Das Mädchen aus der Severinstraße

Roman

Hardcover
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Ein Roman über eine große Liebe und ein lebendiges Stück deutsche Zeitgeschichte

Als Sabine Schubert nach dem Tod des Großvaters ihrer Großmutter Maria hilft, das Haus aufzuräumen, kommen unter dem großen, schweren Teppich im Wohnzimmer alte Geldscheine zum Vorschein. Im Keller finden die Frauen Gold und begreifen, dass der Großvater vor langer Zeit ein Vermögen versteckt haben muss. Nur warum? Maria beschleicht eine Ahnung und sie gerät völlig außer sich. Sabine wird klar, dass in der Familiengeschichte erschreckende Lücken aufklaffen. Hat der Großvater in der angesehenen Kölner Metallgussfirma wirklich nur Spielzeug hergestellt? Auch die Großmutter scheint aus ihrer Zeit als berühmtes Fotomodell Einiges zu verschweigen. Damals, Ende der 1930er-Jahre, hieß sie Mary Mer und lernte den jüdischen Fotografen Noah kennen, den sie bis zum heutigen Tag nicht vergessen hat ...

»Immer wieder werden die Gegenwart und die Vergangenheit gekonnt in Kontrast gebracht, sodass ein spannendes Familienporträt entsteht.«

Stephan Eppinger/ Westdeutsche Zeitung Online (01. Oktober 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 12,5 x 20,0 cm, 4 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-7645-0685-8
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Köln, Deutschland

Leserstimmen

Gegen das Vergessen

Von: Fantasie und Träumerei

25.05.2020

Es sind Geschichten wie "Das Mädchen aus der Severinstraße", die gegen das Vergessen helfen. Die von der Brutalität und Unmenschlichkeit des Nationalsozialismus erzählen und wie nachhaltig er die Leben einzelner Menschen beeinflusst. Obwohl ich schon einige wahre und fiktive Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gelesen habe, bin ich immer wieder von neuem erschüttert. Entsetzt und traurig. Annette Wieners hat mir mit ihrem Roman, der angelehnt ist an die Vergangenheit ihrer eigenen Großmutter, aber nicht biografisch erzählt, die Tränen in die Augen getrieben. Mehr als einmal. Erzählt wird auf zwei Ebenen. Aus der Sicht von Sabine Schubert und ihrer Großmutter Maria Schubert, einst bekannt als das Fotomodell Mary Mer, einer jungen Frau, die den deutschen Typ Frau so deutlich verkörperte, dass Hitlers Gefolgsleute auf sie aufmerksam wurden. Maria, rein arischen Blutes seit 1772, verliebt in einen jüdischen Fotografen, verehrt von den deutschen rechtsgerichteten Soldaten, die menschenverachtend handeln, sich arrogant über andere stellen, töten. Maria, die hilfsbereit ist und über einen Gerechtigkeitssinn verfügt und weder ihr Gesicht noch ihren Namen für etwas hergeben möchte, in dessen Sinne Menschen hingerichtet werden. Maria, die sich mit gefährlichen Menschen anlegt. Die Erlebnisse des Krieges hallen noch über Generationen nach. Verluste, Ängste, Leere und Schuld haften an denen, die den Krieg mit seinen Schrecken erlebten, werden an Kinder weitergegeben, manchmal an Enkel. Menschen sind nicht mehr in der Lage gesunde Beziehungen zu führen, bleiben misstrauisch, verweilen in der Vergangenheit mit ihren Ängsten oder Hoffnungen. Diese Problematiken der Nachkriegsgenerationen werden von Annette Wieners sehr gut dargestellt. Sie nutzt eine zweite Erzählebene, die etwa in der Gegenwart spielt und die Sabine Schubert, die Enkelin von Maria in den Vordergrund stellt. Sabine hat mit dem Verlust der Mutter zu kämpfen und wiederholt ein Erlebnis der Großmutter, ohne überhaupt eine Ahnung davon zu haben, dass sie beide eine ähnliche Situation durchlaufen bzw. erlebt haben. Ich habe ganz winzig kleine Probleme mit der Sprache, die teilweise ein wenig simpel wirkt, prinzipiell aber gut zur Naivität der Situation passt, die teilweise zur NS-Zeit herrschte und die manche Menschen tatsächlich glauben ließ, das irgendwie alles gar nicht so schlimm sei. Außerdem gibt es einen Erzählstrang, der mit inhaltlich etwas aufstößt, einfach, weil ich da vom Fach bin und die Arbeitsweise der dargestellten Personen, als fragwürdig erachte. Das alles sind Randkritiken, die eine untergeordnete Rolle spielen, denn im Vordergrund steht, was Wieners mit ihrem Roman gelingt: aufrütteln. Schockieren. Aufklären. Sensibilisieren. Für mich ist Köln eine der schönsten Städte Deutschlands. Ich mag es, weil es bunt und trubelig ist. Tolerant und fröhlich. Dass Köln einst eins der Nazizentren war, in denen der Nationalsozialismus schnell und mehr als deutlich übergreifen konnte, war mir nicht bewusst. Es ist von roher Gewalt und hoher Brutalität die Rede. Von wenig Hilfsbereitschaft. Man kann es den Menschen, die heute dort leben, nicht vorwerfen, aber es darf nun mal nicht in Vergessenheit geraten. Annette Wieners hat einen extrem spannenden Roman geschrieben, der mich sehr berührte. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, obwohl ich so viele Tränen vergossen habe. Für die Menschen, die damals gestorben sind, und für alle, die nicht die Eltern bekommen konnten, die sie verdient hätten, weil ein verrückter Mensch, eine wahnsinnige Ideologie deren Psyche und Menschlichkeit zerstörte. Lest dieses Buch, redet darüber, teilt es und gebt weiter, was ihr wisst, damit wir nie wieder in solch eine Situation geraten.

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Wir dürfen das nicht vergessen

Von: Ira

28.02.2020

Das Buch hat mich überrascht und hat mich umgehauen. Die Sprache des Buches sehr ungewöhnlich und gut zu lese. Geschrieben aus der ich Perspektive des Erzählers. Es geht um Paul. Um Pauls Liebe, Liebe zur Frauen und zu Männern. Um sich selbst zu finden und so zu akzeptieren wie Mann oder Frau ist. Es geht um Fremdgehen und Liebe finden. Sich öffnen und sich selbst die Wahrheit eingestehen. Sich selbst zu akzeptieren. Mutig sein. Ich hätte für mich so vieles aus dem rausschreiben können. Die wichtigsten Zitaten sind für mich: - die Zeit macht alles zunichte - sie streicht Schulden, verzeiht Plünderungen, sieht über Verrat und Plünderungen hinweg. - Befangenheit ist Liebe, nackte Angst ist Liebe, sogar die Verachtung, für du spürst, ist Liebe. Die Liebe hat es am liebsten, wenn Sie uns kalt erwischt. Und wir richten uns grundsätzlich kalt.

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Vita

Annette Wieners wurde in Paderborn geboren und schreibt bereits Geschichten, seit sie einen Stift halten kann. Nach dem Studium der Publizistik, Germanistik und Ethnologie in Münster arbeitete sie als Journalistin bei Fernseh- und Radiosendern in München und Hannover. In den 1990ern zog sie nach Köln, wo sie auch heute lebt, schreibt und im WDR zu hören ist. »Das Mädchen aus der Severinstraße« ist ihr erster Roman bei Blanvalet.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Dieser Roman geht unter die Haut.«

OK! (23. Oktober 2019)

»Inspiriert von ihrer eigenen Familiengeschichte, hat die Kölner Autorin Annette Wieners einen mitreißenden Roman geschrieben.«

Buch Aktuell - erlesen (02. September 2019)

»Wer eine gut recherchierte Reise in die Vergangenheit antreten möchte, Seite an Seite mit einer lebensecht gezeichneten Heldin, unbedingt zugreifen.«

Kölnische Rundschau (30. Oktober 2019)

»Toller Schmöker über Mut, Politik und Widerstand, der auch die heutige Zeit betrifft.«

GRAZIA (02. Oktober 2019)

»[…]man kann von Glück sagen, dass sie die Geldscheine ihrer Großeltern unterm Teppich fand: Denn herausgekommen ist ein echter Pageturner!«

Bücher Magazin (27. September 2019)

»Die Mischung aus Weltkriegsdrama und persönlichen Geschichten macht Das Mädchen aus der Severinstraße zu einem packenden und lesenswerten Buch.«

Sebastian Geiger / Isar Aktuell (13. Februar 2020)

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