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Das Zimmer Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87460-9

Erschienen: 11.04.2016
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Der moderne Mensch im Hamsterrad und seine Suche nach Glück

Von unausstehlichen Kollegen umgeben, in ein Großraumbüro gepresst, kann Björn sein Glück kaum fassen, als er eines Tages ein kleines, geheimes Zimmer entdeckt.

Ein Büro nur für sich, auf demselben Stockwerk, im Flur gleich neben der Tonne für das Altpapier und dem Aufzug. Hier drinnen sind das Chaos und die Enge der Bürowabenwelt vergessen, Björn hat plötzlich Spaß an seiner Arbeit. Alles wäre gut, gäbe es da seine Kollegen nicht. Die treibt Björns bizarres Verhalten fast zur Verzweiflung. Und zu allem Übel tun sie auch noch so, als existiere dieses Zimmer überhaupt nicht.

Witzig und scharfsinnig beschäftigt sich Jonas Karlsson mit der Konformität in der modernen Arbeitswelt und mit der Frage, wie man als kleines Rädchen im großen Getriebe glücklich werden kann.

"Mit hintersinniger Ironie ergründet der schwedische Autor Jonas Karlsson in "Das Zimmer" die Dramaturgie des Mobbings."

Daniela Strigl / Frankfurter Allgemeine Zeitung (23.06.2016)

Jonas Karlsson (Autor)

Jonas Karlsson, 1971 in Södertälje in der Nähe von Stockholm geboren, ist eine der vielversprechendsten literarischen Stimmen Schwedens. Die New York Times lobte »Das Zimmer« als »meisterhaft«, die Financial Times nannte es »brillant«. Das Buch brachte Karlsson den internationalen Durchbruch. Der 45-Jährige zählt zu den angesehensten Schauspielern seines Landes und wurde bereits zweimal mit dem schwedischen Filmpreis ausgezeichnet. Karlsson hat bislang drei Kurzgeschichtensammlungen, zwei Romane und ein Theaterstück veröffentlicht.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

"Mit hintersinniger Ironie ergründet der schwedische Autor Jonas Karlsson in "Das Zimmer" die Dramaturgie des Mobbings."

Daniela Strigl / Frankfurter Allgemeine Zeitung (23.06.2016)

"Liest sich, als wäre Kafka in der Postmoderne auferstanden und hätte einen schwedischen Krimi geschrieben. "Das Zimmer" ist kunstvoll, intensiv, grotesk und fesselnd."

Konstantin Ulmer / ZEIT ONLINE (17.04.2016)

„Ein fesselndes Psychodrama über einen Außenseiter, der überzeugt ist, dass er „der Einzige ist, der in dieser so leicht zu täuschenden Welt die Wahrheit sieht“.“

Stern (25.05.2016)

""Das Zimmer" ist ein großartiger Arbeitsweltthriller, eine kleine Bürotragödie und Hamsterradgroteske. Ein Buch über ein Rädchen im großen Getriebe."

Anne-Dore Krohn / rbb Kulturradio (22.04.2016)

"Die Geschichte hat es wirklich in sich. Von der ersten Seite an zieht sie ihren Leser in Bann. Sie ist surreal und zugleich merkwürdig real."

Roana Brogsitter / B5 aktuell (27.04.2016)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: Rummet

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 176 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-630-87460-9

€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 11.04.2016

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im Zimmer nichts Neues

Von: der Michi Datum: 24.10.2016

www.seilerseite.de

Kaum hat sich ein Staat von der Industrienation zur Dienstleistungsgesellschaft entwickelt, mutiert der Büroangestellte zum neuen Fließbandarbeiter. Ein Beruf, der mindestens ebenso viele Klischees und Vorurteile mit sich bringt, die nicht samt und sonders zu Unrecht existieren. Bürocomedy-Formate wie "Stromberg" haben sich diesem Phänomen schon aus der humoristischen Perspektive genähert, aber auch der seriöse Buchmarkt zieht mit. Jonas Karlsson nimmt hier besonders die Absurdität des Büroalltags ins Visier.

Björn kann sich eigentlich kaum beklagen. Er hat eine Festanstellung bei einer Behörde, ein anständiges Gehalt und ist gut in dem, was er tut. Eines Tages entdeckt er unweit seines Großraumbüros ein kleines Zimmer, das nicht sonderlich spektakulär, aber irgendwie doch anders als alles andere ist. Dort kann er auftanken und Kraft schöpfen. Doch seinen Kollegen ist Björns Verhalten unheimlich. Obendrein tun sie so, als ob das Zimmer gar nicht existiert.

Die Prämisse dieses Romans erinnert stark an Lars Berges "Der Büro-Ninja", in dem ebenfalls ein Angestellter eines großen Unternehmens mit der Beliebigkeit des Alltags im Großraumbüro nicht mehr zurechtkommt. Jonas Karlssons Antiheld Björn steigert sich allerdings erst so richtig in seine Arbeit hinein, nachdem er das geheime Zimmer entdeckt hat. Was dieses von der Kritik einhellig gefeierte Buch aber am Ende eigentlich aussagen will, muss sich der Leser selbst zusammenreimen.

Die Handlung verläuft ohne allzu große Höhepunkte, die zentrale Frage, ob das Zimmer denn nun wirklich existiert oder nicht, verliert schließlich an Bedeutung. Die Krisengespräche mit dem Chef, das Intrigieren der Mitarbeiter, die sofort misstrauisch werden wenn jemand Spaß bei der Arbeit hat, indirekte Belobigungen vom Direktor und gezwungen lustige Weihnachtsfeiern mag manch einer aus dem eigenen Büroalltag kennen, sie wurden aber auch schon kurzweiliger in Szene gesetzt. Immerhin entlarvt Karlsson die postmoderne Bürowelt als vermutlich absurdeste Erfindung aller Zeiten. Eine Umgebung, in der eigentlich niemand arbeiten will, was aber zugleich niemanden davon abhält, es doch zu tun.

Früher oder später wahnsinnig zu werden, die Wirklichkeit auszublenden und sich in mehr oder weniger imaginäre Zimmer zurückzuziehen scheint also nur die logische Konsequenz aus der unemotionalen Gleichschaltung der Arbeitsplätze zu sein. Das alle vermittelt der Autor mit sparsamer Sprache in kurzen Kapiteln, die bis zum Ende des kaum zweihundert Seiten langen Romans leicht zu lesen sind. Interpretationsfreudigen Literaturkritikern dürften sich noch tiefere philosophische Schichten in der Handlung offenbaren, als die beworbene scharfsinnige Parodie oder gar Satire taugt "Das Zimmer" allerdings nur bedingt.

Originaltitel: "Rummet" ("Der Raum"/"Das Zimmer")
Seitenzahl: 176
Format: 13,5 x 20,5 cm, gebunden
Verlag: Luchterhand

Der Ausbruch aus dem Großraumbüro

Von: Kopfkino-Blog Datum: 09.10.2016

kopfkino-blog.blogspot.de/

Das Cover sorgte dafür, dass ich mir "Das Zimmer" genauer ansah. Zu sehen ist ein Mann im Anzug. Doch statt einer Krawatte, liegt ein zugezogener Strick um seinen Hals. Der erste Satz des Klappentextes "Der moderne Mensch im Hamsterrad und seine Suche nach Glück." erweckte zudem meine Neugier, sodass ich das Buch für einen späteren Kauf auf den Wunschzettel verschob. Als das Buch dann noch in der Literatursendung Literaturclub (22.06.2016) zu sehen war, kam ich nicht umhin, mich diesem dünnen Büchlein zu widmen.

Anhand meiner Wertung kann man schon erkennen, dass mich das Werk des schwedischen Autors Jonas Karlsson komplett begeistert hat. Bildhaft beschreibt er das Arbeiten in dem Großraumbüro einer Behörde. Der Protagonist Björn ist neu an seinem Arbeitsplatz. Von ihm erfährt der Leser weder Alter noch optische Beschreibung, was jedoch nicht weiter wichtig ist, da der Charakter umso ausführlicher und authentischer dargestellt wird. Björn ist kein sympathischer Mensch, im Gegenteil. In seinen Augen ist er allen anderen überlegen...meilenweit, und lässt das seine Kollegen auch deutlich spüren. Sein Tag ist genaustens durchgeplant: 55 Minuten effektive Arbeit, 5 Minuten Pause. In diesen 5 Minuten geht er zur Toilette und spricht, wenn es denn sein muss, mit seinen Kollegen. Während der 55 Minuten Arbeitsphase ist daran nicht zu denken. Gleich zu Beginn des Buches entdeckt Björn ein kleines Zimmer, in welches es ihn im Laufe der Geschichte immer öfter zieht. Hier kann er sich ausruhen, sich kurz erholen. Doch dieses Verhalten findet bei den Kollegen keinen Anklang. Nicht zuletzt, weil sie felsenfest behaupten, das Zimmer würde nicht existieren.

Zu Beginn des Buches, fand ich Björn einfach nur unausstehlich. Und ich liebe Protagonisten, die ich unausstehlich finde. Björn ist der absolute Albtraumkollege: Überheblich und pedantisch. Umso überraschter war ich, als ich mich irgendwann mit Björn identifizierte und auf seiner Seite stand.

Ebenso überzeugen konnte mich der tolle Schreibstil des Autors. Ich sah das Großraumbüro vor mir, ebenso wie den Flur und das Zimmer. Ich sah die verkniffenen Mienen der Kollegen, Hasans Koteletten und Hannahs Pferdeschwanz. Ich fühlte Björns Gefühle. Der Schreibstil selbst ist einfach und schnell zu lesen. Vor allem aber, ist jedes Wort perfekt gewählt.

Das Buch ist nicht spannend im herkömmlichen Sinn und doch konnte ich es nicht aus der Hand legen. Ich wollte wissen, wie Björn mit den Konflikten umgeht und unbedingt erfahren, wie sich seine Kollegen ihm gegenüber im weiteren Verlauf verhalten. Ich konnte mich dem Schreibstil, der dichten Atmosphäre und der Geschichte einfach nicht entziehen.

Auch das Ende, das für mich an genau der richtigen Stelle kam, hat mir sehr gut gefallen. Nachdem ich die Geschichte ein wenig sacken lies, stellte ich mir die Frage: Was hätte Jonas Karlsson hier meiner Meinung nach besser machen können? Mehr / Weniger Seiten? Eine genauere Beschreibung der Charaktere? Eine genauere Beschreibung des Großraumbüroalltags? Mehr Action? Die Antwort darauf lautete: Nichts. Denn für mich war das Buch genau auf den Punkt und einfach perfekt.

Fazit: Ein Buch, das den Leser zwingt, sich mit einer völlig unsympathischen Person zu identifizieren. Ein Buch, das auf verschiedenste Arten und Weisen unterhält und zum Nachdenken anregt.

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