Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie

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100. Geburtstag von Richard von Weizsäcker am 15.4.2020: Das Porträt von Deutschlands berühmtester Familie

Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre wohl mehr geprägt als die Weizsäckers. Auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zum Teil bisher unbekannter Dokumente zeichnet Hans-Joachim Noack den Weg dieser Familie nach, die exemplarisch für die Höhenflüge und die Abgründe deutscher Eliten stehen. Karl Hugo von Weizsäcker wurde als Ministerpräsident in den Adelsstand erhoben, sein Sohn Ernst als NS-Kriegsverbrecher verurteilt, Carl Friedrich forschte an der deutschen Atombombe und prägte die Friedensbewegung, Bruder Richard wurde zum ersten gesamtdeutschen Bundespräsident. Und Ernst-Ulrich gehört als Präsident des Club of Rome zu den Kämpfern der Öko-Bewegung. Hans-Joachim Noack erkundet die erstaunliche Verbindung von Geist und Macht, von Glanz und Tragik, und erzählt auf diese Weise, wie nebenbei, eine deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre.

» Innenschau in etwas, das es kaum noch gibt: alte Eliten, die sich in die res publica einbringen.«

Die Welt (07. Dezember 2019)

Hardcover mit Schutzumschlag, 432 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 50 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0079-3
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Ins Räderwerk der Geschichte eingreifen

Von: Bergund Fuchs

15.04.2020

Dies hatten sich implizit oder explizit alle Mitglieder der weitverzweigten Familie der Weizsäckers auf die Fahne geschrieben. Große Naturforscher, Theologen und Politiker sind aus dieser bekannten deutschen Familie hervorgegangen. Hans-Joachim Noack ist für seine Kanzler-Biographien und journalistische Tätigkeit mit zahlreichen Auszeichnungen bedacht worden. Nun hat er mit seinem Buch über die Familie Weizsäcker ein Stück deutscher Geschichte nachgezeichnet. Mit einem gesunden Vertrauen in das eigene Können, erworben durch Studium, beharrliche Arbeit und die Nutzung weitreichender Beziehungen in Staat und Kirche, war der Einfluss dieser bekannten deutschen Familie auf die Geschichte Deutschlands immer spürbar. Eine Familie mit elitärem Selbstverständnis. Im Mittelpunkt des Buches stehen die wohl bekanntesten Weizsäckers, der Physiker und Philsoph Carl-Friedrich und der Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Die beiden Brüder vertreten jeder auf seine Weise die Elite der alten Bundesrepublik und haben auf ihren Gebieten Maßstäbe für ein neues gesellschaftliches Miteinander in den Gründerjahren der Bundesrepublik gesetzt. Carl-Friedrich galt schon als kleines Kind als Genie der Familie und wurde unter der Obhut von Werner Heisenberg zum Atomphysiker ausgebildet und schon in jungen Jahren Professor. Zu seinen näheren Freuden und Bekannten zählten u.a. Max Scheler, den er über seinen Onkel und Neurologen Victor von Weizsäcker kennengelernt hat. Sehr ausführlich arbeitet Noack die Mitarbeit Carl-Friedrichs an der Entwicklung einer Atombombe im sogenannten Uranverein des Nazi-Regime heraus und wie er in den Jahren nach dem Krieg dazu steht. Bekanntlich hat sich Carl-Friedrich von Weizsäckers über Deutschland hinaus einen Namen als Friedensforscher gemacht, der all seinen Einfluss für ein Ende des Wettrüstens zu Zeiten des Kalten Krieges eingebracht hat. Dagegen war sein jüngerer Bruder Richard sechs Jahre im Krieg an der Front und wurde später Jurist. Bei den Nürnberger Prozessen war er Anwalt seines Vaters Ernst-Heinrich, wodurch er hautnah mit dem Ausmaß der Naziverbrechen vertraut war. Nach dem Krieg macht er zunächst als Finanzberater bei großen Banken und Unternehmen Karriere, bevor er von Helmut Kohl für die Politk „entdeckt“ wurde. Noack hat für dieses spannend zu lesene Buch viele Jahre recherchiert und gibt dem Leser eine vielzahl bisher unveröffentlichter Quellen an die Hand. Er schafft stets eine kritische Distanz zu seinen Protagonisten, um jedem gemäß der historischen Aufarbeitung der Fakten gerecht zu werden. Dieser Tage wäre der erste gesamtdeutsche Bundespräsident Richard von Weizsäcker 100 Jahre geworden.

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Interessante Einblicke in die Entwicklung der Bundesrepublik und einer Familie.

Von: Burgherr

24.12.2019

Richard von Weizsäcker war der erste Bundespräsident, den ich bewusst wahrgenommen habe. Außerdem prangte seine Unterschrift auf meinen bei Sportfesten ("Bundesjugendspielen") erkämpften Urkunden und seiner berühmte Rede zum Jahrestag des Kriegsendes am 08.05.1985 durfte ich mich zu Schulzeiten widmen. Auch sein Bruder Carl Friedrich und dessen Wirken als Physiker und Philosoph waren mir ein Begriff. Dass die Familie aber bereits mehr als 150 Jahren in der Öffentlichkeit steht, war für mich eine neue Erkenntnis. "Die Weizäckers. Eine deutsche Familie" leistet diesbezüglich Aufklärungsarbeit. Der Autor Hans-Joachim Noack blickt auf eine Karriere als Reporter bei der Süddeutschen und Frankfurter Zeitung, als Ressortleiter beim Spiegel und auf erfolgreiche Kanzlerbiographien der beiden Kanzler-Helmuts und Willy Brandt zurück. Die Schilderungen in diesem Buch gehen zurück bis zur Ansiedlung eines als Müllter tätigen Urahnen in Schwaben im 18. Jahrhundert. Ca. 100 Jahre später hatten einige seiner Nachfahren bereits bedeutsame Posten inne. In der Politik fielen vor allem Karl Hugo von Weizsäcker als württembergischer Ministerpräsident und Ernst Heinrich von Weizsäcker auf. Letzterer war auch unter Hitler politisch aktiv. Der Bedeutung und Deutung seiner Handlungen in dieser Zeit wird in dem Buch verständlicherweise viel Raum eingeräumt. Ansonsten liegt der Schwerpunkt natürlich auf den Schilderungen der Entwicklungen rund um dessen berühmte Söhne Richard und Carl Friedrich. So zäh der Rückblick auf die ältere Vergangenheit für mich war, als so interessant empfand ich die Ausführungen ab der Nachkriegszeit. Die junge Bundesrepublik war politisch eine sehr spannende Zeit und die Weizäckers haben diese begleitet und zum Teil auch geprägt. Es scheint seine Gründe zu haben, dass Richard während eines Großteils seiner Amtszeiten hohe Anerkennung genoss. Viele seiner im Buch erwähnten Zitate oder Meinungen haben auch heute noch Gültigkeit, zumal er einige Entwicklungen vorausgesehen hat. Seine Kritik an regierenden Politikern (sein Verhältnis zu Helmut Kohl war gegen und nach Ende seiner aktiven Amtszeit gespannt) könnte man auch heute stellenweise anbringen. Vermutlich wird ein leicht verklärtes Bild von Richard von Weizsäcker vermittelt, aber Repräsentanten mit einem solchen Anspruch an Überparteilichkeit und Vermittlung zwischen Extremen könnte man heute gut gebrauchen. "Die Weizäckers. Eine deutsche Familie" wurde Ende September dieses Jahres veröffentlicht. Traurige Aktualität gewinnt das Buch, weil nur wenige Wochen danach Richard von Weizsäckers Sohn Fritz erstochen wurde, der als Teil der aktuellen Generation ebenfalls Erwähnung fand.

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Vita

Hans-Joachim Noack (1940-2020) war einer der renommiertesten politischen Biographen in Deutschland, seine Kanzlerporträts sind allesamt Bestseller. Er war Reporter der »Süddeutschen Zeitung« und der »Frankfurter Rundschau« und arbeitete lange Jahre für den »Spiegel«, zuletzt als Leiter des Politikressorts. Für seine journalistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Letzte Veröffentlichungen: »Helmut Schmidt: Die Biographie« (2008), »Helmut Kohl: Die Biographie« (2010, mit Wolfram Bickerich) und »Willy Brandt: Ein Leben, ein Jahrhundert« (2013), »Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie« (2019).

Zur AUTORENSEITE

Pressestimmen

»Hans Joachim Noack beschreibt das Verhältnis der Weizsäckers zur Macht, ihre Leistungen und ihre Verstrickungen. Aber auch wie sehr eine so einflussreiche Familie polarisieren kann«

WDR Fernsehen, Westart (23. November 2019)

»Hans-Joachim Noack hat es seinerseits vermocht, ein spannendes und erhellendes Buch zu schreiben, das weit mehr ist als eine chronologische Aufzählung.«

Der Tagesspiegel (Christine Brinck) (22. November 2019)

»Pointiert und detailreich«

Hörzu (15. November 2019)

»Beeindruckend ist die sichere Handhabung seiner Recherchen, die auch durch die Wiedergabe persönlicher Gespräche mit Richard von Weizsäcker gestützt sind.«

Jüdische Allgemeine, Wolf Scheller (16. Januar 2020)

»Der Biograf Hans-Joachim Noack, 79, kennt die Zeitgeschichte bestens. Die Weizsäckers schildert er mit kritischer Sympathie.«

Südkurier, Uli Fricker (16. November 2019)