Das ungeschminkte Leben

Autobiographie

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Ein Leben fernab der üblichen Pfade

»Ich blickte hinauf zum sternenübersäten Himmel und wünschte mir leidenschaftlich ein neues Leben.«

Maryse Condé wird als jüngstes von acht Kindern auf der französischen Karibikinsel Guadeloupe geboren und gilt heute als »Weltbürgerin und Grande Dame der frankophonen Literatur« (BR 2). In ihrer Autobiographie lässt sie ihre frühen Lebensjahre wiederaufleben. Die Zeit als junge Studentin im Paris der 1950er-Jahre, als alleinerziehende, mittellose Mutter, die wagemutig nach Westafrika geht und als Lehrerin miterlebt, wie der Kontinent von politischen Auseinandersetzungen erschüttert wird.

Mit entwaffnender Offenheit schildert Maryse Condé ein Leben fernab der üblichen Pfade und zeichnet das Bild einer unerschrockenen Frau, die die gesellschaftlichen und politischen Widersprüche ihrer Zeit erkannte und sich »nie scheute, gegen den Strom zu schwimmen« (Neue Zürcher Zeitung).

»Eine Liebeserklärung an den afrikanischen Kontinent in all seiner Vitalität und Vielfalt.«

Marlen Hobrack / Die Welt (04. Juli 2020)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Französischen von Beate Thill
Originaltitel: La Vie sans fards
Originalverlag: JC Lattès
Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87633-7
Erschienen am  11. Mai 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Westafrika

Leserstimmen

Aus dem Leben einer bemerkenswerten Frau

Von: Sabine_G

22.07.2020

Maryse Boucolon, wird 1937 auf der Karibikinsel Guadeloupe geboren und als „Nachfahrin der »Grand Négres«, erzogen in der hochmütigen Verachtung für die unter ihr Stehenden“. Sie berichtet in ihrer Autobiographie hauptsächlich von ihren zwanziger Lebensjahren, ihre härtesten, so wie ich er herauslas. Ereignisse, die sich früher oder später zugetragen haben, schiebt sie geschickt ein. Mit einundzwanzig lernt Maryse ihren späteren Ehemann Mamadou Condé in einem Studentenwohnheim kennen. Zu diesem Zeitpunkt ist sie bereits alleinerziehende Mutter eines Zweijährigen, sitzengelassen von einem Haitianer („Ich wehrte mich lange gegen die einzig mögliche Erklärung: meine schwarze Hautfarbe.“). Die Heirat mit Condé vollzieht sie schnell, denn sie ist „lieber schlecht verheiratet als ein gefallenes Mädchen“. Auf den Abbruch ihres Studiums folgt nach nur wenigen Monaten die Trennung, eine weitere Schwangerschaft und der Aufbruch in ein ihr unbekanntes Afrika. Sie bekommt eine Stelle als Lehrerin am Collége in Bingerville (Elfenbeinküste) und zu spüren, dass ein großer, ganz Afrika durchziehender Graben sie von den Afrikanern trennt (s. S. 43). Die Antillaner blieben unter sich. Sie schreibt: „Mein erster Kontakt mit Afrika war keineswegs Liebe auf den ersten Blick ( … ) Ich war bestürzt über das Elend in der Menschenmenge (…) Im Kontrast dazu sah man blitzsaubere, gut gekleidete Weiße am Steuer ihrer Autos.“ Nach einem Jahr besteigt sie mit Sohn Denis und Tochter Sylvie-Anne einen Flieger nach Guinea und zieht zu Condé. All das passiert bis Seite 56. Es folgen 244 weitere, die zeigen, wie sehr sie von Afrika, von Männern angezogen, geliebt und enttäuscht wird. Sie berichtet über Entwurzelung, Exil und Rassismus, über ihre eigene politische Entwicklung und über die Sehnsucht, in Afrika ein Land zu finden, das sie nimmt, wie sie ist, bzw. wie sie es sich wünscht, zu sein. Das alles mit einer Offenheit, einer Ungeschminktheit, die mich in den Bann zog. 'Das ungeschminkte Leben' war trotz der angenehm zu lesenden Sprache keine leichte, dafür aber eine lehrreiche Lektüre. Die relativ kurz gehaltenen Kapitel, verteilt auf drei Teile, lassen Pausen zu. Die Kapitel sind überschrieben mit bekannten Zitaten, was ich sehr ansprechend fand. Maryse Condé begegnet vielen (teils hochrangigen) Menschen, wechselt Orte und berichtet über politische Lagen. Die Lektüre stellte sich als gute Wahl heraus, denn ich lernte jemanden kennen: Eine Frau mit Stärken und Schwächen, die sich gesellschaftlichen, politischen, gesundheitlichen und inneren Widerständen entgegenstellte. Eine, die nicht tat, was erwartet wurde - gelegentlich auch nicht das, was ich erwartet hätte. Maryse Condés Autobiographie hat mich neugierig gemacht auf ihre Werke. Im Text finden sich zahlreiche, interessante Bezüge dazu.

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Sehr empfehlenswerte Autobiographie

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de

18.05.2020

Schon früh stand für die auf Guadeloupe geborene Maryse Condé fest, dass sie in einem afrikanischen Staat leben wollte. Das schreibt sie in ihrer 2012 erschienen Autobiografie „La vie sans fards“, die jetzt im Luchterhand Literaturverlag unter dem Titel „Das ungeschminkte Leben“ erschienen ist. Und sie macht es uns tatsächlich leicht, in ihr ebenso spannendes wie bewegtes Leben einzutauchen. Strikt subjektiv und mit einem oft schonungslos kritischen Blick setzt sie sich nicht nur mit den eigenen Empfindungen, Motiven und Entscheidungen auseinander, sondern sie erzählt auch aus der aufregenden Epoche der 1950er/60er Jahre, als sich immer mehr afrikanische Staaten von ihren Kolonialherren lossagten, um ihren eigenen, meist weiterhin steinigen Weg zu gehen. Ein besonderes Augenmerk legt sie dabei auf Guinea, das unter dem Präsidenten Sékou Tuorè lange kommunistisch regiert wurde und in dem Vieles nicht so lief, wie nicht nur Maryse Condé gehofft hatte. So ist „Das ungeschminkte Leben“ ein intensiver und sehr persönlicher Einblick in die Lebenserfahrungen einer großen Schriftstellerin, die 2018 für ihre gut dreißig (!) Romane und Erzählungen mit dem Alternativen Literaturpreis der schwedischen Neuen Akademie ausgezeichnet wurde. Unbedingt lesenswert.

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Vita

Maryse Condé

Maryse Condé, 1937 in Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe geboren, gilt als eine der großen Erzählstimmen unserer Zeit. Mit 16 Jahren ging sie zum Studium nach Paris und lebte später mehrere Jahre in Westafrika. Maryse Condé unterrichtete u.a. an der Sorbonne und war Professorin für französische Sprache und Literatur an der Columbia University in New York. Bekannt wurde Maryse Condé durch die Familiensaga »Segu«, in der sie die Geschichte der westafrikanischen Familie Traoré erzählt. Sie wurde u.a. mit dem Prix de l'Académie Française, dem Prix Marguerite Yourcenar sowie dem Alternativen Literaturnobelpreis ausgezeichnet. 2020 wurde ihr in Frankreich der nationale Verdienstorden verliehen.

Zur AUTORENSEITE

Beate Thill

Beate Thill übersetzt französischsprachige Literatur aus der Karibik und Afrika, u.a. J.M.G. Le Clézio und Patrick Chamoiseau. Für ihre Übersetzertätigkeit wurde sie mehrmals ausgezeichnet, zuletzt mit dem „Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt“.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Die Autorin wird dem Leser gerade dadurch sympathisch, dass sie sich so gnadenlos ehrlich als Antiheldin schildert. Ihr nüchterner Schreibstil erlaubt auch kein formales Schönfärben.«

Tobias Wenzel / NDR Kultur (13. Mai 2020)

»›Das ungeschminkte Leben‹ gehört zu den großen Autobiografien der frankophonen Literatur, die man unbedingt lesen sollte.«

Margit Klinger-Clavijo / Bayern 2 (08. Juli 2020)

»Hier spricht eine kluge und selbstbewusste Autorin, die sich an den ›Bekenntnissen‹ von Jean-Jacques Rousseau orientiert.«

Nicole Henneberg / Der Tagesspiegel (24. Juni 2020)

»Condé zeigt in ihrer anregenden Autobiografie ›Das ungeschminkte Leben‹ vor allem eins: Die einzige Vision mit Zukunft ist gegenseitige Bereicherung durch ein Leben in Vielfalt.«

Michaela Schmitz / Deutschlandfunk (31. Mai 2020)

»Maryse Condés Autobiographie über ihre Jahre in Westafrika ist eine starke Lebensgeschichte und ein packendes Zeitdokument.«

Gaby Mayr / SWR2 (22. Juli 2020)