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Die Frauen des Lazarus Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-442-75378-9

Erschienen: 16.03.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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Das Leben des genialen Physikers Lazarus Lindt - erzählt aus der Perspektive der drei Frauen seines Lebens.

Lazarus Lindt ist ein Genie der Physik: Autodidakt, Einzelgänger, Wunderkind. Seine Ziehmutter Marusja liebt er auf eine Weise, die mit der Liebe zwischen Mutter und Sohn nicht viel gemein hat. Erst nach Marusjas Tod verliebt er sich ein zweites Mal. In Galina, eine junge Frau, die seinen Körper ebenso verabscheut wie den Sohn, den er ihr schenkt. Und doch wird sie es sein, die nach dem frühen Tod ihres Sohnes ihre Enkelin Lidotschka großzieht. Lidotschka lernt durch den Verlust ihrer Eltern und die hämische Gleichgültigkeit ihrer Großmutter früh, Schmerz zu ertragen. Doch es dauert, bis sie begreift, dass man manchmal bis zum äußersten Rand der Erde vordringen oder sogar sterben muss, um seine Liebe und sein Zuhause zu finden.

Marina Stepnowa (Autorin)

Marina Stepnowa wurde 1971 in Jeffremov, einer kleinen Stadt in der Region Tula, geboren. Sie wuchs in Moskau auf, wo sie heute noch lebt, und studierte dort am Gorki-Literaturinstitut sowie am Institut für Weltliteratur, außerdem arbeitet sie als Chefredakteurin und als Übersetzerin. Aus dem Rumänischen übersetzte sie das Drama „Der Stern ohne Namen“ von Mihail Sebastian, das in Russland an einer Reihe von Theatern aufgeführt wurde. Marina Stepnowa schreibt Romane und Erzählungen. Für „Die Frauen des Lazarus“ erhielt sie den Preis „Das große Buch“ 2012 und war im selben Jahr in der engeren Wahl für den „Nationalen Bestsellerpreis“ und den russischen „Booker-Preis“.


Kerstin Monschein (Übersetzerin)

Kerstin Monschein, geboren 1979 in Eisenstadt, Übersetzerstudium (Deutsch, Englisch, Russisch) in Graz und St. Petersburg. Übersetzungen von Marina Stepnowa, Andrej Kurkow u. a.

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Russischen von Kerstin Monschein
Originaltitel: Zhenshchiny Lazarya
Originalverlag: ACT

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-442-75378-9

€ 21,99 [D] | € 22,70 [A] | CHF 29,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: btb

Erschienen: 16.03.2015

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Das Streben nach Glück von drei Frauen – im Schatten eines großen und einzigartigen Mannes

Von: tination Datum: 19.06.2016

https://booksoftination.wordpress.com/

Das Buch: Lazarus Lindt ist ein eigensinniger und genialer Wissenschaftler in Russland. Und er beeinflusst das Leben von drei Frauen: Marusja, seine Stiefmutter. Galina, die Ehefrau. Und Lidotschka, seine Enkelin. Dieses Buch erzählt über die Schicksale dieser drei Frauen, die einen gemeinsamen Nenner haben: Lazarus.

Fazit: Vornweg: dieses Buch ist doch eher ein Schicksalsroman über verschiedene Frauen in Russland. Doch trotz all der Tragik ist dieses Werk keine Schmonzette. Lazarus, der Titelgeber wird immer nur Abschnittsweise und aus der Ferne erzählt. Denn im Mittelpunkt stehen ganz klar die Frauen. Und das sind drei starke Wesen mit unterschiedlichen Leben. Und doch verbindet sie der Lazarus. Denn nur durch ihn sind sie geprägt und müssen oft Leid ertragen – auf der Suche nach dem wahren Glück und Zufriedenheit.

Vor dem Hintergrund der russischen Geschichte werden nicht nur die drei Frauen detailiert erzählt. Auch Lazarus erscheint am Ende des Buches für den Leser als eine detailreiche Figur. Trotzdem bleibt Lazarus Lindt im Vergleich zu den drei Frauen sehr blass zurück und kann sich nicht mit dem Titelnamen messen. Auch die drei Frauen erscheinen unterschiedlich groß in diesem Buch. Während Marusja noch sehr kurz und auf einem kurzen Lebensabschnitt begleitet wird, geht das Buch sehr auf die Ehe zwischen Lazarus und Galina ein. Das hat durchaus seine Berechtigung, erscheint im Ganzen doch ein wenig zu wuchtig. Und Lidotschka ist zum Schluss die Leidtragende der Geschichte, die in dem zu großen Schatten des Lazarus steht.

Zum Ende hin rutscht dieses Buch doch ein wenig in den Kitsch ab. Ein paar Seiten kurz vor Schluss passen überhaupt nicht zu dem Rest des Buches und laufen Gefahr, das ganze Werk in ein schlechtes Licht zu rücken. Das Ende ist jedoch wieder schlüssig und schließt doch die Schicksale der Frauen gut ab. Ich blicke also gerade noch so darüber hinweg und schwelge lieber in den Leben der drei Damen.

Textlich ist dieses Buch sehr gut geschrieben. Alleinstellungsmerkmal sind die wenigen wörtlichen Reden. Es scheint, als würde die Autorin lieber erzählen als die Figuren sprechen zu lassen. Das kann für einige ungewöhnlich erscheinen, doch es trifft hier den Ton. Und dieser ist rau und kalt - harte russische Winter.

Zusammenfassend ist es ein tolles Buch über drei Schicksale in der russischen Geschichte ab 1900. Wenn man über das Intermezzo kurz vor Schluss hinwegsehen kann, ist dieses Buch durchaus zu empfehlen. Wer auf einen etwas anderen Familienroman in Russland steht, wird hier definitiv nicht enttäuscht werden.

Vergebliche Suche nach dem Familienglück

Von: YukBook Datum: 31.08.2015

www.yukbook.me

Treffender könnte der Titel dieses Romans von Marina Stepnowa nicht sein. Obwohl der geniale Physiker Lazarus Lindt und sein wissenschaftlicher Durchbruch genügend Stoff für eine Geschichte bieten würden, spielt er hier eher eine untergeordnete Rolle. Umso lebendiger werden die drei Frauen gezeichnet, die einen besonderen Bezug zu Lindt und seinem Aufstieg als gefeierten Wissenschaftler hatten.

Einer der spannendsten Momente war für mich die Begegnung zwischen dem bettelarmen Physiker und dem renommierten Professor Tschaldonow, der ihn in seinem Haus aufnimmt und ihm eine Stelle an der Fakultät für Physik und Mathematik verschafft. Unglücklicherweise verliebt sich Lindt in dessen gütige Frau Marusja. Seine Gefühle bleiben jedoch unerwidert. Nach Marusjas Tod verliebt er sich erneut, diesmal in Galina, die nicht gegensätzlicher sein könnte: selbstverliebt, geltungsbewusst und angsteinflößend. Galina profitiert von Lindts Aufstieg zum Jahrhundertgenie, entwickelt sich zu einer angesehenen Madame und legt sich einen Hofstaat zu. Doch auch in dieser Beziehung bleibt Lindt das ersehnte Liebesglück verwehrt. Im Gegenteil: Galina ekelt sich sowohl vor ihrem Mann als auch vor dem gemeinsamen Sohn Borik. Hier zeigt die Autorin ihre humorvolle Seite und spricht von einer Lindtophobie. Ich hatte Mitleid mit beiden Männern, besonders mit Lindt, der sich nichts sehnlicher wünscht, als eine glückliche Ehe zu führen wie seine Zieheltern. "Seine Genialität reicht nicht bis zu den simplen Gesetzen des alltäglichen menschlichen Lebens" heißt es an einer Stelle treffend.

Am Ende tritt endlich eine Frau zum Vorschein, die sich für Lindts Leben interessiert, allerdings erst nach seinem Tod. Es ist seine Enkelin Lidotschka, die sich zunächst vor ihrer unnahbaren Großmutter in ihre Bücher flüchtet und später das Familienglück findet, das sich Lindt so sehr gewünscht hatte.

Marina Stepnowa erzählt in bildhafter Sprache eine sehr bewegende Familiensaga und lässt dabei viele interessante geschichtliche Hintergründe über das Leben in Russland im 20. Jahrhundert einfließen.

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