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Der Anwalt des Paulus

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-08540-1

Erschienen:  23.10.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

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»Mein Ehrgeiz ist es zu zeigen, wie bleibend faszinierend dieser Paulus ist.« (Gerd Theißen)

Erasmus, Rhetor und Anwalt in Rom, soll die Verteidigung eines römischen Bürgers namens Paulus übernehmen. Beauftragt wird er von der jüdischen Gemeinde, der er nahe steht, ohne selbst Jude sein zu wollen. Paulus vertritt innerhalb des Judentums eine neue Richtung – und er hat Streit mit allen: mit den jüdischen Glaubensbrüdern, mit den Eliten Roms und bald auch mit seinem Anwalt. Dass der sich verliebt, macht alles nur noch komplizierter …
Gerd Theißen erweckt die plurale Vielfalt der antiken Welt, ihres Denkens, ihrer Kulturen und Richtungen zum Leben. Er erzählt, wie das junge Christentum um seine Gestalt und um seinen Platz in der Welt ringt.

  • Christentum – wie alles begann

  • Die Geschichte des Paulus, wie sie noch nie erzählt wurde

  • Faktenreich, unterhaltsam und atmosphärisch dicht

  • Spannend wie ein Roman von Robert Harris!

»Theißens erzählerische Annäherung an das historische Material ist ein Klassiker.«

chrismon

Gerd Theißen (Autor)

Dr. Gerd Theißen, geboren 1943, ist Professor em. für Neutestamentliche Theologie in Heidelberg. Er gilt als einer der kreativsten Exegeten der Gegenwart und entwickelte eine Theorie des Urchristentums, indem er die biblische Überlieferung mit Hilfe soziologischer und religionspsychologischer Fragestellungen untersuchte. Sein Buch »Der Schatten des Galiläers« ist seit mehr als 30 Jahren ein unübertroffenes Werk erzählender Jesusliteratur.

»Theißens erzählerische Annäherung an das historische Material ist ein Klassiker.«

chrismon

»Theißens Paulusroman ist ein Meisterwerk. Es verbindet eine spannende Story, eine bewegende, tragisch endende Liebesgeschichte mit philosophischen Reflexionen und einem immensen historischen und kulturgeschichtlichen Wissen. Theißens Begeisterung für Paulus wird seine Leserinnen und Leser anstecken!«

Professor Dr. Ulrich Luz

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-579-08540-1

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 27,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen:  23.10.2017

  • Leserstimmen

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Als Roman viel zu hölzern

Von: Volker  aus Münster Datum: 31.03.2018

Die Idee, sich Paulus in Romanform anzunähern fand ich spannend und nach dem "Schatten des Galiläers" habe ich vom Verfasser einiges erwartet. In den ersten Kapiteln wird auch eine interessante Ausgangssituation geschaffen. Aber als die Geschichte dann Fahrt aufnehmen könnte, verebbt ihr Schwung. Die Hauptfiguren bleiben etwas hölzerne Vertreter von philosophischen und/oder religiösen Positionen. Zahlreiche Fußnoten belegen die Recherchearbeit des Verfassers und helfen zur historischen Einordnung, unterbrechen den Lesefluss aber stark und verstärken den Eindruck, keinen echten Roman zu lesen, sondern eher ein Lehrbuch in etwas dialogischerer Form. Besonders ärgerlich gerät der Schluss. Ein Abschiedsbrief der Hauptperson versucht zunächst noch, existentielle Themen, die sich aus der Lebensgeschichte der Hauptperson ergeben haben, aufzunehmen. Dann presst der Verfasser aber recht offensichtlich eigene 7 Wünsche/ Forderungen an die Christen in diesen Brief. Das bremst dann auch den letzen literarischen Schwung aus. Wer also ein Lehrbuch über Paulus/das frühe Christentum und Theißens Wünsche an die Kirchen in dialogischer Form sucht, wird hier auf seine Kosten kommen. Als Roman ist der Anwalt des Paulus eine Enttäuschung.

Paulus in Rom, eine narrative Exegese

Von: Christoph Fleischer Datum: 10.02.2018

www.der-schwache-glaube.de

Professor Gerd Theißen (geb. 1943) war in den siebziger Jahren Enfant terrible der Exegese des Neuen Testaments. Er ergänzte die damals an die Grenzen der Erkenntnismöglichkeit geratene historisch-kritische Exegese um Methoden der Soziologie ("Soziologie der Jesusbewegung", u. a.) und später auch der Psychologie. Er legt eine phänomenologische Theologie des Urchristentums vor, genannt „Die Religion der ersten Christen“.

Auf den letzten Seiten des Romans über Erasmus, des fiktiven Rechtsanwalts des in Rom inhaftierten Paulus, zählt Gerd Theißen eine Auswahl seiner Bücher auf, die zu dieser Paulus-Erzählung beigetragen haben und zum Teil auch in den Anmerkungen genannt werden.

Der fiktive Rahmen des Romans ist so auf die Inhalte der Paulusbriefe und deren theologische Auswertung ausgerichtet, dass auch die Geschichte des antiken Roms um 50 n. Chr. eine Rolle spielt. Dem Leser oder der Leserin die Pointe des Buches zu erzählen, würde sich nicht gehören. Doch ein Hinweis ist vielleicht möglich. Diese Pointe ist die Antwort auf die Frage, die im gesamten Roman eine Rolle spielt und schon den Einstieg bietet, nämlich dass Erasmus darüber entscheidet, ob er die Verteidigung des Paulus überhaupt übernehmen sollte.

Erasmus selbst ist weder Jude noch Christ, aber er ist befreundet und verliebt in Hannah, einer Jüdin mit messianischen Neigungen. Ein eher philosophisch engagiert Freund und möglicherweise Kollege berät ihn. Es ist beachtlich, wie stark das Rechtssystem im Rom der Antike schon ausgebildet war.

Auch das Rechtsgefühl von Erasmus ist sehr selbstbewusst und humanitär, was aber nicht bedeutet, dass das Rechtssystem des Staates nach denselben Kriterien gebildet wird. Krasse Ungerechtigkeiten sind durchaus an der Tagesordnung. Der politische Kontext schwankt zwischen Toleranz und Verfolgung von Minderheiten. Die Ungerechtigkeiten der Sklaverei kommen immer wieder zur Sprache.

Vermisst wird allerdings der sich zuspitzende Konflikt um das palästinische Judentum, der letztlich zum Bellum Judaicum führt mit der Eroberung Jerusalems um 70 n. Chr.

Eine große Rolle spielt im Roman eher die Darstellung von philosophischen Konzepten, wobei sich Parallelen zu christlichen Überlieferungen ergeben, an denen Erasmus anknüpfen kann. Trotz der durchaus langen Brieftexte, meist fiktiv, ist das Buch interessant erzählt und findet immer wieder zu seinem roten Faden zurück. Das Buch ist auch für Nichttheologen mit historischem Interesse zu empfehlen. Die theologische und historische Frage um die Biographie des Paulus steht eher im Hintergrund.

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