Das Licht in deinen Augen

Roman

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Von zwei Menschen, die allen Widerständen zum Trotz ihren eigenen Weg gehen

Die dunklen Jahre des Zweiten Weltkriegs sind vorbei, und die Menschen in dem abgelegenen Städtchen im hohen Norden Finnlands beginnen wieder an die Erfüllung ihrer Sehnsüchte zu glauben. So auch Helenas Eltern, die dem Mädchen, das früh das Augenlicht verloren hat, ein selbstständiges Leben ermöglichen wollen. Sie schicken das Kind auf eine Blindenschule im tausend Kilometer entfernten Helsinki. Dort findet Helena zur Musik. Als junge Frau nimmt sie all ihren Mut zusammen, bewirbt sich am Sibelius-Institut, und Schritt für Schritt geht sie ihrer Eigenständigkeit entgegen. So wie Tuomas, Helenas Neffe, vier Jahrzehnte später. Auch er lässt seine Familie zurück und damit all die Erwartungen an ihn, die der junge Mann nicht erfüllen will.

Kunstvoll verwebt Tommi Kinnunen in diesem fulminanten Familienroman die Schicksale zweier Außenseiter, die hoffen, dass die Menschen eines Tages die Unterschiede nicht mehr sehen, sondern nur noch die Gemeinsamkeiten. Eine ergreifende Geschichte, die vom Mut erzählt, anders zu sein.

»Kinnunen versteht es abermals aufs Vorzüglichste, den Leser mitten ins Geschehen zu ziehen. Man weint und lacht mit den Protagonisten, fühlt sich mit ihnen verbunden und hofft inständig, dass sie ihren Platz im Leben finden werden.«

BÜCHER magazin, Tanja Lindauer (01. Oktober 2019)

Aus dem Finnischen von Gabriele Schrey-Vasara
Originaltitel: Lopotti
Originalverlag: WSOY
Hardcover mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60078-7
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Helsinki, Finnland

Leserstimmen

Melancholische Familiengeschichte

Von: miss_lia48

23.10.2019

“Die Dielen fallen und neigen sich und richten sich senkrecht auf. (...) Ich muss schneller laufen, mein Kopf stößt gegen die Wand und ich pralle mit dem Knie gegen das Sofa.“ (S.23) INHALT: Der zweite Weltkrieg ist zu Ende und Helena und ihre Familie bauen in einem Dorf in Finnland ein neues Zuhause. Für die blinde Helena bedeutet das, dass sie sich komplett neu orientieren muss. Lediglich als Säugling konnte sie kurz sehen, bis sie erkrankt ist. Doch auch der Vater jagt ihr Angst ein. Seit dem Krieg hat er sich stark verändert. Eines Tages eröffnet er seiner Tochter, dass diese die Familie verlassen muss, um in Helsinki eine Blindenschule zu besuchen. Für Helena ist dies zunächst ein Schock. Gleichzeitig hat sie dadurch die Chance auf ein eigenständiges Leben... Helenas Neffe Tuomas ist traurig, als seine Geschwister nach und nach von Zuhause ausziehen. Doch irgendwann entschließt auch er sich dazu, seine Heimat weit hinter sich zu lassen, bevor irgendjemand bemerkt, dass er schwul ist... MEINUNG: In diesem äußerst melancholischen Familienroman, wird abwechselnd aus Helenas und Tuomas' Perspektive erzählt. Helenas Geschichte wird dabei aus der Ich-Perspektive geschildert, wodurch man ihr beim Lesen besonders nahe kommt. Mit ihr habe ich regelrecht mitgefiebert. Ihre Gefühle kommen unglaublich stark beim Leser an, wecken großes Mitgefühl. Eindrucksvoll konnte mir hier u.a. durch die differenzierten Beschreibungen ihrer Wahrnehmung vermittelt werden, wie es ist, blind zu sein. Und ich hatte großen Respekt vor ihr, wie sie mithilfe ihrer anderen Sinne versucht hat sich zurechtzufinden und ein eigenständiges Leben zu führen. Bei Tuomas hat sich der Autor für eine Erzählung aus der dritten Person entschieden, wodurch mir seine Figur mit der Zeit etwas zu distanziert wirkte. Doch anfangs konnte ich mich auch sehr gut auf seine Geschichte einlassen. Beide Erzählstränge beginnen in der Kindheit der zwei Protagonisten. Als gelernte Erzieherin habe ich manchmal Schwierigkeiten, wenn aus Kinderperspektiven erzählt wird, weil es bei mir nicht jeder Autor schafft, dass die Gedanken & Gefühle dem Alter entsprechend auf mich authentisch wirken. Doch Tommi Kinnunen hat dies für meinen Geschmack mit Bravour gemeistert! Und wer nach detailreiche Beobachtungen und Schilderungen sucht, wird in diesem Buch definitiv fündig. Vom Klappentext her hatte ich irgendwie erwartet, dass sich das Buch bgzl. Helena noch mehr mit Musik beschäftigt. Tatsächlich wird dieser Teil aber recht klein gehalten. Dafür sind die Beschreibungen über die Kindheit der beiden Figuren recht ausführlich dargestellt. Danach setzen in der Handlung immer wieder große Zeitsprünge ein. Diese waren mir vor allem bei Tuomas etwas zu groß, so dass ich ihn zwischendurch mehrmals etwas verloren habe. Trotzdem habe ich die Lebenswege von beiden gerne verfolgt. Für mich war dies eher eine etwas anspruchsvollere Lektüre, die meine ganze Konzentration benötigte. Da manches nur angedeutet wird, bin ich mir auch nicht sicher, ob ich tatsächlich immer alles richtig verstanden habe. Doch auch vage Andeutungen können durchaus ihren Reiz haben. So hat man als Leser selbst einen gewissen Interpretations-Spielraum... FAZIT: Eine melancholische Familiengeschichte, die den Alltag und Lebensweg der blinden Helena eindrucksvoll in den Mittelpunkt rückt. Tuomas' Geschichte blieb mir dagegen etwas zu distanziert. Trotzdem insgesamt ein lohnenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehlen möchte! 4/5 Sterne!

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Vita

Tommi Kinnunen zählt zu den wichtigsten Stimmen der finnischen Gegenwartsliteratur. Er wurde 1973 im nordfinnischen Kuusamo geboren, heute arbeitet er als Lehrer in Turku, im Südwesten des Landes. Die Geschichte seiner Familie inspirierte ihn zu seinem Debüt; »Wege, die sich kreuzen« (DVA, 2018) führte wochenlang die finnische Bestsellerliste an und war ein internationaler Leser- wie Kritikererfolg. Auch für seinen zweiten Roman standen Familienmitglieder Pate. »Das Licht in deinen Augen« (Penguin, Herbst 2019) wurde für den renommierten Finlandia-Preis nominiert. Seine Bücher erscheinen in rund 20 Ländern.

Zur AUTORENSEITE

Gabriele Schrey-Vasara

Gabriele Schrey-Vasara wurde 1953 geboren und lebt nach einem Studium der Geschichte, Romanistik und Finnougristik in Göttingen und Helsinki nun als Übersetzerin in Helsinki. Sie übertrug Romane von Kati Hiekkapelto, Emmi Itäranta und Matti Rönkä ins Deutsche. 2008 wurde sie mit dem staatlichen finnischen Übersetzerpreis ausgezeichnet.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Tommi Kinnunen verknüpft in bisher zwei Romanen kunstvoll Familiengeschichte mit der Geschichte Finnlands im zwanzigsten Jahrhundert.«

FAZ, Martin Halter (13. November 2019)

»Ein sehr empfehlenswerter Leseschatz. ... Hohe Erzählkunst!«

Stadtkind Hannover, Anke Wittkopp (01. Dezember 2019)

»Was für ein Glück, dass der finnische Lehrer Tommi Kinnunen in Familienalben geblättert hat und nicht davor zurückschreckte, seinen Vorfahren eine Stimme zu geben.«

BRIGITTE woman, über "Wege, die sich kreuzen"

»›Das Licht in deinen Augen‹ ist ein leidenschaftlicher Roman.«

Helsingin Sanomat, Finnland

»Atemberaubend (…) poetisch (…). Kinnunens Beschreibungen sind so realistisch, dass der Leser von der Schwärze vor seinen eigenen Augen überrascht wird, während er versucht, sich Helenas Blindheit vorzustellen.«

NRC, Niederlande

»›Das Licht in deinen Augen‹ beschreibt fesselnd, was es heißt, anders zu sein. Sehr gekonnt und abwechslungsreich konstruiert.«

Turun Sanomat, Finnland

»Ein dunkler Roman mit Untertönen, die an August Strindberg erinnern.«

Klassekampen, Norwegen

»Sie werden bestimmt berührt sein!«

Östgöta Correspondenten, Schweden

»In ›Das Licht in deinen Augen‹ zeichnet Kinnunen seine Figuren so klar und scharf, dass sie zeitlos werden.«

Politikken, Norwegen

»Detailliert und berührend. Ich mochte diese Geschichte wegen ihrer nahegehenden Beschreibungen, wegen der Stärke und der Verschwiegenheit der Menschen und der Natur darin.«

Sydsvenskan, Schweden

»Grandios! Drei Generationen, vier Schicksale: tragisch, spannend, bewegend und mit einer ungeheuren Sogkraft! Tommi Kinnunens Romandebüt ist ein besonderes Lesevergnügen und eine unbedingte Leseempfehlung.«

BÜCHER magazin, Tanja Lindauer, über »Wege, die sich kreuzen«

»Eine beeindruckende Saga, die auf spannende Weise schildert, wie sich Familiengeschichten fortschreiben.«

Münchner Merkur, über "Wege, die sich kreuzen"

»Großartiges und einfühlsames Porträt dreier Generationen. Mit Recht preisgekrönt.«

flow, über "Wege, die sich kreuzen"

»Einer der stärksten Familienromane seit langem.«

WDR 4, über "Wege, die sich kreuzen"

»So beeindruckend wie ergreifend. Kein Wort zuviel fällt in dieser klirrenden Einsamkeit. Und trotzdem entwickelt der Autor eine vibrierende Spannung...«

Die Rheinpfalz, Gabriele Weingartner, über "Wege, die sich kreuzen"

»Kinnunen beweist erzählerische Meisterschaft und Mitgefühl mit seinen Figuren, die er immer wieder mit kurzen Beschreibungen einführt, um den Faden dann in andere Hände zu übergeben. Ja, ein Familienroman – aber wirklich nicht wie jeder andere.«

Hellweger Anzeiger (Unna), Ulrich Rubens-Laarmann, über "Wege, die sich kreuzen"

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