Der Verräter

Roman

(8)
Hardcover
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Eine bissige, kühne Satire über eine Gesellschaft, die ihre ethnische Spaltung noch lange nicht hinter sich gelassen hat.

Dickens, ein Vorort von Los Angeles, ist der Schandfleck der amerikanischen Westküste: verarmt, verroht, verloren. Zugleich ist es der ganze Stolz seiner schwarzen Einwohner, eine Bastion gegen die weiße Vorherrschaft. Hier zieht der Erzähler von "Der Verräter" friedlich Wassermelonen und Marihuana. Doch als sein bürgerrechtsbewegter Vater durch Polizeigewalt stirbt und die Gentrifizierung den gesamten Vorort auszuradieren droht, wird er unversehens zum Anführer einer neuen Bewegung: Mit seinem Kompagnon Hominy, alternder Leinwandheld aus "Die kleinen Strolche", führt er Sklaverei und Rassentrennung wieder ein ...

»Mit ›Der Verräter‹ hat Beatty nicht nur einen anmaßenden, überdrehten, unerschrockenen Roman geschrieben. Sondern einen Weckruf.«

Dennis Pohl / SPIEGEL ONLINE (11. November 2018)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Henning Ahrens
Originaltitel: The Sellout
Originalverlag: Picador
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87575-0
Erschienen am  15. Oktober 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Harter Tobak! Nicht für jeden Leser.

Von: misshappyreading

17.04.2019

Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch und damit auch an mich. Wachrütteln soll es, schockieren. Nach ein paar Artikeln über den Auto und das Buch war ich mir sicher: das muss ich lesen! Lasst mich ehrlich sein, es scheiterte an mir. Denke ich zumindest. Ich bin nicht rein gekommen in die Geschichte. Was sind die möglichen Gründe? Leider bzw. glücklicherweise kann ich mich absolut gar nicht mit den Personen identifizieren. Als 0815 weißes Kind in Mitteleuropa habe ich nie mit echter Armut, Gangs, Rassismus (mit gegenüber) oder dergleichen zu tun gehabt. Mir fehlte die Vorstellungskraft für die Geschichte. An dieser Formulierung saß ich lange und bin noch immer nicht ganz zufrieden. Aber irgendwie ist genau das der Fall, ich konnte das Bild in meinem Kopf quasi nicht scharf stellen. Das Grundkonstrukt der Geschichte ist unglaublich interessant. Ein Sklave in der heutigen Zeit. Jemand der auch noch glücklich ist mit Rassentrennung und Peitsche. Unvorstellbar (wortwörtlich für mich). Doch irgendwie habe ich mich in der Erzählung verloren und nicht mehr wieder gefunden. Bis zum Schluss bin ich wie ein Nicht-Schwimmer durch dieses Buch geschwommen und hab am Ende nur noch nach Luft schnappen können. Auf jeden Fall ein Erlebnis, keins was ich so schnell wieder bräuchte. Keine Ahnung wie ich das Buch bewerten soll, es ist irgendwie gut, irgendwie verwirrend, irgendwie schwer lesbar. Jedem Leser kann ich nur empfehlen die Leseprobe in Anspruch zu nehmen! Schaut ob ihr mit den ersten Seiten gut zurecht kommt (hätte ich machen sollen!). Die Optik des Buches bekommt allerdings 100%! Wie toll sieht es bitte aus? Harter Tobak! Nicht für jeden Leser. Irgendwie zwischen genial und schwerlesbar.

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Ein Spiegel der Gesellschaft

Von: aufgeblaettertes

21.03.2019

Paul Beattys Protagonist lebt im verkommenen Viertel Dickens in Los Angeles. Einst war Dickens eine eigene, annehmbare Stadt. Diese will er wieder zum Leben erwecken und beginnt damit, die Stadtgrenzen mit weißer Farbe nachzuziehen. Das hat erste positive Effekte für das Gemeinschaftsgefühl. Mit der Zeit stellt er fest, dass auch die Stadtbewohner sich verändern, als er Zufall um Zufall auch die Rassentrennung wieder einführt. Zumindest deklariert er sie auf Schildern, denn Weiße gibt es in Dickens eh kaum. Plötzlich benehmen sich die Menschen in der Öffentlichkeit anständiger und die ehemalige Brennpunktschule steigt zu einer angesehenen Bildungseinrichtung auf. Gelingt es also, die Stadt Dickens wieder auferstehen zu lassen? Puh! Starker Tobak, wie schon die Inhaltsangabe verrät. Mich hat das Buch sehr verstört. Es ist so absurd, zu lesen wie jemand für Rassismus kämpft, unter dem er selbst leidet. Die Sprache ist schonungslos und der Stil sehr schnell, was vielleicht gerade in der Übersetzung ungewöhnlich wirkt. Der Text ist außerdem sehr dicht, sodass ich manchmal nicht ganz mitkam. Dennoch konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Gerade die Beiläufigkeit der Entwicklungen hat mir gefallen. Es gibt keinen verrückten Plan, die Rassentrennung wieder einzuführen, sondern die Handlung stolpert Stück für Stück in diese Richtung. Es gibt Bezüge zur schwarzen Bürgerrechtsbewegung bis zu Obama (und sicher noch viele mehr, die ich nicht erkannt habe). Das verdeutlicht: Die Geschichte mag fiktiv sein, aber nicht die Welt, in der sie spielt und der Paul Beatty hier den Spiegel vorhält. Ein Buch, was mich nachdenklich macht und sprachlos zurück lässt.

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Vita

PAUL BEATTY, 1962 geboren, zählt zu den bedeutendsten amerikanischen Autoren der Gegenwart. Begonnen hat er als Lyriker, schnell avancierte er zum Star der New Yorker Slam-Poetry-Szene. Seine Romane haben in den USA Kultstatus. Für »Der Verräter« wurde Beatty mit dem National Book Critics Circle Award sowie – als erster Amerikaner – mit dem Man Booker Prize ausgezeichnet. Paul Beatty lebt in New York.

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Henning Ahrens

Henning Ahrens, geb. 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in der niedersächsischen Provinz. Für seinen Lyrikband "Lieblied was kommt" (1998) erhielt er einen der Wolfgang-Weyrauch-Förderpreise beim Literarischen März 1999 sowie den Pro Litteris-Preis 1999 der Märkischen Kulturkonferenz und den Hebbel-Preis (2001). Er übersetzte u.a. J. C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe und Hugo Hamilton. Zuletzt erschien sein Lyrikband "Kein Schlaf in Sicht" und der Roman "Tiertage".

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Pressestimmen

»Selbst wenn man alle unkorrekten Witze aller berüchtigten amerikanischen Comedians zusammennimmt, wird man nicht annähernd die Dichte erreichen, die Paul Beattys Roman ›Der Verräter‹ aufbietet.«

Jan Wiele / Frankfurter Allgemeine Zeitung (06. Oktober 2018)

»Das Buch ist bis zum Bersten der Sprache gefüllt mit den Elementen einer schwarzen Kultur, die das ganze 20. Jahrhundert umfasst, und mit einem Humor, der sie permanent in Frage stellt.«

Hubert Winkels / Süddeutsche Zeitung (09. Oktober 2018)

»Es ist eine grandiose, bitterböse Dystopie, die Beatty entwirft. Sprachlich brilliant!«

Das Erste / ttt - titel, thesen, temperamente (14. Oktober 2018)

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