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Aus hartem Holz Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87249-0

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Erschienen: 27.03.2017
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Annie Proulxs erster Roman seit über zehn Jahren, das lang erwartete Meisterwerk der Pulitzerpreisträgerin: ein monumentales Epos, das lebensprall, sprachgewaltig und intensiv dreihundert Jahre nordamerikanischer Geschichte einfängt und von der Abholzung der scheinbar endlosen Wälder erzählt, vom ewigen Kampf zwischen Mensch und Natur.

»300 Jahre nordamerikanische Geschichte, spannend erzählt anhand des Schicksals zweier Franzosen, die 1693 in der Wildnis Kanadas einen Neustart wagen«

Gala (30.03.2017)

Annie Proulx (Autorin)

Annie Proulx, 1935 in Connecticut geboren, lebt heute in der Nähe von Seattle. Für ihre Romane und Erzählungen wurde sie mit allen wichtigen Literaturpreisen Amerikas ausgezeichnet, dem PEN/Faulkner Award, dem Pulitzerpreis, dem National Book Award, sowie dem Irish Times International Fiction Prize. Außerdem wurde sie in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Die Verfilmung ihrer Kurzgeschichte »Brokeback Mountain« wurde 2005 mit drei Oscars ausgezeichnet.


Melanie Walz (Übersetzerin)

Melanie Walz, geboren 1953 in Essen, wurde 1999 mit dem "Zuger Übersetzer-Stipendium", 2001 mit dem "Heinrich-Maria-Ledig-Rowohlt-Preis" und 2015 mit dem Übersetzerpreis der Stadt München ausgezeichnet. Sie ist die Übersetzerin von u. a. Antonia Byatt, John Cooper-Powys, Lawrence Norfolk.

»300 Jahre nordamerikanische Geschichte, spannend erzählt anhand des Schicksals zweier Franzosen, die 1693 in der Wildnis Kanadas einen Neustart wagen«

Gala (30.03.2017)

»Proulxs Blick und Schreibweise sind schonungslos, mitunter grausam. Das verleiht ihren Büchern eine herbe, harte Seite. Gleichzeitig lässt diese Stilistik ihre oft schwarzhumorigen Wortschöpfungen umso heller leuchten«

Reiner Oschmann / Neues Deutschland (10.04.2017)

»Der Roman ist ein wütender Aufschrei, ein Hammerschlag auf die Köpfe uneinsichtiger Umweltsünder.«

Katja Weise / NDR Kultur (29.03.2017)

»Es ist ein tiefgehendes Buch über die Beziehung der Menschen zu ihrer Umwelt und das Entstehen von Dynastien.«

Emily Walton / Bücher (13.03.2017)

»Eine gut recherchierte Geschichte mit Akteuren, die man lieben, bewundern, bemitleiden oder verachten kann.«

Frank Statzner / hr iNFO (20.04.2017)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Amerikanischen von Melanie Walz, Andrea Stumpf
Originaltitel: Bark-Skins
Originalverlag: Scribner

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 896 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87249-0

€ 26,00 [D] | € 26,80 [A] | CHF 34,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen: 27.03.2017

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Stammbäume

Von: Marius Datum: 05.05.2017

buch-haltung.com

Bäume wohin man sieht – sie begegnen den Franzosen René Sel und Charles Duquet, als diese 1693 aus Frankreich nach Neu-Frankreich, später Kanada genannt, aussiedeln. Als Waldarbeiter sind sie in die neue Welt gekommen und durchstreifen auf den ersten Seiten des Buchs Urwälder, in denen man sich verlieren kann. Bäume ohne Ende, die auch dem Leser in Annie Proulx neuem Werk (das erste seit vierzehn Jahren) auf fast 900 Seiten ständig begegnen werden. Darunter sind Pflanzen wie Hemlocktannen, Weymouthkiefer, Kauribäume, Douglasien und viel mehr. Doch die wichtigsten Bäume des Buchs sind die Stammbäume, die Annie Proulx als gute Autorin über hunderte Seiten entwickelt und aufgehen lässt.

Ausgangspunkt und Keimzelle des Buchs sind die beiden schon eingangs erwähnten französischen Sieder René Sel und Charles Duqet, die Ende des 17. Jahrhunderts nach Kanada gelangen. Beide beginnen mit der Rodung des Waldes und begründen Dynastien, die über hunderte von Jahren bestehen werden. Dabei sind die eingeschlagenen Lebenswege und -modelle ganz unterschiedlich. René Sel steht für den Brückenschlag zu den Ureinwohnern der Wälder Kanadas. Er zeugt mit einer Indianerin vom Mi’Kwam-Stamm Kinder und begründet so eine Stammbaum von Indianern und Mischlingskindern, die alle um ihren Platz in einer Welt kämpfen müssen, in der ihr Lebensraum immer rapider verschwindet.

Charles Duquet hingegen steht für den amerikanischen Traum, er sieht den Wald nicht als Lebensraum und Biotop, sondern als nachwachsendes Kapital, das seinen Lebensstil finanziert. Er erfindet sich als Unternehmer Charles Duke neu und denkt unternehmerisch, versucht seinen Absatz im Ausland zu steigern und ist eigentlich der typische Fall eines Selfmade-Millionärs. Auch er hat Kinder, die das von ihm geschaffene Holz-Imperium weiterführen und ausbauen werden, Niederlagen und Ernüchterung inklusive.

Diese beiden Grundstränge verfolgt Annie Proulx über 300 Jahre und verwendet zehn Kapitel, die verschiedene Zeitspannen umfassen. Immer wieder wechselt sie für ihre Kapitel vom Sel- zum Duquet-Strang und schafft so viel Abwechslung. Die Chronologie hält die Amerikanerin dabei ein, der Schwerpunkt des Buchs liegt aber eindeutig auf dem 18. und 19. Jahrhundert (die auch am meisten überzeugen), je näher es an die Gegenwart geht, umso spärlicher wird das Buch.

Schön, dass Aus hartem Holz wirklich abwechslungsreich gestaltet ist und zu keinem Zeitpunkt ein Gefühl von Langeweile aufkommt. Neben der Raffung der Zeit spielt hierfür auch die Vielfalt der Handlungsorte eine große Rolle. Das Buch deckt mehr oder minder den ganzen Erdball ab – von den Niederlanden über Frankreich, von Neuseeland bis China – überall strecken Proulx Charaktere in ihrem Streben nach Reichtum und Identität ihre Fühler aus. Doch auch die Ausdehnung in fremde Länder verschafft den Figuren nicht die Erlösung, die sie suchen. Ein schöner Kniff der Autorin!

Die Themen, die Annie Proulx in ihrem Buch behandelt sind wichtig, wuchtig und von zentraler Bedeutung – welche Rolle hat für uns Naturschutz? Wie begrenzt man das Gewinnstreben? Wie findet und bewahrt man eine eigenen Identität, wenn man vertrieben wird? So vielschichtig ist Aus hartem Holz geraten, dass man viele Ebenen und Zugänge finden wird. Das ist sehr stark gemacht und zeigt die hohe Kunst der Annie Proulx, die absolut fesselnd schreibt und die zwischen den Bäumen herrschende Stimmung meisterhaft in Worte kleidet (einen Anteil daran hat auch die Übersetzung durch Melanie Walz und Andrea Stumpf).

Um es kurz zu machen: dieses Buch ist aus ganz besonderem Holz geschnitzt. Ein Entwicklungsroman im und über den Wald, ein farbiger, ein abwechslungsreicher Schmöker, der um die Themen Ökologie, Gier und Identität kreist – in meinen Augen ein Meisterwerk!

Erst wenn der letzte Baum gerodet...

Von: Elke Heid-Paulus Datum: 18.04.2017

www.lovelybooks.de/mitglied/Havers/rezensionen/

Fast 900 Seiten umfasst der neue Roman „Aus hartem Holz“, in dem Annie Proulx ihre Geschichte vom allmählichen Verschwinden der nordamerikanischen Wälder erzählt, ausgelöst durch die Gier und das skrupellose Profitstreben der Menschen, die sich buchstäblich den Ast absägen, auf dem sie sitzen. Dreihundert Jahre lang beobachtet sie das Schicksal zweier Familien, deren Geschichte im Jahr 1693 ihren Anfang nimmt.

Zwei junge Franzosen, René Sel und Charles Duquet, wollen in der Fremde ihr Glück machen und wandern nach Neufrankreich, heute Kanadas Osten, aus. Dort gibt es Wälder soweit das Auge reicht, ein Schatz, der nur darauf wartet, von den Holzhändlern gehoben zu werden, was allerdings nur dann klappt, wenn man ein Waldstück sein eigen nennen kann. Und genau dies wird den beiden Einwanderern versprochen. Sie müssen sich zu drei Jahren harter Arbeit als Holzfäller verpflichten, aber danach werden sie mit einem Stück Land entlohnt werden.

Sel leistet seine Verpflichtung ab, heiratet auf Anweisung seines Dienstherren dessen indianische Geliebte, wird sesshaft, zeigt aber keinerlei Initiative, etwas aus seinem Leben zu machen. Zwar schuftet er unermüdlich, kommt aber nicht auf den sprichwörtlichen grünen Zweig. Duquet hingegen hat einen Riecher fürs Geschäft und große Pläne, weshalb er schon vor Ablauf des Kontrakts verschwindet, seinen Namen in Duke ändert und eine Firma gründet, die sich im Lauf der Jahre zu einem riesigen Imperium entwickelt, das auch seinen Nachkommen noch ein gutes Auskommen beschert.

Das Schicksal dieser beiden Familien ist immer eng mit dem Wald verknüpft und wird von der Autorin von den Anfängen Ende des 17. Jahrhunderts bis in die Gegenwart beschrieben. Dabei zeigt sie im Kleinen das Große, die gesellschaftlichen Veränderungen, das Verlangen nach Profit und Fortschritt, rücksichtslos ausgetragen auf dem Rücken der Wälder. Und diejenigen, die mit der Natur im Einklang leben und sich an diesem Raubbau nicht beteiligen wollen, bleiben schlussendlich auf der Strecke.

Annie Proulx war schon über 50 Jahre alt, als sie mit dem Schreiben von Romanen begann. Sie lässt sich Zeit für ihre mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Bücher, was mit Sicherheit auch deren Qualität erklärt. Und da macht auch ihr neuestes Werk keine Ausnahme, das sich durch eindringliche Naturbeschreibungen und starke, detailliert ausgearbeitete Charaktere auszeichnet. Natürlich weiß man, wohin die menschliche Profitgier führen wird, die schonungslos über Jahrhunderte die Wälder ausbeutet und schlussendlich zerstören wird. „Aus hartem Holz“ ist ein leidenschaftliches Plädoyer für den rücksichtsvollen und verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Ein Thema, das der Autorin sehr am Herzen liegt, die diesen Sommer ihren 82. Geburtstag feiert und uns hoffentlich noch viele weitere Romane dieser Qualität beschert.

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