Die Europäer

Roman

(4)
Hardcover
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Was unterscheidet Europäer von Amerikanern? In seiner leichtfüßigen Komödie bringt Henry James Frauen und Männer von beiden Seiten des Atlantiks erst miteinander ins Gespräch und dann unter die Haube. Einhundert Jahre nach James’ Tod erscheint dieses Frühwerk des geschätzten Autors nun in neuer Übersetzung.

Ohne Geld, aber im Vertrauen auf eine gute Partie reisen Baronin Eugenia Münster und ihr Bruder Felix Young nach Neuengland. Mit Adelstitel und Charme umgarnen die beiden rasch ihre Verwandtschaft, den Onkel samt seinen drei erwachsenen Kindern. In wechselnden Paarungen konkurrieren Temperamente und Vorstellungen der Alten Welt mit Werten und Moral der Neuen. Wer sich am Ende an wen bindet, entscheidet sich nach einem quirligen Reigen transatlantischer Beziehungen, der einen neuen Blick auf beide Kontinente und nicht zuletzt auf den großen Autor selbst ermöglicht. Für seine eleganten, doch oft irritierend komplexen Romane berühmt, zeigt er sich in diesem Fundstück als lustvoller Matchmaker mit Tiefgang.

»Ich kenne keinen besseren, intimeren Kenner der Abgründe des menschlichen Herzens als Henry James … Großartig zu lesen, es ist ein wirklich leichtes, zugängliches Buch.«

Denis Scheck, SWR lesenswert (10. Dezember 2015)

Aus dem Englischen von Andrea Ott
Originaltitel: The Europeans
Originalverlag: .
Mit Nachwort von Gustav Seibt
Hardcover, Leinen mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7175-2388-8
Erschienen am  21. September 2015
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Lesenswertes Sittengemälde

Von: Norman Weiß aus Berlin

24.01.2016

Der Roman ist 1878 erschienen, die Handlung setzt Mitte der 1840 Jahre in Boston ein. Die Eröffnungsszene ist ein Stimmungsbild, eine private, häuslich-intime Szene, auch wenn sie in einem Hotelzimmer spielt. Wir lernen ein junges Geschwisterpaar kennen, Mann und Frau, und sie sagt wiederholt, daß sie auf der Suche nach dem Glück sei. Es sind Europäer, die ihre amerikanischen Verwandten besuchen und kennenlernen wollen. Der Gegensatz Amerika-Europa spielt durchgehend eine große Rolle, beschäftigt beide Seiten, die Figuren erleben Ähnlichkeit und Fremdheit, Faszination und Irritation, die Einordnung der weltläufigen Ausländer bereitet den puritanischen Amerikanern gewisse Schwierigkeiten. Gleichwohl kommen Männer und Frauen sich näher, wohlbehütet durch die Regeln des Anstands und Konventionen. Stereotype Charakterisierungen und zeittypische Attribute James’ muten gelegentlich etwas betulich an, manchmal gelingt den Figuren aber der Ausbruch in eine überraschende Individualität. Insgesamt ein gut lesbarer, kurzweiliger Roman aus der Welt von vorgestern mit zumeist guten, oft charmanten Dialogen. Europa und Amerika begegnen sich in den Figuren der Protagonisten in vertrauter Fremdheit und fremder Ähnlichkeit. Gegensätze ziehen sich an und nicht alle Grenzen werden am Ende überwunden sein. Mehr unter: https://notizhefte.wordpress.com/2016/01/18/henry-james-die-europaeer/

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Trotz flüssigem Schreibstil keine leichte Kost

Von: Nico

07.01.2016

In dem Roman Die Europäer, geht es anfänglich um das ungleiche Geschwisterpaar, der Baronin Eugenia Münster und ihrem Bruder, dem Maler Felix Young. Ohne auch nur mit einem einzigen Penny in der Tasche, machen sich die beiden auf die Reise nach ihrem Onkel, der mit seinen drei Kindern in Bosten wohnt, der sein Geld durch die Vermögensverwaltung gemacht hat und somit steinreich ist. Als das Geschwisterpaar dann auf ihren Onkel und seine drei Kinder trifft, sind diese von den Europäern mehr als fasziniert. Ebenso fasziniert sind die Europäer von den Amerikanern. Der detailreiche Schreibstil von Henry James ist leicht zu lesen und erinnerte mich ein wenig an James Joyce, aber was mich ein wenig nervte, waren die französischen Wörter oder Redewendungen, dich ich dann immer wieder hinten im Buch nachschlagen musste, was mich dann immer aus dem Lesefluss gebracht hat, was ziemlich ärgerlich war, da ich so nicht ganz in das Buch abtauchen konnte. Ich versuchte dann zwar später über diese Wörter und Redewendungen drüber zu lesen, aber das klappte einfach nicht, da diese teils wichtig für das Verständnis des Satzes waren. Doch so sehr ich den Schreibstil und die Idee des Buches mochte, desto trauriger finde ich es, dass die psychologische Tiefe der Charaktere sich mir nicht zeigen wollte und so blieben diese für mich während des Lesens ziemlich trocken - vielleicht war es auch nicht der richtige Zeitpunkt für das Buch, ich weiß es nicht. Vielleicht werde ich es später noch einmal lesen, dann weiß ich ja, worauf ich mich einlasse. Auch die Komik des Buches wollte nicht wirklich überspringen, ich glaube, dass sie sich nur Leuten zeigt, die sich auch mit der Zeit, in der das Buch spielt, auskennen. Im Großen und Ganzen, ist Die Europäer, trotz der Schwierigkeiten, die ich am Anfang mit dem Buch hatte, zwar kein leichtes Buch für zwischendurch, wie ich finde (auch wenn es eine Komödie ist), aber dennoch ein interessant zu lesendes und für Freunde der Weltliteratur ist Henry James bestimmt ein Muss. Doch für Einsteiger, die sich mehr mit solcher Sorte von Büchern auseinandersetzen möchten, wäre dieses Buch für den Anfang nicht geeignet. Antwort von Agelika Schedel aus dem Manesse-Lektorat: In „Die Europäer“ nimmt Henry James ironisch das Typische an „den Europäern“ und „den Amerikanern“ aufs Korn. Wenn Sie psychologisch differenziert gezeichnete Charaktere suchen, würden wir Ihnen seinen Roman Washington Square ans Herz legen. Dort wird auch nicht Französisch gesprochen ;)

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Vita

Henry James

Henry James (1843–1916) wurde in New York geboren, verbrachte jedoch die meiste Zeit seines Lebens auf Reisen und in Europa. Dessen klassischer Literatur, insbesondere aus Russland und Frankreich, galt seine höchste Wertschätzung. Seinen Ruf als Meister der psychologischen Erzählkunst erschrieb er sich mit zwanzig Romanen und über hundert Erzählungen.

Zur AUTORENSEITE

Andrea Ott

Andrea Ott, geboren 1949, hat sich als Übersetzerin englischer und amerikanischer Literatur einen Namen gemacht. Für den Manesse Verlag hat sie Meisterwerke u.a. von Jane Austen, Anthony Trollope, Charlotte Bronte, Elizabeth Gaskell, Henry James, Edith Wharton und Upton Sinclair ins Deutsche gebracht.

zum Übersetzer

Gustav Seibt

Gustav Seibt, geboren 1959, studierte Geschichte und Literaturwissenschaft. Der Mitarbeiter der »Zeit« verfasste »Anonimo Romano. Geschichtsschreibung in Rom an der Schwelle zur Renaissance« (1992, ital. 2000) und mehrere Essaybände. 1995 wurde er mit dem Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa, 1999 mit dem Hans-Reimer-Preis der Warburg-Stiftung ausgezeichnet.

mehr Infos

Links

Pressestimmen

»Die ehrbare Kraft der Neuen Welt trifft auf die laszive Verfeinerung der Alten Welt: Henry James erzählt federleicht eine kleine transatlantische Ethnologie. Jedes Klischee sitzt!«

Ijoma Mangold, Die Zeit

»Ein glänzend geschriebenes Buch.«

Elke Heidenreich, SRF Literaturclub (22. Dezember 2015)

»Die Neuübersetzung lässt das vorletzte Jahrhundert geradezu postmodern erscheinen. ... Henry James gehört zu den Postmodernen und ist deshalb unser höchst lebendiger Zeitgenosse.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Jochen Schimmang (28. November 2015)

»Man nehme Klatsch und mache große Literatur daraus: Henry James hat als psychologischer Erzähler Weltruhm erlangt. Er schrieb herrliche Romane über anderer Leute Geheimnisse.«

Elmar Krekeler, Welt online (23. Dezember 2015)

»Dieser ironisch-leichte Roman . . . ist eine wunderbare Kulturstudie, voller sprühender Dialoge und komischer Szenen. Unbedingt wiederlesen, am besten mehrmals!«

Rbb kulturradio.de, 13.11.2015

»Diese federleichte Comedy of Manners, die so unglaublich ironisch ist – ich habe beim Lesen wirklich oft laut gelacht.«

Felicitas von Lovenberg, SWR lesenswert (10. Dezember 2015)

»Er ist ein Meister! Wie genau er Frauen zeigt und welche Beachtung er den Frauen schenkt, das hat mich überrascht und sehr für ihn eingenommen.«

Bettina Böttiger, SWR lesenswert (10. Dezember 2015)

»Besser geht es nicht!«

Nürnberger Zeitung (28. November 2015)

»Herrlich witzige, Kontinente übergreifende Erzählkunst des 1916 verstorbenen Amerikaners Henry James.«

NEWS (A) (28. November 2015)

»James hat eine Komödie mit glänzenden Dialogen geschrieben; scharfzüngig, brillant und originell.«

Lesart, Unabhängiges Journal für Literatur Heft 3/15 Herbst

«James war ein ungemein genauer, sezierender Beobachter. … Er schien seismografisch genau zu erfassen, dass sich unter der Oberfläche der viktorianischen Gesellschaft feine Risse bildeten.»

taz - die tageszeitung, Ulrich Rüdenauer (26. Februar 2016)

»Eine Komödie ist das über den Clash der Kulturen, voller sprühender Dialoge.«

Kurier (A), Peter Pisa, 25.12.2015

«Sprachlich brillant, mit viel Witz und Ironie ... Entstanden ist ein Roman, der bis zur letzten Seite fesselt.»

Ruhr Nachrichten, Elisabeth Langohr (16. Juni 2016)

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