Außer Dienst

Eine Bilanz

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»Wenn es um Prinzipien der Politik und der Moral geht oder um das eigene Gewissen, dann ist man niemals außer Dienst.« - Die Bilanz eines großen Staatsmannes.

In seinem Buch über die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt beschreibt Helmut Schmidt die umwälzenden historischen Entwicklungen seit dem Ende des Kalten Kriegs, er macht sich Gedanken über die gegenwärtige Politik und die Zukunft Deutschlands, und er spricht über sehr Persönliches: über prägende Kriegserfahrungen, über eigene Fehler und Versäumnisse, seinen Glauben und das Lebensende.

Helmut Schmidt zählt zu den großen Figuren der deutschen Politik, über die Parteigrenzen hinweg verkörpert er für viele Deutsche den idealen Staatsmann schlechthin. 25 Jahre nach dem Ende seiner Amtszeit als Bundeskanzler zieht er nun Bilanz – und er äußert sich gewohnt deutlich zu zentralen Fragen unserer Zeit. So geißelt er die globalen Verwerfungen des Raubtierkapitalismus und er appelliert an die Moral der Eliten in unserem Land.

Welchen Leitbildern soll man folgen? Kann man aus der Geschichte lernen? Wie erwirbt man politische Klugheit? Immer wieder kreisen die Gedanken des Autors um das schwierige Selbstverständnis der Deutschen, um ihre oft unheilvolle Rolle in der Geschichte und ihre Zukunft innerhalb der Europäischen Union. Eingestreut sind aber auch höchst private Reflexionen und Bekenntnisse. Helmut Schmidts Bilanz ist ein lebendiges Buch voller Gedanken und Erinnerungen, sorgfältiger Analysen und kleiner Anekdoten, ein Buch, das als die Summe eines reichen Politikerlebens gelten kann.

»Ein gutes Buch ohne jede politische Gebetstrommelei.«

Der Tagesspiegel (12. Juli 2009)

Hardcover, Leinen mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-88680-863-2
Erschienen am  01. September 2008
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Eine beeindruckende Bilanz

Von: Fabian Elbs

05.10.2018

Helmut Schmidt, der zu den wohl angesehensten Persönlichkeiten der deutschen Politik gehört und über Parteigrenzen hinweg große Anerkennung genießt hat 25 Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Politik und allen öffentlichen Ämtern Bilanz gezogen – um am Lebensende einmal zusammenzufassen, „was ich glaube, im Laufe der Jahrzehnte politisch gelernt zu haben“. Dabei spricht er über prägende Erfahrungen, eigene Fehler und Versäumnisse, seinen Glauben sowie über Herausforderungen in einer zusehends globalisierten Welt. In die Politik sei Schmidt eigenen Aussagen zufolge eher zufällig gekommen und aus eigenem Willen dort geblieben und betont, er habe seine (politischen) Ämter zumindest nicht bewusst angestrebt. Allerdings, so schreibt er, sei er sich nach der Lektüre einiger Fachbücher nicht mehr so sicher („unbewusst könnte ich die Ämter vielleicht gewollt haben.“) Schmidt plädiert dafür, dass Politiker und Menschen lernen müssen, fremde Menschen und Kulturen zu fragen, sowie ihnen zuzuhören, um Vorurteile abzubauen. Denn Zuzuhören sei eine Fähigkeit, die jedem Politiker zu wünschen sei. Von nachfolgenden Generationen fordert er, ein Bewusstsein für eine gute Nachbarschaft zu den die eigene Nation umgebenden Staaten zu entwickeln und eine gleichbleibende Balance zwischen Bund und Ländern als einer der entscheidendsten Lehren der deutschen Geschichte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu entwickeln. Zudem fordert er als weitere Lehre aus der deutschen Geschichte, sich der bleibenden Hypothek der Vernichtung der Juden bewusst zu werden. Deutschland hätte aus der Geschichte gelernt, wenn die Politiker jeglicher Großmannssucht widerstehen würden. In seinem Buch kommt Helmut Schmidt auch auf Fehler, die einem in einem so aufreibenden und anstrengenden Berufsfeld wie das des Politikers passieren, zu sprechen. Dabei steht, vielleicht nicht ganz zufällig, das Verhältnis zu seiner Partei und zu Willy Brand, das zerrüttet war, im Mittelpunkt. So schreibt der Bundeskanzler a.D., sein vielleicht größter Fehler sei es gewesen, dass er mit dem Antritt als Kanzler nicht auch die Parteiführung der SPD für sich beansprucht habe. Denn Brandt, der diese nicht aus der Hand gegeben habe, hätte, so Schmidt, die Entwicklung der Spaltung der Partei in Folge des NATO Doppelbeschlusses und die Auflösungserscheinungen am linken Rand gefördert. Als Brandt 1992 starb, hätte er das Gefühl gehabt, einen Freund verloren zu haben. Aber auch ein Blick auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in Deutschland kommt in dem Buch nicht zu kurz. Dabei seien die internationale Einhaltung der Rüstungsbeschränkungen, die Friedenssicherung zwischen dem Islam und der westlichen Welt sowie die „Bündnispolitik“ die größten Herausforderungen der Zukunft. Denn durch neue, genauso komplexe Probleme wie zu Zeiten des kalten Krieges sei das Rüstungsproblem von der Bildfläche verschwunden.Für die Integration von muslimischen Mitbürgern sowie die Partizipation aller am politischen und alltäglichen Leben sei die Erarbeitung langfristiger und Strategien notwendig. Dabei müsse sich Deutschland auf ein starkes und geeintes Europa und eine starke Partnerschaft mit Amerika berufen. Helmut Schmidt hat mit „Außer Dienst – Eine Bilanz“ ein Buch geschrieben, in dem er sich mit autobiographischen Passagen unterlegt kritisch mit der eigenen Politik genauso beschäftigt wie mit zukünftigen Problemen und Herausforderungen etwa der Fortführung der europäischen Integration. Dabei kommt das Buch, das durch das Einstreuen persönlicher Anekdoten und Geschichten seinen besonderen Reiz entwickelt, mit einem Lehrerhaften und pädagogischen Duktus daher, an dem man merkt, das Schmidt einen guten Lehrer abgegeben hätte. „Außer Dienst – Eine Bilanz“ ist ein sehr persönliches und gleichzeitig ein sehr politisches Buch geworden, dass sich zu lesen lohnt.

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Vita

Helmut Schmidt

Helmut Schmidt, geboren 1918 in Hamburg, war von 1974 bis 1982 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland und seit 1983 Mitherausgeber der ZEIT. Er gehörte zu den bekanntesten und beliebtesten Politikern und Publizisten in Deutschland, seine Bücher wurden allesamt zu Bestsellern, u.a. »Menschen und Mächte« (1987), »Kindheit und Jugend unter Hitler« (1992), »Die Mächte der Zukunft« (2004), »Außer Dienst« (2008), »Vertiefungen. Neue Beiträge zum Verständnis unserer Welt« (2010) sowie »Ein letzter Besuch. Begegnungen mit der Weltmacht China« (2013). Er starb im November 2015 im Alter von 96 Jahren.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Dieses Buch sollte Pflichtlektüre für alle Politiker sein, ist aber auch für politisch interessierte Laien von Anfang bis Ende spannend.«

Lebenslauf (01. April 2009)

"Pflichtlektüre für den Wähler: Helmut Schmidt legt mit dem Buch „Außer Dienst“ sein politisches Testament vor."

Berliner Morgenpost

"In diesem Sammelsurium von Gedanken und Erinnerungen teilt Schmidt nicht immer stringente, aber niemals belanglose Einsichten mit, die der Weisheit recht nahe kommen."

ARD Druckfrisch

"Pflichtlektüre!"

BILD

"Ein spannendes Werk ist es geworden, in dem intimste Gefühle zu finden sind und scharfe Analysen zur Lage der Welt."

Westdeutsche Allgemeine Zeitung

"Das Buch könnte das letzte von Schmidt selbst geschriebene sein. Und es ist nicht das schlechteste Nachschlagewerk – insbesondere für Sozialdemokraten."

Financial Times Deutschland

"Ein Lehrstück für Politiker und andere Menschen."

Kölner Stadt-Anzeiger

"89 Jahre, aber kein bisschen leise."

Neue Presse Hannover

"Hier schreibt eine politische Autorität und moralische Instanz von höchstem Rang."

Südwest Presse

"Ein großes Buch!"

Das Investment

»Der Leser ahnt, an was es Parteien heute mangelt: An solchen politischen Persönlichkeiten mit Disziplin, Vernunft und Weitsicht.«

Hessische / Niedersächsische Allgemeine (12. Dezember 2009)

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