Der Riss

Roman

(4)
Hardcover
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Kann das Leben einen so tiefen Riss bekommen, dass man durch ihn hinabstürzt und darin verschwindet? Ogi hat Schuld an dem Unfall, durch den seine Frau getötet wurde. Im Haus seiner Schwiegermutter vegetiert er nun schwer verletzt vor sich hin. Seine Welt schrumpft zu dem Bett, in dem er liegt. Im Inneren halten beunruhigende Gedanken an seine Frau ihn gefangen. Draußen verwandelt sich ihr üppiger Garten in einen welken Orten, entstellt von dunklen Löchern, die die Schwiegermutter wie besessen gräbt. Was verbirgt sich hinter der unheimlichen Obsession für den Garten? Ein so kafkaesker wie hypnotisierender Roman von den verstörenden Rissen, die Einsamkeit, Schuld und Entwurzelung im Leben hinterlassen können.

»Eine mutige, verstörende und von Licht und Schatten geprägte Erzählung.«

Galore (17. Mai 2019)

Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee
Originaltitel: The Hole
Originalverlag: Changbi
Hardcover mit Schutzumschlag, 224 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-75771-8
Erschienen am  22. April 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ein düsteres, kraftvolles & bewegendes Buch!

Von: miss_lia48

08.09.2019

INHALT: Ogi, 47 Jahre alt, liegt nach einem Autounfall bewegungsunfähig im Bett des Klinikums. Gefangen im eigenen Körper, kann er auch nicht mehr sprechen. Lediglich das Blinzeln ermöglicht ihm einen Hauch von Kommunikation. Seine Frau hat nicht überlebt. Ogi erinnert sich an früher. Doch was ist genau passiert? “Wie kann sich ein Leben von einer Sekunde auf die nächste so dramatisch verändern? Wie fällt es auseinander, bekommt einen Riss, wie schrumpft es einfach zusammen, bis es sich im Nichts auflöst?“ (S.29) Ab sofort ist Ogi vollkommen auf Ärzte, Therapeuten und auf seine Schwiegermutter angewiesen. Und plötzlich tun sich nicht nur im hauseigenen Garten die Abgründe auf... MEINUNG: Dies ist ein recht düsteres Buch, welches die koreanische Autorin Hye-Young Pyun hier zustande gebracht hat - doch wie der Zufall es so will, mag ich düstere Geschichten zwischendurch ganz gerne! Ogi ist nach dem Unfall absolut hilflos und ständig auf andere angewiesen. Seine Bedürfnisse werden nicht immer erfüllt, er wird missverstanden und manchmal wird mit ihm umgegangen, als bekäme er nichts mehr mit, oder als wäre er ein Kind. Diesen dabei aufkommenden Ärger, diese unglaubliche Wut, die da in ihm brodelt, die kommt beim Lesen unglaublich gut zum Ausdruck. Wie oft habe ich gedacht: „Schau doch genauer hin, er versucht dir etwas zu sagen!" Oder: „Er ist immer noch ein Mensch, der einen würde- und respektvollen Umgang verdient!" Dabei habe ich mit Ogi mitgelitten und mitgefiebert, ich war so nah an seiner Geschichte dran, welche mich ziemlich packen und emotional bewegen konnte. Jedoch gibt es da noch die Einblicke in Ogis Vergangenheit, die sich für mich ziemlich gezogen haben. Der Teil war mir leider zu distanziert erzählt und hat mich etwas gelangweilt. Hier waren mir die Figuren sehr unsympathisch und blieben mir zu fern. Trotzdem habe ich immer wieder zurück in die Geschichte gefunden, meistens dann, wenn der Gegenwartsstrang erneut einsetzte. Dieser übernahm im letzten Buchdrittel die Vorderhand und hat mir richtig gut gefallen! Sowohl die menschlichen Abgründe als auch die Entwicklung der Handlung, haben durchaus einen Touch vom Stil einer Amélie Nothomb. Es ist ein ziemlich kraftvolles Werk, welches zum Nachdenken anregt und noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben kann... FAZIT: Trotz dem schwächeren Vergangenheits-Strang, gibt es von mir eine Leseempfehlung. Die Schilderung der Gegenwart konnte mich sehr begeistern und ich habe Ogis bewegende Geschichte hier gespannt verfolgt. Ein kraftvolles Buch, das zum Nachdenken anregt! 4/5 Sterne!

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Was für eine Überraschung!

Von: Gackelchensbooks

27.05.2019

Worum es geht: Ogi wacht im Krankenhaus auf, unfähig sich zu bewegen. Erst nach und nach wird ihm klar was passiert ist. Ein Autounfall und dadurch seine Frau verstorben. Während er anfangs nur Blinzeln kann, schafft er es mit der Hilfte seiner Schwiegermutter, immer mehr aus seiner Starre zu lösen. Während er noch versucht, sein altes Leben aufzugeben und sich mit seinem Neuen anzufreunden lernt er seine Schwiegermutter besser kennen. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr kommt er ins Grübeln. Meine Meinung: Seit einer kurzen Weile bin ich fasziniert von koreanischer Literatur, und ich bilde mir ein, dass der Markt sich auch in die Richtung dreht. Oder ich bemerke einfach nur mehr Titel, weil ich danach Ausschau halte. Der Riss von Hye-Young war wohl ein Bestseller in Korea und ich sehr neugierig darauf. Zugegebenermassen konnte ich mir Anhand des deutschen Klappentextes kaum ein Bild machen. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte das Buch zu lesen. Lasst euch nicht von dem lieblichen Cover ablenken, dieses Buch hat es in sich! "Düster" ,"Paranoid" ,"Psychothriller" ,"Horror", alles Beschreibungen die ich zum Buch gefunden haben. Wie im Fieberwahn habe ich fast das ganze Buch in einer Sitzung inhaliert. Unfähig zu irgendetwas, ausser Blinzeln, liegt der Geist ausgeliefert dar. Was tun wenn man so total abhängig ist? So abgeschottet von der Welt und in immerwährender Hoffnung, nicht vergessen zu werden. Ogi denkt viel zurück an seine Zeit mit seiner Frau, gibt dem Leser Puzzlestücke zum zusammensetzen. Je mehr man erfährt, desto düsterer scheint das Buch zu werden. Auf einmal fängt man an alles zu hinterfragen. Ging es urpsrünglich um einen Mann, der versucht seinem Schicksal zu entkommen, dreht es sich immer mehr zu düsterem Horror. Fast schon wie bei einem guten Thriller war ich die letzten Seiten gebannt. Ein Horror dargestellt, so subtil und nachvollziehbar, das es psychologisch sehr schlimm für mich war, bis zum Ende zu lesen. Definitiv eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Neben dem Gefühl der Gefangenschaft, vor allem in sich selbst, wird auch die Trauer der Mutter um ihre Tochter sehr ausführlich beschrieben. Wie sich herausstellt braucht man nicht viel um Horror zu erschaffen. Der Mensch ist abartig, und Der Riss ist eine weitere Darstellung. Eines der Bücher die ich definitiv noch mehrere Male lesen werde. Der englische Titel des Buches ist "The Hole", welches sowohl auf ein richtiges Loch im Buch referiert, aber interessanterweise auch auf das koreanische Prefix schliesst “hole,” 홀 (hol) welche für Einsamkeit steht und öfters ( immer?) im Kontext mit "Verwitwert" verwendet wird. (habe ich irgendwo gelesen, ich garantier nicht, dass es 100% richtig ist). Starke Bilder die lange im Kopf bleiben. Ich hoffe auf weitere Titel der Autorin.

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Vita

Hye-young Pyun wurde 1972 in Seoul geboren. Nach drei Universitätsabschlüssen arbeitete sie als Büroangestellte, bevor sie 2000 mit einer Kurzgeschichte debütierte, die in Korea sofort große Beachtung fand. Für ihr Werk wurde sie mit den renommiertesten Literaturpreisen Südkoreas ausgezeichnet, darunter dem Dong-in Literary Award 2011, Yi-sang Literaturpreis 2014 und den Hyundae Munhak Award 2015. Sie veröffentlicht Kurzgeschichten u.a. im New Yorker und Harper's Magazine. Sie lebt in Seoul, Korea.

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