Die F*ck-it-Liste

Roman

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Amerika in der nahen Zukunft. Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Derweil erhält Frank Brill, ein anständiger Zeitungsredakteur in einer Kleinstadt, der gerade in den Ruhestand getreten ist, eine folgenschwere Diagnose: Krebs im Endstadium. Anstatt sich all die Dinge vorzunehmen, die er schon immer machen wollte, erstellt er eine sogenannte F*ck-it-Liste. In seinem Leben musste er wiederholt Tiefschläge erleiden, nun beschließt er sich an den Menschen zu rächen, die für diese Tragödien verantwortlich zeichneten.

Die F*ck-It-Liste ist einerseits politische Satire, andererseits ein gnadenloser Thriller, der John Niven in angriffslustiger Form zeigt.

»Der düstere Humor des Schotten John Niven war schon immer großartig. Wie er jetzt aber das echte gesellschaftliche US-Klima in eine beklemmend nahe Dystopie umdeutet, ist Extraklasse.«

Stephan Bartels, Brigitte (07. Oktober 2020)

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: The F*ck it List
Originalverlag: Heineman
Hardcover, Pappband, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-26847-0
Erschienen am  12. Oktober 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

John Niven: ”Die F*ck-it-Liste” (Heyne Hardcore)

Von: Christian Funke

13.10.2020

Die USA im Jahr 2026: Donald Trump hat in seiner zweiten Amtszeit abgedankt und damit seiner Tochter Ivanka das Amt im Weißen Haus überlassen. Wie ein Schatten liegt seine populistische Politik über dem Land, in dem Waffengesetze gelockert wurden und dramatisch eskalierende Amokläufe an der Tagesordnung sind. In diesem Klima lebt der sechzigjährige Frank Brill, ein ehemaliger Zeitungsredakteur, für den seine Krebsdiagnose nach einem Leben voller Tiefschläge wie ein Befreiungsschlag vorkommt. Endlich findet er die Kraft, seine F*ck-it-Liste in die Tat umzusetzen… Dass es ein Fehler wäre, John Niven auf seine bissig pointierten und sehr schwarzhumorigen Geschichten zu reduzieren, hat er bereits 2012 mit dem grandiosen Roman Das Gebot der Rache gezeigt. Mit seinem hier vorliegenden Roman Die F*ck-it-Liste präsentiert er eine sehr düstere Utopie, die den Bereich der Satire weit hinter sich lässt, da sie auf erschreckende Weise ein durchaus realistisches politisch-gesellschaftliches Szenario aufzeigt und mit den Versatzstücken des Thrillers geschickt kombiniert. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, mit Frank Brill eine Hauptfigur in den Fokus zu stellen, die sich dem in der Bevölkerung ausgelebten Populismus entgegenstellt und die in ihrer Verzweiflung einen perfiden Plan schmiedet. Niven hält sich dabei nicht zurück, sondern trägt seine Wut, seine Frustration und sein Unverständnis offen nach außen und appelliert an Gerechtigkeit und Werte, die in der aktuellen Zeit vielerorts vergessen scheinen. Auch wenn sein Szenario überzeichnet und überspitzt scheint, ist es ein Gedanke, eine Fantasie vieler, die in der Gegenwart über so manches Verhalten irritiert bis fassungslos den Kopf schütteln. Niven gelingt es, gleichzeitig spannend zu unterhalten und fassungslos zu machen. Der Roman macht wütend, traurig, fassungslos und ist gleichzeitig ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit und ein Appell, seinen Verstand zu nutzen! Ein grandioses Buch, welches ich unbedingt empfehlen kann! Die F*ck-it-Liste (Originaltitel: The F*ck it List, Großbritannien 2020) erscheint als ansprechend gestaltetes Hardcover mit Pappband in einer Übersetzung aus dem Englischen von Stephan Glietsch bei Heyne Hardcore (320 Seiten, €22,00). Im Anhang befinden sich neben Kurzbiografien vom Autor und Übersetzer eine kurze Danksagung Nivens. Mit Die F*ck-it-Liste präsentiert John Niven ein literarisches Bravourstück! Es ist eine scharfsinnige Analyse einer möglichen Zukunft, eine wütende Abrechnung über politische und gesellschaftliche Missstände, ein Thriller-Drama, welches sprachlos macht. Ein Buch, welches grimmig und düster kaum Platz für den ihm sonst eigenen bissigen Humor lässt und den Lesenden schnell in seinen Bann zieht. Ein kraftvolles Buch, welches die Vielseitigkeit Nivens eindrucksvoll unter Beweis stellt!

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Cooler Rache-Thriller vor dem Hintergrund eines erschreckend realistischen Szenarios der Trump-USA in naher Zukunft

Von: Dirk Hoffmann

13.10.2020

Amerika im Jahr 2026 ist fest in der Hand des Trump-Clans. Donald Trump hat zwei Amtsperioden durchregiert und durch einen geschickten Kniff seine Tochter Ivanka erst als Vizepräsidentin installiert und anschließend dafür gesorgt, dass seine Anhänger auch sie zur Präsidentin machen. Die USA haben mittlerweile die Ölreserven im Iran geplündert und Nordkorea in einer postnukleare Wüstenlandschaft verwandelt. Der NRA-Vorsitzende Beckerman hatte als Trumps neuer Mann für Waffenfragen ein Gesetz durchgebracht, das das offene Tragen von Schusswaffen überall in den USA erlaubt. Frank Brill, der sechzigjährige ehemaliger Chefredakteur der „Schilling Gazette“ in der 32.000-Einwohner-Stadt Schilling, Indiana, bekommt die fatale Diagnose, mit seinem Darmkrebs im Endstadium nur noch wenige Monate leben zu dürfen. Etwaige Möglichkeiten zur Behandlung interessieren ihn nicht, da es auch keine Verwandten gibt, die etwas von seinem leicht verlängerten Leben etwas haben könnten. Dafür hat Frank aber eine F*ck-It-Liste mit fünf Namen erstellt, die er persönlich auslöschen will, da sie für schmachvolle Erfahrungen in seinem Leben verantwortlich gewesen sind. Dazu zählt nicht nur der tragische Tod seines Highschool-Freundes Robbie, der sich im Alter von 28 Jahren umgebracht hatte, nachdem er von seinem Coach Hauser missbraucht worden war, sondern auch die Tatsache, dass seine Tochter an den Folgen einer illegalen Abtreibung gestorben war und seine erste Frau Grace, nachdem Frank sie mit Cheryl betrogen hatte, an einen Zahnarzt geraten war, der sie um all ihr Hab und Gut brachte. Es ist in diesen Zeiten überhaupt nicht schwierig, an Waffen zu kommen. Franks dritte Frau Pippa und ihr gemeinsamer Sohn Adam sind 2017 bei einem Amoklauf an der Grundschule in Schilling ums Leben gekommen. Es gibt für Frank also einige Rechnungen zu begleichen. Er fängt bei den ganz persönlichen Feinden an und wendet sich schließlich auch schwieriger zu erledigenden politischen Verantwortlichen zu … „Ihm war übel von dieser endlosen Gülleflut, die er sich zeit seines Lebens auf amerikanischen Golfplätzen anhören musste. Von all dem Dreck, den er dort selbst zum Besten gegeben hatte. America first … beschissene UNO … schaut euch doch an, was Putin für sein Land getan hat, die wischten sich die Ärsche mit der nackten Hand ab … verdammte Demokraten … ein bisschen globale Erwärmung tut uns ganz gut … was diese Menschen wollen, ist ein Holocaust am ungeborenen Leben.“ (S. 224) Der schottische Autor John Niven hat sich mit Romanen wie „Gott bewahre“, „Coma“, „Kill 'em all“ und „Alte Freunde“ in den Olymp der zeitgenössischen Literatur geschrieben. Mit seinem angriffslustigen Ton wendet er sich in seinem neuen Roman „Die F*ck-It-Liste“ einem erschreckend aktuellen und zunehmend globaleren Problem zu, nämlich der Art und Weise, wie Donald Trump als Präsident der mächtigsten Nation der Welt die Demokratie systematisch zersetzt. Um das zu veranschaulichen, hat Niven das Geschehen seines Romans in die nahe Zukunft verlegt, um eine gar nicht so unrealistische Vision davon zu entwickeln, wie sich Trumps Gebaren vor allem auf das gesellschaftliche Leben in den USA auswirkt. Das bedeutet konkret den Ausbau der „Mauer“, die Abschaffung der Pressefreiheit, weitreichende Kompetenzen bei der Verfolgung illegaler Einwanderer, rigorose Strafen bei illegalen Abtreibungen und die Erlaubnis, auch schwere Waffen besitzen zu dürfen. Da Amokläufe und Massaker nahezu an der Tagesordnung sind, fallen Franks Morde kaum ins Gewicht. Niven verknüpft eine sehr persönliche Rachemission à la „Kill Bill“ mit einer düsteren Zukunftsvision, die viel zu schnell bittere Realität werden könnte. Was die Story dabei so interessant macht, dass Nivens Protagonist – obgleich er es als langjähriger Zeitungsjournalist hätte besser wissen müssen – selbst Trump gewählt hat, aber aus dem Denkzettel, den er – wie viele Millionen anderer US-Bürger auch – der etablierten Politiker-Klasse verpassen wollte, ist ein zunehmend außer Kontrolle geratener Boomerang geworden. Doch im Gegensatz zu Frank Brill haben die meisten seiner Mitmenschen ihren fatalen Irrtum nicht eingesehen, und nun steuert das Land auf eine Art Polizeistaat zu, der immer mehr persönliche Rechte beschneidet. Es wäre zu wünschen, dass „Die F*ck-It-Liste“ zur Standard-Lektüre an US-amerikanischen Schulen wird, doch mag man angesichts der aktuellen Entwicklungen und der nach wie vor ungebrochen großen Unterstützung, die Trumps Politik bei seinen Anhängern erfährt, auch als Optimist nicht mehr so recht an eine Rückbesinnung zu den uramerikanischen Werten von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit glauben. „Die F*ck-It-Liste“ ist fraglos Nivens kompromisslosestes Werk, an dessen satirischem Ton man sich als Leser fast verschluckt, so beängstigend real wirken die hier aufgezeigten Szenarien.

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Vita

John Niven, geboren 1966 in Schottland, spielte in den 80er-Jahren Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones und arbeitete nach dem Studium als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch Music from Big Pink. 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends einen internationalen Bestseller. Es folgten zahlreiche weitere Romane, darunter Kultklassiker wie Coma oder Gott bewahre. Neben Romanen schreibt John Niven Drehbücher. Er wohnt in der Nähe von London.

Zur AUTORENSEITE

Stephan Glietsch

Stephan Glietsch, geboren 1967, war lange Jahre Redakteur beim Musikmagazin Spex. Als freier Autor und Literaturübersetzer lebt und arbeitet er in Köln. Neben den Romanen von Irvine Welsh übersetzte er u.a. sämtliche Bücher von John Niven.

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Events

19. Okt. 2020

Doppellesung: Welsh: "Die Hosen der Toten". Das große Finale von Trainspotting / Niven: "Die F*ck-it-Liste"

20:00 Uhr | München | Lesungen
John Niven, Irvine Welsh
Die Hosen der Toten | Die F*ck-it-Liste

20. Okt. 2020

Doppellesung: Irvine Welsh & John Niven Live: Die Hosen der Toten & Die F*ck-it-Liste

20:30 Uhr | Berlin | Lesungen
John Niven, Irvine Welsh
Die Hosen der Toten | Die F*ck-it-Liste

Videos

Pressestimmen

»Selten war einem ein Killer derart sympathisch.«

Stephan Bartels, Brigitte (07. Oktober 2020)