Der Beginn

Roman

(6)
Hardcover
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Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts, heißt es bei Søren Kierkegaard. Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein verpfuschtes Leben Revue passieren. Auf der Suche nach Antworten gräbt er sich immer tiefer in die schmerzhafte Vergangenheit, soghaft getrieben von den blinden Flecken des eigenen Lebens: der depressiven, alkoholkranken Mutter, dem abwesenden Vater, dem Abrutschen in Ticks und Gewalt als junger Mann, und dem quälenden Gefühl des Verlassenseins, das ihn immer bestimmt hat. Momente des Friedens fand er nur in der Natur. Ruhelos stellt Terje sich im Krankenhaus seinem Leben vom Ende bis zum Anfang, vom Tod bis zur Kindheit. Ein bewegendes Buch, erzählt wie im Rausch - über endgültige Entscheidungen, Vorherbestimmung und die Freiheit des Einzelnen.


Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger, Nora Pröfrock
Originaltitel: Begynnelser
Originalverlag: Aschehoug
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75820-3
Erschienen am  24. Juni 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Außergewöhnlich

Von: fabulabooks

03.08.2019

"Der Beginn" vom norwegischen Schriftsteller Carl Frode Tiller ist ein Roman über Depressionen, Alkoholismus und die daraus entstehenden Familienkonflikte, erzählt auf eine außergewöhnliche Art und Weise. Der Protagonist Terje begeht zu Beginn des Buches einen Selbstmordversuch und lässt daraufhin sterbend im Krankenhaus sein Leben Revue passieren. Dabei schildert er die für ihn prägenden Lebensabschnitte, die Einfluss auf seinen Selbstmordversuch hatten, wie z.B. die Alkoholkrankheit seiner Mutter oder das frühe Verschwinden seines Vaters. Diese kurzen Abschnitte erzählt er aus seiner Perspektive von der Gegenwart rückwärts in die Vergangenheit im Kindesalter. Der ausdrucksstarke Schreibstil hat mir von Beginn an unglaublich gut gefallen, er lässt sich sehr flüssig lesen und schafft eine mitreißende Atmosphäre. Die in dem Buch im Vordergrund stehenden psychischen Erkrankungen der Familienmitglieder (Terje, seine Mutter und seine Schwester) beschreibt Carl Frode Tiller eindrucksvoll, sodass ich ein gutes Gefühl dafür bekommen habe, wie es sich anfühlen muss darunter zu leiden. Leider wurde mir Terje durch seine, Gedanken, Aussagen und Handlungen im Verlauf der Geschichte zwar immer unsympathischer, aber das hat die Geschichte auf eine gute Weise ergänzt. Einen sehr interessanten Aspekt fand ich im Übrigen die Verbindungen der psychischen Erkrankungen unter den Familienmitgliedern. Öfters habe ich mich gefragt, ob die Veranlagung dazu genetisch bedingt ist oder er durch die Behandlung der Mutter in der Kindheit so geworden ist. Oder ob es eher ein Zusammenspiel von beidem ist. Die Schilderung der einzelnen Lebensabschnitte in umgekehrter Reihenfolge fand ich sehr außergewöhnlich. Obwohl ich mir zum Schluss gedacht habe, dass ich das Buch jetzt eigentlich noch einmal von vorne hätte lesen müssen, um die Beweggründe zu Beginn der Geschichte besser zu verstehen. Zudem fand ich es schade, dass zwischen den einzelnen Abschnitten teilweise so große Zeitsprünge stattgefunden haben. In bestimmten Situationen hätte ich gerne gewusst, was zu dem Zeitpunkt in Terjes Leben noch passiert ist. "Der Beginn" ist ein sehr bewegendes Buch, das mich vor allem durch den beeindruckenden Schreibstil in den Bann gezogen hat. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung, vorausgesetzt man möchte sich auf die besondere Art der Erzählung einlassen.

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Ein faszinierendes Buch!

Von: Tausendléxi

10.07.2019

Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein Leben revue passieren. >Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts< Søren Kierkegaard Terje, ein Klimaforscher, ist ein sehr komplizierter und kompromittierender Zeitgenosse. Seine Kindheit verlief suboptimal und er scheint nun das Produkt dieser lieblosen Erziehung zu sein. Die Mutter, depressiv und stark Alkoholkrank, der Vater meist abwesend. Er fühlt sich verlassen und spiegelt dies mit seiner ruppigen, voller Ironie und Sarkasmus geladenen Haltung nach außen. Er versprüht geradezu diese toxische Mischung und ein Gegenmittel lässt sich nicht finden. Seine Frau Turid und seine Tochter Marit lieben ihn trotz seiner Eigenart. Ja, er ist ein faszinierender Unsympath. Er hat sich in seinem Beruf einen Namen gemacht, fachlich ist er höchst kompetent. Menschlich ein Versager. Immer wieder wird von Gefühlen übermannt, die ihm vermitteln wollen, dass obwohl er sich alleine, im Büro, in der Garage etc. aufhält, noch jemand in seiner unmittelbaren Nähe sich aufhält. Nun, nach seiner unglaublichen Odyssee seines Lebens, liegt er im Sterben, alle möglichen Geschichten und Ereignisse fallen ihm ein. Sein anstrengendes Leben zieht an ihm vorbei. Fazit: Carl Frode Tiller hat hier etwas sehr außergewöhliches zu Papier gebracht. Eine Lebensgeschichte, wohl eher ein Schicksal, vom Sterbebett betrachtet. Terje, um den es hierbei hauptsächlich geht, ist oftmals so dermaßen dreist und berechnend, dass einem die Spucke im Halse stecken bleibt. Das fassungslose Kopfschütteln nicht zu vergessen. Dieses Buch genießt einen gewissen Grad an Anspruch, denn Tiller wechselt von Kapitel zu Kapitel die Zeiten der Vergangenheit. Das kann verwirren. Leider weist die Story Längen auf, und zwar wenn Terje sehr ausschweifend und langatmig über seine Forschungsergebnisse und Prognosen berichtet. Mein Interesse zu dieser Thematik ist durchaus vorhanden, doch da ist es mir zu viel des Guten. Carl Frode Tiller hat hier zwei Schwerpunkte in seinem Buch beschrieben. Zum einen das Produkt einer konfusen Kindheit, die Gene mit eingeschlossen, und zum anderen die globale Krise. > Der Beginn < werte ich als ein durchaus faszinierendes und sehr bewegendes Buch , dekoriert mit einigen poetischen Pralinés. Leseempfehlung ! 4,5 von 5

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Vita

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 22 Sprachen übersetzt. Er gilt als einer der wichtigsten Gegenwartsautoren Norwegens.

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19. Okt. 2019

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15:00 Uhr | Frankfurt am Main | Lesungen
Carl Frode Tiller
Der Beginn

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