Das Paradies meines Nachbarn

Roman

Hardcover
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»Salam, hier schreibt Ali-Reza. Ich kannte ihre Mutter gut und verfüge über einen Brief, den ich Ihnen überreichen soll. Es ist wichtig. Für Sie mindestens so sehr wie für mich.«

Ali Najjar glaubt, seine Vergangenheit weit hinter sich gelassen zu haben. Er ist längst in Deutschland angekommen, als Produktdesigner erfolgreich. Der Iran, Teheran, seine Familie sind für ihn eine fremde Welt. Dann erreicht ihn die Nachricht eines Unbekannten. Und alles, woran er bislang festgehalten hat, gerät ins Wanken.

  • »Du trägst keine Schuld, und du trägst sie doch. Ich schätze, das heißt es, zu leben.«

  • Eine der aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur.

  • Über das Fremde in uns selbst und über die Verantwortung, die wir für andere haben.

  • Vielfach preisgekrönte Autorin: zuletzt Debütpreis/Österreichischer Buchpreis.

»Ein umwerfender Roman über Söhne und ihre Mütter, die Opfer der Liebe und über die Verantwortung, etwas aus seinem Leben zu machen. Nava Ebrahimi ist nicht nur eine der spannendsten Stimmen der deutschen Literatur, sie verdient auch international den Durchbruch.«

Angela Wittmann, Brigitte (15. Juli 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75869-2
Erschienen am  24. Februar 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Teheran, Iran

Leserstimmen

Eine bedeutsame Verknüpfung von Identität und Schuld 

Von: Hilal Türe / Hilou

14.06.2020

Zum Inhalt: Sina Koshbin ist abgesehen von seinem Aussehen und seinem Namen, den er von seinem mit Abwesenheit glänzenden Vater erhalten hat, kein bisschen iranisch. Neben seinen privaten Problemen stagniert er zudem auch als Produktdesigner auf beruflicher Ebene. Dann kommt ein neuer Chef in die angesagte Designeragentur Münchens, der Iraner Ali Najjar, der durch und durch ein Erfolgstyp ist. Bereits als Kindersoldat hat er sich durch den Golfkrieg bis nach Europa gekämpft. Und auch sonst ist er ein Kämpfer und Macher, was Sina so sehr einschüchtert, dass er sich in eine Kreativpause flüchtet. Doch Ali Najjar braucht ihn noch für einen ganz besonderen Plan und nimmt ihn mit auf eine rätselhafte Reise nach Dubai. Dort lernt Sina einen weiteren Ali kennen und gewinnt dadurch einen völlig anderen Einblick in das Leben seines Chefs... Meine Leseerfahrung: Kindersoldaten im Golfkrieg ist schon ein hartes Thema, worüber die Autorin völlig unverschönt, nüchtern und dennoch ergreifend zu erzählen weiß. Genauso nüchtern stellt sie aber auch die Designerszene Münchens dar, die geprägt ist von stumpfer Oberflächlichkeit und banalen "Hipster"-Sorgen. Zwei völlig krasse Welten treffen hier zusammen. Aber nicht, wie erwartet, in der Person des Ali Najjar, sondern in einem weiteren Handlungsstrang um den Iraner Ali-Reza, der gefesselt an einen Rollstuhl, seinen Alltag zu meistern versucht. Zu Beginn war ich etwas verwirrt, da die Sprünge zwischen den verschiedenen Erzählsträngen sich übergangslos abwechselten, so dass ich mir nicht sicher war, ob es sich hier nur um denselben Ali handelt oder zwei verschiedene Charaktere dargestellt werden. Das Rätsel um Ali-Reza wird aber allmählich gelüftet und erst gegen Ende begreift man als Leser langsam, wie die Schicksale beider Männer miteinander verknüpft sind. Welche Rolle Sina in dem Geschehen spielt, war mir zunächst nicht wirklich bewusst. Seine Selbstzweifel und plumpen Problemchen während seiner Midlife-Crisis fingen schon an zu nerven. Im Gegensatz zu ihm ist Ali Najjar ein frischer Wind im Designerbüro. Er scheint einen starken Charakter zu haben, weiß, was er will und wie er es bekommen kann. Und auch mit seiner Vergangenheit weckt er Neugier auf seine Person. Ich hatte zunächst einen Konkurrenzkampf der beiden Männer erwartet, obwohl Sina bei so einem Rivalen von vornherein zum Scheitern verurteilt wäre. Dann kam endlich etwas Fahrt auf, als der Chef ihn regelrecht dazu zwingt, mit ihm nach Dubai zu reisen; eine klug gewählte Örtlichkeit, sozusagen neutraler Boden für beide Alis, um sich zu treffen. Erst mit Ali-Rezas Geschichte über seine Kindheit im Krieg wird der Roman emotional fesselnd und urplötzlich wirken die "Probleme" daheim völlig banal. Sina wird mit dem wirklichen Leben konfrontiert, was bei ihm ganz klar zu einer Veränderung seiner Einstellung führt. Bei Ali Najjar hingegen bleibt diese Frage nahezu unbeantwortet. Als Leser kann man nur hoffen, dass er auch seine Lektion gelernt hat und die richtige Entscheidung für sein weiteres Leben zu treffen imstande ist.  Ich für meinen Teil habe aus diesem Buch Einiges für mich selbst notieren können, insbesondere dass unsere Entscheidungen meist immer langfristige Folgen mit sich ziehen und jede Geschichte es wert ist, erzählt zu werden. Selten hatte ich so ein Buch in Händen, dass mich auch lange nach dem Beenden so gedanklich beschäftigt hat. Fazit: Grandios erzählte Geschichte über ein fast vergessenes Kapitel iranischer Geschichte und über drei iranischstämmige Männer mit völlig unterschiedlichen Charakteren auf der Suche nach der eigenen Identität und ihrem Platz im Leben. Dieser Roman verdient einen besonderen Stellenwert in der Weltliteratur.

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außergewöhnliche Auseinandersetzung über Schuld, Schicksal, Konsequenzen und die eigene Identität

Von: huckleberryfriendz

28.05.2020

Nava Ebrahimi thematisiert in ihrem Roman „Das Paradies meines Nachbarn“ anhand weniger Figuren unter anderem die Zerrissenheit, Sinnsuche, die Frage nach Schuld und Verantwortung, die Suche nach der eigenen Identität, manchmal auch nach der Flucht in ein anderes Land: Ali Najjar, neuer, forscher Chef eines Designerbüros redet über Erlebnisse als Kindersoldat im Iran, wenn er nach seinem beruflichen Erfolg gefragt wird, gibt an, vor Nichts mehr Angst zu haben. Als er eine Nachricht erhält, seine Mutter wäre verstorben, hätte ihm einen Brief hinterlassen, der persönlich in Teheran übergeben werden soll, nimmt er Sina, einen Angestellten in familiärer Krise und Sabbatical mit um diesen Übergabetermin wahrzunehmen. Ali-Reza sitzt im Rollstuhl, wurde als Kindersoldat eingezogen, hat im Krieg nicht nur Freunde und seine Beine verloren… Wie hängen die Schicksale dieser drei personen zusammen? Diese Frage wird beantwortet, stückchenweise, in Puzzlestücken, Textsequenzen, zwischen den Zeilen, manchmal direkt und manchmal anstrengend und verschleiert. Die Texte wechseln sich ab, manchmal seitenlang und eindeutig, manchmal fetzenhaft, als würde man einem Telefonat lauschen. Dabei scheint Nava Ebrahimi viel Wert darauf gelegt zu haben, den Leser erst zu verwirren; dieeher angedeuteten Beschreibungen zu Ali haben auch mich in die Irre geführt und mich bis ca. S. 70 überhaupt nicht erkennen lassen, dass es sich um zwei Personen handelt. Sehr geschickt gemacht, fällt dann doch der Groschen und läßt gemeinsam durch andere Textfetzen die zusätzliche Wahrheit zwischen den Zeilen viel deutlicher nachempfinden… Zu Ende des Buches erläutert ein Brief letzte Unklarheiten und Verbindungen, aber dennoch bleibt man umso stärker nachdenklich zurück mit den wichtigen Fragen, beispielsweise über Konsequenzen des eigenen Handelns, der Frage nach Schuld, Feigheit und Ohnmacht, ob man Erinnerungen auslöschen kann oder dem Sterben vor dem Tod… Den Anfang des Buches fand ich verstörend und anstrengend; wenn der Groschen gefallen ist, fasziniert das Buch mitsamt der aufgeworfenen Fragen.

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Vita

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, zählt zu den aufregendsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. Für ihren ersten Roman »Sechzehn Wörter« wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Nava Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der Financial Times Deutschland sowie der Kölner Stadtrevue. Sie war Finalistin des Open Mike und Teilnehmerin an der Bayerischen Akademie des Schreibens. Nava Ebrahimi lebt mit ihrer Familie in Graz.

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Events

09. Aug. 2020

Lesung

20:00 Uhr | Wien | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

01. Sept. 2020

Lesung von Nava Ebrahimi auf dem FAQ Bregenzwald

19:00 Uhr | Schwarzen | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

01. Sept. 2020

Lesung

Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

26. Sept. 2020

Lesung beim "Literaturfest Salzburg Spezial"

19:00 Uhr | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

08. Okt. 2020

Lesung

18:30 Uhr | Leibnitz | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

08. Okt. 2020

Lesung

18:30 Uhr | Leibnitz | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

17. Nov. 2020

Lesung

Bremen | Lesungen
Nava Ebrahimi
Das Paradies meines Nachbarn

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Pressestimmen

»Auch in ihrem zweiten Roman zeigt Nava Ebrahimi, dass sie völlig zurecht als eine der aufregendsten Repräsentantinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur gehandelt wird. Die 41-Jährige schreibt klug, witzig, originell und intelligent – und sie schreibt mit existenziellem Tiefgang. «

Peter Zimmermann, Ö1 Ex Libris (29. März 2020)

»Die zwei Welten sind das große Thema der Autorin, die im Iran geboren und in Köln aufgewachsen ist (…) In ‚Sechzehn Wörter‘, ihrem preisgekrönten Erstling, hat sie ihr Thema aufgerissen, und in ihrem neuen Roman macht sie es auf elegante Weise produktiv – in zurückhaltender, treffsicherer Sprache, mit schlüssiger, spannender Handlung, geschickt aufgebaut und vor tiefem Gedankenhintergrund.«

Norbert Mappes-Niediek, Frankfurter Rundschau (06. März 2020)

»(...) Politischer Roman und existenzialistischer Thriller zugleich. Ebrahimi erzählt so, dass man alles besser sieht und schmerzhafter spürt. Ein grossartiges Buch!«

Martina Läubli, NZZ am Sonntag (29. April 2020)

»Wie in ihrem erfolgreichen Debüt ›Sechzehn Wörter‹ beschäftigt Ebrahimi sich auch in ihrem neuen Buch auf überzeugende und spannende Weise mit Identitätsfragen, mit dem komplizierten Leben zwischen den Kulturen.«

VOGUE (04. Februar 2020)

»Das Ganze ist nicht bloß klug konstruiert, sondern (zwischen Teheran, München und Dubai) auch auffallend sorgsam und stilsicher erzählt, das Timing ist klasse, die Figuren spannend – hervorragende neue deutschen Literatur aus der globalisierten Gegenwart.«

Ulrich Noller, WDR Cosmo (29. April 2020)

»Ein zutiefst bewegender Roman über Entwurzelung und Entzweiung, über Brüche im Leben und die Frage, ob es einen richtigen Weg geben kann, sich mit seiner Schuld zu versöhnen.«

Matthias Busch, Münchner Merkur (06. Juni 2020)

»Auch in ihrem zweiten Roman zeigt die 41-Jährige, warum viele sie für eine der aufregendsten Gegenwarts-Schriftstellerinnen in deutscher Sprache halten. (…) Nava Ebrahimi ist eine begabte und hinreißend intelligente Schriftstellerin. Die gebürtige Iranerin vermag faszinierende Figuren zu erschaffen und mit einigen wenigen Strichen überzeugende Szenen zu kreieren. Sie schreibt klug, witzig, originell und mit existenziellem Tiefgang.«

Günter Kaindlstorfer, ORF Ö! (06. März 2020)

»Nava Ebrahimi – diesen Namen sollten sie sich merken. (…) ‚Das Paradies meines Nachbarn‘ ist ein bemerkenswerter Roman über die Frage nach Schuld, nach Unrecht und nach der Fragwürdigkeit moralischer Überlegenheit.«

ORF ZIB 9 (06. März 2020)

»Ein kluges Gesellschaftsporträt zur Frage nach Schuld und moralischer sowie auch zivilisatorischer Überlegenheit.«

ORF kulturMontag (09. März 2020)

»Was Nava Ebrahimi mit diesem Roman gelungen ist, verändert im besten Sinne die Wahrnehmung dessen, was Migration, Emigration und Krieg (...) ausmacht. Ein Roman zu Zeiten der Globalisierung, den zu lesen sich absolut lohnt.«

Barbara Frischmuth, Die Presse (29. April 2020)

»die in Graz lebende Literatin [legt] mit ‚Das Paradies meines Nachbarn‘ ihren grandiosen zweiten Roman vor.«

Kronenzeitung (06. März 2020)

»Nava Ebrahimi lässt in ihrem Buch die drei Männern einzeln und im Wechsel zu Wort kommen, gibt ihnen Raum, ihre Gedanken, Albträume und Sehnsüchte zu äußern. Dabei schafft sie es, dass man als LeserIn vollkommen in der jeweiligen Figur aufgeht.“«

BÜCHER (10. März 2020)

»Nava Ebrahimi ist mit "Das Paradies meines Nachbarn" ein Roman gelungen, der auf erstaunliche Weise die Balance hält zwischen dem Grauen des Krieges und den vergleichsweise banal wirkenden Problemen eines Mannes in der Midlife-Crisis.«

Katja Weise, NDR Kultur (29. April 2020)

»Das ist auch ein Buch über zwei Welten, über die Verwöhnten und die Verhöhnten. Neue Literatur aus Österreich kann ganz schön aufrüttelnd sein!«

Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten (29. April 2020)

»Vielschichtig und toll geschrieben!«

Wienerin (27. Februar 2020)

»Nava Ebrahimi wirft kluge Blicke auf die Luxus-Sorgen vieler Wohlstands-Deutscher und kontrastiert sie mit den Nöten von Menschen im gottesdiktatorisch geführten Iran.«

Nürnberger Nachrichten (24. Juni 2020)

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