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Das babylonische Wörterbuch Erzählungen

Manesse Bibliothek (9)

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2422-9

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Erschienen:  23.04.2018
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«Der großartigste lateinamerikanische Autor aller Zeiten.» Susan Sontag

Was wäre geschehen, hätte nicht Jesus die Bergpredigt gehalten, sondern der Teufel? Was, wenn Männer und Frauen ihre Seelen und Rollen tauschten? Joaquim Maria Machado de Assis, berühmtester Klassiker Brasiliens und Vorbote des Magischen Realismus, stellt in seinen Erzählungen ironisch alle Konventionen auf den Kopf. Lustvoll spielt er mit den Erwartungen seiner Leser und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, bürgerlichem Schein und Sein. Dieser Auswahlband versammelt Machado de Assis' beste Geschichten – allesamt Neu- und deutsche Erstübersetzungen – zu einem Panorama kompromissloser Originalität.

›Buch des Monats Juni 2018‹ der Darmstädter Jury:

»Er nahm die Mächtigen auf´s Korn, er entlarvte die Camouflage der Unterdrücker, mit Laurence Sterne wurde er verglichen, als brasilianischer Cervantes bejubelt, als Erfinder der lateinamerikanischen Moderne gepriesen, von Stefan Zweig gewürdigt, von Salman Rushdie verehrt und Susan Sontag rühmte ihn als ›großartigsten lateinamerikanischen Autor aller Zeiten‹.

Aus dem umfangreichen Werk (Lyrik, Prosa, Dramen) wurden für diesen Band dreizehn skurrile Geschichten ausgewählt, die in ihrer Absurdität so irrwitzig wie bestürzend sind. Da schlüpft eine Frau in die Seele des Mannes und umgekehrt, der Teufel hält die Bergpredigt, die Moral wird auf den Kopf gestellt, den Leser soll´s tüchtig gruseln beim Blick in den Zerrspiegel, beim Anblick bitterböser Maskerade.

Machado de Assis (1839-1908), in Rio de Janeiro geboren, Enkel entlassener Sklaven, früh verwaist, an Epilepsie leidend, hangelte sich schreibend aus dem Armutssumpf über den Journalismus in die Elite der schreibenden Zunft und wurde erster Präsident der Brasilianischen Akademie für Sprache und Dichtung.

Neun der vorliegenden Texte sind deutsche Erstübersetzungen.

Dieses fein gestaltete Brevierchen möchte man nicht mehr aus der Hand legen.«

Darmstädter Jury Buch des Monats e.V. (01.06.2018)

MANESSE BIBLIOTHEK

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Bitte beachten Sie, dass zwecks Vollständigkeit ggf. auch Bücher mit aufgeführt werden, die derzeit nicht lieferbar oder nicht bei der Verlagsgruppe Random House erschienen sind.

Joaquim Maria Machado de Assis (Autor)

Joaquim Maria Machado de Assis (1839–1908) wurde in Rio de Janeiro geboren. Aus einfachsten Verhältnissen stammend, arbeitete er als Journalist und im Staatsdienst. Sein vielseitiges literarisches Werk umfasst Lyrik, Theaterstücke, über 200 Erzählungen und 9 Romane, darunter «Die nachträglichen Memoiren des Bras Cubas» und «Dom Casmurro». Er war Mitbegründer und erster Präsident der Brasilianischen Akademie für Sprache und Dichtung.


Marianne Gareis (Übersetzerin)

Marianne Gareis wurde 1957 in Süddeutschland geboren. Sie studierte Lateinamerikanistik, Anglistik und Ethnologie an der Freien Universität Berlin und lebte anschließend mehrere Jahre in Portugal. Seit 1989 arbeitet sie als Übersetzerin, zunächst vor allem portugiesischer, seit einigen Jahren verstärkt brasilianischer Literatur. 2014 erhielt sie für ihre Übersetzung des brasilianischen Klassikers "Dom Casmurro" von Machado de Assis den renommierten Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW. Marianne Gareis lebt in Berlin.


Melanie P. Strasser (Übersetzerin)

Melanie P. Strasser studierte Philosophie und Übersetzen an der Universität Wien sowie an der Universität Porto und der Bundesuniversität Santa Catarina, Brasilien. 2016 Stipendiatin für die Berliner Übersetzerwerkstatt. Zurzeit ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Romanistik der Universität Wien und promoviert über Übersetzungstheorien in Brasilien.


Manfred Pfister (Nachwort)

Manfred Pfister ist Professor für Englische Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Er hat sich vor allem mit seinem Standardwerk zur Dramentheorie einen Namen gemacht. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Theorie der Intertextualität und die Erforschung interkultureller Gattungen, insbesondere des Reiseberichts und der Übersetzung. Er hat u.a. Bücher zu William Shakespeare, Laurence Sterne und Oscar Wilde veröffentlicht und war Mitherausgeber einer englischen Literaturgeschichte.

›Buch des Monats Juni 2018‹ der Darmstädter Jury:

»Er nahm die Mächtigen auf´s Korn, er entlarvte die Camouflage der Unterdrücker, mit Laurence Sterne wurde er verglichen, als brasilianischer Cervantes bejubelt, als Erfinder der lateinamerikanischen Moderne gepriesen, von Stefan Zweig gewürdigt, von Salman Rushdie verehrt und Susan Sontag rühmte ihn als ›großartigsten lateinamerikanischen Autor aller Zeiten‹.

Aus dem umfangreichen Werk (Lyrik, Prosa, Dramen) wurden für diesen Band dreizehn skurrile Geschichten ausgewählt, die in ihrer Absurdität so irrwitzig wie bestürzend sind. Da schlüpft eine Frau in die Seele des Mannes und umgekehrt, der Teufel hält die Bergpredigt, die Moral wird auf den Kopf gestellt, den Leser soll´s tüchtig gruseln beim Blick in den Zerrspiegel, beim Anblick bitterböser Maskerade.

Machado de Assis (1839-1908), in Rio de Janeiro geboren, Enkel entlassener Sklaven, früh verwaist, an Epilepsie leidend, hangelte sich schreibend aus dem Armutssumpf über den Journalismus in die Elite der schreibenden Zunft und wurde erster Präsident der Brasilianischen Akademie für Sprache und Dichtung.

Neun der vorliegenden Texte sind deutsche Erstübersetzungen.

Dieses fein gestaltete Brevierchen möchte man nicht mehr aus der Hand legen.«

Darmstädter Jury Buch des Monats e.V. (01.06.2018)

»Ein klug ausgewählter Strauß von Erzählungen des ›Vaters der brasilianischen Literatur‹: phantastische, parabelhafte, dialektische, philosophierende aber auch sozialkritische Geschichten von bestechender stilistischer Vielfalt und Leichtigkeit.«

SWR Bestenliste - Platz 4 - Juli/August 2018 (01.07.2018)

»Machado des Assis schrieb das, wohlgemerkt, 1893 und nicht 2018. Wie überhaupt gar nicht zu glauben ist, welch gedankliche wie sprachliche Frische von diesen Erzählungen auch nach mehr als hundert Jahren noch ausgeht. Nicht zuletzt der Übersetzerin Marianne Gareis ist zu verdanken, dass wir wenigen Eingeweihten uns damit vergnügen können.«

Süddeutsche Zeitung, Tobias Lehmkuhl (05.07.2018)

»Mit glänzendem Einfallsreichtum, der diese Erzählungen durchweg auszeichnet, wird hier um das Geschlechterthema ein köstliches Gedankentheater in fernöstlicher Kulisse inszeniert. Wer diese Auswahl an Erzählungen des brasilianischen Klassikers zur Hand nimmt, darf sich auf amüsante, geistvolle, brillante Überraschungen freuen. Machado de Assis gehört zu jenen Pionieren der lateinamerikanischen Literatur, die sich niemand entgehen lassen sollte.«

Bayern2Radio, Diwan, Eberhard Flacke (24.06.2018)

»Nur wenigen Schriftstellern gelingt es wie ihm, elementare Fragen der menschlichen Existenz sowie des aktuellen gesellschaftlichen Miteinanders aufzuwerfen, und dabei gleichzeitig damals wie heute bestens zu unterhalten, ja sogar zum Lachen anzuregen.«

SWR2, Lesenswert, Eva Karnofsky (01.07.2018)

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Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis, Melanie P. Strasser

Mit Nachwort von Manfred Pfister

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2422-9

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

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Erschienen:  23.04.2018

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Das Absurde und Abgründige im scheinbar Bekannten

Von: artWORDising Diana Wieser Datum: 27.06.2018

schreiblust-leselust.de

Was wäre, wenn …? Rund 150 Jahre vor Trumps alternativen Fakten hat der Meister der „alternativen Storylines“ das literarische Parkett betreten. Er liebt das Absurde, das Abgründige, die Varianten im scheinbar Bekannten. Er sprengt den Rahmen antiker Fabeln, entmystifiziert Mythen, macht nicht mal vor der Bibel halt. Joaquim Maria Machado de Assis dreht die Medaille herum und beleuchtet ihre Kehrseite. Was wäre, wenn der Teufel die Welt erschaffen hätte? War Noahs Arche dem Untergang geweiht? Hat die Seele ein Geschlecht?
Dreizehn ausgewählte Geschichten liefern Einblick in die schriftstellerische Bandbreite des Autors und sein herausragendes literarisches Wissen. Dazu gehören pseudohistorische Anekdoten, orientalische Märchen, Bibeltexte, Reiseberichte, politische Reden sowie Kurzgeschichten aus seiner Heimat Brasilien. Allein gemeinsam ist, dass Joaquim Maria Machado de Assis mit den Erwartungen der Leser spielt und uns eine zweite Ebene vor Augen führt, einen alternativen Verlauf der Handlung. Dabei steigt er sprachlich so gekonnt in das jeweilige Geschehen ein, dass die Grenzen zwischen Original und origineller Variation verschwimmen. Ein Vergnügen ist es allemal zu lesen. De Assis hat keinerlei Berührungsängste an historischen oder heiligen Schriften Hand anzulegen. Ein intertextueller, mutiger Quantensprung vom kritischen zum modernen Realismus. Heute gilt de Assis als Wegbereiter von Autoren wie Gabriel Garcia Marquez oder Jorge Luis Borges.

Das Paradoxe, Dunkle, Destruktive im Menschen ist ein beliebtes Thema des Autors. Ein scheinbarer Menschenfreund entpuppt sich als Sadist. Eine kameradschaftliche Verbundenheit zerbricht auf brutalste Weise am Ehebruch. Habgier lässt die Arche Noah über den Abgrund schaukeln. Das Geniale wird vom Banalen vereinnahmt, eine Idee zur politischen Floskel umfunktioniert. Spinnenvölker intrigieren, Gelehrte bekriegen sich aus Eitelkeit, ob in der Bibliothek von Alexandria oder in den Akademien von Siam. Ein selbsternannter Herrscher lässt sogar eine neue Sprache erfinden, um den Rivalen seiner Angebeteten, einen Poeten, im Dichterwettstreit zu übertrumpfen.

Der Hauptprotagonist des Abgründigen darf hierbei nicht fehlen: Der Teufel ist in den Geschichten reichlich vertreten. Mal verkündet er ein alternatives Evangelium. Mal findet der Machtkampf mit Gott im Paradies ein unerwartetes Ende. Mal will der Teufel eine eigene Kirche bauen, die allen anderen, sich gegenseitig bekriegenden Religionen überlegen ist, denn: „Es gibt viele Arten, etwas zu bejahen, aber nur eine, alles zu verneinen.“

Sprachlich und erzählerisch bringt de Assis nicht nur selbst Großartiges zu Papier. Seine Prosa ist gespickt mit Referenzen anderer großer Meister. Sokrates, Dante, Shakespeare, Schiller, Goethe, Poe und Swift, um nur ein paar Namen zu nennen. Umso erstaunlicher mutet das Geschriebene an, wenn man sich die Biografie des Autors vor Augen führt. Als Mulatte und Enkel eines freigelassenen Sklaven wächst de Assis in einem bildungsfernen Haushalt auf. Sein literarisches Wissen eignet er sich im Selbststudium an. Um 1858 beginnt er als Journalist und Autor. Zu einer Zeit, in der 84 Prozent aller Einwohner des Landes Analphabeten sind und die Sklaverei in Brasilien noch gar nicht abgeschafft worden ist. Darüber gibt ein interessantes Nachwort des Literaturwissenschaftlers Manfred Pfister Aufschluss.

Fazit: Ein fantastisches, aberwitziges Kaleidoskop an Geschichten, welche die Grenzen zwischen Schein und Sein, Realismus und Surrealismus, Gut und Böse genussvoll ausloten. Und uns auffordern, die Medaille einfach mal umzudrehen. Es könnte etwas Faszinierendes zum Vorschein kommen.

großartige Sammlung erzählerischer Meisterwerke aus Brasilien

Von: buecherecke Datum: 20.06.2018

buecherecke8.blogspot.de

Inhalt:
Was wäre geschehen, hätte nicht Jesus die Bergpredigt gehalten, sondern der Teufel? Was, wenn Männer und Frauen ihre Seelen und Rollen tauschten? Joaquim Maria Machado de Assis, berühmtester Klassiker Brasiliens und Vorbote des Magischen Realismus, stellt in seinen Erzählungen ironisch alle Konventionen auf den Kopf. Lustvoll spielt er mit den Erwartungen seiner Leser und lotet Grenzen aus: von Gut und Böse, Vernunft und Wahnsinn, bürgerlichem Schein und Sein. Dieser Auswahlband versammelt Machado de Assis' beste Geschichten – allesamt Neu- und deutsche Erstübersetzungen – zu einem Panorama kompromissloser Originalität.

Mein Lieblingszitat:


Meine Meinung:
Dieses Büchlein hat mich total angesprochen, weil ich ganz einfach mal ein Buch eines brasilianischen Autors lesen wollte, um einen kleinen Einblick in die Welt der Literatur des südamerikanischen Landes zu bekommen. Als ich den Band in Händen hielt war ich erst einmal ganz entzückt, dass es sich um so ein kleines Büchlein handelt und auch die Aufmachung dieser Ausgabe aus dem Manesse Verlag ist wunderschön, wie ihr auf den Bildern sehen könnt (Cover, Lesebändchen, Fadenheftung...). „Das babylonische Wörterbuch“ beinhaltet dreizehn Erzählungen des im Jahre 1908 verstorbenen brasilianischen Autors. Diese Erzählungen unterscheiden sich von ihrer Erzählform total, es gibt bibelartige Texte, Kurzgeschichten, Arten von Märchen, Legenden oder Mythen und sogar einen Vortrag. Mal wird aus der Perspektive eines personalen Erzählers, mal aus der Ich-Perspektive berichtet, genauso wechselt der Schreibstil von ernsthaften zu humorvollen oder ironischen Worten. Sehr angetan war ich davon, dass Machado de Assis an das Ende seiner Erzählungen oft eine kleine Moral oder Lehre stellt, die die Geschichte abrundet. Oft saß ich nach Beenden einer Geschichte dort und habe erst einmal über diese nachgedacht. Zudem muss ich sagen, dass allen voran seine Kurzgeschichten ein hohes Spannungsniveau haben, sie haben mich wirklich gefesselt. An dieser Stelle kann ich natürlich erwähnen, dass ich nicht von allen dreizehn Erzählungen gleich angetan war, doch es gab keine einzige, die ich nicht als originell empfunden habe. Machado de Assis nimmt Perspektiven ein und beleuchtet kleine Dinge, auf die zu kommen eine wirkliche Rarität ist, so schreibt er in einem Vortrag über die Sprache und das politische System einer Spinnenbevölkerung und lässt in einer anderen Erzählung eine Maus zu Wort kommen. Besonders oft macht er sich über die Dummheit der Menschen lustig, indem er diese beispielsweise mit ihren eigenen Waffen schlägt. Sehr geholfen haben mir beim Lesen die vielen Anmerkungen der Übersetzerinnen, die Begriffe aus dem damaligen Brasilien erklären. Ein informatives Nachwort gibt schönerweise einen kleinen Einblick in das Leben und die Werke des Autors, sodass auch die damalige Gesellschaft ein bisschen beleuchtet wird. Nach der Lektüre dieses Sammelbandes werde ich mich sicher bald einmal einem der Romane Machado de Assisˋ widmen!



Mein Fazit:
Eine großartige Sammlung erzählerischer Meisterwerke aus Brasilien, die nach über hundert Jahren noch immer ein eindrucksvolles Bild der Gesellschaft heraufbeschwören und den Leser mal fantastisch, mal geheimnisvoll, aus der Wirklichkeit reißen.

Das babylonische Wörterbuch bekommt von mir volle 5/5 Sterne!

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