Das Mädchen aus der Severinstraße

Roman

(4)
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Ein Roman über eine große Liebe und ein lebendiges Stück deutsche Zeitgeschichte

Als Sabine Schubert nach dem Tod des Großvaters ihrer Großmutter Maria hilft, das Haus aufzuräumen, kommen unter dem großen, schweren Teppich im Wohnzimmer alte Geldscheine zum Vorschein. Im Keller finden die Frauen Gold und begreifen, dass der Großvater vor langer Zeit ein Vermögen versteckt haben muss. Nur warum? Maria beschleicht eine Ahnung und sie gerät völlig außer sich. Sabine wird klar, dass in der Familiengeschichte erschreckende Lücken aufklaffen. Hat der Großvater in der angesehenen Kölner Metallgussfirma wirklich nur Spielzeug hergestellt? Auch die Großmutter scheint aus ihrer Zeit als berühmtes Fotomodell Einiges zu verschweigen. Damals, Ende der 1930er-Jahre, hieß sie Mary Mer und lernte den jüdischen Fotografen Noah kennen, den sie bis zum heutigen Tag nicht vergessen hat ...

»Immer wieder werden die Gegenwart und die Vergangenheit gekonnt in Kontrast gebracht, sodass ein spannendes Familienporträt entsteht.«

Stephan Eppinger/ Westdeutsche Zeitung Online (01. Oktober 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 4 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-7645-0685-8
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Köln, Deutschland

Leserstimmen

Der goldene Käfig

Von: hasirasi2

12.10.2019

„Maria brauchte lediglich Verstand und Begabung. Gutes Licht und etwas Chemie. Und sie brauchte jemanden, der im richtigen Moment auf den Auslöser drückte.“ (S. 17) Noah Gintzburg, der jüdisch-französische Fotograf erwischt 1937 genau diesen Moment und macht Mary Mer – so ihr Künstlername – berühmt. Dabei wollte er sie eigentlich abweisen, es wäre zu gefährlich, in dieser Zeit aufzufallen. Zudem ist Maria Reimer erst 17 und ihr Vater strikt dagegen. Als Tochter aus gutem Haus liegt ihre Arbeit nur im Haushalt – doch auch die wird von einer Haushälterin erledigt. Sie fühlt sich gefangen in einem goldenen Käfig. Und sie kann Noah nicht vergessen. Doch dann bricht der Krieg aus und sie erlebt Dinge, über die sie im Leben nie wieder reden will. Bis ihre Enkelin Sabine nach dem Tod ihres Großvaters Heinrich unter einem Teppich im Wohnzimmer sehr viel Geld findet. Maria ist entsetzt „Das darf nicht wahr sein! Das kann er nicht getan haben!“ (S. 32) und sucht weiter, im Keller finden sie Goldbarren … Annette Wieners hat in „Das Mädchen aus der Severinstraße“ einen Teil ihrer Familiengeschichte verarbeitet. Auch ihre Großmutter hat nach dem Tod des Mannes im Haus versteckte Schätze gefunden. Wo hatte er sie her und warum hat er sie versteckt? Genau diese Frage stellt Sabine Maria, doch diese will nicht darüber reden: „... es zerreißt mich, verstehst du das nicht, es tut mir nicht gut, daran zu denken.“ (S. 103) Der Gedanke, dass es Nazigold sein könnte, ist schnell geboren, als Sabine die Firma googelt, in der Heinrich früher gearbeitet hat. Sie stolpert über immer mehr Ungereimtheiten, wie die Wohnung in der Severinstraße in Köln, in der Heinrich angeblich bis zu seiner Berentung gelebt hat, dabei ist sie nach dem Tod ihrer Mutter bei ihren Großeltern im Haus in Forsbach aufgewachsen. Sie waren immer für sie da, haben ihr ein Heim, eine Heimat gegeben. Ist ihre Vergangenheit eine einzige Lüge? Und was bedeutet das für ihre Zukunft? Maria wird durch den Fund gezwungen, sich zu erinnern, sich den Schatten ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Erlebnisse der Nazi-Zeit in Köln haben sie tief geprägt. Sie hat damals gegen jede Vernunft versucht, ihre Menschlichkeit zu bewahre, den Schwächeren und Ausgestoßenen zu helfen und damit ihr eigenes Leben und das ihrer Familie und Freunde aufs Spiel gesetzt. „Ihr Vater litt an der Welt, und er litt vielleicht, genau wie Maria, daran, keinen Rat mehr zu wissen.“ (S. 114) Die Suche nach Noah, der damals plötzlich verschwand, hat sie nie losgelassen. Ihre Emanzipation vom jungen unbedarften Mädchen, das unbedingt berühmt werden will, zur taffen Frau, die den Nazis mutig begegnet und sie intelligent austrickst und geschickt für ihre Zwecke einspannt, hat mir sehr gut gefallen. Annette Wieners erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen, bestehend aus Marias Vergangenheit und ihre Erinnerung daran bzw. Sabines Nachforschungen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Geschickt spielt sie dabei mit den Erwartungen des Lesers und hält die Spannungskurve bis zum Schluss. Ich wusste bisher nicht, dass Köln im 18. Jahrhundert französisch war, die Nazis die Stadt in eine der ersten Hochburgen verwandelt haben und wie viele Unternehmen und Unternehmer nach Kriegsende einfach weitmachen durften. Ich habe mir auch nie Gedanken über die Mode im Deutschen Reich gemacht (ausländische Couture war ja verboten). Annette Wieners hat mir die Augen geöffnet. Mehr dazu erfährt man übrigens auch in ihren Podcasts. Mein Fazit: Spannende Kölner-Zeitgeschichte, die zum Nachdenken anregt – ein Aufruf zu mehr Menschlichkeit. Annette Wieners hat mich überzeugt, ich hoffe, dass sie weitere historische Roman schreibt. #gegendasvergessen

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Tolle Themenvielfalt!

Von: miss_lia48

10.10.2019

INHALT: Köln, 1937: Maria Reimer ist 17 Jahre alt, als ihr Vater für sie beschließt, dass ihre Schulzeit nun zu Ende ist und sie auch keinen Beruf erlernen wird. Doch Maria hat ihren eigenen Kopf, sie schleicht sich abends aus der Wohnung und versucht schließlich ihr Glück als Fotomodell - zum Leidwesen des Vaters. Dieser findet es durchaus gefährlich, dass seine Tochter so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, zumindest, seitdem die Wehrmacht in Köln eingerückt ist. Maria lernt den jüdischen Fotografen Noah kennen und lieben. Doch sie ahnt nicht, dass das Atelier sie zum Gesicht von Nazi-Propaganda machen möchte. Viele Jahre später findet Marias Enkelin Sabine sehr viel Geld unter dem alten Wohnzimmerteppich ihrer Großmutter. Was hat es damit auf sich? Warum gerät ihre Großmutter plötzlich so außer sich? Was ist damals tatsächlich geschehen? Sabine möchte es herausfinden! MEINUNG: Die Themenmischung in diesem Buch hat mir richtig gut gefallen! Es geht hauptsächlich um Familiengeheimnisse, um den Nationalsozialismus und um Antisemitismus. Mit Maria Reimer wird der Leser zudem in die Welt des bekannten Fotomodells Mary Mer geführt, die Liebe spielt eine Rolle, sowie Sabines Arbeit beim Jugendamt. Dabei hat die Autorin Annette Wieners einige wahre Begebenheiten aus dem Leben ihrer eigenen Großmutter in die Geschichte einfließen lassen. Durch die thematische Vielfalt, bleibt das Buch abwechslungsreich und interessant, so dass ich dessen Handlung gerne verfolgt habe. Vielleicht mag es auf den ein oder anderen Leser thematisch etwas überladen wirken, mich hat es nicht gestört, dass so viel passiert. Auf zwei Zeitebenen wird die Geschichte um Maria Reimer erzählt. Im Vergangenheitsstrang konzentriert sich die Lektüre dabei hauptsächlich auf Maria und auf die Zeit kurz vor, und auf die Anfänge des zweiten Weltkriegs. In der Gegenwart wird Sabines Arbeit beim Jugendamt zunächst genauer beleuchtet, während sie mit der Zeit herauszufinden versucht, was damals tatsächlich geschehen ist. Meiner Meinung nach ist es der Autorin ausgesprochen gut gelungen, die beiden Erzählstränge nach und nach harmonisch miteinander zu einem Ganzen zu verweben! Mit Maria und Sabine wurden dem Buch zwei starke und interessante Charaktere an die Seite gestellt, denen ich mit der Zeit immer näher gekommen bin. Mit ihnen durfte ich viele intensive und eindrückliche Momente erleben. Durch den bildlichen Schreibstil spielte sich beim Lesen vor meinen Augen durchgehend ein regelrechter Film ab. Und auch das eher langsame Fortschreiten der Handlung trug dazu bei, dass ich mir alles ziemlich gut vorstellen konnte. Für mich gab es zwar ab und zu ein paar langatmige Szenen, trotzdem habe ich immer wieder zurück in die Geschichte gefunden und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. FAZIT: Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, vor allem für Leser, die Familiengeheimnisse mit geschichtlichem Hintergrund mögen. 4,5/5 Sterne!

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Vita

Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und schreibt bereits Geschichten, seit sie einen Stift halten kann. Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Ethnologie in Münster arbeitete sie als Journalistin bei Fernseh- und Radiosendern in München und Hannover. In den 1990ern zog sie nach Köln, wo sie auch heute lebt, schreibt und im WDR zu hören ist. »Das Mädchen aus der Severinstraße« ist ihr erster Roman bei Blanvalet.

Zur AUTORENSEITE

Events

05. Nov. 2019

Lesung

19:30 Uhr | Köln | Lesungen
Annette Wieners
Das Mädchen aus der Severinstraße

09. Nov. 2019

Annette Wieners zu Gast auf der lit.Love

10:00 Uhr | München | Lesungen
Annette Wieners
Das Mädchen aus der Severinstraße

10. Nov. 2019

Annette Wieners zu Gast auf der lit.Love

10:00 Uhr | München | Lesungen
Annette Wieners
Das Mädchen aus der Severinstraße

08. Feb. 2020

Lesung

20:00 Uhr | Iserlohn | Lesungen
Annette Wieners
Das Mädchen aus der Severinstraße

23. Apr. 2020

Lesung

20:00 Uhr | Siegburg | Lesungen
Annette Wieners
Das Mädchen aus der Severinstraße

Pressestimmen

»Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, hat die Kölner Autorin Annette Wieners einen mitreißenden Roman geschrieben.«

Buch Aktuell - erlesen (02. September 2019)

»Toller Schmöker über Mut, Politik und Widerstand, der auch die heutige Zeit betrifft.«

GRAZIA (02. Oktober 2019)

»[…]man kann von Glück sagen, dass sie die Geldscheine ihrer Großeltern unterm Teppich fand: Denn herausgekommen ist ein echter Pageturner!«

Bücher Magazin (27. September 2019)

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