Die Geschichte einer anständigen Familie

Roman

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Hardcover
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Maria wächst in den Gassen der Altstadt von Bari heran – in einer rauen Welt, die in den Achtzigerjahren noch geprägt ist von Traditionen und den strengen Regeln innerhalb der Familie. Aber Maria hat einen unbändigen Freiheitswillen, und sie lehnt sich auf: gegen den tyrannischen Vater, den groben Bruder, die Rolle als folgsames Mädchen. Ihr einziger Verbündeter ist Michele, Sohn einer verhassten Familie in der Stadt und Außenseiter wie sie. Doch durch ein tragisches Ereignis werden die beiden gezwungen, getrennte Wege zu gehen. Bis sie sich einige Jahre später wiedersehen – und Maria einen kühnen Entschluss fasst ...

»Eindrücklich und poetisch beschreibt Autorin Rosa Ventrella, welche Wirkung enge, traditionelle Denkmuster auf freiheitsliebende Menschen haben.«

DONNA (20. September 2019)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt
Originaltitel: Storia di una famiglia perbene
Originalverlag: Newton Compton
Hardcover mit Schutzumschlag, 352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-31524-6
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Bari, Italien

Leserstimmen

Lektüre, die einem nachgeht

Von: Qultur-HH

05.11.2019

Mal wieder ein bewegender, bittersüßer Roman aus Italien: Rosa Ventrella beschreibt in „Die Geschichte einer anständigen Familie“, wie das Mädchen Maria De Santis in den damals, in den 80er Jahren, noch heruntergekommenen Gassen in der verrohten Altstadt Baris aufwächst. Gewalt ist an der Tagesordnung, denn Marias Vater bricht immer wieder in fürchterliche Tobsuchtsanfälle aus, verprügelt seine Söhne, zertrümmert die Einrichtung. Doch es gibt Momente, in denen er sanft, beinahe zärtlich ist. So ambivalent wie sein Charakter ist das ganze Leben im Viertel San Nicola für Maria. Bedrückend und eng, wo jeder alles über jeden weiß, das ganze Leben in der kleinen Öffentlichkeit der Nachbarn stattfindet, hat doch jeder auch seine Geheimnisse. Für das aufgeweckte Mädchen scheint der einzige Ausweg die Schule zu sein. Dort kann sie lernen und lesen – und sie lernt ihren besten Freund Michele kennen. Doch ihr strenger Vater verbietet ihr jeglichen Umgang mit ihm … Schafft es Maria, sich aus der erstickenden Umarmung ihrer Familie und Umgebung zu befreien? Rosa Ventrella schafft eine bedrückende Atmosphäre der Prädestination – ein Gefühl, das im Süditalien der 80er und 90er Jahre noch vorherrschend gewesen zu sein scheint. So hat auch Francesca Barra in ihrem Buch „Zauber eines Sommers“, das in der an Apulien angrenzenden Region Basilikata spielt, die Enge der Dorfgemeinschaft thematisiert, die schiere Unmöglichkeit eines sozialen Aufstiegs. Rosa Ventrella schreibt klar, manchmal geradezu emotionslos und unterstreicht damit das Gefühl des so heruntergekommenen Viertels, in dem für Gefühle kein Platz zu sein scheint. Dabei scheint es eher an den Personen selbst zu liegen. So wirft der Roman auch die Frage auf, inwieweit uns unsere Familie prägt und inwieweit wir uns selbst einschränken. Wer mit dem Ende des Buches unzufrieden ist: Es ist eine Fortsetzung in Planung.

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Geschichte über das Heranwachsen eines Mädchens in einem sozial schwachen Milieu - etwas belang- und emotionslos geschrieben

Von: schnäppchenjägerin

19.10.2019

Maria de Santis wächst in den 1980er-Jahren in Bari in Süditalien zusammen mit ihren beiden Brüder Giuseppe und Vincenzo bei ihren Eltern heran. Maria ist ein Wildfang und sieht mit ihrer dunkleren Hautfarbe etwas exotischer aus als die anderen Kinder in ihrer Umgebung. Unter den Gleichaltrigen fällt sie auf und ist nicht besonders beliebt. Sie wehrt sich gegen gemeine Mitschüler, was ihr auch innerhalb der Familie den Spitznamen "Malarcarne" (Teufelsbraten) einfängt. Ihr bester Freund wird Michele, in den sie sich später verliebt. Dieser gehört allerdings einer Familie an, die von den Einwohnern Baris ausgeschlossen wird und die auch Marias Vater als Feindbild sieht. Er verbietet ihr in seiner tyrannischen Art den Umgang mit Michele. Trotz ihres Freiheitsdranges fügt sich Maria aus Angst vor dem Jähzorn ihres Vaters seinem Willen bis sie als erwachsene Frau ihre Gefühle nicht mehr unterdrücken kann und möchte. Mir fiel es schwer, mich in den Roman einzufinden, da man zu Beginn mit sehr vielen Namen von Familienmitgliedern, Mitschülern und Stadtbewohnern konfrontiert wird, die sich in der Masse auf einmal gar nicht so leicht einordnen lassen. Es folgt eine Beschreibung der Kindheit und Jugend von Maria, die sich nirgendwo wirklich zugehörig fühlt. Bis auf Michele, der selbst ein Außenseiter ist, hat sie keine engen Freunde und in ihrer Familie herrscht ihr Vater als autoritärer Patriarch, der vor Drohungen und Gewalt nicht zurückschreckt. Die Mutter ordnet sich ihm unter flüchtet sich in Fantasien, dass der Geist ihrer toten Schwester noch im Haus ist und ihr beisteht. Man wird an einen Ort versetzt, in dem Kriminalität und Gewalt zwischen den Familien in den späten 1980er-/ frühen 1990er-Jahren allgegenwärtig sind und nicht weiter hinterfragt werden. Die Atmosphäre des Romans ist deshalb eher düster, auch wenn am Beispiel des älteren Bruders Giuseppe gezeigt wird, dass ein Ausbruch aus dem monotonen, armseligen Leben in der Kleinstadt möglich ist. Dies wünscht man auch Maria, die intelligent genug erscheint, die Stadt und die Verbote ihres Vaters hinter sich zu lassen. Trotz der Erzählungen aus ihrer Sicht über knapp zehn Jahre bleibt Maria unnahbar und ihre Gefühlswelt verborgen. Es ist schwer nachzuvollziehen, was sie für ihre Mutter, ihren Vater und Michele wirklich empfindet. Gerade in Bezug auf Michele waren ihre Emotionen so zurückhaltend, dass die Frage offen blieb, ob sie ihn tatsächlich liebt oder nur als Gelegenheit nutzt, um aus ihrer Familie ausbrechen zu können und vor allem ihrem Vater seine Grenzen aufzuzeigen. "Die Geschichte einer anständigen Familie" ist eine Geschichte über das Heranwachsen eines Mädchens in einem sozial schwachen Milieu, die einen halbherzigen Versuch unternimmt, aus der Enge von Kleinstadt und Familie auszubrechen. Es ist keine Geschichte über die Familie de Santis - dafür ist sie in Bezug auf die Charaktere zu oberflächlich und zu kurz gefasst. Für mich plätscherte die Geschichte ohne merkliche Höhepunkte dahin - mir fehlten Spannungsmomente und Emotionen, Maria blieb mir zu passiv und unnahbar und ich hatte Schwierigkeiten mich in ihre Gefühlswelt hineinzudenken.

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Vita

Rosa Ventrella ist im Hauptberuf Lehrerin und lebt mit ihrer Familie in Cremona; sie stammt ursprünglich aus Bari und ist dort in den Achtzigerjahren aufgewachsen wie die Protagonistin ihres Romans »Die Geschichte einer anständigen Familie«. Eine Fortsetzung dieses Romans sowie weitere Romane der Autorin sind bei Goldmann in Vorbereitung.

Zur AUTORENSEITE

Christiane Burkhardt

Christiane Burkhardt lebt und arbeitet in München. Sie übersetzt Romane und Sachbücher aus dem Italienischen, Niederländischen und Englischen und hat u. a. Werke von Paolo Cognetti, Domenico Starnone, Fabio Geda, Wytske Versteeg, Pieter Webeling, Willam Shaw und Hannah Richell ins Deutsche gebracht. Darüber hinaus unterrichtet sie literarisches Übersetzen.

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Pressestimmen

»Ein mitreißendes, ehrliches Epos über den Mut der Frauen, die Macht der Familien und die rettende Kraft der Liebe.«

FÜR SIE (07. Oktober 2019)

»Dass dieser Roman in Italien zum Bestseller wurde, erstaunt nicht.«

freundin (16. Oktober 2019)