Der europäische Frühling

Hardcover
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Die Insel Lolland ist zum Hort der Glückseligen geworden. Hier regieren Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit. Intelligente Drohnen haben viele der alltäglichen Arbeiten übernommen. Doch die Idylle hat ihren Preis, und der Eintritt ist nicht jedem gewährt. In den Städten herrscht Anarchie. Probleme werden nicht gelöst, sondern auslagert. Dänemark pachtet in Mozambique eine riesige Landfläche und baut dort für Flüchtlinge und unliebsame Asylanten eine riesige Containerstadt. Am Ende ist die Zukunft auch nur ein Geschäft.

»Mir hat ›Der europäischer Frühling‹ sehr gut gefallen. Kaspar Colling Nielsen hat originelle Ideen und vermischt glaubhaft reale Fakten mit wahrscheinlichen und weniger wahrscheinlichen.«

Michel Houellebecq (27. November 2019)

Aus dem Dänischen von Günther Frauenlob
Originaltitel: DET EUROPÆISKE FORÅR
Originalverlag: Gyldendal
Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-27170-8
Erschienen am  13. Mai 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Kopenhagen, Dänemark

Leserstimmen

Hier heißt es: Sex doesn´t sell

Von: Gudrun

23.09.2019

Der Europäische Frühling von Kaspar Colling Nielsen zeichnet das Bild einer erschreckenden Welt, der man nur mit viel Geld entfliehen kann. Denn wer Geld hat, der kann sich auf der Insel Lolland einkaufen, der Insel auf der das Leben vermeintlich perfekt ist und Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit das Leben bestimmen. Die Idee für diesen Roman klingt gut, der Klappentext liest sich sogar noch besser, aber das Buch selber hat leider die dadurch aufkommenden hohen Erwartungen nicht erfüllt. Zu Beginn wird der Plot realitätsnah und auch nachvollziehbar vom Autor aufgebaut. Herrschende Vorurteile, wie wir sie auch kennen, werden gekonnte, wenn auch sehr überspitzt, in die Geschichte eingearbeitet. Es scheint eine gut durchdachte und interessante Geschichte zu werden. Und dann kommt ein Bruch. Erschreckend ordinäre und provokante Sexszenen werden beschrieben und der Gipfel des Schlechten Geschmacks wird erreicht, als eine behinderte junge Frau das Objekt der Begierde des pädophilen Künstlers Christian wird. Was dieser Nebengeschichte mit der tatsächlichen Geschichte zu tun hat ist mir schleierhaft geblieben und bei mir hat sich Unwille und Frustration über den Verlauf der Geschichte breit gemacht. Aber auch die eigentliche Geschichte selbst scheint mit zusammenhanglos zu sein, zu viele Erzählstränge, die für mich kein richtiges Ende haben, teilweise nicht gut genug ausgearbeitet sind und auch nicht richtig zusammenkommen. Schade, denn ich hatte mir viel von dem Buch erhofft. Auch wenn die Idee des Buches durchaus ansprechend und gut ist und der Schreibstil auch flüssig und gut zu lesen ist, hat es im Ganzen für mich die Grenzen des guten Geschmacks deutlich überschritten und darum kann ich es auch nicht weiter empfehlen.

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Dystopie oder Utopie?

Von: forti

27.07.2019

"Der europäische Frühling" startete für mich beschwerlich. Die ausufernden Rückblicke, ohne dass sich absehen ließ, worauf das alles hinaus läuft. Die Altmännerphantasiewelt von Christian. Die seltsamen Blicke in die Zukunft. Aber keine Angst: nach und nach nimmt das alles Form an, die Zusammenhänge werden klar und Emma bildet endlich einen Gegenpart zur Weltsicht der Elterngeneration. Mit den gegensätzlichen Kolonien Lolland und Frederiksstad, gesellschaftlichen Konflikten und der Entwicklung intelligenter technischer Systeme wird eine Zukunftsvision gezeichnet, die durchaus möglich scheint, Anlehnungen an unsere Realität hat und die dabei auch ziemlich zynisch ist. Das ganze wird aus der Perspektive einer privilegierten weißen Oberschicht beschrieben, die sich abgrenzt und wenig bis keine Verantwortung für die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen übernimmt - ob man sich als Leser davon nun persönlich angesprochen fühlt (oder genau das Gegenteil) hängt wohl von einem selbst ab. "Der europäische Frühling" ist für mich keine übliche Dystopie - die positiven (zumindest für den Teil der Bevölkerung, die hier im Mittelpunkt steht), utopischen Elemente nehmen dafür zu viel Raum ein. Nicht alle Erzählstränge werden zu Ende erzählt und die Geschichte um die künstliche Intelligenz fand ich nicht ganz überzeugend, teilweise fast schon slapstickartig. Allerdings ist das mal etwas neues - so eine Zukunftsvision habe ich noch nie gelesen. Insgesamt betrachtet hat Kaspar Colling Nielsen ein Buch geschrieben, das eine bitterböse Zukunftsvision zeichnet, das überaus kontroverse Charaktere hat und das zum Nachdenken anregt.

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Vita

Kaspar Colling Nielsen, geboren 1974, gilt als eine der eigenständigsten Stimmen der zeitgenössischen skandinavischen Literatur. Bereits für sein 2010 erschienenes Debut Mount Copenhagen erhielt er den renommierten Danske Bank First Book Award. Sein zweiter Roman Der Dänische Bürgerkrieg 2018 - 2024 von 2013 stand für mehrere dänische Buchpreise auf der Shortlist. Mit seinem neuesten Werk Der europäische Frühling, in Dänemark ein Bestseller, erscheint er nun endlich erstmals auf Deutsch.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Der dänische Houellebecq«

Elle

»Ich bin fasziniert von diesem Buch (…) ein Lesevergnügen.«

»So es um die Verdichtung gesellschaftlicher Tendenzen und um böse wie begründete Ahnungen geht, wird Nielsen völlig zu Recht als dänische Antwort auf Michel Houellebecq verkauft... Beängstigend zukunftsnah.«

Der standard, Christian Schachinger (12. September 2019)

»Eine der interessantesten zeitgenössischen literarischen Stimmen Skandinaviens«

Dagbladet

»Die kritische Haltung ist eindeutiger als bei Houellebecq, das Vergnügen unmittelbarer, der Stil ebenso einzigartig.«

Elle

»Ein Buch, das fasziniert und zum Nachdenken anregt... Der europäische Frühling ist ein Ungeheuer von einem Roman, ein absolut notwendiges und hochaktuelles Leseerlebnis.«

Kristeligt Dagblad