Der Wind in meinem Herzen

Roman

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Ein einfühlsamer Roman über eine junge Außenseiterin in einem italienischen Bergdorf Anfang des 20. Jahrhunderts.

St. Rhémy, Aostatal, während des ersten Weltkriegs: Die junge Fiamma, die sich mit Heilkräutern auskennt, wird von den Dorfbewohnern als "Hexe" gemieden. Nur mit dem jungen Raphaël verbindet sie eine tiefe Freundschaft. Bis Raphaël im Krieg fällt. Und ein junger ehrgeiziger Pfarrer in den Ort kommt, um die Seele der „Hexe“ zu retten.

Liebevoll ausgestattete Ausgabe mit Leinenrücken und Lesebändchen.

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»Eine Geschichte mit einer sehr romantischen Aussage: Sich zu verlieben macht uns stärker, solange wir den Mut haben, es zuzulassen.«

Donna Moderna

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Italienischen von Barbara Neeb, Katharina Schmidt
Originaltitel: Dentro soffia il vento
Originalverlag: Neri Pozza
Hardcover, Halbleinen, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-336-54803-3
Erschienen am  10. Juni 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Wie im Rausch

Von: Gackelchensbooks

25.06.2019

Worum es geht: Aostatal während des ersten Weltkrieges. Fiamma ist allen nur als die Hexe bekannt, ausgeschlossen aus der Gemeinde aber dennoch immer bereit zu helfen, wenn die Dorfbewohner anklopfen kommen. Ihren besten Freund Raphael hat sie an den Krieg verloren und es scheint als sei nun auch ihr Schutz verschwunden. Einige Dorfbewohner wollen sie nicht mehr tolerieren. Doch ein neuer Pfarrer im Dorf versucht das Unmögliche, Fiamma in die Gemeinde einzubeziehen. Und da wäre ja noch Raphaels Bruder, mit dem Fiamma ein Geheimnis teilt... "Mehr als ein Jahr war vergangen, seit ich das letzte Mal Nachricht von meinem Bruder erhalten hatte, und noch immer konnte ich mich nicht mit dem unaufhaltsamen Verstreichen der Zeit abfinden, mit dem Wechsel der Jahreszeiten, mit dem Leben, das trotz allem weiterging. Der Schmerz war nicht an etwas Bestimmten zu verorten, er hatte keinen festen Punkt, sondern erstreckte sich in Unendlichkeit." Meine Meinung: Ein neuer Wunderraum-Titel und ich bin mal wieder begeistert. Erschrocken wie dünn es diesmal ausfiehl ist das auch eine grosse Kritik: Das Buch ist zu kurz! Der italienische Hit um Fiamma erhielt dann gleich auch den Premio Neri Pozza Preis. Sprachlich war dieses Büchlein super angenehm und ich habe es, ungelogen, an einem Tag richtiggehend inhaliert. Während es zu Beginn noch viel um die Traurigkeit und Fassungslosigkeit gegenüber des Krieges und seiner Verluste geht, kommen aber auch die Themen der Gläubigkeit und Toleranz nicht zu kurz. Durch die Perspektivwechsel zwischen Fiamma, Don Agape dem Pfarrer und Yann, Rapahels Bruder, kriegen wir einzelne Puzzelstücke zu einem Bild. Don Agape ist neu im Dorf und muss seine Schäfchen erst mal kennenlernen. Der alte Pfarrer ist streng und manipuliert seine Gemeinde mit Angst. Don Agape hingegen kommt frisch aus Rom mit Kisten voller Bücher. Er predigt auf Nächstenliebe und Toleranz. "Wir sind alle Gottes Geschöpfe", was ihm natürlich zuerst nicht viele Freunde einbringt. Die Darstellung der Gemeinde, und der Zusammenhalt dieser fand ich wunderbar porträtiert. Erst nach und nach wird Don Agape bewusst wie eng die Gemeinschaft wirklich ist. "Das Tierchen hatte schreckliche Angst und wehrte sich heftig, als wir versuchten, es loszubinden. Raphael hielt es mit seinen Händen fest und flüsterte ihm tröstende Worte zu, als könnte er ihm allein durch den Klang seiner Stimme ein wenig Mut einflössen. Und es funktionierte. Dies war seine Gabe. Er konnte wilde Geschöpfe zähmen." Yann hat nach einem Unfall ein steifes Bein und nach dem Tod seines Bruders die Familie und den Hof am Hals. Damit nicht genug hat er seinem Bruder versprochen auf Fiamma aufzupassen. Vieles daran scheint unmöglich. Den Wunsch nach Frieden und Ruhe seinerseits konnte ich gut nachvollziehen. Höhepunkt des Eklats ist die Ankunft einer Zigeunergruppe. Angst und Vorurteile seitens der Gemeinde, aber auch Freundschaften entstehen. Fiamma fühlt sich gleich mit ihnen verbunden. Eine Handlung welche inspiriert von der realen Geschichte der Zinn- Zigeuner aufbaut. Diese wurden 1911 von einer Lawine im Aostatal getötet, ein Gedenkmal steht auch heute noch. Ich fand es ein bisschen Schade, dass die Autorin nicht mehr auf die Zigeuner im Buch eingegangen ist. Sie kommen vor, aber Hauptfigur ist immer Fiamma. Hier hat die Autorin es wirklich schön geschafft unterschiedliche Themen aufeinander abzustimmen. Die Liebesgeschichte war spannend und herrlich unkitschig. Auch hier hätte ich gerne ein paar Seiten mehr gehabt. Dennoch las es sich, wie gesagt, weg wie nix. Ich habe meinen Tagesausflug mit Fiamma und Co ausserordentlich genossen und hoffe auf weitere Bücher der Autorin! "Wenn ich die Augen schliesse, mein eich, den frischen Windhauch unseres Tals zu spüren, der über die Wiese und die zerklüftete Felsen streicht und in den Wald mit den roten Lärchen, zwischen den Birken hindurch. Die Berge heben sich scharf gegen den Sonnenuntergang ab. Der Wald liegt schon im Dunkeln, aber oben auf den Almen scheinen noch die letzten Strahlen der Sonne und spenden Wärmen."

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Faszinierender, zu Beginn melancholischer, am Ende unheimlich kraftvoller Roman über Schmerz, Einsamkeit und Glaube.

Von: schnäppchenjägerin

15.06.2019

Während des Ersten Weltkrieges im Aostatal wohnt Fiamma allein in einer Hütte im Wald am Rand des Dorfes St. Rhémy. Die Dorfbewohner kommen nur nach Sonnenuntergang im Verborgenen zu ihr, um bei ihr Kräuter und Tinkturen gegen Krankheiten zu holen, wie sie es schon von deren Mutter gewohnt waren. Davon abgesehen, wird sie von der Dorfgemeinschaft ausgegrenzt, gilt mit ihrem flammenden roten Haar als "Hexe" und wird von Teilen der Bevölkerung offen angefeindet. Kontakte hatte die junge Frau nur zu Raphaël, der als Kind unbeschwert auf sie zugegangen ist und mit dem sie beim Spielen im Wald groß geworden ist. Doch Raphaël ist im Schützengraben gefallen, so dass Fiamma nach dem Tod der Mutter allein auf sich gestellt ist. Yann, der ältere Bruder von Raphaël hasst Fiamma, nachdem sie ihm nach einem Unfall in den Bergen das Leben gerettet hat und er seitdem mit einem steifen Bein gezeichnet ist. Er ist verbittert und voller Wut, dass er deshalb seinen Bruder im Krieg nicht hatte beschützen können. Ein junger Priester, Don Agape, kommt aus Rom in das verschlafene Dorf, um das Amt von Hochwürden Don Jacques zu übernehmen. Er ist noch unerfahren und verunsichert und lernt er in Rhémy was Glaube wirklich bedeutet. "Der Wind in meinem Herzen" ist ein Roman, bei dem man von Anbeginn die tiefe Traurigkeit der Charaktere zu spüren bekommt. Intensiv und durch eine poetische Sprache taucht man in die Gefühlswelt von Fiamma, Yann und Agape ein und erst nach und nach beginnt man zu begreifen, was sie bewegt und was ihren Charakter geformt hat. Fiamma kennt es zwar nicht anders als als Ausgestoßene im Wald zu leben, vermisst aber nach dem Tod Raphaëls ihren Gefährten sehr. Yann ist ein gebrochener Mann mit einem kalten Herz, der gegen seine Schuldgefühle ankämpfen muss und wütend auf die ganze Welt ist und deshalb auch von der Gottesfürchtigkeit der Dorfbewohner Abstand nimmt, sich selbst aus der Kirchengemeinde ausgrenzt. Agape ist mit dem Priestertum der Tradition seiner Familie gefolgt, ist in seinem Glauben an Gott aber nicht gefestigt. Als er in St. Rhémy erfährt, wie die rothaarige Frau im Wald angefeindet und attackiert wird, ihr vorgeworfen wird, mit dem Teufel zu paktieren, beginnt er massiv an der Barmherzigkeit Gottes zu zweifeln. Der Roman entwickelte sich für mich ganz anders als erwartet. Es geht nicht ausschließlich um Aberglaube, die Angst vor dem Fremden oder gar Hexenaustreibung. Der Roman geht viel tiefer, handelt von der Einsamkeit, einer leidenschaftlichen, unterdrückten Liebe und von dem, was eine Gemeinschaft ausmacht. Es ist ein faszinierender, zu Beginn melancholischer, am Ende unheimlich kraftvoller Roman, der die Atmosphäre in einem Dorf in einem Tal zwischen zwei Bergen gekonnt einfängt und mit knapp 300 Seiten einfach nur zu schnell vorbei war.

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Vita

Francesca Diotallevi wurde 1985 in Mailand geboren. Sie hat Kulturwisschenschaften studiert und arbeitet in einer Rechtsanwaltskanzlei. Ihr Roman »Der Wind in meinem Herzen« wurde mit dem Premio Neri Pozza ausgezeichnet.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Ein wunderbarer Schauplatz mitten in den Bergen des rauen und gleichzeitig pittoresken Aostatals.«

Corriere della Sera