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Der Freund von früher Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75674-2

Erschienen: 25.04.2016
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Jeder konnte schließlich zu jeder Zeit ein anderer
werden. Sich wandeln war ein Menschenrecht.

Ein irrsinniges, ein exaltiertes, ein ausuferndes Leben hat er geführt, der Schauspieler Albert Lasser. Beliebt und begehrt war er, die Nächte waren lang, die Partys wild und rauschend. Nun gut, zuletzt ist seine Karriere ins Stocken geraten, aber jetzt, jetzt steht er vor der größten Herausforderung seines Lebens. So erzählt er es seinem Freund Oscar, den er nach langen Jahren zufällig wieder trifft. Doch als der ihn einige Tage später in seiner Wohnung in Berlin-Mitte besuchen will, findet er Albert tot – und die Ereignisse überstürzen sich. Wie und warum ist Albert gestorben? Hat Oscar etwa selbst die Hand im Spiel?

"Spannung bis zum letzten Wort! Und ich habe mich gewissermaßen zuhause darin gefühlt, denn er spielt nicht nur in meinem Vorgarten, sondern ich erkenne ihn auch wieder. Vielen Dank noch mal für dieses Buch."

Hans-Werner Meyer, Schauspieler u.a. "Letzte Spur Berlin" (07.06.2016)

Wolfgang Mueller (Autor)

Wolfgang Mueller, geb. 1967 in Bensberg, ist ein deutscher Filmproduzent und Schriftsteller. Er produziert mit der Firma Barry Films, ansässig in Los Angeles und Berlin, international erfolgreiche und preisgekrönte Filme (u.a. LIFE, THE WHISTLEBLOWER, DAS SCHWEIN VON GAZA). Zuvor praktizierte er als Rechtsanwalt für Musiker und Künstler. Nach einem Jurastudium in Gießen, Madrid, Mexico D.F, Hamburg und Bonn promovierte er 2000 mit einer Arbeit über Rechte von Minderheiten. Unter dem Namen Oscar Heym veröffentlichte er diverse Romane (u.a. KURKONZERT) und Erzählungen. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Berlin.

"Spannung bis zum letzten Wort! Und ich habe mich gewissermaßen zuhause darin gefühlt, denn er spielt nicht nur in meinem Vorgarten, sondern ich erkenne ihn auch wieder. Vielen Dank noch mal für dieses Buch."

Hans-Werner Meyer, Schauspieler u.a. "Letzte Spur Berlin" (07.06.2016)

"Lebensklug und spannend."

Das macht Spaß (28.07.2016)

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 12,5 x 20,0 cm

ISBN: 978-3-442-75674-2

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 25.04.2016

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Der Freund von früher

Von: Fräulein Julia Datum: 21.07.2016

www.fraeuleinjulia.de

Als Oscar seinen ehemaligen Schauspielerfreund Alfred nach Jahren wieder trifft, wirkt dieser enthusiastisch – doch wenige Tage später findet Oscar ihn tot in seiner Wohnung. “Der Freund von früher” von Wolfgang Mueller ist ein kompakter Berlin-Roman mit viel Lokalkolorit.

Einst war Albert Lasser ein bekannter Schauspieler gewesen, teilte sich eine knarzende Dachwohnung im unsanierten Berlin-Mitte der Nachwendezeit, welches damals noch einem riesigen Spielplatz für Erwachsene glich. Doch nach und nach blieben die Aufträge aus und sein Abstieg begann:

“Er ging auf jeden Event, er umgarnte die, von denen er dachte, sie wären wichtig, trank, nahm Drogen, bis irgendwann die Depression so groß wurde, dass er an nichts mehr glaubte, jede Hoffnung sich als Trug erwies, bis er so weit unten war, dass selbst eine Rolle für ein Fertiggericht ihm wie der Durchbruch zu einer zweiten Karriere vorkam.”

Als Oscar seinen früheren Mitbewohner überraschend wiedersieht, wirkt dieser erstaunlich motiviert – “Hab ich dir erzählt, dass ich vor der größten Herausforderung meines Lebens stehe?” – etwa nur aufgrund seiner Rolle in einer Werbung für Mikrowellenessen? Zu einer Erklärung kommt es nicht, denn Oscar findet Albert stattdessen mausetot in seiner Wohnung vor. Was ist hier passiert?

Um den Nachlass seines Freundes, mit dem er so lange nicht mehr in Kontakt gestanden hatte, zu Regeln, zieht Albert für ein paar Tage (eigentlich hat er sich mit seiner Freundin Clara und einem Reihenhaus in Spandau längst von den Exzessen von Berlin-Mitte losgesagt) in die alte Wohnung ein.

muellerUnd dann überschlagen sich die Ereignisse: Nicht nur steht der Hausverwalter plötzlich mit dem neuen Hausbesitzer vor der Tür, der das bröckelnde Mietshaus gerne umbauen und in schicke Lofts verwandeln möchte, auch diverse Personen aus der gemeinsamen Vergangenheit von Oscar und Albert geben sich plötzlich die Klinke in die Hand. Und wer ist eigentlich diese geheimnisvolle Emma, mit der Albert in den letzten Monaten so zärtliche Emails ausgetauscht hatte?

Der Klappentext des Buches klang zunächst nach einem handelsüblichen Krimi mit Berlin-Bezug – doch “Der Freund von früher” ist viel mehr. Wolfgang Mueller wirft hier – und zwar gekonnt – verschiedene Themen wie Gentrifizierung, Einstürzende Altbauten, Heuschrecken-Vermieter, (N)ostalgie, unverheilte Liebesgeschichten und das typische “Berlin-Gefühl” in einen Eimer, fügt eine Prise Authentizität und Lokalkolorit dazu, rührt einmal kräftig durch und fertig ist die Geschichte.

Eine Geschichte, in die man mit dem ersten Wort einsteigt und die man erst wieder – zwischendurch ein bisschen nach Luft schnappend – mit dem letzten Satzzeichen verlässt…

Sehr lebendig und mit Tiefe erzählt

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 27.05.2016

www.rezensions-seite.de

Da war sie irgendwann einfach vorbei. Diese enge Freundschaft zwischen Oscar und Albert. Dieses „Szene Freundschaft“ aus „Mitte“ (Berlin-Mitte natürlich), die sich auch über Josefine mit erstreckte, die Betreiberin des einzigen Restaurants „wo man hingehen konnte“, damals, nach dem Mauerfall, als alles wie neu begann.

Albert, der Schauspieler (der inzwischen seine besten Jahre aber seit Langem hinter sich hat).

Oscar, der nach Spandau gezogen ist und sich im bürgerlichen Leben mit seiner Carla versucht (und seitdem die ehemals gemeinsame Wohnung mit Albert, die er angemietet hatte, nicht mehr betreten hat).

Zufällig trifft man sich (doch Zurückhaltung ist geboten mit vorschnellen Schlüssen bei Wolfang Mueller, denn im Hintergrund warten doch auch überraschende Verbindungen und Konstellationen, die auch Oscar nie vermutet hätte). Verabredet sich, man freut sich, zum verabredeten Tag findet sich Oscar an der alten, gemeinsamen Wohnung ein und findet Albert tot auf.

Und das gerade zu einem Zeitpunkt, an dem es sein ansonsten nichtsnutziger „neuer Agent“ geschafft hatte, Albert tragend in einer Werbekampagne unterzubringen.

Die Umstände beginnen, Oscar mehr und mehr auch innerlich wieder in den Bannkreis des charismatischen, nun toten Schauspielers hineinzuziehen. Wie auch Josefine noch da ist, Wie das alte „Lebensgefühl“ wiederkehrt.

Wunderbar und fesselnd beschreibt Mueller, dass hier auch „alte Dämme“ brechen, dass das „neue Leben“ im Häuschen in Spandau noch lange nicht heißt, dass ein Mann plötzlich auch im „neuen Leben“ angekommen ist. Erinnerungen, eine Email-Liaison Alberts, die „Bonzenschwester“ mit ihrem „Immobilienmann“, die von Mueller als Prototyp der „neuen Zeit“ und ihren differenzierten Werten (Geld, Geld, Geld) beklemmend gestaltet werden, der „Mietinvestor“, der die „neue Zeit“ für Berlin repräsentiert (Geld, Geld, Geld) und alte Lieben, alte Lebensbereiche, eine innere Distanz zur Lebensgefährtin Carla, die scheinbar aus dem Nichts ausbricht und dennoch viel tiefere Wurzeln hat, als der Leser zunächst ahnt.

Dies gepaart mit einem roten Faden fast einer Detektivgeschichte, denn irgendwas ist mit diesem Tod des alten Freundes nicht in Ordnung. Ganz und gar nicht in Ordnung. Und das Ganze eingepasst in die aktuell immer mehr dominierende, „tonangebende „Medienszene“ mit ihren Träumen, Hoffnungen, der harten, teils bitteren Realität und nicht wenigen charakterlich eher deformierten Personen, all das ergibt eine unwiderstehliche Melange der Lektüre.

Eine Lektüre, die Mueller auch sprachlich geheimnisvoll und klar, leicht verwaschen und doch auf den Punkt zu gestalten versteht, so das auch sprachlich ein anregendes Leseerlebnis den Leser erwartet.

„Es wäre Betrug! Und außerdem sind wir nicht darauf angewiesen. Ich kann als Autor mein Geld verdienen!“.
„„Ja!“, lachte Sie böse – das höre ich schon seit Jahren!“.

Eine anregende Lektüre mit vielfachen interessante Wendungen und zugleich eine Milieu-Studie, die nachdenklich macht.

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