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Die Verwirrungen des Zöglings Törleß Roman

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Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-7175-2284-3

Erschienen:  25.03.2013
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Feinfühliges Porträt eines jungen Menschen auf der Suche nach sich selbst

Robert Musils erster Roman ist das erschütternde Psychogramm eines jungen Menschen auf der Suche nach sich selbst. Radikal subjektiv erzählt er von dem sensiblen Internatsschüler Törleß, der mit seiner erwachenden Sexualität und der tief empfundenen Unzugehörigkeit nicht umzugehen weiß. Als zwei seiner Klassenkameraden einen dritten des Diebstahls überführen und beschließen, ihn nicht anzuzeigen, sondern selbst zu bestrafen, gerät Törleß zwischen die Fronten. Musils Internatsroman aus dem Jahr 1906 verhandelt die universellen Menschheitsthemen: das Ringen um eine eigene Identität, die Frage nach den moralischen Grundlagen des eigenen Tuns und das Bemühen, sich als Individuum gegenüber der Masse zu behaupten.

»Ein meisterhaftes Psychogramm, das die Neuauflage jederzeit verdient hat.«

Hellweger Anzeiger (27.04.2013)

Robert Musil (Autor)

Robert Musil (1880 - 1942), österreichischer Schriftsteller. Ausbildung beim Militär, Ingenieursstudium, Studium der Philosophie, Psychologie, Mathematik und Physik. Bibliothekar an der TH Wien, Redakteur der Neuen Rundschau in Berlin. 1914-1918 österreichisch-ungarischer Reserveoffizier an der italienisch-serbischen Front, 1931-1933 in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten kehrt Musil nach Wien zurück. 1938 Emigration über Zürich nach Genf. Er arbeitet ohne Aussicht auf Publikation, immer mehr vereinsamend und trotz gesundheitlicher Probleme bis zu seinem Tod am Mann ohne Eigenschaften. Er muss alle zwei bis drei Monate um die Verlängerung seiner Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz ansuchen und wartet vergeblich auf die Erlaubnis zur Einreise in die USA. Finanziell unterstützt wird er in diesen Jahren von Schweizer Hilfsorganisationen, einem Züricher Pfarrer und einem amerikanischen Ehepaar. Sämtliche Werke Musils werden in die Jahresliste 1941 des schändlichen und unerwünschten Schrifttums aufgenommen. Mitte Januar 1942 äußert Musil den Wunsch, den Mann ohne Eigenschaften "irgendwie abzuschließen". Musil stirbt am 15. April 1942 in Genf an Gehirnschlag. Martha Musil verstreut später seine Asche in einem Wald nahe Genf.

Weitere Werke: Roman Die Verwirrung des Zöglings Törless (1906), Schauspiel Die Schwärmer (1921), Posse Vinzenz und die Freundin bedeutender Männer (1923), Novellenzyklus Drei Frauen (1924), Essay- und Erzählband Nachlass zu Lebzeiten (1935).


Peter Henning (Nachwort)

Peter Henning, 1959 in Hanau geboren, studierte Germanistik und Philosophie in Frankfurt am Main und lebt heute als freier Schriftsteller in Köln. Mit "Tod eines Eisvogels" (1997) und "Aus der Spur" (2000) trat Henning als Schriftsteller in Erscheinung, zuletzt erschienen seine Romane "Die Ängstlichen" (2009), "Leichtes Beben" (2011) und "Ein deutscher Sommer" (2013). Seine Arbeit wurde mit Stipendien der Kunststiftung NRW und der Robert Bosch Stiftung gefördert, eine Verfilmung seines Romans "Ein deutscher Sommer" ist in Vorbereitung. Zuletzt erschien sein Roman "Die Chronik des verpassten Glücks" im Luchterhand Literaturverlag (2015).

»Ein meisterhaftes Psychogramm, das die Neuauflage jederzeit verdient hat.«

Hellweger Anzeiger (27.04.2013)

»Feinfühliges Porträt eines jungen Menschen auf der Suche nach sich selbst.«

Main-Post (12.06.2013)

Mit Nachwort von Peter Henning

Gebundenes Buch, Leinen mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 9,0 x 15,0 cm

ISBN: 978-3-7175-2284-3

€ 19,95 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Manesse

Erschienen:  25.03.2013

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Heute nennt man es Mobbing …

Von: Herbstrose  aus Pfaffenhausen Datum: 26.06.2018

Wie um 1900 während der k. u. k. Monarchie üblich, besuchte auch der junge Törleß das Konvikt einer frommen Stiftung, in dem die Söhne der besten Familien des Landes ihre Ausbildung für den späteren Militär- oder Staatsdienst erhielten. Die ersten Jahre waren geprägt von Heimweh und Einsamkeit, doch nun hat Törleß Freunde gefunden, Reiting und Beineberg, zwei etwas ältere Jungen. Diese Freundschaft gerät ins Wanken, als ein weiterer Mitschüler, Basini, von Reiting beim Diebstahl ertappt wird. Anstatt den Diebstahl vorschriftsmäßig der Anstaltsleitung zu melden beschließen die drei, Basini auf ihre eigene Weise zu bestrafen. Dieser wird nun regelmäßig nachts auf dem Dachboden des Konvikts misshandelt und missbraucht, körperlich und sexuell. Törleß ist dabei mehr der interessierte Beobachter, der die Psyche Basinis zu ergründen versucht. Wie lange kann dieser die sadistischen Handlungen ertragen, bevor er zusammenbricht? Wie lange kann er die nächtlichen Demütigungen noch erdulden? Warum bereitet es Vergnügen, Macht über einen anderen Menschen auszuüben? Doch dann ändert sich plötzlich die Lage, das Drama nimmt seinen Lauf …

Der Autor Robert Musil (1880-1942) besuchte von 1892 bis 1897 eine Militär-Kadettenanstalt mit dem Ziel, die Offizierslaufbahn einzuschlagen. Seine Erlebnisse und Erfahrungen dieser Internatsjahre verarbeitete er später in seinem ersten Roman „Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“, der 1906 erschien. Musil brach seine Militärlaufbahn ab und studierte Maschinenbau. 1911 heiratete er die sechs Jahre ältere Jüdin Martha, war Reserveoffizier im I. Weltkrieg und lebte danach abwechselnd in Wien und Berlin. 1938 flüchtete er mit seiner Frau ins Exil in die Schweiz, nachdem seine Bücher durch den Reichsführer SS bereits verboten worden waren. Sie lebten dort in ärmlichen Verhältnissen und fanden Hilfe beim schweizerischen ‚Hilfswerk für deutsche Gelehrte‘. Musil starb 1942 in Genf an einem Hirninfarkt. Sein Erstlingswerk wurde 1965 von Volker Schlöndorff unter dem Titel „Der junge Törless“ verfilmt und war zu jener Zeit auch eine oft im Schulunterricht verwendete Lektüre.

Das Buch lebt hauptsächlich von der psychologischen Betrachtungsweise des Geschehens, was zweifellos Musils Stärke war. Es finden sich interessante Aspekte, die zwar den Geist der Zeit widerspiegeln, dennoch aber zum Teil heute noch Gültigkeit haben. Wenig hat sich im Zwischenmenschlichen geändert, Brutalität und unmenschliches Verhalten kann man auch heute unter Jugendlichen und Heranwachsenden finden. Der Sprachstil war sicherlich zur Zeit der Entstehung des Romans ausgezeichnet und intelligent ausgedrückt – heute ist er jedoch nicht mehr zeitgemäß. Umständliche Formulierungen und verschachtelte Sätze schränken die Lesbarkeit des Textes deutlich ein und erschweren das Verständnis zum Inhalt.

Fazit: Gefallen fand ich an der Lektüre nicht unbedingt! Die Handlung ist zwar sehr interessant, aber durch die nicht mehr zeitgemäße Sprache schwierig zu lesen. Kann man lesen, muss man aber nicht!

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