Die F*ck-it-Liste

Roman

Hardcover
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Amerika in der nahen Zukunft. Nachdem Donald Trump zwei Amtszeiten durchregiert hat, ist jetzt seine Tochter Ivanka an der Macht. Das Land ist tief gespalten, die Jahre populistischer Politik haben ihre Spuren hinterlassen. Derweil erhält Frank Brill, ein anständiger Zeitungsredakteur in einer Kleinstadt, der gerade in den Ruhestand getreten ist, eine folgenschwere Diagnose: Krebs im Endstadium. Anstatt sich all die Dinge vorzunehmen, die er schon immer machen wollte, erstellt er eine sogenannte F*ck-it-Liste. In seinem Leben musste er wiederholt Tiefschläge erleiden, nun beschließt er sich an den Menschen zu rächen, die für diese Tragödien verantwortlich zeichneten.

Die F*ck-It-Liste ist einerseits politische Satire, andererseits ein gnadenloser Thriller, der John Niven in angriffslustiger Form zeigt.

»Der düstere Humor des Schotten John Niven war schon immer großartig. Wie er jetzt aber das echte gesellschaftliche US-Klima in eine beklemmend nahe Dystopie umdeutet, ist Extraklasse.«

Stephan Bartels, Brigitte (07. Oktober 2020)

Aus dem Englischen von Stephan Glietsch
Originaltitel: The F*ck it List
Originalverlag: Heineman
Hardcover, Pappband, 320 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-453-26847-0
Erschienen am  12. Oktober 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Bitterböse und traurig

Von: EvaKrafczyk

02.01.2021

Es ist nicht ganz einfach, eine Kategorie für John Nivens Roman "Die F*ck-it-Liste" zu finden: Polit-Satire, Thriller, Drama? Wie man es aus anderen Romanen des schottischen Autors kennt, geht es ganz schön brachial und blutig zu. Doch im Gegensatz etwa zu "Kill ´em all" (das ich im vergangenen Oktober hier rezensiert habe https://nimm-ein-buch.blogspot.com/2020/10/der-bad-boy-ist-zuruck-kill-em-all.html), ist Die F*ck-it-Liste, düsterer, trauriger, ohne die an Tarrantino erinnerten Gewalt-Grotesken. Wie Leonard Cohen schon sang: You want it darker? Das gilt für dieses Buch. Nicht nur, dass Frank Brill, ehemaliger Zeitungsredakteur einer Kleinstadtzeitung im Mittleren Westen, erfahren muss, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und ihm nicht mehr viel Zeit bleibt. Der Mann hat in den vergangenen Jahren gleich mehrere schwere Schicksalsschläge überstehen müssen: Seine dritte Frau und sein jüngster Sohn kamen bei einem Schulmassaker ums Leben, seine ältere Tochter aus zweiter Ehe nach einer missglückten Abtreibung. Denn in den USA der nahen Zukunft, in der der Roman spielt, konnte die ungewollt schwangere Collegestudentin legal keinen Schwangerschaftsabbruch mehr vornehmen. Die bekannte Roe vs. Wade-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, ein Durchbruch für das Recht der Frauen auf die Entscheidung, ob sie eine Schwangerschaft abbrechen oder nicht, ist mittlerweile gekippt. In zwei Amtszeiten von Donald Trump haben sich die USA dramatischverändert. Derzeit ist Ivanka Trump die Bewohnerin des Weißen Hauses, als Mann fürs Grobe ist Vizepräsident Sean Hannity, ehemals Fox News, zuständig. Nicht nur Frauenrechte sind vom Obersten Gerichtshof, in dem jetzt die Erzkonservativen das Sagen haben, zurückgedrängt worden. Für Waffen, auch automatische, sind weder Sicherheitsüberprüfung noch sonstige Regeln notwendig. Proteste und Demonstrationen sind nur noch im Kleinstformat erlaubt, es ist verboten, Staatsbedienstete im Einsatz zu filmen oder fotografieren, etwa wenn sie gewaltsam gegen Demonstranten oder Verdächtige vorgehen. Die Mauer an der Grenze zu Mexiko steht schon in vielen Bereichen, gegen echte oder vermutete illegale Einwanderer wird hart durchgegriffen. Das Amerika, das Niven in seinem Buch schildert, wirkt nach den Erfahrungen mit vier Jahren der Trump-Präsidentschaft gar nicht so weit aus der Luft gegriffen. Die Befürchtungen, was eine zweite Amtszeit für den Zustand der Demokratie bedeutet haben könnte, dürften auch viele Trump-Gegner bei der letzten Wahl geteilt haben. Und allein die Ernennung der Nachfolgerin von Ruth Ginsburg zeigte, dass es Dinge gibt, bei denen Satiriker gar nicht übertreiben können. Wie konnte es so weit kommen? Frank Brill sieht sich als Teil des Problems, hat er doch als typischer Wechselwähler 2016 Trump die Stimme gegeben, in der Überzeugung, der werde eh nicht gewinnen. Während seine Lebenszeit verrinnt, will er abrechnen mit denen, die er persönlich oder politisch verantwortlich macht für die Tragödien in seinem Leben. Er begibt sich auf einen tödlichen Road-Trip, dessen Ausgang der Leser schon ahnt. Insofern halten sich Überraschungen in Grenzen. Am stärksten ist "die F*ck-it-Liste" da, wo die dystopische Zukunftsversion geschildert wird, die gar nicht so überzogen wirkt. Zwischen nationalem Größenwahn, Grundrechtsbeschränkung und dem Erstarken der Waffenlobby ist die von Niven gezeichnete Welt durchaus eine düstere Möglichkeit, wenn am Wahltag fatale Entscheidungen getroffen werden.

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Extrem kurzweilig, aber auch beklemmend

Von: worldwidewave.de

20.12.2020

„Die F*ck-It-Liste“ ist politische Satire und Thriller, der neunte Roman aus der Feder von Erfolgsautor John Niven. Der Schotte besticht durch seinen beißenden Humor und detailgenaue Schilderungen, als Journalist hat er Artikel für “FHM”, “Q”, “Word”, “Socialism” und “GolfPunk” und außerdem einige, teils preisgekrönte, Drehbücher und Theaterstücke verfasst. Mit „Die F*ck-It-Liste“ hat Niven einen kurzweiligen Unterhaltungsroman mit sehr kritischen Untertönen vorgelegt. Darin denkt der Autor die USA der Trumps und ihrer Anhänger nur konsequent weiter, so wie es im absoluten Worst Case sein könnte: Mit einem geschickten politischen Kniff ist es Donald Trump noch während seiner zweiten Amtszeit gelungen, Tochter Ivanka im Weißen Haus zu installieren. Offiziell lenkt sie die Geschicke der USA, doch sein Schatten liegt auch 2026 über dem ganzen Land. Dieser dystopische Blick auf die USA der Zukunft entwickelt mit zwingender Logik die Politik Donald Trumps in aller Konsequenz zu Ende: So wurde das Recht auf Abtreibung ausgehöhlt, die Bewaffnung ist für einen guten Bürger kein Problem und die Mauer zu Mexiko hat die Fremdenfeindlichkeit weiter gesteigert. Wo Amokläufe unter den Tisch gekehrt werden, droht bei Abtreibung der elektrische Stuhl. Während die Pressefreiheit abgeschafft wurde, bekamen Ordnungshüter freie Hand bei der Ausführung ihrer Pflichten: Illegale aufspüren, Minderheiten schikanieren, dafür sorgen, dass nichts in soziale Medien gelangt, was die Realität abbildet. Die USA sind ein Polizeistaat. Nivens Hauptperson, Frank Brill, Zeitungsredakteur im Ruhestand, ist indirekt Opfer des Trump-Systems geworden und hat Frau und Kinder verloren. Er gehört nicht zum Gros der weißen Bevölkerung, das in den USA im Jahr 2026 Beifall zu rigidesten Maßnahmen klatscht, für Populismus empfänglich ist, bei dem sich latente Fremdenfeindlichkeit zu unverhohlenem Rassismus ausgewachsen und Egoismus jeden Anflug von Idealismus abgelöst hat. Als Brill dann auch noch die Diagnose Krebs im Endstadium bekommt, fasst er den Vorsatz, einen bislang nur ausgedachten Plan, umzusetzen: Auf seiner „F*ck-It-Liste“ stehen die Namen von fünf Männern, die er zum einen für sein persönliches Unglück und zum anderen für das des gesamten Landes verantwortlich macht. Brill will diese Liste abarbeiten, indem er die Männer darauf tötet. Er macht sich ans Werk und zieht los. In packender Sprache, die in ihrer Rohheit ein bisschen an Charles Bukowski erinnert, erzählt John Niven die Geschichte eines Mannes, der nichts mehr zu verlieren hat und auf einen persönlichen Rachefeldzug geht. Dabei breitet der Autor in jedem Kapitel immer nur ein Stück der Geschichte von Frank Brill aus, so dass der Leser auf Spannung gehalten wird erst nach und nach die Zusammenhänge in ein großes Ganzes einordnen kann. Das macht Niven großartig, weil er immer wieder Wendungen in die Geschichte einbaut, die fast ein wenig satirisch anmuten und trotz der düsteren Geschichte sogar das ein oder andere Mal zum Schmunzeln verleiten. Die politische Anti-Trump Haltung des Autors kommt dabei klar heraus, die Hintergründe im Buch sind eine starke Vermischung des realen Zustands in den USA und der Fiktion einer Fortführung des Systems Trump, das in eine Diktatur ausartet. Wenn man dieses Buch liest, erscheint es einem manchmal zu einfach: die Handlung ist schlüssig, es liest sich locker und flüssig, vielleicht zwischendurch sogar etwas plump. Aber Vorsicht, bei John Niven steht Vieles immer zwischen den Zeilen: Dieses Buch ist eine gewaltige Anklage, ein Fingerzeig, er hält der Gesellschaft in den USA den Spiegel vor und ist so ein unglaublich eindringlicher Appell an die Bevölkerung eines Landes, das sich gerne als „Freiestes der Welt“ bezeichnet, aber sich auf einen gefährlichen Weg begeben hat. Dabei schildert Niven die Lebensumstände so drastisch, dass sich dem Leser teilweise die Nackenhaare aufstellen – so realistisch ist das was-wäre-wenn Szenario. „Die F*ck-It-Liste“ ist extrem kurzweilig und lustig, aber gleichzeitig bestürzend und beklemmend. Vor dem Hintergrund der politischen Situation in den USA eine spannende Dystopie.

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Vita

John Niven, geboren 1966 in Schottland, spielte in den 80er-Jahren Gitarre bei der Indieband The Wishing Stones und arbeitete nach dem Studium als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich 2002 dem Schreiben zuwandte. 2006 erschien sein erstes Buch Music from Big Pink. 2008 landete er mit dem Roman Kill Your Friends einen internationalen Bestseller. Es folgten zahlreiche weitere Romane, darunter Kultklassiker wie Coma oder Gott bewahre. Neben Romanen schreibt John Niven Drehbücher. Er wohnt in der Nähe von London.

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Stephan Glietsch

Stephan Glietsch, geboren 1967, war lange Jahre Redakteur beim Musikmagazin Spex. Als freier Autor und Literaturübersetzer lebt und arbeitet er in Köln. Neben den Romanen von Irvine Welsh übersetzte er u.a. sämtliche Bücher von John Niven.

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Pressestimmen

»Sehr gelungen ist (…) die Mischung aus Thriller, Dystopie und Satire, bei der einem manchmal jedoch das Lachen im Halse stecken bleibt, weil einiges erschreckend nah in Reichweite der Realität liegt.«

»Selten war einem ein Killer derart sympathisch.«

Stephan Bartels, Brigitte (07. Oktober 2020)

»John Nivens neuer Roman „Die F*ck-it-Liste“ wirft einen rabenschwarzen Blick in Amerikas nahe Zukunft.«

Märkische Allgemeine Zeitung (21. Oktober 2020)

»Gruselig real«

Nürnberger Zeitung (14. Oktober 2020)

»Ein verblüffend schlüssiges Szenario für die kommenden sechs Jahre«

Welt Online (13. Oktober 2020)

»Wer schwarzen Humor mag, der wird das genießen.«

Ziphora Robina, Bremen 2 (Radio Bremen) (29. Oktober 2020)

»John Niven (…) hat eine Dystopie-Satire geschrieben, die manchmal beunruhigend an der möglichen Realität kratzt.«

Christina Böck, Wiener Zeitung (30. Oktober 2020)