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Das Zeitalter des Nichts Eine Ideen- und Kulturgeschichte von Friedrich Nietzsche bis Richard Dawkins

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10223-7

Erschienen: 24.10.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Fundiert, spannend, pointiert – das hochwertige Standardwerk
für Bildungshungrige

»Gott ist tot« beschied Friedrich Nietzsche im Jahr 1882. Ein Leben ohne Gott, ohne die Aussicht auf einen höheren Sinn – das gehört zu den größten Denkabenteuern der Menschheitsgeschichte. Der Atheismus mit seinen kühnen, kreativen, nicht selten egozentrischen Protagonisten wird hier von Peter Watson, dem renommierten Ideenhistoriker, als Ganzes und im geschichtlichen Kontext der Moderne erzählt. Er folgt in seiner umfassenden Darstellung jenen Wegen, die das Denken nach dem Ende aller Religion genommen hat, und erläutert, welche Antworten auf die Frage nach dem Sinn menschlicher Existenz gefunden wurden. Dichter wie Paul Valéry, Rainer Maria Rilke, Samuel Beckett, Denker wie Sigmund Freud, Künstler wie Jackson Pollock oder Robert Rauschenberg haben sich der existenziellen Ungesichertheit des Menschen gestellt. Peter Watson erinnert mit diesem Kompendium an eine Freiheit ohne Gott in einer Zeit, in der Religion ungehemmten Machtmissbrauch legitimieren soll.

"Eine intellektuelle und spirituelle Herausforderung, ein Denkabenteuer. Das Buch öffnet die Sicht auf einen höheren Sinn des Lebens, ohne für jedes Individuum gleich eine Antwort zu haben. Gerade diese Abstrahiertheit macht es so bemerkenswert."

Kleine Zeitung (01.01.2017)

Peter Watson (Autor)

Peter Watson, geboren 1943, studierte an den Universitäten von Durham, London und Rom. Er war stellvertretender Herausgeber von "New Science" und arbeitete vier Jahre lang für die "Sunday Times". Er war Korrespondent in New York für die "Times" und schrieb für den "Observer", die "New York Times", "Punch" und "Spectator". Er hat weit über ein Dutzend Bücher veröffentlicht, darunter »Das Lächeln der Medusa« (2001), »Ideen« (2006) und "Der deutsche Genius" (2010). Von 1997 bis 2007 war er als Lehrbeauftragter am McDonald Institute for Archaeological Research der Universität Cambridge tätig.

"Eine intellektuelle und spirituelle Herausforderung, ein Denkabenteuer. Das Buch öffnet die Sicht auf einen höheren Sinn des Lebens, ohne für jedes Individuum gleich eine Antwort zu haben. Gerade diese Abstrahiertheit macht es so bemerkenswert."

Kleine Zeitung (01.01.2016)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Amélie Brandeis
Originaltitel: The Age of Nothing
Originalverlag: Weidenfeld & Nicolson, London 2014

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 768 Seiten, 15,0 x 22,7 cm

ISBN: 978-3-570-10223-7

€ 29,99 [D] | € 30,90 [A] | CHF 39,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: C. Bertelsmann

Erschienen: 24.10.2016

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Kenntnisreich und sehr informativ

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 10.11.2016

www.rezensions-seite.de

Es ist nur eine „kleine“ Feststellung, ein Teil des Denkens Nitzsches (bevor er „ver-rückt“ wurde), ein Satz, den Watson in den Mittelpunkt seines neuen Werkes stellt.

„Gott ist tot“ („-und wir Menschen haben ihn getötet“).

Ein Satz mit einer fulminanten Wirkungsgeschichte im Rahmen des atheistischen Denkens, der bis heute nicht nur nachwirkt, sondern immer noch „massiv wirkt“. Ein Gedanke, der nicht „aus dem Nichts“ formuliert wurde und daher von Watson auch in seinen historischen Zusammenhängen gezeigt wird.

Ein Satz der viele weitere Denker aufrüttelte und so eine breite Wirkungsgeschichte nach sich zog, die Watson in seiner bekannt flüssigen Sprache gründlich abschreitet.

Und eine Haltung hinter diesem Satz, die als „Sieg“ oder „Gewinn“ des „gesunden Menschenverstandes“ verstanden werden kann und daher, logisch und folgerichtig, eigentlich die „Säkularisierung der Welt“ als „siegreiche Kraft“ gegen die „Religionen“ hätte führen müssen. Eigentlich.

Doch, und auch das bewegt Watson und auch das gehört in diese Betrachtung des damals postulierten „Zeitalter des Nichts“, der Befund der Gegenwart lautet anders. Religiosität in vielfachen Formen (und beileibe nicht unbedingt im Rahmen der verfassten, christlichen Kirchen) nimmt eher zu denn ab. Wobei nicht nur der Islam im Blick der Gegenwart steht, sondern auch die intensive Ausbreitung evangelikal-fundamentalistischer Glaubensrichtungen (auf die Watson explizit hinweist) oder eine Vielzahl individuell ausgerichteter „Spiritualitäten“, vom Schamanismus bis zum Engelsglauben.

Das ist nicht das Hauptthema Watsons, aber der Wert des Buches liegt mit darin, dass er rechts und links neben den Weg schaut, dass er die Wirkgeschichte dieses „Gott ist tot“ Satzes im Gesamten aufnimmt und reflektiert, nicht nur in der Weiterführung atheistischer Denkhaltungen, sondern auch in den religiösen Veränderungen und dem, scheinbar, unabdingbaren Bedürfnis des Menschen nach einem höheren Sinn und einer höheren Macht, die stärker ist als die Einsichten der reinen Vernunft.

Immer noch aber gilt, dass „rund hundertdreißig Jahre nach Nietzsches Ausruf… noch immer viele (aber bei Weitem nicht alle) Menschen andere Mittel und Wege als die traditionell religiösen zu finden versuchen, um sich unsere Welt zu erklären“.

Dieser Prozess, diese Dynamik des „Ringens um Welterklärung“ außerhalb transzendenter oder dogmatischer “Glaubensantworten“ ist Thema des Buches und wird von Watson mit großer Liebe zum Detail, zu den einzelnen Gedankengebäuden, Erweiterungen, Veränderungen jenes „Gott ist tot“ dem Leser differenziert vor Augen geführt.

Und geprüft, ob es denn so sein könnte, dass „das gute Leben ist das Leben, das auf der Suche nach dem guten Leben gelebt wird“. Oder ob dies alles Makulatur ist und nur „Sturheit“ des Menschen, weil er ein „bedeutungsloses Leben“ einfach nicht erträgt (C.G.Jung).

Dennoch, wie kann es sein, dass in der Neuzeit eine „Fatwa“ gegen Salman Rushdie ausgesprochen wird, rein religiös motiviert und begründet, die zu einem jahrzehntelangen Leben im „Untergrund“ für einen Autor führt? Oder dass immer noch ohne klares Ergebnis argumentativ gerungen wird, in der aktuellen Debatte zwischen Dawkins und Harris (was Watson natürlich ebenfalls im Buch aufgenommen hat)?

Der einfachen Behauptung so mancher, „Gott ist zurück“ jedenfalls begegnet Watson kühl und verweist eine wesentliche größere Komplexität des gesamten Themas. Mit all den Bedürfnissen nach Sicherheit und Schutz, nach Sinn und Ewigkeit, die dem Religiösen zu Grunde liegen und den vielfachen Gedankengebäuden, die eine ebensolche transzendente Kraft durchaus mit Gewicht in Frage stellen.

Wie aber könnte, sollte, würde „eine Welt ohne Gott“ konkret aussehen und welche Rückbezüge auf die Sinnfrage ergeben sich daraus?

Teils assoziativ, teils thematisch verhaftet, teils konkreten Geistesgrößen eng folgend legt Watson eine „Wirkgeschichte des Atheismus“ vor, die den Leser fordert, die in abstrakte Höhen führt, aber eben auch ganz handfeste Argumente noch einmal vor Augen legt. Eine hohe Herausforderung auch für Watson selbst, der am Ende zu Recht konstatiert:

„Es war eine ereignisreiche Reise, aber wir können nicht behaupten, das Thema erschöpfend behandelt zu haben“.
Was in Ordnung geht, denn die Fragen nach „Gott oder nicht“, ist gleichfalls die Frage nach dem „Sinn des Lebens“, die vielleicht im Kleinen individuell (vordergründig) beantwortet werden kann, aber im Gesamten wohl, allgemeinverbindlich gesehen, unlösbar bleiben wird.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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