Die Goldene Legende

Roman

Hardcover
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Wenn ein Leben nur in der Lüge möglich ist

In dem Moment, als auf der Grand Trunk Road Schüsse zu hören sind, beginnt Nargis' Leben zu zerbrechen. Ihr Ehemann gelangt versehentlich ins Kreuzfeuer und stirbt, bevor sie ihm die Wahrheit über ihre Vergangenheit beichten kann. Schon seit Längerem fürchtet sie, dass diese bald ans Licht kommen wird: Ein Unbekannter verkündet regelmäßig Geheimnisse der Anwohner vom Minarett der örtlichen Moscheen und versetzt damit Muslime und Christen gleichermaßen in Angst. Als die Lautsprecher die verbotene Liaison ihres Nachbarn mit der Tochter des muslimischen Geistlichen aufdecken, sind die Einschläge so nah, dass Nargis handeln muss ...

In der für ihn typischen leuchtenden Prosa erzählt Nadeem Aslam eine Geschichte über Fanatismus, Widerstandsvermögen und die Lügen, die manchmal nötig sind, um zu überleben. Ein mutiger, zeitgemäßer und schmerzlich schöner Roman, in dem sich Pakistans Vergangenheit und Gegenwart spiegeln.

»So eine Stimme mag leise erscheinen neben dem Gebrüll der Fanatiker. ... Umso wichtiger, dass wir seiner Stimme zuhören und nicht dem Geschrei der Extremisten.«

FAZ Frankfurter Allgemeine, Cindy Riechau (16. November 2017)

Aus dem Englischen von Bernhard Robben
Originaltitel: The Golden Legend
Originalverlag: Faber and Faber
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 1 s/w Abbildung
ISBN: 978-3-421-04755-7
Erschienen am  04. September 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

fairytale-like

Von: Viola Häuser aus München

06.12.2018

Der Rosenregen, schön, romantisch, bizarr in all dem Elend hat mir sehr gut gefallen. Viele schöne, glitzernde, bizarre Beschreibungen im Lebensdunkel, märchenhaft. Die Insel hat was von Avalon. Lustig ist, das Fra Lippo Lippi gar kein Maler ist, sondern eine Band, im Gegensatz zu Giotto und Fra Angelico, dies laut Wikipedia wirklich gegeben hat. Heisst die Mutter von Imran nun auch Grace (Seite 266)? Auf Seite 150 fehlt Imran ein r, da heißt er Iman wie der muslimische Vorbeter...

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Weniger ist manchmal mehr

Von: monerl

31.07.2018

Meine Meinung Der Autor ist neu für mich und ebenso Lektüre aus seinem Geburtsland Pakistan. Das einzige Buch, das ich über Pakistan gelesen habe, ist die Autobiografie von Malala Yousafzai. Danach wollte ich mehr über Pakistan erfahren und landete deshalb bei “Die goldene Legende”. Sehr auffällig und für mich spannend ist, dass der Autor, der schon als Jugendlicher Pakistan verlassen musste und deshalb seit vielen Jahren in London lebt, einen europäischen Schreibstil (angenommen) hat. Erwartet hatte ich eine etwas blumigere Sprache, wie ich es von arabischen und orientalischen Autoren gewohnt bin. Nadeem Aslam hat ein sehr trauriges Buch geschrieben, in dem es kaum Hoffnung für eine bessere Zukunft gibt. Dies ist mein Gefühl, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte. All seine unterschiedlichen Charaktere, seien sie Christen, Muslime, Akademiker, Rikschafahrer, Frauen, Männer, Geistliche oder normale Bürger, alle sie leben ein schweres Leben, oftmals in großer Angst und Unterdrückung. Somit stellte sich mir die Frage, ob es wirklich so ist, dass Pakistan auf eine Art und Weise ein verlorenes Land ist? Ein Schwerpunkt der Buches ist die Unterdrückung von Christen durch fanatische Muslime. Natürlich leiden nicht nur sie unter den Fanatikern. Auch normale muslimische Bürger, wie der Imam der Moschee in Nargis Nachbarschaft als auch seine Tochter haben es schwer. Die Fanakatiker haben sich bei ihnen eingenistet und bestimmen ihr Leben. Mir fehlte jedoch dabei insgesamt der etwas ausgleichende Pol des normalen Lebens. Gibt es denn keines? Haben die Fanatiker in Pakistan dermaßen die Oberhand? Falls es so ist, erschreckt es mich, so wenig über dieses Land zu wissen und zu hören. Ein weiterer Punkt ist die Korruption hochrangiger Offiziere und Geheimdienste, das der Autor in seiner Geschichte verarbeitet. Nargis hat das Pech durch den Unfall, der ihren Mann das Leben gekostet hat, mit so einem Offizier in Berührung zu kommen. Fortan muss sie auch Angst um ihr Leben haben, ist auf der Flucht vor ihm und es scheint keinen positiven Ausweg für sie zu geben. Als das Geheimnis der Protagonistin Nargis für mich als Leser gelüftet wurde, war ich überrascht. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der Autor bindet dieses Geheimnis und die Auswirkungen dessen sehr gut in seine Geschichte über die Gesellschaft Pakistans ein. Neben Nargis gibt es noch weitere interessante Charaktere, die die Handlung vervollständigen. Einer davon ist Imran (Moskau genannt), ein junger Mann, der aus Kaschmir nach Pakistan geflohen ist und sich nun verstecken muss, da er aus der Organisation, die ihn paramilitärisch ausgebildet, unerlaubt verlassen hat. Sein Schicksal führt ihn zu Nargis und Helen, mit denen er fortan auf der Flucht ist. Leider blieben aber alle Charaktere etwas kalt. Ich interessierte mich für ihr Schicksal, ihr weiteres Leben, doch konnte ich ihnen nicht nah genug kommen. Ich fand keine richtige Sympathie ihnen gegenüber. Je mehr man im Buch vorankommt, umso größer werden die Punkte, die der Autor in seinem Buch anschneidet und verarbeitet. Neben dem schweren Leben der Christen, den fanatischen Muslimen, den Selbstmordattentaten kommen der Kaschmir-Konflikt hinzu, Drohnenkriege der USA, Korruption der Geheimdienste als auch die Anwendung der Scharia in Pakistan. Dadurch fühlte sich für mich die Geschichte etwas überladen an. Manchmal ist weniger mehr. Fazit Der Autor konnte durch sein Buch mein allgemeines Interesse für Pakistan, wie auch für Kaschmir, wecken. Ich habe es sehr gerne gelesen, hatte aber gem. dem Klappentext eine etwas andere Geschichte erwartet. Eine, die sich intensiver mit dem Geheimnis von Nargis befasst und auch den “Verkünder der Geheimnisse” entlarvt. Diese sind lediglich Mittel zum Zweck, nämlich, Pakistans Geschichte und Gesellschaft dem Leser näherzubringen. Nichtsdestotrotz werde mich nun intensiver mit der Geschichte Pakistans uns Kaschmirs befassen und nach weiterer Lektüre suchen. Ein gutes Buch, für das ich 3,5 Sterne vergebe, es mir aber etwas anders gewünscht hätte.

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Vita

Nadeem Aslam wurde 1966 in Gujranwala, Pakistan, geboren und musste mit vierzehn Jahren das Land wegen des Widerstands seines Vaters gegen das Zia-Regime verlassen. Er studierte in England Biochemie und Literatur und lebt heute in London als Schriftsteller. Nadeem Aslams Romane wurden vielfach ausgezeichnet; »Atlas für verschollene Liebende« wurde u.a. für den Booker-Preis nominiert. Seine Bücher erscheinen in einem Dutzend Länder. »Die goldene Legende« ist sein fünfter Roman.

Zur AUTORENSEITE

Bernhard Robben, geb. 1955, lebt in Brunne/Brandenburg und übersetzt aus dem Englischen, u. a. Salman Rushdie, Peter Carey, Ian McEwan, Patricia Highsmith und Philip Roth. 2003 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW ausgezeichnet, 2013 mit dem Ledig-Rowohlt-Preis für sein Lebenswerk geehrt.

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Pressestimmen

»Es ist die Menschlichkeit eben dieser drei Protagonisten, ihre Verweigerung des religiösen Hasses, die den Roman bei all seiner geschilderten Grausamkeiten zu einem Hohelied auf die Liebe, das Leben und unsere Mitmenschen macht.«

»Einer der ganz großen Romane der letzten Jahre, einfach weil er unbeschreiblich gut erzählt ist, weil er eine packende, emotionale, politisch wichtige, aufklärende, sinnvolle und wundervolle Geschichte erzählt, die unfassbar schön und extrem traurig zugleich ist, weil er zeigt, was literarisch möglich ist, wenn man aufs Ganze geht, ohne sich von der Mode leiten zu lassen.«

»Ein hochbrisanter politischer Roman.«

WOMAN (A), Andrea Braunsteiner (12. Oktober 2017)

»Politischer Widerstand in Gestalt des Kampfes um ein Buch – solch exquisite Metaphorik entspricht Nadeem Aslams poetischem Erzählstil, in dem sich ungewöhnliche Elemente mischen: Die aus der politischen Berichterstattung bekannten brutalen Geschehnisse werden mit einem Ton elegischer Trauer und empfindsamer Romantik und reicher Symbolik verschränkt.«

»Die Welt ist anders – aber Nadeen Aslam lässt mit faszinierender Sprache auch eine Welt entstehen, in der neben der Verzweiflung doch noch Hoffnung existiert. ... Eine (in vielem nur vermutlich) fremde Welt, in die Aslam mit Sprachkunst, feiner Personenzeichnung und glaubwürdigem Mitgefühl einführt.«

Hellweger Anzeiger/Unnaer Zeitung, Ulrich Rubens-Laarmann (11. November 2017)

"Aslams langsam voranschreitende Prosa scheint nicht nur die epische Kraft der großen europäischen Romanciers aufgesogen zu haben, sondern auch die kraftvolle, überschäumende Metaphorik orientalischer Literatur."

Frankfurter Allgemeine Zeitung (09. März 2006)

Deutsche Pressestimmen zu Nadeem Aslams früheren Romanen:

»Schönheit und Brutalität, Menschliches und Monströses, frei wachsende Natur und mechanisch durchgesetztes Machtkalkül, wachsen in dieser Prosa zu einem ebenso beeindruckenden wie erschütternden Panorama ineinander.«

Deutschlandfunk – Büchermarkt zu "Der Garten des Blinden" (20. Juli 2014)

»Auf jeder Romanseite erweist sich aufs Neue, wie viel an ästhetischem Mehrwert die literarische der bloß journalistischen Weltbeschreibung voraus hat.«

rbb Kulturradio, Sigrid Löffler zu "Der Garten des Blinden"

»Virtuos konstruiert, stilistisch vielschichtig, prall vor gesellschaftlicher Realität. Ein Lese-Abenteuer.«

WDR - Funkhauseuropa zu "Der Garten des Blinden" (15. April 2014)