Das Haus aus Stein

Roman

(7)
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Aslı Erdoğans wichtigster Roman endlich auf Deutsch

»Haus aus Stein« ist nicht nur der wichtigste Text im Werk der gefeierten türkischen Schriftstellerin Aslı Erdoğan. In diesem symphonisch komponierten Roman über Gefangenschaft und den Verlust aller Sicherheiten nimmt sie auch auf erschütternde Weise die eigene Gefängniserfahrung vorweg. »Was hatte ich hier zu suchen? Was war übrig von einem Ich?«, fragt einer der Protagonisten. Ein anderer wird freigelassen, doch was in der Haft geschehen ist, bleibt unsagbar, und er verfällt allmählich dem Wahnsinn. Aslı Erdoğan folgt mit ihrer poetischen dunklen Sprache den tiefen Narben, die eine Begegnung mit dem »Haus aus Stein« hinterlässt. Ihren in der Türkei bereits 2009 erschienenen Roman ergänzt sie durch einen eigens für diese Ausgabe verfassten Essay über die Monate, die sie 2016 nach dem gescheiterten Militärputsch willkürlich im Frauengefängnis Bakırköy-Istanbul inhaftiert war.

»Ein meisterhafter Text, ein Gedicht über staatliche Gewalt... Er liest sich, als hätte Erdogan ihn mit ihrer Haut, ihrem Blut geschrieben.«

FAZ, Karen Krüger (16. März 2019)

Aus dem Türkischen von Gerhard Meier
Originaltitel: Tas Bina
Originalverlag: Everest
Hardcover mit Schutzumschlag, 128 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-328-60076-3
Erschienen am  18. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Istanbul, Türkei

Leserstimmen

Der Schrecken gegossen in Kunst

Von: Philip Kunz - booksartnature

17.09.2019

Die Sprache fließt wie ein Fluss, manchmal tobend laut, manchmal sanft und leise durch die Seiten des Buches. 'Wunden sprechen nur selten, und ihre Stimme klingt fürchterlich. In der endlosen Wüste der Worte wird die Stimme jedoch vom Wind davongetragen und verweht. Vielleicht werden manchmal ein paar Knochen sichtbar, jedoch von der Wüste schnell wieder bedeckt. Aber nur Worte können eine leere Wüste oder einen Schrei zum Leben erwecken. Mit winzigen und wundersamen Berührungen verwandeln sie einen Stein in eine Melodie und eine Melodie in einen Stein, und aus einer Handvoll Kiesel können sie eine endlose Welt entstehen lassen, in der wir alles und jeden wiedertreffen können, den wir je verloren haben oder noch verlieren werden.' Asli Erdogan hat mit “Ein Haus aus Stein“ einen einzigartigen Text verfasst. Es sind Sätze, Erzählstrukturen die ich noch nie gelesen habe und mich oft sowohl verzweifeln und staunen ließen. Auf den wenigen Seiten breitet sie eine Geschichte der Erdrückung, Schmerz und Ohnmacht aus. Die Geschichte ist gefangen zwischen Mauern. Einem der grauenvollsten Gefängnisse der Türkei. Es ist ein irres Spiel mit der Wirklichkeit, dass Asli Erdogan wenige Zeit nach dem sie dieses Buch über Gefangenschaft geschrieben hat, selber mit totaler Willkür ins Gefängnis gesperrt wurde. Ein sprachgewaltiger, hochliterarischer Roman, der mir alles abverlangt hat und den ich nicht immer verstanden habe aber der mich umso mehr beeindruckt hat. Möge die Vernunft zu den Menschen der Macht zurückkehren! Vielen Dank für das Rezensionsexemplar @randomhouse [Werbung - Markierung]

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Poesie des Schreckens - "Das Haus aus Stein"

Von: Eva Krafczyk

07.09.2019

Gerade mal knapp 120 Seiten umfasst Asli Erdogans "Das Haus aus Stein", eigentlich ein schmaler Band. Und doch habe ich on and off zwei Monate gebraucht, mich durch dieses Buch zu lesen. Nicht, weil es schlecht war oder mich nicht fesselte - im Gegenteil. Aber diese eigenartig poetische Erzählung über Verzweiflung und folter, über den Verlust von Individualität, das Wegdriften des "Ichs", die Einsamkeit hinter Gefängnismauern, das Ausgeliefert sein - das lässt sich nur in kleinen Dosen ertragen. Angesichts der zahhlreichen politischen Gefangenen in der heutigen Türkei, angesichts der Prozesse auch gegen Schriftsteller und Journalisten, angesichts der Tatsache, dass aus Asli Erdogan inhaftiert wurde, scheint "Haus aus Stein" von bedrückender Aktualität. Dabei ist das Buch in der Türkei schon vor zehn Jahren erschienen. Wie schreibt man über das, das eigentlich unaussprechlich ist, das Innerste der Betroffenen berührt, aufreißt, umdreht? Wie schreibt man über Gewalt, die sprachlos macht oder die zum Verrat zwingt? Das Dilemma ist nicht neu, schon in der Frage, ob es Poesie nach Auschwitz geben kann, wurde es angesprochen. Und doch wählt Erdogan den poetischen Ansatz, erspart sich und dem Leser den Realismus des Brutalen, hält sich mit Beschreibungen eigener Erfahrungen zurück, ja mit Protagonisten überhaupt. Von einem "A." ist die Rede - doch sind es seine Reflektionen, ist er der Engel mit den gebrochenen Flügeln, der von den Gefangenen heraufbeschworen wird, ist er derjenige, der das Haus aus Stein zwar verlässt, aber nie frei wird von ihm? Sind es die geisterhaften Stimmen von Toten, die sich zu Wort melden? Vieles bleibt offen für die Interpretation des Lesers. Vom "endlosen Strudel des Fürchterlichen" schreibt Erdogan, wo der Schmerz weder Anfang noch Ende habe, wo der Schrecken das Dasein bestimmt: "Ich war in ein endloses, einziges Jetzt gepfercht, sein Stundenzeiger war abgefallen, und sein Minutenzeiger drehte sich sinnlos im Kreis. Die Stunden waren blutig gepeitscht worden und vermochten ihre schwere Last nicht mehr zu tragen, keinen Schritt mehr vor oder zurück zu tun, die Zeit nicht mehr von der Stelle zu bewegen. Hatte ich denn zuvor nie bemerkt, wieviel Unrecht und Willkür es auf der Welt gab?" Von Angst, die wie ein langer spitzer Knochen ist, schreibt Erdogan, vom Granituniversum einer Gefängniszelle Mitunter scheint der Erzählfluss Kreise zu ziehen, was das Lesen nicht imer erleichtert. Trotzdem, sprachlich wie inhaltlich ein eindrucksvolles Buch

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Vita

Aslı Erdoğan, geboren 1967 in Istanbul, ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen und Kolumnistinnen der Türkei und weltweit Symbolfigur für den Widerstand gegen die Willkürherrschaft in ihrer Heimat. Ihre literarischen Werke (u.a. »Die Stadt mit der roten Pelerine«) sind in über 20 Sprachen übersetzt, Erdoğans Arbeit wurde mit einer Vielzahl von Preisen geehrt: 2010 erhielt sie den Sait-Faik-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis der Türkei, 2017 den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis und 2018 den Prix Simone de Beauvoir. Im August 2016 wurde Aslı Erdoğan nach dem gescheiterten Militärputsch in der Türkei zusammen mit 22 anderen Journalisten verhaftet und monatelang im Gefängnis festgehalten. Erdoğan lebt im Exil in Deutschland.

Zur AUTORENSEITE

Gerhard Meier

Gerhard Meier, geboren 1957, lebt seit 1986 in Lyon und übersetzt literarische Werke aus dem Türkischen und Französischen, unter anderem von Orhan Pamuk, Zülfü Livaneli, Amin Maalouf, Henri Troyat und Sait Faik. 2014 erhielt er für sein Gesamtwerk den Paul-Celan-Preis.

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Events

24. Nov. 2019

Lesung

14:00 Uhr | Nürnberg | Lesungen
Aslı Erdoğan
Das Haus aus Stein

Pressestimmen

»...ein beeindruckender Beweis für Wirksamkeit und Macht der Worte, für das Wunder der Literatur. Hier wird erlebbar und mitteilbar, was eigentlich unsagbar ist.«

»Erdogan entfacht einen regelrechten Sturm der Metaphern, der in manchen Passagen an Rimbauds Ausflüge in die Hölle erinnert.«

Die Zeit, Juliane Liebert (14. März 2019)

»Aslı Erdogans „Das Haus aus Stein“ ist ein poetisches Aufbäumen gegen dieses gewalttätige Ansinnen. (…) Der Text verfügt über so viel Kraft und Würde, Hellsichtigkeit und Abstraktionsvermögen, dass er über eine konkrete Situation und Zeit hinausweist«

MDR Kultur, Ulrich Rüdenauer (22. März 2019)

»‚Das Haus aus Stein‘ ist kein Roman, den man von Anfang bis zum Ende liest. Dazu ist das Buch zu schmerzhaft. Es ist ein Gesang, in dem jede Strophe einzeln zuschlägt mit Bildern, die einem lange folgen.«

»Erdogan lässt sich den Mund nicht verbieten, nicht als Journalistin und nicht als literarische Autorin.«

»Asli Erdoğan schlägt sich auf die Seite der Opfer, messerscharf, unmissverständlich und poetisch.«

NZZ am Sonntag „Bücher am Sonntag“ (CH), Martina Läubli (24. Februar 2019)

»Nein, dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, es lädt zu einer intensiven, lohnenden Auseinandersetzung ein.«

»Eine außergewöhnlich feinfühlige und scharfsichtige Autorin, ihre Romane sind Meisterwerke«

Orhan Pamuk

»Ein großes Stück Weltliteratur, eine teilweise autobiografische und doch universale Geschichte von traumatisierten Menschen – jenseits der Grenzen der Türkei, Brasiliens oder Europas.«

Günter Wallraff über DIE STADT MIT DER ROTEN PELERINE

»Aslı Erdoğan ist eine Schriftstellerin, die sich mit Haut und Haaren ausliefert. Sie schreibt um ihr Leben, gibt sich preis, setzt ihr Leben aufs Spiel und schafft existentialistische Literatur.«

Bayerischer Rundfunk, BR2 „Diwan“ über NICHT EINMAL DAS SCHWEIGEN GEHÖRT UNS NOCH

»In ihren Texten präsentiert sich Erdoğan als empfindsame und genau beobachtende Zeitgenossin, die sich um die politischen Verhältnisse ihres Landes sorgt.«

Berliner Zeitung, Harry Nutt über NICHT EINMAL DAS SCHWEIGEN GEHÖRT UNS NOCH

Weitere Bücher der Autorin