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Die Unruhigen Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87421-0

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Erschienen:  11.06.2018
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Sehen, sich erinnern, verstehen. Alles hängt davon ab, wo du stehst.

Als sie zum ersten Mal nach Hammars kam, war sie ein knappes Jahr alt und ahnte nichts von der großen und umwälzenden Liebe, die sie dorthin geführt hatte. Im Grunde waren es drei Lieben.

Vater und Tochter sitzen mit einem Aufnahmegerät zwischen sich zusammen. Ihr Plan lautet, das Altern in einem Buch zu dokumentieren, das sie gemeinsam schreiben wollen. Als sie ihn endlich in die Tat umsetzen wollen, hat das Alter ihn in einer Weise eingeholt, die ihre Gespräche unvorhersehbar und unzusammenhängend macht.

"Die Unruhigen" ist ein genreüberschreitender Roman über ein Kind, das es nicht erwarten kann, erwachsen zu werden, und Eltern, die am liebsten Kinder sein wollen, über Erinnerungen und Vergessen und die vielen Geschichten, die ein Leben ausmachen.

»Ein Meisterwerk«

Peter Pisa / Kurier (24.06.2018)

Linn Ullmann (Autorin)

LINN ULLMANN ist eine der bedeutendsten Autorinnen Skandinaviens. Ihre Romane sind vielfach preisgekrönt und in 30 Sprachen übersetzt, 2017 erhielt sie von der Schwedischen Akademie den Doubloug -Preis für ihr Gesamtwerk. Bei Luchterhand erschien zuletzt „Das Verschwiegene“ – unter dem Titel „The Cold Song“ u.a. auf der Jahresbestenliste der New York Times und eines der Lieblingsbücher von James Wood (New Yorker). Für „Die Unruhigen“ erhielt sie den Hörerpreis des Norwegischen Rundfunks, der Roman war für den Kritikerpreis und den Nordischen Literaturpreis nominiert. Eine Bühnenfassung wird im Herbst 2018 am Königlichen Dramatischen Theater Stockholm unter der Regie von Pernilla August ihre Uraufführung haben.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, Kjell Westö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

»Ein Meisterwerk«

Peter Pisa / Kurier (24.06.2018)

»›Die Unruhigen‹, ein autofiktionaler Roman, ist Ullmanns brillanter Versuch, aus Kompromissen, Teilstücken, Subjektivem sowie literarischen, poetologischen Zweifeln ein Bild der Kindheitssommer auf Farö zu zeichnen.«

Stefan Mesch / Deutschlandfunk Kultur (21.06.2018)

»Assoziativ das alles, einfühlsam, liebevoll, und gleichzeitig ein Buch von hinreißender poetischer Intensität.«

Jutta Duhm-Heitzmann / WDR 5 (12.06.2018)

»Die Norwegerin Linn Ullmann, Jahrgang 1966, gehört zu den Superstars der skandinavischen Literatur. In ihrem neuen Roman ›Die Unruhigen‹ nähert sie sich ihrer Kindheit.«

Dirk van Versendaal / stern (07.06.2018)

»›Viel mehr als das Porträt einer berühmten Familie. Linn Ullmann geht es um die Frage: Wie werden wir zu dem, was wir sind?«

Nadine Kreuzahler / rbb inforadio (10.06.2018)

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DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Norwegischen von Paul Berf
Originaltitel: De Urolige
Originalverlag: Forlaget Oktober

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-630-87421-0

€ 22,00 [D] | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

NEU
Erschienen:  11.06.2018

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Liebe der Eltern

Von: Constanze Matthes Datum: 29.07.2018

zeichenundzeiten.com

Er galt schon zu Lebzeiten als Legende und konnte sich mit seinen Werken wie „Fanny und Alexander“ oder „Szenen einer Ehe“ in der Filmgeschichte verewigen: Am 14. Juli wäre der schwedische Regisseur Ingmar Bergman 100 Jahre alt geworden. Der Film und das Theater waren seine großen Leidenschaften. Die Liste der Preise, mit denen er geehrt wurde, ist lang. Er erhielt sowohl den Oscar als auch die renommierten Auszeichnungen bekannter Filmfestspiele, wie Cannes, Berlin und Venedig. Seine Tochter Linn Ullman zeichnet in ihrem autobiografischen Roman „Die Unruhigen“ Bergman vor allem als Privatmensch und Vater – auf eine faszinierende und ergreifende Weise.

Dabei ist dieses Buch, das passend im Gedenkjahr nun in deutscher Übersetzung vorliegt, nicht das ureigenste Werk der bekannten norwegischen Schriftstellerin und Tochter der Schauspielerin Liv Ullmann, sondern eher ein Vermächtnis. Gemeinsam mit ihrem berühmten Vater fasste sie einst den Beschluss, ein gemeinsames Buch über das Altern zu schreiben. Sechs Tonband-Aufnahmen, die wenige Wochen vor dem Tod Bergmans entstanden sind, bilden eine Art Gerüst. Tochter und Vater führen Gespräche, sogenannte Sitzungen, zu den verschiedensten Themen. Doch erst Jahre nach diesen Aufnahmen stieß Ullmann wieder auf das Gerät und arbeitete die Tondokumente auf. Dabei bildet die Niederschrift der Dialoge nur einen geringen Teil des Romans, wenn auch einen wichtigen weil authentischen, fühlt der Leser doch besonders hier die enge emotionale Bindung zwischen Vater und Tochter; obwohl bekanntlich Bergman insgesamt sechs Beziehungen, darunter fünf Ehen führte und Vater von neun Kindern war. Erstaunlich ist dabei auch, dass in dieser Patchwork-Familie, die sich regelmäßig auf dem Familiensitz auf der schwedischen Insel Fårö nahe Gotland eingefunden hat, scheinbar nie Groll zu spüren war.

Den überwiegenden Teil machen die Erinnerungen Ullmanns aus, die allerdings eine besondere literarische Verarbeitung erfahren haben. Sie werden nicht nur nicht linear erzählt, sondern in regelmäßigen Zeitsprüngen. Auch werden die Namen von Vater, Mutter und Tochter nie beim vollen Namen erwähnt, sondern nur in der Art ihrer Beziehung: also eben als Mutter, Vater etc. Es entstehen damit ein gewisser Abstand zwischen den damaligen Ereignissen und der Autorin sowie eine kühle Sachlichkeit, ohne dass die unterschiedlichen, jedoch stets intensiven Bindungen innerhalb des Dreigestirns verwischen.

Als Schauplatz steht dabei vor allem Hammars, jener Familiensitz, den Bergman Ende der 1960er errichten und nach und nach ausbauen ließ, im Mittelpunkt. Heute betreibt eine norwegische Stiftung das großzügige Areal als Kulturzentrum. Für Linn Ullmann war Hammars immer mit den Ferien verbunden, in denen sie den Vater besuchte, mit dem sie oft im eigenen Hauskino Filme ansah. Jeden Sommer lag ein Zettel mit herzlichen Worten der Begrüßung auf dem Tisch, in dem die jüngste Tochter liebevoll angesprochen wird. Diese Zeit an der Seite des Vaters war ein beständiger Fixpunkt in einem sonst eher unruhigen Leben zwischen zwei Elternteilen, die selbst ein bewegtes Leben geführt und sich nach wenigen Jahren der Beziehung wieder getrennt haben, doch im Kontakt blieben: Mit der Mutter Liv zieht die Tochter oft um, innerhalb Oslos und mehrfach nach Amerika. Was Ullmann bereits als Kind immer wieder gequält hat, ist die furchtbare Angst, die Eltern zu verlieren.

Ullmann beschreibt ihren Vater nie als eine Überfigur. Vielmehr wird er in diesem Roman in seinen persönlichen Eigenschaften porträtiert: als Künstler, für den Theater, Film und Musik alles bedeutet haben, als Workaholic, der sich oft und viel in das Arbeitszimmer zurückgezogen hat, der für seine Arbeit schier gebrannt hat, und dem später als betagter Mann diese intensive kreative Beschäftigung mit Kollegen nahezu schmerzhaft gefehlt hat. Doch trotz dieser Umtriebigkeit nimmt er sich Zeit für seine große Familie, die vielen Kinder, die sein Leben ebenso reich gemacht haben wie seine Filme und Theaterinszenierungen.

Letztlich wird das Altern, der drastische Verlust körperlicher und geistiger Fähigkeiten, die letzten Jahre und Monate Bergmanns bestimmen. Er zieht sich vollkommen zurück auf Hammars, vor allem der Tod seiner letzten Frau Ingrid hat ihn erschüttert, wie Ullmann mehrmals schreibt. So ist Redundanz eines der Stilmerkmale. So wie bekanntlich jeder seine persönliche Erinnerungen wieder und wieder hervorholt, im Gedankenstrom wendet, neu beleuchtet, so erzählt Ullmann mehrfach in fragmentarischer Art und Weise von besonderen Ereignissen, Szenen und Anekdoten. Die Vergänglichkeit, das Ende des Lebens und der Abschied, die Rückschau auf das Erreichte, aber auch das Verlorene beschreibt sie in einer berührenden Emotionalität und Tiefe. Auch der Altersunterschied zwischen ihrem Vater und ihr von 48 Jahren beschäftigt sie oft.

Zudem versammelt der Band Zitate großer Namen; wie beispielsweise Virginia Woolf, Ludwig Wittgenstein, Jean Cocteau. Selbst der Titel des Buches ist ein besonderer Hinweis: Er stellt eine Verbindung zum Roman „Das Buch der Unruhe“ des portugiesischen Schriftstellers Fernando Pessoa her, der auch an einer Stelle erwähnt wird, als Vater und Tochter gemeinsam auf der Suche nach einem Titel für ihr Werk sind. Der Roman der mehrfach preisgekrönten Norwegerin ist ein großartiges Buch, das nicht nur als autobiografisches und sehr persönliches Werk über Ingmar Bergman und als Porträt einer bekannten Künstlerfamilie verstanden werden kann. Es stellt auch allgemein die Frage an den Leser, welche Erinnerungen an die Elterngeneration die Kinder besonders prägen.

Ungewöhnliche Familiengeschichte

Von: ManuKa  aus Gräfenhain Datum: 22.07.2018

Linn Ullmann schrieb mit "Die Unruhigen" eine Familiengeschichte mit starken autobiographischen Zügen. Der Roman erscheint 2018 im Luchterhand Verlag, umfasst 409 Seiten und wurde von Paul Berf ins Deutsche übersetzt.
Um vom Inhalt nicht allzu viel zu verraten: eine Frau im mittleren Alter lässt rückblickend ihre Beziehung zu ihren Eltern speziell ihrem Vater Revue passieren, angefangen von frühesten Kindertagen bis hin zu einem gemeinsamen Buchprojekt kurz vor dessen Tod. Sie begibt sich wortwörtlich auf die Spurensuche nach den einzelnen Beziehungen in einem Wirrwarr an Familiengeflecht. Daher wohl auch der sehr treffende Name des Romans.
In dem postmodernen Roman wird dabei nicht nur die Gegenwart erzählt, sondern via Flashbacks immer wieder die Vergangenheit heraufbeschworen. So erleben wir mit ihr z.B. ihre Kindheitstage in der skandinavischen Provinz, wo das Mädchen ihre Ferien beim rigiden Vater und dessen Lebensgefährtin verbringt. Dank zahlreicher Wiederholungen und anschaulicher Darstellungen wird hier die Einsamkeit der Tochter sehr gut transportiert. Darüber hinaus veröffentlicht Ullmann Briefe ihres berühmten Vaters und spikt das Ganze mit Transkriptionen der mit ihm geführten Interviews. Besonders in diesen Sequenzen wird die fortschreitende Krankheit des Mannes bedrückend deutlich. Ganz allgemein wird hier also eine Eltern - Kind - Beziehung unter die Lupe genommen, ohne dabei zu emotional zu werden. Ullmann bleibt in all ihren Beschreibungen überraschend sachlich.
Zwischen dem Cover und dem Text gibt es einen direkten Bezug, zeigt dieses doch ein verschwommenes Foto von Vater und Tochter, was wohl sinnbildlich für das Verschwimmen von Erinnerungen an die gemeinsame Zeit steht.
Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen, da die Autorin eine sehr klare Sprache verwendet und eine ausgesprochen gute Beobachterin ist. Wer sich also für die Familie Ullmann interessiert, dem wird in diesem Roman ein intensiver Einblick gewährt.

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