Altes Land

Roman

Hardcover
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Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie

Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

„Dieser Roman ist wohltuend anders. Keine Romantik. Klischeefrei. Starke, knorrige Charaktere. Eine Geschichte, die lange nachklingt, wie das Ächzen und Knarren in dem großen dunklen Bauernhaus.“

NDR Buch des Monats März (01. März 2015)

Hardcover mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-8135-0647-1
Erschienen am  16. Februar 2015
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein Wohlfühlbuch!

Von: Xirxe aus Hannover

26.08.2019

Hach, so muss ein Wohlfühlbuch sein! Eine grundsätzlich humorvolle Grundstimmung, die sich von dunkel gestimmten Protagonisten nicht vertreiben lässt (höchstens ganz kurz ;-)); Figuren, in denen man sich auch in den schlechten Eigenschaften wiedererkennt - doch nie so sehr, dass es zuviel wäre; eine Beschreibung der Realität, aber ohne in Klischees zu verfallen; Gefühle ohne Kitsch, schöne wie schmerzhafte. Und nicht zuletzt eine Geschichte die zeigt, wie sehr Menschen durch ihre Vergangenheit geprägt werden, im Guten wie im Schlechten. Dass das Alles noch in einer wunderbaren, exakten und bilderreichen Sprache geschildert wird, macht das Lesen letzlich zu einem puren Vergnügen. Obwohl es so leicht fällt, sich bei dieser Lektüre wohl zu fühlen, ist das Thema alles andere als seicht: Flüchtlinge - wenn auch in einem anderen Zusammenhang, als der erste Gedanke wahrscheinlich vermuten lässt. Eine junge Mutter verlässt den Vater ihres Kindes, der eine neue Liebe gefunden hat, und zieht zu ihrer eigenbrötlerischen Tante ins Alte Land, wo diese seit Jahre alleine lebt. Beiden ist nicht nach der Gesellschaft der jeweils Anderen zumute, aber die Eine weiß nicht wohin, die Andere kann aus eigener Erfahrung nur zu gut nachempfinden, wie das ist - und hilft. Nach und nach werden die Geschichten der beiden Frauen und ihrer Familie erzählt wie auch die der Nachbarschaft, zu denen nicht nur Bauern gehören, sondern auch zugezogene Städter, (Luxus-)Flüchtlinge auch sie. Vergangenes, das bis in die Gegenwart wirkt, wird wieder hervorgeholt und so manche Widersprüchlichkeiten des Lebens voller Vergnügen beschrieben wie in dem nachfolgenden Beispiel: "Carsten wuchsen all die Widersprüche in seinem Leben manchmal ziemlich über den Kopf. Vollholz und Fertigparkett, mittags Kohlrouladen und abends Basenfasten, Urtes harter Futon und Herthas lenorweiche Biberbettwäsche, der Terror mit dem Alten und das schöne, kalte Astra, Schulter an Schulter nach Feierabend auf der Bank vor der Werkstatt, wenn es dann wieder gut lief. Pentatonische Konzerte in der Aula von Urtes Rudolf-Steiner-Schule und Puzzle-Abende mit seinen Eltern, Ravensburger, 5000 Teile, das große Korallenriff. Zu dritt hatten sie das ruckzuck fertig." Alles in allem ein Buch, wie man es sich wünscht: Unterhaltung mit Anspruch!

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Die Gummistiefelwelt oder Die Sehnsucht nach Heimat und Freiheit

Von: sommerlese aus Hannover

28.05.2018

Dörte Hansens Buch ist in gewisser Weise ein Heimatroman, sie stellt ein altes Fachwerkhaus im Alten Land in den Mittelpunkt der Geschichte. Das alte Bauernhaus bietet die Möglichkeit, heimisch zu werden, immer wieder kommen hier Flüchtlingsschicksale an. Erst strandet dort nach dem Zweiten Weltkrieg die ostpreußische Adelige Hildegard von Kamcke mit ihrer Tochter Vera, Hildegard zieht wieder weg und später erbt Vera das Haus. Vera bleibt lange Zeit eine Fremde, die Alteingesessenen gewöhnen sich nur langsam an Neulinge und sie lässt den einst so schönen Hof verloddern. Erben für die es sich lohnen könnte, sind nicht in Sicht. Doch dann erscheint ihre Nichte Anne, sozusagen ein Großstadtflüchtling aus Hamburg, die genug hat von der abgehobenen gediegenen Lebensart der Großstädter und von ihrem sie betrügenden Mann. Anne ergreift ihre Chance vom Landleben, sie renoviert und packt an, der Hof darf nicht verfallen. Auch ihr Sohn Leon gefällt es hier gut, er ist der Enkel, den Vera nie hatte. Bei diesem Roman wird der Blick aufs Landleben auf die Generationenkonflikte gelenkt. Es stellt sich mir in erster Linie die Frage nach Heimat und Verbundenheit. Wann schlägt ein Mensch Wurzeln und fühlt sich heimisch? Vera hat damit ihre Probleme und sie braucht Jahrzehnte, um endlich anzukommen und diese Heimat annehmen zu können. Erst die neue Familie gibt ihr Frieden und Ruhe. Die Autorin nimmt aber auch den gegenwärtigen Hype vom Landleben auf die Schippe. Viele Großstädter ziehen am Wochenende in Scharen aufs Land: Frischluft schnuppern, die Kinder dürfen im Matsch spielen und Bioobst und - Gemüse sind "in", jeder geniesst die Freiheit auf dem Land. Doch nur wenige bleiben und werden hier heimisch. Viele Städter schauen ein wenig mit Verachtung auf die arbeitenden Bauern und wollen alles besser machen. Bio statt konventioneller Landwirtschaft, manche wollen aber auch nur dem Großstadtlärm entfliehen, merken aber dann den Traktorenlärm, der keine Wochentage kennt. Die Menschen im Alten Land sind Bauern, manche etwas knorrig, alle jedoch arbeitssam und sie kleben an ihrer Scholle. Was im Besitz der Familie ist, muss Besitz bleiben. Mir hat schon lange kein Buch mehr so gut gefallen wie "Altes Land". Sprachlich ein absolutes Leseerlebnis mit Humor, Ironie und Plattdeutschem Dialekt. Aber trotz der Situationskomik, kommt Dörte Hansen ihren Figuren gefühlsmäßig sehr nahe. Sie erzählt die Geschichte von Flüchtlingen aus Ostpreußen, die sich im Alten Land angesiedelt haben und doch nie heimisch wurden. Es sind Schicksale, die von einer vergessenen Generation erzählt und doch so den Blick auf heutige Flüchtige freimacht. Wer flieht, kann die Vergangenheit nicht aus seinem Kopf verbannen. Schreckliche Bilder verfolgen, Heimatgefühle ebenfalls. So ergeht es auch Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen auf dem Obstbauernhof bei Ida Eckhoff landete. Ein wunderbar anrührendes Buch, bei dem beim Lesen bei mir ein Film ablief. Das bewirkt besonders der wunderbare Erzählton mit etwas Humor, aber auch mit Wehmut, dazu die eigenwilligen Figuren, die knorrig, unangepasst handeln und trotz aller Schicksalsschläge nie aufgeben. Mal traurig anrührend, mal ironisch, mal amüsant. Von mir gibt es eine absolute Empfehlung für dieses Buch, bei dem der Blick auf Generationenkonflikt, Flüchtlingsschicksale und Landleben aus unterschiedlichen Blickwinkeln freigegeben wird.

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Vita

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt »Altes Land« wurde 2015 zum »Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels« gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Ihr zweiter Roman »Mittagsstunde« ist im Herbst 2018 erschienen und wird von Lesern und Kritik gefeiert. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland.

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Pressestimmen

„(…) weil es Dörte Hansen rundum gelingt, auf Niveau zu unterhalten, deshalb ist "Altes Land" ein tolles Debut!“

Denis Scheck, ARD "Druckfrisch" (12. April 2015)

„Das ist höchst amüsant erzählt und hält sich mühelos die Waage mit jener Stimmung, die von Stille beherrscht ist, von einem vorsichtigen Blick in das Innenleben der Menschen.“

WDR 2 Bücher, Christine Westermann (17. Mai 2015)

"Hansens Debütroman über den Unterschied zwischen Eingesessenen und Unbehausten ist schnell ein Bestseller geworden. Völlig zu Recht, weil es ein unaufdringlich mitfühlender Roman ist, wohltuende Unterhaltung."

Die Zeit, Marie Schmidt (21. Mai 2015)

„Dörte Hansen findet für ihre herrlich eigensinnigen Figuren immer den richtigen Ton. Mal ironisch, mal anrührend. (...) Ihr Romandebüt ist ein amüsanter Blick aufs Landleben, der ohne Klischees auskommt.“

BRIGITTE (18. Februar 2015)

"Fein erzählt, mit Seitenhieben auf verspannte Großstädter."

FREUNDIN (11. März 2015)

„Dörte Hansen ist eine psychologisch versierte Autorin, deren Buch über die Vererbung des Traumas der Vertreibung, Apfelbauern im Alten Land und die wirren Aussteigerideen saturierter Städter vom Landleben traumwandlerisch die richtige Balance zwischen Familienroman und Satire findet.“

Deutschlandfunk, Denis Scheck (11. August 2015)

„Hierbei handelt es sich wirklich um ein kleines Wunder zwischen zwei Buchdeckeln.“

GRAZIA (25. Juni 2015)

„Das muss man erstmal schaffen: einen erfolgreichen Roman zu schreiben, der so leichthin Gentrifizierungsflüchtlinge ebenso aufs Korn nimmt wie veränderungsresistente Bauern; der Hipster wie Landvolk ironisch charakterisiert, ohne sie verächtlich zu machen.“

Stuttgarter Zeitung, Markus Reiter (12. Juni 2015)

„Ein kluger, in rasantem Tempo geschriebener Roman. Dörte Hansen hat eine wunderbare Sprache. Für mich das beste Buch des Frühjahrs.“

Stern/VIVA!, Stefanie Theile (10. Juni 0205)

„Dörte Hansen erzählt von wilden Weibern auf dem Land. Sie vertreibt den Mief aus dem Heimatroman.“

Sächsische Zeitung, Bettina Ruczynski (16. Mai 2015)

"Ein wundervolles Debüt über Frauen, die lernen, sich durchzusetzen, übers Fremdsein und die Sehnsucht nach zu Hause."

FÜR SIE (13. April 2015)

"Der grandiose Roman-Erstling erzählt von drei „vertriebenen“ Frauen – ganz ohne zuckersüße „Landlust“-Idylle."

Siegener Zeitung (08. April 2015)

"Feiner, leiser Heimatroman jenseits von Kitsch und Pathos"

ÖKO-Test (31. Juli 2015)

"Dörte Hansen ist mit „Altes Land“ das Überraschungsbuch der Saison gelungen"

Hannoversche Allgemeine Zeitung, Martina Sulner (04. April 2015)

"Ein Hochgenuss."

St. Galler Tagblatt (26. März 2015)

"Dörte Hansen (...) ist eine begnadete Erzählerin, die hellwach beobachtet und punktgenau formuliert - immer scharfsinnig und mit drögem Humor."

Cuxhavener Nachrichten, Wiebke Kramp (21. März 2015)

"Dörte Hansen hat einen klugen Familienroman geschrieben (…) und eine einfühlsame Hommage an einen unsentimentalen Menschenschlag. Altes Land, tolles Buch."

Hamburger Morgenpost, Stephanie Lamprecht (19. März 2015)

"Dieser Roman erzählt von tragischen Familienschicksalen, Generationskonflikten, Mutter-Tochter-Problemen, von Aussteigern und traditionellem Landleben; verständnisvoll, mit scharfem Blick und trockenem norddeutschem Witz."

General-Anzeiger Bonn, Marianne Giese (07. März 2015)

"Dörte Hansen (...) hat ein ganz wunderbares, liebevolles und amüsantes Buch geschrieben, das man gar nicht aus der Hand legen möchte."

NDR 1 Welle Nord, Svenja Lanz (17. Februar 2015)

"Die bisweilen bissige Geschichte über knorrige Charaktere, Heimat, Vertreibung und Flucht, in kraftstrotzender Sprache verfasst, macht einfach nur Freude!"

Gala, Andrea Sell (23. Dezember 2015)

Weitere Bücher der Autorin