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Architektonische Zeitzeugen des Sozialismus

Unter oft schwierigen Bedingungen und mit großem Idealismus entstand in der ehemaligen DDR eine Vielzahl ästhetisch hochwertiger Bauten, deren architektonischer Wert – auch im Kontext des Mid-Century Revivals – inzwischen geschätzt wird. In den Jahren nach dem Mauerfall haben viele ostdeutsche Kommunen ihre Innenstädte allerdings generalüberholt und dabei auch zahlreiche architektonische »Altlasten« aus sozialistischer Zeit beseitigt. Der Fotograf Hans Engels dokumentiert die heute unter dem Stichwort Ost-Moderne berühmt gewordenen Relikte sozialistischer Baukultur zwischen Rostock und Zwickau, wie den Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, die Terrassenhäuser in Rostock-Evershagen, das Rundkino in Dresden oder den Teepott in Warnemünde – architektonische Zeugnisse einer Epoche ungebremsten Idealismus’ und hochfliegender Zukunftspläne.

»Die Fotos des in München lebenden Fotografen (...) zeigt Bauwerke, die überwiegend in den 1950ern bis 1970ern entstanden sind.«

Color Foto (11. September 2019)

Mitarbeit von Ben Kaden
Hardcover, Pappband, 208 Seiten, 24,0 x 28,0 cm, 130 farbige Abbildungen
ISBN: 978-3-7913-8534-1
Erschienen am  27. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Die DDR, inklusive Farbfilm

Von: Literaturpalast

07.10.2019

Lieber Michael, ick bin's, deine Nina! Kannste dich noch erinnern? Klar, ist ne janze Weile her, die Sache zwischen uns. Sommer 1974. Mannomann, warn wir damals noch jung. Ick hatte gerade meine Ausbildung zur staatlich geprüften Schlagersängerin hinter mir. Kann sich ja heute niemand mehr vorstellen. Und wie verknallt wir waren! Aber ditt mit uns beiden hatte einfach keine Zukunft, kannste mir globen. Unüberbrückbare Differenzen. Dabei war unser Urlaub damals an der Ostsee so richtig schön jewesen. Hoch stand der Sanddorn am Strand von Hiddensee...Hach, ick fang schon wieder an zu träumen. Doch die Nummer entpuppte sich ja dann nachträglich als veritabler Alptraum. Anders kann man ditt nich sagen. Aber warum musstest du auch den Farbfilm vergessen, mein Michael? Kein Mensch hat uns geglaubt, wie schön's da oben zwischen den Dünen war! Micha, mein Micha, es tut noch immer weh! Und nun reißt Hans Engels meine alten Wunden auf. Sein Bildband „DDR Architektur“ (Prestel Verlag, 2019) macht mich so richtig nostalgisch: ostdeutsche Wohnhäuser, Kultureinrichtungen, Planetarien und Bahnhöfe – in Farbe! Alles blau und weiß und grün und dadurch richtig wahr. Erichs Lampenladen is natürlich nich mehr dabei, den Palast der Republik ham'se ja abgerissen. Deshalb freut mich aber, dass sich ditt wissenschaftliche Vorwort für den architektonischen Wert der DDR-Moderne einsetzt, der auch heute noch in Frage gestellt wird. Viele Gebäude sind bedroht. Frech find ick ditte! Darüber hätte ick gerne noch mehr erfahren. Vorwort und Sachtexte zu den einzelnen Bauwerken hätten also ruhig umfangreicher ausfallen können. Ditt Ding is wohl doch eher so'n Coffee Table Book. Dabei trink ick doch gar keenen Kaffee! Nach meinen LSD-Trips im indischen Aschram und nach zahlreichen desaströsen UFO-Jagden in den Staaten bin ick da mittlerweile etwas vorsichtig geworden. Altersmilde auch. Denn ick vergebe dir, Micha. Ehrlich. Hätte damals anders laufen können, aber immerhin wurde 'n Hit draus. Alles Gute, deine Nina!

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Vita

Hans Engels

Hans Engels beschäftigt sich mit künstlerischen Themen im Umfeld der Architekturfotografie. Dabei ist er auch auf der Suche nach Spuren, die Menschen und Bewohner hinterlassen haben und verschiedene Zeitabschnitte dokumentieren. So entstehen Bilder von historischen und zeitgenössischen, vergessenen und zerstörten Bauwerken. Seine Fotografien wurden in zahlreichen Büchern und Magazinen publiziert und sind weltweit in Ausstellungen zu sehen. Im Prestel Verlag sind bisher die Bücher »Havana. The Photography of Hans Engels«, »Aufbruch! Architektur der fünfziger Jahre in Deutschland« und »Bauhaus-Architektur 1919-1933« erschienen.

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