Dr. Siri und die Tränen der Madame Daeng

Dr. Siri ermittelt 10
Kriminalroman

(4)
Hardcover
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Dr. Siri Paiboun, der rüstige Pathologe, der eigentlich seinen wohlverdienten Ruhestand genießen möchte, erhält ein anonymes Paket. Darin findet sich ein handgewebter pha sin, ein farbenfroher Rock, der vor allem im Norden Laos getragen wird. Ein wunderschönes Geschenk – wäre da nicht ein abgetrennter Finger in den Saum des Kleidungsstücks genäht. Siri ist sicher, dass ihm jemand eine Nachricht übermitteln wollte, und er wird nicht ruhen, bis er herausgefunden hat wer. Also organisiert er eine Reise in den Norden. Doch an der laotischen Grenze droht ein blutiger Konflikt auszubrechen – und Siri und seine Entourage halten geradewegs darauf zu ...

»Eine großartig skurrile Geschichte, die Politik und Landeskunde elegant einbezieht.«

Sächsische Zeitung (07. Juli 2018)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Englischen von Thomas Mohr
Originaltitel: Six and a Half Deadly Sins
Originalverlag: Soho Press
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-442-31474-4
Erschienen am  09. Juli 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Auch im Ruhestand noch lange nicht auf dem Altenteil

Von: Michael Lehmann-Pape

03.09.2018

Ruhig könnte es sein. Harmonisch, friedlich und mit langen Tagen zu zweit. Dr. Siri, ehemaliger Pathologe in Laos, glücklich vereint mit seiner Madame Daeng, rüstig, aber dem Alter doch entgegengehend (Siri schon vorgeschrittener als seine Madame), das ruft doch nach Ruhe und Entspannung. Wenn da nicht diese Eigenart Siri´s wäre, sich nun wirklich gar nicht gefallen zu lassen. Was zunächst die staatliche Propaganda hier und da zu erleben hat. Denn die Lautsprechermasten, die überall öffentlich „Erziehung“ verkünden, sind nicht alles ihrer Standfestigkeit sicher. Zumindest nicht, wenn sie ihre Botschaften in Dr. Siri´s Hörweite zu verbreiten gedenken. Was aber auch ominöse Begebenheiten beim findigen Pathologen auslösen. Zumindest, wenn ihm jemand einen Finger, eingenäht in einen traditionellen laotischen Rock (ein Phasin), zukommen lässt. Ohne nähere Einzelheiten ist Siri intuitiv klar, dass hier eine Botschaft an ihn gerichtet ist, der er nachzugehen hat. Und das in nicht nur persönlicher nun eingetretener Unruhe und Neugier, sondern auch in unruhigen Zeiten. Vietnam ist in Kambodscha einmarschiert, China scharrt unruhig mit den Füßen und verlegt Truppen an die Grenze (der Roman spielt im Jahr 1978). Was zwar drohend im Raum steht, aber eigentlich noch nicht unbedingt nahe rückt. Allerdings, nach eingehender Betrachtung des Rockes durch Madame Chantas vom Laotischen Frauenverband ergibt sich eine erste, vage Spur. Denn unzweifelhaft stammt der Rock aus dem Norden des Landes. Ebenda, wo es eng an den Grenzen ist und gefährlich zugehen könnte. Was weder Siri noch seinen ebenso alten Vertrauten, den Genossen Civalai Songsawat noch Madam Daeng davon abhalten wird, dem Rätsel des Fingers im Rock entgegen zu reisen. Mit der, inzwischen vielfach bekannten, humorvollen (und trotzdem in den rechten Momenten durchaus spannenden) Erzählweise Cotterills sind die Grundpfeiler des 10. Dr. Siri Bandes gesetzt. In Verbindung mit der fundierten Kenntnis von Land, Leuten und Geschichte jener unruhigen Gegend Asiens gelingt es Cotterill wieder einmal spielend, den Leser in den Bann zu ziehen. Mit zu ermitteln. Und dabei oft ein Schmunzeln über die legere, coole Persönlichkeit Siris und seiner Getreuen ins Gesicht zu zaubern und, wie nebenbei, eine Menge über die speziellen Umstände und die Lebensweise in Laos und benachbarten Ländern zu erfahren. Was schon damit beginnt, dass es gar nicht so einfach für Siri ist, irgendwohin zu reisen zu jener Zeit in jenem Land. Ohne Verbindungen läuft da nichts. Bedauerlicherweise liegt eine Konstellation seiner persönlichen „Beziehungen“ in einflussreiche Kreise vor, die Siri erst einmal dazu zwingen, einen ganz anderen Fall anzugehen, um überhaupt „seinem Finger“ nachspüren zu können. Alles in allem eine lehrreiche, dennoch lockere, eine spannende und dabei mit viel Humor gewürzte Lektüre, die blendend unterhält.

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Dr. Siri und die Tränen der Madame Daeng von Colin Cotteril

Von: Buchhandlung Schwarz auf Weiß

06.08.2018

Die Reihe um den pensionierten Pathologen Dr. Siri in Laos haben wir in unserem Blog schon einmal vorgestellt. Nun ist der 10. Band der Reihe erschienen, in der Dr. Siri ein anonymes Paket mit einem handgewebten farbenfrohen Rock, einem sogenannten phasin, erhält. Dieses traditionelle Kleidungsstück wäre ein erfreuliches Geschenk gewesen, wenn in seinem Saum kein Finger eingenäht worden wäre. Siri muss erst einmal recherchieren, wo der Rock herkommen könnte und greift auf sein Netzwerk skurriler Helferinnen und Helfer zurück. Schnell wird klar, dass dieses Kleidungsstück aus dem Norden von Laos stammen muss. Leider ist in dem kommunistischen Land nicht so einfach, eine Reiseerlaubnis zu erhalten. Zu allem Überfluss ist Siris Lieblingsfeind, Richter Haeng, nicht mehr in Amt und Würden. Ihm wird vorgeworfen, eine seiner Konkubinen misshandelt zu haben, denn wie sich herausstellt, hat der Richter ein ganzes Netzwerk solcher Damen in der Hauptstadt Vientiane verteilt. Wer hätte das gedacht? Siri muss also erst einmal die Unschuld des Richters beweisen, um an seine Reisegenehmigung zu gelangen. Um dem chaotischen Leben in seinem Haus zu entfliehen, würde Siri fast alles tun. Dort haben sich nämlich sämtliche Vagabunden niedergelassen, die Siri und Daeng im Laufe der Zeit gesammelt haben. Bisher war es keine Problem, diese alle zu beherbergen, da die beiden über der Nudelküche von Madame Daeng wohnten. Das Gebäude wurde jedoch im letzten Teil Opfer eines Anschlags auf die beiden. Siris inneren Mitbewohner, die Geister der Verstorbenen, die auf seinem Tisch landeten, sind natürlich wieder mit von der Partie: dieses Mal bereichert durch die ehemalige Wahrsagerin Tante Bpoo, die kürzlich verstorben ist. Leider hat Siri immer noch keinen Weg gefunden, um mit seinen Geistern zu kommunizieren, aber vielleicht findet er ja in diesem Teil den Schlüssel dazu. Siri und Madame Daeng machen sich schließlich auf die Reise in den Norden, an deren Grenze zu China es einmal mehr zu Unruhen kommt: Die Vietnamesen marschieren in Kambodscha ein und China „is not amused“. Parallel wird Inspektor Phosy in den Norden geschickt. Der Mann von Dr. Siris ehemaliger Assistentin Dtui soll den Tod zweier Dorfvorsteher aufklären, die gewaltsam zu Tode gekommen sind. Der Fall gibt einige Rätsel auf. Die Einmischung eines brutalen chinesischen Vorarbeiters bringt nicht nur Phosy, sondern auch seine Frau und Tochter in Gefahr. Wie sich herausstellt, ist Civilai, pensionierter Parteibeamter und Siris bester Freund, auf geheimer diplomatischer Mission im Norden unterwegs, und so kann das greise Ermittlerteam wieder gemeinsam an die Lösung des Falles gehen. Sie stoßen auf einen grausamen Fall mit ungeahnten Dimensionen, bei dem sie mehr als einmal nur knapp selbst der Katastrophe entkommen. Eine alte Bekannte taucht dann zu allem Überfluss auch noch auf, von der alle gehofft hatten, dass sie nicht mehr unter den Lebenden weilt. Colin Cotteril hat mit dem 10. Band wieder einmal einen unterhaltsamen Krimi geschrieben, der gespickt ist mit viel britischem Humor. Wie bei jedem Fall sind die Dialoge zwischen Siri und Civilai für mich die absoluten Highlights, mal abgesehen davon, dass man viel lernt über die Region rund um Laos und ihre politisch mehr als bewegte Vergangenheit. Civilais Befürchtung, dass Laos China den Krieg erklären könnte, kommentiert Siri lachend mit „Na, der Krieg würde nicht lange dauern“,…“Schon am ersten Tag würde uns spätestens nach dem Morgentee die Munition ausgehen, und wir müssten mit Stöcken werfen. Was der Gegner vermutlich als Sarkasmus interpretieren würde. Und mit Sarkasmus hat noch niemand einen Krieg gewonnen.“ Es gäbe noch viele Stellen, die uns zum Schmunzeln gebracht haben, so begeistert sind wir immer wieder über diese Krimireihe. Sie ist sicherlich eine der ungewöhnlichsten Serien, die wir auf dem deutschen Buchmarkt haben, und ich bin sehr froh, dass ich diese durch den Tipp einer Besucherin in der Stadtbibliothek entdeckt habe. Vielen herzlichen Dank an den Goldmann-Verlag für das Leseexemplar und das Herausbringen dieser mehrfach ausgezeichneten Krimireihe. Wer mehr über den Autor wissen möchte, findet auf seiner nicht weniger skurrilen Website weitere Informationen.

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Vita

Colin Cotterill, 1952 in London geboren, begab sich nach einer Ausbildung zum Englischlehrer auf eine Weltreise, die viele Jahre andauerte. Mittlerweile lebt der begeisterte Comiczeichner in Chumphon, Thailand. Seine in Laos angesiedelte Krimireihe um Dr. Siri wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

www.colincotterill.com

Zur AUTORENSEITE

Zitate

»Der neue Roman aus der Feder des Briten Colin Cotterill ist wieder ein originell-skurriler, trotzdem spannender Krimi mit einem sehr liebenswerten Ermittler.«

Westfalen-Blatt (05. August 2018)

»Coterrill sprengt mit seiner Dr.-Siri-Reihe charmant und intelligent Genregrenzen.«

BÜCHERmagazin (01. August 2018)

»Eine spannende Handlung mit viel Witz, aber auch vielen Toten, unerwarteten Wendungen und einem fulminanten Ende.«

kultura-extra.de (18. Juli 2018)

»Colin Cotterill ist ein Meister der Ironie. Lautes Lachen unvermeidbar.«

Heilbronner Stimme (29. September 2018)

»Wunderbar skurril, spannend und Landeskunde über das sozialistische Laos Ende der 1970er gibt's gleich dazu.«

Bielefelder (01. September 2018)

»Diese Reihe ist ein Muss!«

Cosmopolitan

»Ein einziges Laos. Pathologen als Krimi-Helden kennen wir. Aber keinen wie diesen!«

Stern

»Wird Fans und neue Leser zugleich begeistern - garantiert!«

BookPage

»Es ist ein großes Vergnügen, Dr. Siris beißendem Witz und Scharfsinn beizuwohnen.«

Booklist

»Originelle Geschichten, in die Cotterill mit leichter Hand seinen laotischen Helden schickt.«

Jan Josef Liefers