Dorfroman

Roman

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Alles scheint noch vertraut in Hülkendonck, einem Dorf am Niederrhein. Als wären die dreißig Jahre, in denen der Erzähler hier nicht mehr lebt, nie gewesen. Sein Besuch bei den Eltern beschwört die Vergangenheit wieder herauf: die idyllische Weltfremdheit der 70er Jahre, den Beginn einer industriellen Landwirtschaft, die das bäuerliche Milieu verdrängt. Und den geplanten Bau des "Schnellen Brüters", eines neuartigen Atomkraftwerks, das die Menschen im Ort genauso tief spaltet wie im ganzen Land. Es ist jene Zeit, in der der Erzähler zu ahnen beginnt, dass das Leben seiner Eltern nicht das einzig mögliche ist – und in der er Juliane kennenlernt, eine Anti-Atomkraft-Aktivistin, die ihn in die linke Gegenkultur einführt...

Einfühlsam und packend erzählt Christoph Peters von den inneren Zerreißproben eines jungen Mannes und eines ganzen Dorfes. Es ist der große Roman über den turbulenten Aufbruch in jene Bundesrepublik, in der wir heute leben.

»Einfühlsam und packend, ein großer Roman von einem der besten Schriftsteller der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.«

Christoph Schröder / SWR2 (23. August 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87596-5
Erschienen am  24. August 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Kalkar, Deutschland

Leserstimmen

Ein Spiegelbild unserer Zeit

Von: Birgit Böllinger

10.09.2020

Der Heimatbegriff, häufig missbraucht, irgendwie abgenutzt, zwiespältige Gefühle hervorrufend. Und dennoch einer dieser wirkmächtigen Wörter, mit so viel Emotionen aufgeladen. Heimat, das ist für viele zugleich auch die Provinz, aus der man flieht, Zuflucht sucht und scheinbare Freiheit in den Städten. Provinzroman und Heimatdichter: In der zeitgenössischen Literatur ist man damit durch. Umso mehr erscheint es fast wie ein tollkühnes Wagnis, was Christoph Peters hier mit seinem jüngsten Roman unternommen hat: Er schrieb einen „Dorfroman“ und nannte ihn auch ganz keck so. Doch dieses starke, ruhige Werk zeigt, was Christoph Schröder bereits in einer „Polemik“ 2011 in der „Zeit“ schrieb: „Von ländlichen Gefilden in der gegenwärtigen deutschsprachigen Literatur geht eine weitaus größere Sprengkraft aus als von den urbanen Selbstverhätschelungen; ein weitaus größerer Realitätsgewinn als von all diesen Erzählungen von Leuten, die mit Flugzeugen über die Kontinente fliegen, um irgendwelche Gender-Abenteuer zu erleben.“ Für Sprengkraft sorgt in dieser Entwicklungsgeschichte ein Bauwerk, das von Beginn an höchst umstritten war: Der „Schnelle Brüter“ in Kalkar am Niederrhein, der 1985 fertiggestellt wurde, jedoch nie in Betrieb ging und später Teil eines Freizeitparks wurde. Der Atomreaktor sorgt auch für einen bodentiefen Riss durch das ganze Dorf Hülkendonck, in dem der Erzähler gut behütet aufwächst: Die Eltern, längst dem Bauernstand entwachsen, sind der neuen Technik gegenüber aufgeschlossen, die Landwirte hingegen wehren sich gegen Enteignung, Landwegnahme, Veränderung. Peters erzählt die autofiktionale Geschichte „seines Dorfes“ und seines Protagonisten auf drei Zeitebenen, die einander abwechseln: Aus der Perspektive des Kindes, das gutgläubig und blauäugig die Glaubenssätze der Eltern und zahllosen Tanten nachbetet, das sich vor der Roten Armee Fraktion mehr fürchtet als vor einer unkalkulierbaren Technik. Der Jugendliche verliebt sich in Juliane, die auf der „anderen“ Seite steht, eine junge Frau, vom autoritären Vater gebrochen, die in einer Kommune ein anderes Leben, das Glück sucht und doch nicht findet. Und dann, Jahrzehnte später, führt der erwachsene Sohn die Leser zurück zu den alt gewordenen Eltern, erinnert sich an die Jahre des Aufbruchs und der Zerrissenheit.

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Vita

Christoph Peters wurde 1966 in Kalkar geboren. Er ist Autor zahlreicher Romane und Erzählungsbände und wurde für seine Bücher mehrfach ausgezeichnet, unlängst z. B. mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2016) und dem Wolfgang-Koeppen-Preis (2018). Christoph Peters lebt heute in Berlin. Zuletzt erschienen von ihm bei Luchterhand der Erzählungsband "Selfie mit Sheikh" (2017) sowie der Roman "Das Jahr der Katze" (2018).

Zur AUTORENSEITE

Events

01. Okt. 2020

Lesung und Gespräch, Moderation: Florian Werner

20:00 Uhr | Berlin | Lesungen
Christoph Peters
Dorfroman

15. Okt. 2020

Lesung und Gespräch, Moderation: Cecile Schortmann, im Rahmen von "Literatur im Römer"

20:00 Uhr | Frankfurt | Lesungen
Christoph Peters
Dorfroman

16. Okt. 2020

Lesung und Gespräch, Moderation: Andreas Platthaus (F.A.Z.) im Rahmen von 'OPEN BOOKS'

18:00 Uhr | Frankfurt | Lesungen
Christoph Peters
Dorfroman

Videos

Pressestimmen

»Ein wunderbar nachdenkliches Buch, das den Zeitgeist, aber auch die Konflikte der jungen Bundesrepublik einfängt und zugleich - durchaus fesselnd - eine tragische Liebesgeschichte erzählt.«

Katja Lückert / NDR Kultur (24. August 2020)

»Der wahre Tod des Dorfes, so die subtile Botschaft dieses unaufgeregten, klugen Romans, ist nicht der Fortschritt oder der Strukturwandel, sondern der Riss der Generationenkette.«

Richard Kämmerlings / Welt am Sonntag (30. August 2020)

»Der ›Dorfroman‹ ist anspruchsvolle Zeitanalyse, aber auch beste Unterhaltung.«

Anja Settnik / Rheinische Post (07. September 2020)

»Wie Christoph Peters seine existenziellen Fragen an die Welt immer wieder in Romane von höchster Unterhaltsamkeit verwandelt, macht ihn zu einem großen Autor.«

Christoph Schröder / ZEIT ONLINE (02. September 2020)

»In seinem ›Dorfroman‹ erzählt der Autor hellsichtig und spannend, wie sich die Zeiten ändern.«

Johannes Schröer / Domradio.de (04. September 2020)

»Zielsicher führt Peters seinen Erzähler an biografische Bruchlinien. Am Ende aber lässt er ihn nur in die Jahre des Heranwachsens heimkehren. Zurück gehts nach Berlin.«

Markus Clauer / Die Zeit (10. September 2020)