruhigen und angenehmen Schreibstil eine Geschichte, die ich in dieser Form noch nie gelesen habe. Nach den schleppenden Anfangsschwierigkeiten, konnte ich mich nach und nach immer besser in die Geschichte einfinden. Ein Roman - trotz des Todes - voller Liebe, Freundschaft und Toleranz.

Lesen Sie weiter

"Ich glaube nicht, dass man jemanden retten kann, der nicht gerettet werden will."

Von: Travel Without Moving

04.11.2017

"Ich glaube nicht, dass man jemanden retten kann, der nicht gerettet werden will." Samuel ist mit dem Auto seiner Großmutter tödlich verunglückt, doch ob es sich um einen Unfall oder um einen Suizid handelt, ist ungewiss. In 'Alles, was ich nicht erinnere‘ versuchen die einzelnen Protagonisten Licht ins Dunkel zu bringen und erzählen die Geschichte um Samuel und sein Leben aus ihrer Perspektive, so dass der Leser nach und nach versteht, um welchen Menschen es sich bei Samuel gehandelt hat, was ihn geprägt und bewegt hat. Dabei zieht sich die Frage der Schuld wie ein roter Faden durch den Roman: Wer trägt die Verantwortung für Samuels Tod? Ist es Laida, mit der Samuel eine Beziehung geführt hat, die schließlich gescheitert ist? Ist es Vandad, mit dem sich Samuel angefreundet hat, obwohl die beiden so unterschiedlich sind, Vandad sich von Samuel aushalten ließ und ihn finanziell ausnutzte? Oder lag es schlichtweg an den maroden Bremsen des alten Autos, um das sich scheinbar nicht angemessen gekümmert wurde? 'Alles, was ich nicht erinnere' ist bereits der vierte Roman Jonas Hassen Khemiris, der als Sohn eines tunesischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm geboren wurde und dort mit seiner Familie lebt. 'Alles, was ich nicht erinnere' ist meine erste Begegnung mit Khemiri, obwohl er als Star der schwedischen Literaturszene gilt, mit seinen Theaterstücken und Romanen internationales Ansehen genießt und 2015 mit dem August-Preis, dem renommiertesten schwedischen Literaturpreis, ausgezeichnet wurde. Mir fiel der Einstieg ins Buch verhältnismäßig schwer, da ich immer nur wenige Seiten am Stück gelesen habe und durch die sich ständig ändernde Erzählperspektive nicht in den Roman gefunden habe. Obwohl mir von Anfang an die einzelnen Erzählstränge gefallen haben, empfand ich den Erzählstil als zerfahren und verwirrend. Durch die immer nur kurz angerissenen Geschichten konnte ich mich nicht auf die Charaktere einlassen und war anfangs eher frustriert von der Lektüre. Schließlich habe ich am Stück gelesen - und zwar fast 300 Seiten am Stück, ohne Unterbrechung. Dies hat sich als die richtige Methode für das Buch erwiesen, denn ab diesem Moment habe ich gut in die Geschichte gefunden und war sehr gefesselt von der komplexen Erzählweise und der komplexen Geschichte um Samuel. Ich empfand ‚Alles, was ich nicht erinnere‘ als sehr eindrücklich und intensiv erzählt, die einzelnen Stränge als sehr lebensnah und lebendig geschrieben und die schlaglichtartige Erzählweise als fesselnd und fast filmisch. Am Ende der Lektüre hatte ich das große Bedürfnis, den Roman nochmals zu lesen, um all die Puzzleteilchen, die ich beim ersten Lesen verworren oder unverständlich fand, zu einem Gesamtbild zusammenlegen zu können. Ich kann ‚Alles, was ich nicht erinnere‘ somit jedem ans Herz legen, solange man am Stück lesen und sich auf diesen ungewöhnlichen Schreibstil einlassen kann. Jonas Hassen Khemiri: Alles, was ich nicht erinnere. Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann. Deutsche Verlags-Anstalt, 2017, 330 Seiten; 19,99 Euro.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Jonas Hassen Khemiri wurde 1978 als Sohn eines tunesischen Vaters und einer schwedischen Mutter in Stockholm geboren. Er ist der Star der schwedischen Literaturszene; schon sein Debütroman, "Das Kamel ohne Höcker“ (2003), brachte dem Autor internationale Anerkennung ein. Seine Theaterstücke werden auf vielen Bühnen der Welt gespielt, zurzeit u.a. in Hamburg und Berlin. "Alles, was ich nicht erinnere" ist sein vierter Roman; er wurde mit dem August-Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten schwedischen Literaturpreis, und führte über Wochen die Bestsellerliste an. Der Roman erscheint in rund 25 Ländern. Jonas Hassen Khemiri lebt mit seiner Familie in Stockholm.

Zur AUTORENSEITE

Links

Pressestimmen

»Luzide und unsentimental führt Jonas Hassen Khemiri seine moderne Beziehungsrecherche, zugleich ist ihm damit ein überzeugender Großstadtroman gelungen.«

Kölner Stadt-Anzeiger, Elke Biesel (03. März 2017)

»Die Leichtigkeit führt zu sowas wie der Urszene der Literatur, die Möglichkeit, den Toten eine Stimme zu geben. Extrem berührend.«

»So gekonnt und rasant hier Szenen aufeinanderprallen, sich ergänzen, widersprechen und ein vielfarbiges Mosaik ergeben, ist am Ende ganz große und vor allem dynamische Literatur.«

Nordis, Frank Keil (01. März 2017)

»Das Ringen um Wahrheit erzählt der schwedische Schriftsteller Jonas Hassen Khemri in seinem soghaften Roman so multiperspektivisch, wie es unserer zerrissenen Welt entspricht.«

Neue Presse (Hannover) (01. Juli 2017)

»Definitiv große Literatur. Ein ausgezeichneter Roman, der lange nachklingt, dessen Protagonistinnen und Protagonisten in den Gedanken des Lesers hängen bleiben. Chapeau!«

»Erzählungen verdichten sich zu einer intensiven, multiperspektivischen Charakterisierung des Toten. Sie werden zur spannenden, experimentellen Rekonstruktion der Ereignisse, in der jeder seine eigene Wahrheit hat«

BÜCHERmagazin, Jeanne Wellnitz (01. April 2017)

»So facettenreich es auch zusammengesetzt ist, das Bild dieser Person bleibt immer nur ein Mosaik mit vielen Bruchstellen, aber es schillert in vielen Farben.«

literaturblatt für Baden-Württemberg, Katharina Granzin (01. Juli 2017)

»Khemiris Roman wirft mehr Fragen auf, als er schlüssige Antworten zu verkaufen versucht. Auch das spricht für ihn.«

Nürnberger Zeitung, Christian Mückl (14. März 2017)

"Jonas Hassen Khemiri ist einer der herausragendsten Schriftsteller seiner Generation."

Sydsvenskan

»Ohne Zweifel ist Khemiri einer unserer besten Erzähler, und der Roman bringt unsere Weltsicht so geschickt ins Wanken, wie es nur wirklich guter Literatur gelingt.«

Svenska Dagbladet

»Das beste Buch des Jahres - ein hintergründiger Roman!«

Joyce Carol Oates in Times Literary Supplement

“Unvergesslich! Dieses Puzzle von einer Geschichte kann man nicht weglegen. Jonas Hassen Khemiri lässt einen vor Spannung beinahe verrückt werden und bricht einem das Herz.”

Gary Shteyngart