Der Trompeter von Sankt Petersburg

Glanz und Untergang der Deutschen an der Newa
Mit vielen Fotos und Abbildungen

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Ein pralles Geschichtspanorama: St. Petersburg und die Deutschen

Es ist die erschütternde Saga einer untergegangenen Welt: Einst war Sankt Petersburg eine schillernde Metropole und fünftgrößte Stadt der Welt, die von Deutschen geprägt wurde, deutsche Monarchen, Unternehmer und Künstler hatten der Stadt an der Newa ihr grandioses Gesicht gegeben. Mit der Revolution 1917 und Stalins Herrschaft ging diese Blütezeit dramatisch zu Ende.

Der langjährige SPIEGEL-Korrespondent und Russlandkenner Christian Neef erzählt diese Tragödie am Beispiel von vier Lebensgeschichten, unter anderem des Trompeters Oskar Böhme, der von Stalins Geheimpolizei erschossen wurde, der Apothekerdynastie Poehl und der Familie des Schauspielers Armin Müller-Stahl. Auf der Grundlage von bisher unbekannten Dokumenten verschränkt er auf kunstvolle Weise menschliches Schicksal mit den Stürmen der Weltgeschichte. Und lässt eine Epoche wiederaufleben, die uns Deutschen viel näher ist, als wir ahnen.

»[Neef hat] ein faktenreiches Buch vorgelegt, das sich in einem Rutsch lesen lässt, und Porträts geschaffen, die in einen spannenden historischen Kontext gebettet sind.«

Preußische Allgemeine Zeitung, Harald Tews (05. April 2019)

Hardcover mit Schutzumschlag, 384 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 65 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0108-0
Erschienen am  18. März 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

St. Petersburg - Petrograd - Leningrad

Von: Bergund Fuchs

03.05.2019

Oskar Böhme ist Trompeter. Er wächst Ende des 19. Jahrhunderts in einer deutschen Musikerfamilie auf. Bei den Bayreuther Festspielen 1892 wird er dort mit seinem Bruder Willi bejubelt. Mit nur 27 Jahren ist er ein im In- und Ausland bekannter Musiker. Er beginnt mit ersten Kompositionen und vor allem sucht er nach einer künstlerischen Heimat. Nicht alle begabten Jungmusiker können innerhalb Deutschlands eine Anstellung finden. Oskar Böhme versucht 1892 sein Glück in der aufstrebenden Metropole St. Petersburg. Die Stadt an der Newa beherbergte über zwei Jahrhunderte hinweg viele Deutsche. Durch die russischen Zaren angeworben, kamen Handwerker, Künstler, Ärzte und viele Intellektuelle nach St. Petersburg. Viele nahmen wie Oskar Böhme die russische Staatsbürgerschaft an. Das blühende kulturelle und auch wirtschaftliche Treiben der um die Jahrhundertwende schon Millionenstadt nahm durch die Revolution 1917 ein jähes Ende. Der langjährige Spiegel-Korrespondent in Moskau Christian Neef hat ein beeindruckendes Zeitdokument der Deutschen in St. Petersburg verfasst, das so manche Bildungslücke zu schließen vermag. Dafür hat er umfangreiche Recherchen nicht nur an der russischen Nationalbibliothek in St. Petersburg unternommen, er hatte auch Zugang zu Dokumenten des russischen Geheimdienstes. Neben der tragischen Biographie des Musikers Oskar Böhme beschreibt Neef drei weitere Familien, deren Schicksal mit dem Untergang des Zarenreiches einen tragischen Verlauf nahm: die Apotheker-Dynastie Poehl, den Kalenderfabrikanten Otto Kirchner und die Siedlerfamilie von Peter Amann. Geschickt verschränkt Neef die vier Lebensgeschichten seiner Protagonisten, die stellvertretend für viele Tausend andere Menschen stehen könnten. Spannend geschrieben, bietet die Lektüre mehr als eine Nacherzählung der dunklen Stalin-Ära. Sie bringt gerade heute ins Bewusstsein, wie wenig Unterdrückung und Terror zur Entwicklung eines Staates beitragen können. Innerhalb weniger Jahre wird eine blühende Stadt ihrer kulturellen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Elite beraubt. Der Autor hebt am Ende hervor, dass Russland selbst die Rehabilitierung der vielen unschuldigen Opfer des Terrors in die Hand genommen hat. Viel zu wenig weiß man gerade in unserem Land über diese Millionen Toten, die Opfer einer Willkürherrschaft wurden – zu einer Zeit, in der in Deutschland Hitler an die Macht kam.

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Vita

Christian Neef

Christian Neef, geboren 1952, beschäftigt sich als SPIEGEL-Korrespondent seit über drei Jahrzehnten mit der Berichterstattung aus Russland bzw. der Sowjetunion, dem Kaukasus, Zentralasien und Osteuropa. Er arbeitete unter anderem 16 Jahre lang in Moskau, war zehn Jahre stellvertretender Auslandschef des SPIEGEL und gilt als ausgewiesener Experte für den Ukraine-Konflikt. Neef veröffentlichte mehrere Bücher zur russischen Geschichte.

Zur AUTORENSEITE

Events

06. Juni 2019

Lesung und Gespräch mit Christian Neef und Karl Schlögel

19:00 Uhr | Stuttgart | Lesungen
Christian Neef
Der Trompeter von Sankt Petersburg

27. Juni 2019

Lesung und Gespräch

20:00 Uhr | Berlin | Lesungen
Christian Neef
Der Trompeter von Sankt Petersburg

25. Sep. 2019

Buchvorstellung mit Musik

19:00 Uhr | Dresden | Lesungen
Christian Neef
Der Trompeter von Sankt Petersburg

30. Sep. 2019

Lesung mit Musik

20:00 Uhr | Braunschweig | Lesungen
Christian Neef
Der Trompeter von Sankt Petersburg

Pressestimmen

»Neef entfaltet ein großes Panorama der 200-jährigen Geschichte deutscher Präsenz in der Stadt.«

Der Tagesspiegel, Ernst Piper (26. April 2019)