Der von den Löwen träumte

Roman
Hemingway in Venedig

(6)
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Hemingway in Venedig

Als Ernest Hemingway 1948 nach Venedig reist, ist er in einer schweren Krise. Starke Depressionen haben dazu geführt, dass er lange keinen Roman mehr veröffentlicht hat. In der Einsamkeit eines Landhauses in der Lagune versucht er, wieder zum Schreiben zu finden. Halt gibt ihm die Freundschaft zu einem jungen Fischer, der ihn auf der Entenjagd begleitet. Aber auch die Liebe zu einer achtzehnjährigen Venezianerin führt ihn ins Leben zurück. Langsam entsteht ein Venedig-Roman, während der junge Fischer die Atmosphären einer ganz anderen Geschichte wittert: Die von einem alten Mann und seiner Liebe zum Meer…

»Das ist spannend bis zur letzten Seite, selbst wenn man das Ende kennt. Kein Mord geschieht, aber Literatur entsteht.«

Alexander Solloch / NDR Kultur (06. November 2019)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87439-5
Erschienen am  21. Oktober 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Venedig, Italien

Leserstimmen

Tiefgründiger Lesespaß

Von: KRAUTJUNKER

18.08.2020

In Ortheils Buch geht es vordergründig um Hemingway, seine Frauen, seine Saufgelage und den Schmerz über eine Schreibblockade, die er mal mit dem einen, mal mit dem anderen zu betäuben sucht. Und es geht um den Kampf einer Fischerfamilie vor den Toren Venedigs um den sozialen Aufstieg. Vater Sergio, Journalist der örtlichen Klatschzeitung wird zuerst auf Hemingways Ankunft in der Lagunenstadt aufmerksam. Er bringt sich und seine Familie bei dem prominenten Schriftsteller »in Dienst« um ihn auszuhorchen, durch Artikel und Interviews aus dem Umfeld Hemigways, eigenen Nutzen zu ziehen. Seine Kinder, anfangs williger Teil des väterlichen Projekts, entwickeln sich schnell wieder raus aus dieser Vereinnahmung und finden ihren eigenen Weg. Martha erkennt schnell, dass ihr der soziale Aufstieg hier nicht gelingen wird, nutzt aber den Impuls, den Hemingway ihr bietet, ihren eigenen Weg zu finden. Paolo reagiert zunächst mit Rückzug. Für Sergio ist die Meta-Ebene zu hoch und für Elena zahlt sich die Rolle im Hintergrund am Ende aus. Für den Protagonisten Hemingway bleiben sie Boten, Handlanger und Schachfiguren auf seinem Brett. Hemingway interessiert sich nur für die adlige Adriana im altehrwürdigen Palazzo, nicht für die Fischer aus den sozialen Randgebieten. Ihr läuft er hinterher, ent- und verführt sie, benutzt ihren sozialen Stand und die Einfältigkeit ihrer Jugend für den Versuch sich aus seiner eigenen Misere zu ziehen. Das geht schief – für alle Beteiligten. Paolo, der sechszehnjährige Sohn der Familie durchschaut das falsche Spiel des prominenten Gastes schon, als der Vater sich noch an das Trittbrett eines längst abgefahrenen Zuges klammert. Er ist, der den alternden Hemingway zwang sich dem Leben zu stellen, statt mit jungen Mädchen durch die Bars zu ziehen. Paolo, der der sich entzieht, wird zum Katalysator Hemingways größten Erfolges und bleibt der moralische Sieger des Buches. Hemingway, der auf Kuba lebte, hatte eine besondere Liebe zu Venedig, dass er auf seinen Europa-Aufenthalten regelmäßig besuchte. Die Lagunenstadt mit ihrem maroden Charme lässt ihn das eigene Altern vergessen und das Leben und die Leichtigkeit des Seins spüren. Sein magisches Dreieck waren Harry’s Bar an der Piazza San Marco, das Gritti Palace Hotel und Cortina, die Bar. Für seinen Roman mietete sich Ortheil just in jene zauberhafte Locanda Cipriani auf Torcello ein, in der auch Hemingway 1948 wohnte. Er saß am Schreibtisch des Meisters, schlief in seinem Bett und sah den Campanile vor dem Fenster mit seinen Augen. Gut durchkomponierter Roman, in dem der Autor seine Distanz zu jeder Figur hält, dem dadurch jedoch italienische Sinnlichkeit fehlt. Der Autor nutzt Hemingway als schneidigen Aufhänger für seinen Roman und tut damit das, wozu seinem Protagonisten Sergio am Ende Mut und Entschlossenheit fehlen. Damit stellt sich der Autor eher hinter den gescheiterten Sergio als – wie seine Rezensenten meinen – den Gottvater Hemingway zu kopieren. Insgesamt bietet der Roman tiefgründigen Lesespass, Sommerlektüre mit Anspruch.

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Hemingway und sein Genie in Venedig

Von: TheReadingPeony

12.07.2020

Zum Inhalt: Ernest Hemingway befindet sich in einer tiefen Schaffenskrise, geplagt von depressiven Episoden und seinem krankhaften Alkoholkonsum. Um neue Inspiration sammeln zu können, reist er 1948 gemeinsam mit seiner vierten Ehefrau nach Venedig, in die Stadt der Löwen. Dort lernt er den Reporter Sergio und dessen Familie kennen, die für ihn eine wichtige Rolle in der Entstehung seiner nächsten Geschichte spielen wird. Dessen Sohn Paolo, ein junger Fischer, beginnt, mit dem alten Schriftsteller gemeinsam durch die Kanäle der Lagunenstadt zu fahren, auf der Suche nach dem Kuss der Muse. Es zieht die beiden immer häufiger auf ihre Erkundungstouren, es verbindet sie ihre große Liebe zum Meer und zur Fischerei und auf einer ihrer Ausflüge lernt der berühmte Autor die junge Venizianerin Adriana kennen. Zwischen ihnen entsteht eine ungleiche Beziehung, da er sich seinerseits in das achtzehnjährige Mädchen verliebt und seine gesamte Zeit auf der Suche nach Inspiration mit ihr verbringt, während sie in ihm eine Vaterfigur sehen möchte. Aus dieser seltsamen Liaison entsteht Hemingways neuer Roman, der ihn aus seiner mehrjährigen Schreibblockade erhebt. Doch auch in seiner Freundschaft zu Paolo und ihrer beider Liebe zur Einsamkeit und der Fischerei sieht er das Potential für eine eigenständige Geschichte, aus der in den letzten Jahren seines Lebens der Roman „Der alte Mann und das Meer“ entstehen soll. ° Meine Meinung: Hanns-Josef Ortheil schafft es durch seinen bild- und wortgewaltigen Schreibstil, dass sich der Leser auf wundervolle Weise mitgenommen fühlt in die Kanäle und Lagunen der Stadt der Löwen. Mit seinem detailreichen und unglaublich gut recherchierten Roman schafft er es, einen Einblick in den Kopf eines literarischen Genies zu vermitteln, welches auf seinem Weg zum Erfolg die Kränkung der Menschen in seiner Umgebung gerne in Kauf nimmt. So verprellt Hemingway nicht nur seine eigene Ehefrau durch seine Affäre mit Adriana, welche er außerdem zu seinem Vorteil ausnutzt, sondern vernachlässigt auch seinen guten Freund Paolo, der später immer mehr vereinsamt. Eine Geschichte über die Liebe, den Erfolgsdruck, welcher auf Künstlern lastet und über die Schönheit der Begegnungen, die uns verändern können. Definitiv eine große Leseempfehlung!

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Vita

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den beliebtesten und meistgelesenen deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

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Events

25. Nov. 2020

#readntalk-Livestream: Italienische Momente - literarische Italienreise mit Hanns-Josef Ortheil

19:00 Uhr | Events
Hanns-Josef Ortheil
Italienische Momente

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Pressestimmen

»Ortheil ist wieder ein Roman gelungen, der Sehnsucht weckt und ein außerordentliches Lesevergnügen bereitet. Ein wirklich großartiges Buch, das seinesgleichen sucht.«

Andreas Wallentin / WDR 5 (30. November 2019)

»Ortheil erzählt dies alles so geduldig, dass man die philosophische Tiefe und die lebenskluge Ironie dahinter kaum mitbekommt.«

Dirk Schümer / Die Welt (07. Dezember 2019)

»Eine wunderbar zu lesende Zeitreise in eine Venedig-Welt fern der heutigen Touristen-Schwemme.«

Grit Warnat / Magdeburger Volksstimme (04. November 2019)

»Keinesfalls nur für Hemingway-Fans ein großartiger Roman.«

Madame (09. Oktober 2019)