Der Beginn

Roman

Hardcover
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Das Leben kann nur rückwärts verstanden werden, gelebt werden muss es vorwärts, heißt es bei Søren Kierkegaard. Terje liegt nach einem Suizidversuch im Sterben. Er lässt sein verpfuschtes Leben Revue passieren. Auf der Suche nach Antworten gräbt er sich immer tiefer in die schmerzhafte Vergangenheit, soghaft getrieben von den blinden Flecken des eigenen Lebens: der depressiven, alkoholkranken Mutter, dem abwesenden Vater, dem Abrutschen in Ticks und Gewalt als junger Mann, und dem quälenden Gefühl des Verlassenseins, das ihn immer bestimmt hat. Momente des Friedens fand er nur in der Natur. Ruhelos stellt Terje sich im Krankenhaus seinem Leben vom Ende bis zum Anfang, vom Tod bis zur Kindheit. Ein bewegendes Buch, erzählt wie im Rausch - über endgültige Entscheidungen, Vorherbestimmung und die Freiheit des Einzelnen.


Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger, Nora Pröfrock
Originaltitel: Begynnelser
Originalverlag: Aschehoug
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-75820-3
Erschienen am  24. Juni 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

" Jetzt sterbe ich tatsächlich, dachte ich, so ist es, wenn man stirbt."

Von: Travel Without Moving

26.04.2020

"Ich blickte sie direkt an, aber auch jetzt sah sie mich nicht, sie sah durch mich hindurch. Jetzt sterbe ich tatsächlich, dachte ich, so ist es, wenn man stirbt." (Seite 12) Nach einem Suizidversuch liegt Terje im Sterben. Während sich seine Familie im Krankenhaus um sein Bett versammelt, denkt er über sein Leben nach. Dabei geht er immer weiter in die Vergangenheit zurück und lässt den Leser so teilhaben an den großen und kleinen Wendepunkten und prägenden Erlebnissen seines Lebens: am Leben mit seiner Ehefrau Turid und seiner Tochter Marit, an der schwierigen Beziehung zur alkoholabhängigen Mutter, an den wechselhaften Gefühlen für seine Schwester Anita, an der Abwesenheit des Vaters, an der Liebe zur Natur. Die Idee des Rückwärtserzählens hat mir sehr gut gefallen und wurde meiner Meinung nach meisterhaft von Carl Frode Tiller umgesetzt. Auch die Darstellung der dysfunktionalen Beziehung zwischen Mutter und Sohn, die von Double-Bind-Botschaften und Manipulation gekennzeichnet ist, ist Tiller hervorragend gelungen und wirkt durchweg überzeugend. Dies trifft auch auf die Beziehungsdynamik zwischen Terje und seiner Frau Turid sowie zwischen ihm und seiner Schwester und zwischen ihm und seiner Tochter zu, die allesamt komplex und mit emotionaler Tiefe geschildert wurden. Wie exakt und lebensnah Tiller seine Figuren gezeichnet hat, lässt sich sehr gut daran erkennen, wie unangenehm diese Personen auf mich wirkten, dass sie echte Gefühle in mir auslösten, dass sie mich mit ihrer Art zu kommunizieren, andere zu verletzen und zu intrigieren wütend gemacht haben. Andererseits zeigt Tiller bei allen Personen auch eine gewisse Wärme und Weichheit, erzeugt Sympathie für die Figuren, die man eigentlich ablehnen möchte, macht ihre Handlungen verstehbar. Sprachlich bewegt sich der Roman auf anspruchsvollem Niveau, wirkt an wenigen Stellen allerdings etwas hölzern, was jedoch nichts an meinem sehr positiven Gesamturteil ändert. Carl Frode Tiller: Der Beginn. Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger und Nora Pröfrock. btb Verlag, 2019, 352 Seiten; 22 Euro.

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Eine großartige Geschichte, toll erzählt

Von: Mirjam Lutter

03.01.2020

Dieser Roman startet am Ende, als sich Terje, ein Familienvater mittleren Alters nach einem Suizidversuch im Sterben liegt. Im Totenbett lässt er sein Leben Schritt für Schritt Revue passieren und stellt sich die Frage, wie es zu diesem drastischen Schritt kommen konnte. Er stellt sich schmerzhaften Erinnerungen; an seine depressive und alkoholkranke Mutter, seinen abwesenden Vater und das ständige Gefühl der Einsamkeit. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und beeindruckt. Schon alleine der vom Ende her chronologisch schrittweise rückwärts gerichtete Erzählstil war für mich etwas ganz Neues und hat mich zwar einiges an Konzentration gekostet, mir aber dennoch sehr gut gefallen. Das psychologische Geschick, mit dem der Autor Charaktere und Situationen schildert, fand ich genial. Eine absolute Leseempfehlung!

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Vita

Carl Frode Tiller, geboren 1970, ist ein norwegischer Autor, Historiker, Musiker und Komponist. Er gilt als Meister der psychologischen Zwischentöne. Seine Romane sind vielfach preisgekrönt und in 22 Sprachen übersetzt. Er gilt als einer der wichtigsten Gegenwartsautoren Norwegens.

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