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Die Zerbrechlichkeit der Welt Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-10281-7

Erschienen: 03.10.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

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Tokio 1946: Eine dramatische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund der Kriegsverbrecherprozesse

Tokio 1946: Der Richter Rem Brink ist vom niederländischen Außenministerium zu den sogenannten Tokioter Prozessen gesandt worden, um mit den Siegermächten die japanischen Kriegsverbrechen aufzuarbeiten. Brink ist sich seiner besonderen Verantwortung bewusst, sucht gleichzeitig aber auch Zerstreuung in einer Liaison mit der jungen Sängerin Michiko. Durch sie lernt er eine ganz andere, faszinierende Seite Japans kennen. Doch als Michiko ihn um einen Gefallen bittet, der seinen politischen und moralischen Grundsätzen widerspricht, wird die Beziehung auf eine harte Probe gestellt …

Die Zerbrechlichkeit der Welt ist eine ergreifende Liebesgeschichte und ein Roman über kulturelle Fremdheit, Neuanfang, Schuld und Vergebung. Kees van Beijnum bettet dies eindringlich und authentisch in ein weltpolitisch bedeutsames, aber kaum bekanntes Kapitel der Nachkriegszeit ein.

"Ergreifend."

Madame (14.09.2016)

Kees van Beijnum (Autor)

Kees van Beijnum, geboren 1954, gehört seit vielen Jahren zu den renommiertesten Autoren der Niederlande und wurde bereits mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnet. Er schrieb elf Romane, von denen einige höchst erfolgreich verfilmt wurden.


Hanni Ehlers (Übersetzerin)

Hanni Ehlers, geb. 1954 in Ostholstein, studierte Niederländisch, Englisch und Spanisch am Institut für Übersetzen und Dolmetschen der Universität Heidelberg und ist die Übersetzerin von u.a. Joke van Leeuwen, Connie Palmen und Leon de Winter.

"Ergreifend."

Madame (14.09.2016)

"Ein kaum bekanntes Kapitel der Nachkriegszeit."

Neues Deutschland (18.10.2016)

"Kees van Beijnum kreuzt Politik und Privates subtil."

Kölnische Rundschau (14.12.2016)

"Der besondere historische Roman."

P.M. History (13.12.2016)

"Eine ergreifende Liebesgeschichte und ein Roman über kulturelle Fremdheit, Neuanfang, Schuld und Vergebung."

Hier leben (26.09.2016)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Niederländischen von Hanni Ehlers
Originaltitel: De Offers
Originalverlag: De Bezige Bij, Amsterdam 2014

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-10281-7

€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: C. Bertelsmann

Erschienen: 03.10.2016

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Hätte mir mehr erhofft

Von: Sabs Bookparadise Datum: 10.10.2017

sabsbookparadise.blogspot.ch/

Wir schreiben das Jahr 1946 in Tokio. Die Nachkriegszeit hat das Land im festen Griff - Armut hat Einzug in Japan gehalten, die Leute leben unter ärmlichen Verhältnissen. In dieser Zeit wird Richter Brink nach Tokio geschickt, um an den Tokioter Prozessen beizuwohnen als Abgesandter von Holand. Er ist sich der Verantwortung bezüglich den japanischen Kriegsverbrechern bewusst, aber die Situation belastet ihn immer mehr.
Brink trifft auf die junge Sängerin Michiko und ist sofort von ihr fasziniert. Von ihr lernt er die japanische Kultur näher kennen, bekommt die Ablenkung von den Prozessen, die er dringen braucht. Doch die Beziehung hat auch ihre Tücken und plötzlich sieht er sich vor eine Entscheidung gestellt, die allen politischen und moralischen Grundsätzen Brinks widerspricht. Wird die Beziehung halten?

Bücher, die während oder kurz nach den Weltkriegen spielen, ziehen mich ja magisch an. Ich kann nur schwer an ihnen vorbei gehen. Nachdem ich meine Leseflaute mehr oder weniger besiegt habe, konnte ich endlich 'Die Zerbrechlichkeit der Welt' in Angriff nehmen.
Ich bin ehrlich: Ich habe viel von dem Buch erwartet und bin leider enttäuscht worden. Mir ist durchaus bewusst, dass die Geschichte von Michiko und Brink einen Teil des Buches einnehmen würde, was auf dem Klappentext ersichtlich ist. Jedoch hätte ich mir aufgrund der Nachkriegszeit und der Erwähnung der Tokioter Prozesse einen Einblick in diese Gewünscht. Es gab zwar ein paar Abschnitte, die im Gericht spielten und es wurden auch ein paar Gespräche der Richter beleuchet... aber das war es auch schon!

Mir fehlte Gefühl für diese Prozesse, mir fehlte der richtig Input. Man hätte das Buch sicherlich sehr gut so gestalten können, dass diesem Teil mehr Bedeutung zugedacht wird. Ich kenne nur wenige Bücher, die während dieser Zeit in Japan spielen und genau aus diesem Grund wäre es sehr interessant gewesen, tiefer in die Prozesse einzutauchen.
Der Schreibstil von Kees van Beijnum hätte hierfür das Potential gehabt. Denn das Buch liest sich flüssig und angenehm. Oft hat man ja, dass sich historische Romane etwas schwerfälliger lesen lassen, was an der Thematik bzw. der jeweiligen Zeit liegt. Hier war das nicht der Fall. Die Geschichte kann man durchaus in einem Rutsch lesen. Ich persönlich habe aber immer wieder ein Stück gelesen und dieses Revue passieren lassen, ehe ich den nächsten Abschnitt gelesen habe. Es bietet sich durchaus an, da das Buch in 3 Teile gesplittet ist und die 2 Jahre, die Brink in Tokio verbringt, zusammen fasst.
Vielleicht hätte man den mittleren Teil dafür nützen können, die Kriegsverbrecher zu beleuchten? Die Gefühle, Emotionen, Gedanken dieser Männer... Die waren in dem Buch nicht zu spüren. Das war generell ein weiteres Problem. Mich hat das Schicksal der Protagonisten nicht so berührt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es passieren so viele Dinge ausserhalb des Gerichtsaales, die alle im Laufe des Buches zusammenlaufen, dass ich mehr mit den Personen fühlen wollte.

Die Charaktere haben mir soweit gut gefallen. Man hat einiges über die Vergangenheit der jeweiligen Personen erfahren, ihre Denkweisen, ihre Ansichten. Das fand ich gut gemacht. Wie oben schon erwähnt, haben mir jedoch die Emotionen gefehlt.

Das Cover finde ich sehr schlicht und es passt sehr gut zur Geschichte.

Fazit

Da es mich leider nicht überzeugen konnte, bekommt das Buch von mir 3 Sterne

Kees van Beijnum: Die Zerbrechlichkeit der Welt

Von: Bücherwurmloch Datum: 27.04.2017

buecherwurmloch.wordpress.com

„Sie denken, dass wir dumm sind, Vater. Und wahrscheinlich haben sie recht“
Die Welt, in der sich der niederländische Richter Rem Brink befindet, ist tatsächlich zerbrochen. Wir schreiben das Jahr 1946, und er wird in das vom Krieg zerstörte Japan geschickt, als Teil des internationalen Tribunals, das über die japanischen Kriegsverbrecher urteilen soll. Obwohl er in den Niederlanden eine Frau und drei Kinder hat und weiß, dass er wohl jahrelang nicht nachhause kommen wird, ergreift Brink diese einmalige berufliche Chance. In Japan merkt er schnell, wie unglaublich fremd die Kultur und die Menschen ihm sind. Und dass es sehr schwer ist, allein zu sein: Als er die hübsche Sängerin Michiko kennenlernt, trifft er sich so oft wie möglich mit ihr – weil er ihre Gesellschaft und ihre Nähe genießt. Das Problem ist nur: Er zerstört dadurch ihr Leben.

Im Zuge der Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Niederlande bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Kees van Beijnum hat bereits elf erfolgreiche Romane veröffentlicht, von denen einige verfilmt wurden, hat zahlreiche Preise eingeheimst und gehört zu den bekanntesten Autoren seiner Heimat. Mit Die Zerbrechlichkeit der Welt hat er dort 2014 einen literarischen Skandal ausgelöst, in dem es um die Verwendung von Material ging, das dem Autor angeblich für ein Drehbuch anvertraut worden war – und zwar vom Sohn jenes Richters, auf dem die Figur des Rem Brink beruht. Unklar ist, was Fiktion ist und wo Kees van Beijnum sich tatsächlich an den Tagebüchern bedient hat. Der Richterssohn hat ebenfalls 2014 eine Biografie über seinen Vater veröffentlicht.

Der Roman an sich spielt nicht in den Niederlanden, sondern in Japan. Dem Japan nach dem Krieg, ruiniert, am Boden, mit Menschen, die traumatisiert sind, Verluste erlitten haben und gegen das Verhungern kämpfen. Zu ihnen gehören die Sängerin Michiko, der nichts auf dieser Welt geblieben ist, und der Soldat Hideki, die dritte Figur im Roman, der im Krieg verwundet wurde und nun ohne Zukunftsperspektiven in seinem Elternhaus in einem kleinen Dorf in den Bergen sitzt. Dorthin flieht auch Michiko, nachdem Richter Brink sie in jene Situation gebracht hat, in die solche Männer Frauen immer bringen.

Ich mag das Ruhige an diesem Roman, das Bedächtige und Überlegte. Kees van Beijnum erzählt langsam – wirklich sehr langsam. Das ist stellenweise ermüdend, und das Buch zieht sich über einen recht langen Zeitraum. Immer wieder denke ich, nun müsste es zu Ende sein, nun ist die Geschichte auserzählt, und doch ist das nicht der Fall. Inhaltlich verliert sich alles ein wenig, wird immer nichtssagender. Das hat folgenden Grund: Richter Brink hat sich in eine Ecke manövriert, ist festgefahren, kann nicht vor und nicht zurück. Er hat sich selbst schachmatt gesetzt, und das hat Auswirkungen auf die Geschichte: Wir stecken alle fest. Er ist der Moralapostel, der über andere urteilt, und doch ist es mit seiner eigenen Moral nicht weit her. So können wir nur darauf warten, dass Brinks Zeit in Japan zu Ende ist – und erleichtert aufatmen. Die Zerbrechlichkeit der Welt ist ein sehr gut recherchiertes (vermutlich wegen des oben erwähnten Materials), nüchternes und bis in seine Grundfesten doppelmoralisches Buch, das sich mit verschiedenen menschlichen Dilemmata befasst. Es ist intelligent, lesenswert und wahnsinnig deprimierend.

Die Zerbrechlichkeit der Welt von Kees van Beijnum ist erschienen bei C. Bertelsmann (ISBN 978-3-570-10281-7, 480 Seiten, 22,99 Euro).

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