Die Goldene Legende

Roman

Hardcover
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Wenn ein Leben nur in der Lüge möglich ist

In dem Moment, als auf der Grand Trunk Road Schüsse zu hören sind, beginnt Nargis' Leben zu zerbrechen. Ihr Ehemann gelangt versehentlich ins Kreuzfeuer und stirbt, bevor sie ihm die Wahrheit über ihre Vergangenheit beichten kann. Schon seit Längerem fürchtet sie, dass diese bald ans Licht kommen wird: Ein Unbekannter verkündet regelmäßig Geheimnisse der Anwohner vom Minarett der örtlichen Moscheen und versetzt damit Muslime und Christen gleichermaßen in Angst. Als die Lautsprecher die verbotene Liaison ihres Nachbarn mit der Tochter des muslimischen Geistlichen aufdecken, sind die Einschläge so nah, dass Nargis handeln muss ...

In der für ihn typischen leuchtenden Prosa erzählt Nadeem Aslam eine Geschichte über Fanatismus, Widerstandsvermögen und die Lügen, die manchmal nötig sind, um zu überleben. Ein mutiger, zeitgemäßer und schmerzlich schöner Roman, in dem sich Pakistans Vergangenheit und Gegenwart spiegeln.

»So eine Stimme mag leise erscheinen neben dem Gebrüll der Fanatiker. ... Umso wichtiger, dass wir seiner Stimme zuhören und nicht dem Geschrei der Extremisten.«

FAZ Frankfurter Allgemeine, Cindy Riechau (16. November 2017)

Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Originaltitel: The Golden Legend
Originalverlag: Faber and Faber
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-421-04755-7
Erschienen am  04. September 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Badami Bagh , Pakistan

Leserstimmen

Die goldene Legende - Nadeem Aslam

Von: ahukader

09.11.2019

Pakistan. Ich denke im Jahre 2012. Immer wieder werden die damaligen Karikaturen in denen man sich über Mohammed lustig gemacht hat, erwähnt. Dieses Buch hat sehr viele geballte Informationen. Nargis ist eine der Hauptcharaktere. Sie und ihr Mann sind Architekten und muslimischen Glaubens. Sie haben Christen zu Nachbarn. Lily der Rikschafahrer und seine Tochter Helen, die durch Nargis und ihren Mann eine gute Ausbildung genießt. Nargis hat ein großes Geheimnis und hat Angst davor, dass dieses Geheimnis bald raus kommt. Denn jeden Abend predigt der Muezzin in der Mosche nach dem Gebet und gibt Sachen über die Bewohner preis. Am meisten hetzt er gegen die Christen auf und wirft ihnen Gotteslästerei vor. Nargis möchte ihrem Mann Massud ihr Geheimnis verraten, bevor es über die Lautsprecher der Moschee der ganzen Stadt verkündet wird, doch gerät Massud auf der Grund Trunk Road ins Kreuzfeuer und stirbt. Ab dann beginnt eine schwere Zeit für Nargis, Lily und auch Helen. Immer wieder tauchen Geheimdienstagenten bei Nargis auf und drohen ihr und sagen, dass sie bei der Gerichtsverhandlung öffentlich sagen wird, dass sie dem Mörder ihres Mannes verzeihe. Imran ein Junger Mann der auch Moskau genannt wird, kommt aus Indien nach Pakistan um sich dort in einem Islamisten-Lager ausbilden zu lassen. Doch ziemlich schnell merkt er, dass alle dort für ihn zu fanatisch sind. Er verlässt das Lager und ist somit auf der Flucht und das Schicksal führt dazu, dass er Nargis und Helen kennenlernt. Er war an dem Tag, an dem Massud erschossen wurde auch auf der Grand Trunk Road. Dank Imrans Charakter bindet der Schriftsteller das Kaschmir-Problem sehr gut in die Geschichte ein. Nun ist es so, dass Helens Vater Lily eine Bindung mit der Tochter des Imams hat. Er schleicht sich nachts zu Aysha in ihr Schlafzimmer. Aysha hat ihren Mann verloren und hat einen Sohn namens Billu, der durch den Krieg seine Füße verloren hat, als er auf eine Miene getreten ist. Die Stellen im Buch mit diesem kleinen Jungen, der tapfer seine Protesen anbringt und in die Schule geht, hat mich zu tiefst berührt. Ayshas Schwager (der Bruder ihres verstorbenen Mannes) lebt mit Aysha, Billu und Ayshas Vater dem alten Imam in einem Haus und versucht Aysha zu unterdrücken und Billu auch fanatisch zu machen. Nun ist es so, dass eines Abends über die Lautsprecher der Mosche das Verhältnis von Lily und Aysha bekannt gegeben wird. Ab dann beginnt im wahrsten Sinne des Wortes eine Verfolgungsjagd. Lily muss sich verstecken. Nargis ebenfalls, denn sie möchte dem Mörder nicht verzeihen. Helen wurde durch ihren Vater ebenso zum Opfer der Fanatiker und wird als Attentäterin gesucht. Imran ist sowieso auf der Flucht. Nargis, Helen und Imran setzten sich auf einer Insel ab, auf der Nargis und Massud ein Haus gebaut haben. Ich muss sagen, dass ich einfach dieses Buch gebannt gelesen habe. Es ist sehr spannend und auch die Probleme die angesprochen werden gehen einem unter die Haut. Man lernt sehr viel über die Situation in Pakistan und dann dem Kaschmir-Problem auch über die Beziehungen zwischen Indien und Pakistan. Die Korruption der Offiziere und Geheimdiensten bringen einen dazu, sich sehr aufzuregen. Und bis zum Ende sieht das ganze so aus, dass es absolut keine Hoffnung für die Menschen des Landes gibt. Es hat mich zu sehr erschüttert. Absolute Leseempfehlung.

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fairytale-like

Von: Viola Häuser aus München

06.12.2018

Der Rosenregen, schön, romantisch, bizarr in all dem Elend hat mir sehr gut gefallen. Viele schöne, glitzernde, bizarre Beschreibungen im Lebensdunkel, märchenhaft. Die Insel hat was von Avalon. Lustig ist, das Fra Lippo Lippi gar kein Maler ist, sondern eine Band, im Gegensatz zu Giotto und Fra Angelico, dies laut Wikipedia wirklich gegeben hat. Heisst die Mutter von Imran nun auch Grace (Seite 266)? Auf Seite 150 fehlt Imran ein r, da heißt er Iman wie der muslimische Vorbeter...

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Vita

Nadeem Aslam wurde 1966 in Gujranwala, Pakistan, geboren und musste mit vierzehn Jahren das Land wegen des Widerstands seines Vaters gegen das Zia-Regime verlassen. Er studierte in England Biochemie und Literatur und lebt heute in London als Schriftsteller. Nadeem Aslams Romane wurden vielfach ausgezeichnet; »Atlas für verschollene Liebende« wurde u.a. für den Booker-Preis nominiert. Seine Bücher erscheinen in einem Dutzend Länder. »Die goldene Legende« ist sein fünfter Roman.

Zur AUTORENSEITE

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

zum Übersetzer

Pressestimmen

»Es ist die Menschlichkeit eben dieser drei Protagonisten, ihre Verweigerung des religiösen Hasses, die den Roman bei all seiner geschilderten Grausamkeiten zu einem Hohelied auf die Liebe, das Leben und unsere Mitmenschen macht.«

»Einer der ganz großen Romane der letzten Jahre, einfach weil er unbeschreiblich gut erzählt ist, weil er eine packende, emotionale, politisch wichtige, aufklärende, sinnvolle und wundervolle Geschichte erzählt, die unfassbar schön und extrem traurig zugleich ist, weil er zeigt, was literarisch möglich ist, wenn man aufs Ganze geht, ohne sich von der Mode leiten zu lassen.«

»Ein hochbrisanter politischer Roman.«

WOMAN (A), Andrea Braunsteiner (12. Oktober 2017)

»Politischer Widerstand in Gestalt des Kampfes um ein Buch – solch exquisite Metaphorik entspricht Nadeem Aslams poetischem Erzählstil, in dem sich ungewöhnliche Elemente mischen: Die aus der politischen Berichterstattung bekannten brutalen Geschehnisse werden mit einem Ton elegischer Trauer und empfindsamer Romantik und reicher Symbolik verschränkt.«

»Die Welt ist anders – aber Nadeen Aslam lässt mit faszinierender Sprache auch eine Welt entstehen, in der neben der Verzweiflung doch noch Hoffnung existiert. ... Eine (in vielem nur vermutlich) fremde Welt, in die Aslam mit Sprachkunst, feiner Personenzeichnung und glaubwürdigem Mitgefühl einführt.«

Hellweger Anzeiger/Unnaer Zeitung, Ulrich Rubens-Laarmann (11. November 2017)

"Aslams langsam voranschreitende Prosa scheint nicht nur die epische Kraft der großen europäischen Romanciers aufgesogen zu haben, sondern auch die kraftvolle, überschäumende Metaphorik orientalischer Literatur."

Frankfurter Allgemeine Zeitung (09. März 2006)

Deutsche Pressestimmen zu Nadeem Aslams früheren Romanen:

»Schönheit und Brutalität, Menschliches und Monströses, frei wachsende Natur und mechanisch durchgesetztes Machtkalkül, wachsen in dieser Prosa zu einem ebenso beeindruckenden wie erschütternden Panorama ineinander.«

Deutschlandfunk – Büchermarkt zu "Der Garten des Blinden" (20. Juli 2014)

»Auf jeder Romanseite erweist sich aufs Neue, wie viel an ästhetischem Mehrwert die literarische der bloß journalistischen Weltbeschreibung voraus hat.«

rbb Kulturradio, Sigrid Löffler zu "Der Garten des Blinden"

»Virtuos konstruiert, stilistisch vielschichtig, prall vor gesellschaftlicher Realität. Ein Lese-Abenteuer.«

WDR - Funkhauseuropa zu "Der Garten des Blinden" (15. April 2014)