Die Schauspielerin

Roman

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Ein großer Roman über die unstillbare Sehnsucht nach Anerkennung

Kann man seine Mutter wirklich kennen? Norah blickt zurück auf das Leben ihrer Mutter, der einst gefeierten Schauspielerin Katherine O’Dell, die es von den irischen Dorfbühnen bis nach Hollywood geschafft hat. Doch mit zunehmendem Alter verblasste ihr Stern, sie betäubte sich mit Alkohol und Tabletten, bis es eines Tages zu einem bizarren Skandal kam: Ohne Vorwarnung schoss sie auf einen Filmproduzenten. Jeder Augenblick in Katherines Leben war große Geste, und Norah war ihr Publikum. Wer aber war diese Frau, die alles für die Kunst gab, deren Beziehungen kalt waren – und warum erzählte sie Norah nie, wer ihr Vater ist?

»Die Schauspielerin« ist ein eindringliches Buch über die so starke und doch auch so verwundbare Beziehung zwischen Mutter und Tochter - frappierend ehrlich, scharfzüngig und augenzwinkernd erzählt.

»Enrights Verständnis von den vielfältigen Schattierungen eines Charakters ist umfassend, und ihr blitzender Stil (den Eva Bonné hervorragend ins Deutsche übertragen hat) lässt einen beim Lesen manchmal regelrecht aufjubeln.«


Aus dem Englischen von Eva Bonné
Originaltitel: Actress
Originalverlag: Cape
Hardcover mit Schutzumschlag, 304 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-328-60134-0
Erschienen am  23. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Dublin, Irland

Leserstimmen

…ein wohlüberlegter Blick auf die Schicksale zweier Frauen!

Von: Andreas Kück - LESELUST

16.05.2020

Wenn Katherine O’Dell die Bühne betritt, fliegen ihr die Herzen der Zuschauer zu. Eine zarte Geste, ein scheuer Blick – und Magie scheint in der Luft zu liegen. Sie selbst kann sich dieses Phänomen nicht erklären. Doch sie scheint ES zu haben, was sie von anderen Schauspielerinnen unterscheidet. Beinah versteckt in der Kulisse steht Norah und beobachtet das Leben dieser Künstlerin. Sie ist die Tochter dieser berühmten irischen Schauspielerin, die in Wirklichkeit Engländerin ist, und das Irische vor ewigen Zeiten übergestreift hat wie eine Rolle, bis aus der Illusion ihre eigene Realität wurde, die niemand zu hinterfragen wagte. Mutter und Tochter: Sie stehen sich so nahe und sind gleichzeitig getrennt durch die völlig verschiedenen Frauenbilder, die sie jeweils leben. Katherine feierte im England der Nachkriegsjahre ihre ersten Erfolge, schaffte den Sprung über den großen Teich an den Broadway und folgte dem Ruf Hollywood. Doch die Rolle der Frauen im engen Korsett der Hollywood-Studios ließ keinen Raum für die ungewollte Schwangerschaft einer unverheirateten Schauspielerin. Gedemütigt kehrt Katherine nach Irland zurück, um ihr Kind alleine groß zu ziehen (Um die Vaterschaft machte sie zeitlebens ein Geheimnis.). Norah wird im Irland der 70er Jahre erwachsen, erfährt den Irland-Konflikt hautnah, studiert und entwickelt ihr feministisches Selbstbewusstsein. Und während die Mutter mit dem Älterwerden, schlechten Rollenangeboten und verblassenden Ruhm kämpft, versucht die Tochter ihr eigenes Leben zu gestalten. Romane über Mutter-Tochter-Konflikte gibt es ebenso „en masse“, wie mehr oder weniger biografisch angehauchte Werke von Töchtern berühmter Mütter. Bei letzterem fällt es mir schwer, einzuschätzen, in wieweit die Töchter mit diesen Veröffentlichungen mit den übermächtigen Müttern abrechnen, Erlittenes aufarbeiten oder aus dem prominenten Namen Profit schlagen möchten. Werke wie „Meine liebe Rabenmutter“ von Christina Crawford und „Meine Mutter Marlene“ von Maria Riva hinterlassen bei mir darum immer einen bitteren Beigeschmack. Bei „Die Schauspielerin“ greift die Autorin in den großen Topf der Fiktion und erschafft die Lebensentwürfe zweier Frauen, die es so nie gegeben hat aber durchaus hätte geben können. Wohltuend geht es Anne Enright weniger um die Aneinanderreihung plakativ konstruierter Konflikte zwischen Mutter und Tochter. Auch wenn die Geschichte aus der Sicht von Norah erzählt wird, gönnt sie ihren Protagonistinnen eine Auseinandersetzung ohne Zuweisung von Schuld: Sie wertet nicht und lässt auch nicht zu, dass ihre Heldin dies tun. Entscheidungen, die die Mutter bzw. die Tochter zum Handeln verführten, stehen ebenbürtig nebeneinander. Enright vermeidet es so, dass Norah „schmutzige Wäsche wäscht“, indem sie die große Schauspielerin Katherine O’Dell bloßstellt und vom imaginären Sockel stößt. Spannung erhält der Roman somit nicht aus dramatisch-pathetischen Szenen eines Mutter-Tochter-Konflikts als vielmehr aus der präzise ausgearbeiteten Charakterisierung der Personen. Auf der Suche nach ihren eigenen Wurzeln muss die Tochter zwangsläufig den Lebenslauf der Mutter entmystifizieren, doch dies geschieht mit Respekt und Liebe und lässt die Tochter die Entscheidungen der Mutter in einem anderen Licht sehen. Anne Enright schenkt uns mit wohlmodulierten Sätzen sprachlich fein ausgefeilte Bilder. Selbst schockierende Szenen werden so erträglicher und erhalten oft eine ironische Komponente. Ihre Personenzeichnungen sind subtil und kraftvoll und lassen die fiktiven Lebensläufe überraschend authentisch wirken. Sentimentalität wird vermieden. Die darstellende Kunst ist flüchtig, und so weht ein Hauch von Melancholie durch diese Geschichte und zelebriert voller Wehmut die Erinnerung an Vergangenes,… …an eine Zeit, als es noch Schauspielerinnen gab, die von einer scheinbar magischen Aura umgeben waren. „Die Schauspielerin“ von Anne Enright hat es auf die diesjährige Longlist für den „WOMEN’S PRIZE FOR FICTION 2020“ geschafft.

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Der Vorhang fällt

Von: ulrike rabe

10.05.2020

Die irische Schauspielerin Katherine O‘Dell war einst eine Berühmtheit. Von kleinen Dorfbühnen bis nach Hollywood hat sie es geschafft und wieder zurück. Bis sie eines Tages auf ihren Filmproduzenten schießt. Jahrzehnte später blickt Norah, Katherines Tochter, zurück auf das Leben der Mutter. „Die Schauspielerin“ heißt das neueste Werk der 2007 mit dem Booker Prize ausgezeichneten irischen Schriftstellerin Anne Enright: Es ist eine fiktive Künstlerbiografie, ein erfundenes Memoir, und das muss man Anne Enright mit großer Anerkennung lassen. Es wirkt authentisch, als hätte dieses Leben tatsächlich so stattfinden können. Gleich zu Beginn des Romans erleben wir die Schauspielerin Katherine O’Dell, bei der Feier zum 21. Geburtstag ihrer Tochter Norah. Es viel weniger ein Freudenfest zur Feier der Volljährigkeit als ein gesellschaftliches Ereignis. Katherines Leben ist eine einzige Inszenierung, ob sie nun Toast isst, oder mit ihrer Tochter ein Picknick im Park veranstaltet. Sie hatte die Begabung sich vor dem Spiegel kurz zurechtzurücken und von der panisch chaotischen Alkoholikerin in ihr „berufliches Ich“ zu wechseln, bevor die das Haus verließ. Es war ein ständiges Buhlen um Aufmerksamkeit. Und Norah war da, alles in einem: Kind, Betreuerin, Publikum. Doch "Mit fünfundvierzig Jahren (war sie) fertig. Beruflich. Sexuell.", sagt Norah. Es ist kein Geheimnis, dass Katherine O’Dell voll mit Alkohol und Psychopharmaka auf den Filmproduzenten schoss, in einer psychiatrischen Anstalt landete und mit 58 Jahren starb. Denn dieses Netz wird gleich zu Beginn der Geschichte ausgelegt. Viele Jahre nach Katherines Tod beginnt Norah Rückschau zu halten. Ausgelöst durch eine Interviewanfrage, beginnt sie eine Spurensuche, will sie, die selbst erfolgreiche Autorin geworden ist, ein Buch über ihre Mutter schreiben. Norah erzählt die Geschichte der Mutter sowie die eigene nicht linear, wechselt zwischen eigenem Erlebten und Erinnerungen und dem Leben der Mutter, setzt Ereignisse in Zusammenhang. Das ist mitunter sehr ausgiebig und anstrengend und lässt sehr viel interpretativen Spielraum. Die größte Frage, der sich Norah jedoch stellt, ist, wer ihr Vater gewesen sei. Ein Mann ohne Namen, als Kind zunächst glorifiziert, immer mit dem Prädikat „unbekannt“ versehen“ Norah lässt gedanklich den Vater sterben, immer und immer wieder. "Ein Teil von mir liebte es, meinen toten Vater abermals sterben zu lassen, denn mit ihm starb mein Verdacht; er könnte in Wirklichkeit gar nicht tot sein, sondern irgendwo in weiter Ferne ein schönes Leben führen..." „Die Schauspielerin“ ist ein Wimmelbild, in dem es sehr viel zu finden gibt. Selbstdarstellung, Aufstieg und Scheitern, ein symbiotisch-toxischer Mutter-Tochter-Mikrokosmos, der ewige Kampf weiblicher Selbstbestimmung, . Wie im Theater sind die Rollen gut verteilt, die Junge, die Mutter, die Alte, das Dienstmädchen, der Liebhaber (auch wenn er im Roman einen weitaus weniger charmanten Titel erhält), der „alte weiße Mann“ in all seiner Dominanz und Tragik. Und so erhält dies Geschichte enorme aktuelle und gesellschaftliche Relevanz. „Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen wieder ab. (William Shakespeare) Norah schaut hinter die Kulissen und sucht im Schnürboden der Erinnerungen. Sie findet. Der Vorhang fällt. Das Leben geht weiter.

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Vita

Anne Enright, 1962 in Dublin geboren, zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart und wurde 2015 zur ersten Laureate for Irish Fiction ernannt. »Das Familientreffen« wurde unter anderem 2007 mit dem renommierten Booker-Preis ausgezeichnet, ist in gut dreißig Sprachen übersetzt und weltweit ein Bestseller. Für »Anatomie einer Affäre« (2011) erhielt sie die Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction und für »Rosaleens Fest« (2015) den Irish Novel of the Year Prize. »Die Schauspielerin« ist ihr siebter Roman; er wurde für den Women's Prize for Fiction nominiert.

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Es ist Anne Enrights Meisterschaft, all diese Motive so organisch zu verschmelzen, dass das Ganze nie wie ein feministischer Konzeptroman wirkt. Sondern wie die vielstimmige Sinfonie dessen, was zwischen Menschen an Schäbigkeit und Zärtlichkeit möglich ist.«

Kölnische Rundschau, Hartmut Wilmes (25. März 2020)

»Eine große Begabung der Erzählerin, zwiespältige Gefühle zwischen Anziehung und Ablehnung zu erforschen und sie oft mit einem Bild oder Vergleich wie in einem Schraubstock zusammenzuzwingen.«

DIE WELT, Literarische Welt, Eva Schäfers (06. April 2020)

»Diese Stimme kann zum Lachen bringen und selbst lachen: über Mütter, Männer und Sex, sie kann gnädig sein mit denen, die ihren Verstand oder Freundlichkeit verlieren.«

»Ein brillantes Roman-Porträt. ... Fein und präzise, mit einem leisen Hauch von Ironie.«

WAZ Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Britta Heidemann (22. April 2020)

»Ein Happy End wird kaum einer vermissen, wenn er so wie hier reihenweise Sätze liest, die in typischer Enright-Manier pointiert blitzen und beglücken.«

»Alle Mütter sind verrückt - zumindest nach Ansicht ihrer Töchter. Die irische Autorin Anne Enright setzt dies immer wieder grandios in Szene. In kurzen Geschichten oder in ihrem neuen Roman ›Die Schauspielerin‹.«

BRIGITTE, Angela Wittmann (06. Mai 2020)

»Und viel brillanter formuliert! Denn Anne Enright, einer der besten Autorinnen englischer Sprache, glaubt man sofort, dass ihre Erzählerfigur schreiben kann.«

Tage-Anzeiger (CH), Martin Ebel (15. Mai 2020)

»Unmittelbar neben der Gewalt steht bei Anne Enright aber die Zärtlichkeit und Wärme, die ebenfalls in diese gesellschaftliche Urzelle gehören.«

»Eine hellsichtig-wütende Liebeserklärung an die Mutter.«

Der Tagesspiegel, Franziska Wolffheim (03. Mai 2020)

»Mit Schwung, Ironie und einem unbestechlichen, unsentimentalen Blick zeichnet Anne Enright ein Porträt – oder vielmehr zwei Porträts.«

Landshuter Zeitung, Günter Keil (18. April 2020)

»Schillernd, rasant, klug.«

FÜR SIE (15. April 2020)

»Anne Enright ist die wichtigste literarische Chronistin des zeitgenössischen irischen Lebens.«

The Observer

»Ein großartig zu lesendes Porträt, weil Enright in geschliffener Sprache davon erzählt, wie sich inszeniertes und wahres Leben überlappen.«

Ausburger Allgemeine, Stefanie Wirsching (27. April 2020)

»Anne Enright ist eine großartige Autorin literarischer Prosa und gleichzeitig ... eine scharfe und satirische Aphoristin, die häufig mehr verbirgt, als sie zu zeigen bereit ist.«

James Wood im The New Yorker

»Anne Enrights Stil ist so scharf und brillant wie Joan Didions; ihr Verständnis vom Menschsein so umfassend wie Alice Munroes; ihre Vision von Irland so mutig und originell wie Edna O'Briens.«

Colm Tóibín

»Anne Enright zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren.«

The Times

»Enrights Kunst besteht darin, Lebensgeschichten zu erzählen und Lebenslügen zu entlarven.«

Wetzlarer Zeitung (15. Dezember 2016)

»Aufsehenerregend. Anne Enright zementiert ihren Ruhm mit ›Die Schauspielerin‹.«

The Irish Times (19. März 2020)

»Ein packendes Drama.«

Daily Mail (19. März 2020)

»Eine kluge Betrachtung von Intimität und Ruhm.«

The Guardian (19. März 2020)

»Anne Enright leistet ganze Arbeit darin, den Leser glauben zu lassen, ihr Roman sei nicht mehr als eine altmodische Familiensaga mit Pailletten und besserer Beleuchtung … Das Ergebnis ist ein schleichendes Gefühl der Beunruhigung, während Familiengeheimnisse enthüllt und Erinnerungen zu einem Netz aus Wahrheit und Lügen verwoben werden … Ein Satz reiht sich an den nächsten wie Ziegelsteine einer stabilen Wand und verwandelt das gewöhnliche Leben in etwas Schönes und Seltsames … Jedes Wort fühlt sich richtig an.«

The Times (19. März 2020)

»Ein Juwel. Seine Brillanz ist komplex und vielschichtig und doch völlig klar… ›Die Schauspielerin‹ ist ein zutiefst menschlicher, oft dunkel komischer Roman über die Ausübung von Macht auf sexuell attraktive Frauen. Das düstere Thema wird durch Enrights ausgeprägtes sprachliches Feingefühl beleuchtet. Enright beweist einmal mehr ihre Genialität.«

The Spectator (19. März 2020)

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