Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie

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Geist und Macht, Glanz und Tragödie: Deutschlands berühmteste Familie

Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre wohl mehr geprägt als die Weizsäckers. Auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zum Teil bisher unbekannter Dokumente zeichnet Hans-Joachim Noack den Weg dieser Familie nach, die exemplarisch für die Höhenflüge und die Abgründe deutscher Eliten stehen. Karl Hugo von Weizsäcker wurde als Ministerpräsident in den Adelsstand erhoben, sein Sohn Ernst als NS-Kriegsverbrecher verurteilt, Carl Friedrich forschte an der deutschen Atombombe und prägte die Friedensbewegung, Bruder Richard wurde zum ersten gesamtdeutschen Bundespräsident. Und Ernst-Ulrich gehört als Präsident des Club of Rome zu den Kämpfern der Öko-Bewegung. Hans-Joachim Noack erkundet die erstaunliche Verbindung von Geist und Macht, von Glanz und Tragik, und erzählt auf diese Weise, wie nebenbei, eine deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre.

» Innenschau in etwas, das es kaum noch gibt: alte Eliten, die sich in die res publica einbringen.«

Die Welt (07. Dezember 2019)

Hardcover mit Schutzumschlag, 432 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 50 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-8275-0079-3
Erschienen am  23. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Interessante Einblicke in die Entwicklung der Bundesrepublik und einer Familie.

Von: Burgherr

24.12.2019

Richard von Weizsäcker war der erste Bundespräsident, den ich bewusst wahrgenommen habe. Außerdem prangte seine Unterschrift auf meinen bei Sportfesten ("Bundesjugendspielen") erkämpften Urkunden und seiner berühmte Rede zum Jahrestag des Kriegsendes am 08.05.1985 durfte ich mich zu Schulzeiten widmen. Auch sein Bruder Carl Friedrich und dessen Wirken als Physiker und Philosoph waren mir ein Begriff. Dass die Familie aber bereits mehr als 150 Jahren in der Öffentlichkeit steht, war für mich eine neue Erkenntnis. "Die Weizäckers. Eine deutsche Familie" leistet diesbezüglich Aufklärungsarbeit. Der Autor Hans-Joachim Noack blickt auf eine Karriere als Reporter bei der Süddeutschen und Frankfurter Zeitung, als Ressortleiter beim Spiegel und auf erfolgreiche Kanzlerbiographien der beiden Kanzler-Helmuts und Willy Brandt zurück. Die Schilderungen in diesem Buch gehen zurück bis zur Ansiedlung eines als Müllter tätigen Urahnen in Schwaben im 18. Jahrhundert. Ca. 100 Jahre später hatten einige seiner Nachfahren bereits bedeutsame Posten inne. In der Politik fielen vor allem Karl Hugo von Weizsäcker als württembergischer Ministerpräsident und Ernst Heinrich von Weizsäcker auf. Letzterer war auch unter Hitler politisch aktiv. Der Bedeutung und Deutung seiner Handlungen in dieser Zeit wird in dem Buch verständlicherweise viel Raum eingeräumt. Ansonsten liegt der Schwerpunkt natürlich auf den Schilderungen der Entwicklungen rund um dessen berühmte Söhne Richard und Carl Friedrich. So zäh der Rückblick auf die ältere Vergangenheit für mich war, als so interessant empfand ich die Ausführungen ab der Nachkriegszeit. Die junge Bundesrepublik war politisch eine sehr spannende Zeit und die Weizäckers haben diese begleitet und zum Teil auch geprägt. Es scheint seine Gründe zu haben, dass Richard während eines Großteils seiner Amtszeiten hohe Anerkennung genoss. Viele seiner im Buch erwähnten Zitate oder Meinungen haben auch heute noch Gültigkeit, zumal er einige Entwicklungen vorausgesehen hat. Seine Kritik an regierenden Politikern (sein Verhältnis zu Helmut Kohl war gegen und nach Ende seiner aktiven Amtszeit gespannt) könnte man auch heute stellenweise anbringen. Vermutlich wird ein leicht verklärtes Bild von Richard von Weizsäcker vermittelt, aber Repräsentanten mit einem solchen Anspruch an Überparteilichkeit und Vermittlung zwischen Extremen könnte man heute gut gebrauchen. "Die Weizäckers. Eine deutsche Familie" wurde Ende September dieses Jahres veröffentlicht. Traurige Aktualität gewinnt das Buch, weil nur wenige Wochen danach Richard von Weizsäckers Sohn Fritz erstochen wurde, der als Teil der aktuellen Generation ebenfalls Erwähnung fand.

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Interessante deutsche Familiengeschichte

Von: Bücherliebe

09.11.2019

Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie Inhalt: Geist und Macht, Glanz und Tragödie: Deutschlands berühmteste Familie Keine andere Familie hat die deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre wohl mehr geprägt als die Weizsäckers. Auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zum Teil bisher unbekannter Dokumente zeichnet Hans-Joachim Noack den Weg dieser Familie nach, die exemplarisch für die Höhenflüge und die Abgründe deutscher Eliten stehen. Karl Hugo von Weizsäcker wurde als Ministerpräsident in den Adelsstand erhoben, sein Sohn Ernst als NS-Kriegsverbrecher verurteilt, Carl Friedrich forschte an der deutschen Atombombe und prägte die Friedensbewegung, Bruder Richard wurde zum ersten gesamtdeutschen Bundespräsident. Und Ernst-Ulrich gehört als Präsident des Club of Rome zu den Kämpfern der Öko-Bewegung. Hans-Joachim Noack erkundet die erstaunliche Verbindung von Geist und Macht, von Glanz und Tragik, und erzählt auf diese Weise, wie nebenbei, eine deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre. Meine Meinung: Ein interessantes Buch über die Geschichte einer Familie, die die letzten 100 Jahre in unserem Land unheimlich großen Einfluss hatte. Vielen ist dies gar nicht bewusst, umso spannender kann das Buch für geschichtlich interessierte Leser sein. Besonders engagiert hat sich die Familie im Gemeinwesen und dem Ausbau des Bildungssystems. Diese Prozesse sind unheimlich spannend und wirklich interessant beschrieben, besonders der Einfluss und was bewegt wurde. Sehr bewegend empfand ich beim Lesen den Familienzusammenhalt und wie die Familie die schweren Zeiten gemeinsam gemeistert hat. Niemand wurde fallen gelassen, im Gegenteil durch diese enge Verbundenheit traten die Weizsäckers stets als Einheit auf und haben sich gegenseitig unterstützt. Noack schreibt sehr gradlinig, allerdings sind einige Fremdworte enthalten, die den ein oder anderen Leser vielleicht irritieren oder deren Bedeutung nicht jedem geläufig ist. Er schreibt sehr kritisch, beleuchtet die Geschichte der Familie von mehreren Seiten und beschreibt alles unheimlich vielschichtig und detailreich. Ein interessantes Buch über die Geschichte einer Familie, die einmalig ist und großartiges geleistet hat.

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Vita

Hans-Joachim Noack ist einer der renommiertesten politischen Biographen in Deutschland, seine Kanzlerporträts sind allesamt Bestseller. Er war Reporter der »Süddeutschen Zeitung« und der »Frankfurter Rundschau« und arbeitete lange Jahre für den »Spiegel«, zuletzt als Leiter des Politikressorts. Für seine journalistische Arbeit erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Egon-Erwin-Kisch-Preis und den Theodor-Wolff-Preis. Letzte Veröffentlichungen: »Helmut Schmidt: Die Biographie« (2008), »Helmut Kohl: Die Biographie« (2010, mit Wolfram Bickerich) und »Willy Brandt: Ein Leben, ein Jahrhundert« (2013).

Zur AUTORENSEITE

Events

23. Apr. 2020

Lesung/Vortrag mit Hans-Joachim Noack im Rahmen des 100. Geburtstages von Richard von Weizsäcker

19:30 Uhr | Osnabrück | Lesungen
Hans-Joachim Noack
Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie

08. Sep. 2020

Lesung/Vortrag mit Hans-Joachim Noack

19:00 Uhr | Chemnitz | Lesungen
Hans-Joachim Noack
Die Weizsäckers. Eine deutsche Familie

Pressestimmen

»Hans Joachim Noack beschreibt das Verhältnis der Weizsäckers zur Macht, ihre Leistungen und ihre Verstrickungen. Aber auch wie sehr eine so einflussreiche Familie polarisieren kann«

WDR Fernsehen, Westart (23. November 2019)

»Hans-Joachim Noack hat es seinerseits vermocht, ein spannendes und erhellendes Buch zu schreiben, das weit mehr ist als eine chronologische Aufzählung.«

Der Tagesspiegel (Christine Brinck) (22. November 2019)

»Pointiert und detailreich«

Hörzu (15. November 2019)

»Beeindruckend ist die sichere Handhabung seiner Recherchen, die auch durch die Wiedergabe persönlicher Gespräche mit Richard von Weizsäcker gestützt sind.«

Jüdische Allgemeine, Wolf Scheller (16. Januar 2020)

»Der Biograf Hans-Joachim Noack, 79, kennt die Zeitgeschichte bestens. Die Weizsäckers schildert er mit kritischer Sympathie.«

Südkurier, Uli Fricker (16. November 2019)