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Ede und Unku - die wahre Geschichte Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-579-08694-1

Erschienen:  26.02.2018
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»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...« (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung)

Ede und Unku - mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland.

  • Zeitgeschichte – persönlich und emotional

  • Ein Stück deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte

  • ZDF plant Dokumentarfilm

  • DDR-Kindheitserinnerungen werden wach

»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...«

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

Janko Lauenberger (Autor)

Janko Lauenberger, 1976, arbeitet als Musiker in Berlin und hat bereits mit Jazzgrößen wie Ferenc Snetberger gespielt. Ausgebildet hat ihn sein Vater, Gründer der DDR-Kultband „Sinti Swing Berlin“. Seit seinem 16. Lebensjahr spielt Lauenberger in der Band mit, widmet sich aber auch eigenen musikalischen Projekten.
Juliane von Wedemeyer, Jahrgang 1975, ist freie Autorin und arbeitet heute vor allem für die Süddeutsche Zeitung. Ihre ersten Reportagen und Porträts schrieb sie für den Berliner Tagesspiegel, damals noch als Volontärin. In der Nähe Berlins ist sie auch aufgewachsen. „Ede und Unku“ gehörte für sie also zur Schullektüre.


Juliane von Wedemeyer (Autorin)

Juliane von Wedemeyer, Jahrgang 1975, ist freie Autorin und arbeitet heute vor allem für die Süddeutsche Zeitung. Ihre ersten Reportagen und Porträts schrieb sie für den Berliner Tagesspiegel. In der Nähe Berlins ist sie auch aufgewachsen. „Ede und Unku“ gehörte für sie also zur Schullektüre.

»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...«

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

»Man lernt mit jeder Zeile… Danke für dieses Buch«

Maritta Tkalec, Berliner Zeitung (07.05.2018)

»Ein durch und durch empfehlenswertes Buch… Es könnte eine Arznei sein gegen Rassismus«

Michael Weisfeld in "Andruck", Deutschlandfunk (07.05.2018)

»Das Leben Unkus entrollt sich vor den beiden Autoren. Und sie fügen es zu einem Buch zusammen, dessen Detailreichtum oft grausam ist und tief berührt«

Julius Lukas, Mitteldeutsche Zeitung (12.03.2018)

»Ein ergreifendes Buch. An einigen Stellen zu Tränen rührend. Ein Buch, in dem man Geschichten liest, die so noch nicht erzählt wurden.«

Holger, Kankel, Schweriner Volkszeitung (22.08.2018)

27.01.2019 | 11:00 Uhr | Neu-Isenburg

Autorenlesung

Janko Lauenberger und Juliane von Wedemeyer stellen ihr aktuelle Buch "Ede und Unku - die wahre Geschichte" im Bertha-Pappenheim-Haus in Neu-Isenburg vor.

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Mehr Infos

Seminar- und Gedankstätte Bertha-Pappenheim-Haus
Zeppelinstr. 10
63263 Neu-Isenburg

Weitere Informationen:
Der Magistrat der Stadt Neu-Isenburg
63263 Neu-Isenburg

pappenheim.haus@stadt-neu-isenburg.de

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-579-08694-1

€ 20,00 [D] | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Erschienen:  26.02.2018

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Ein sehr wichtiges Buch!

Von: morgenwald Datum: 27.06.2018

morgenwald.eu/ede-und-unku-die-wahre-geschichte/

Inhalt

Das Buch “Ede und Unku” war in der DDR Schullektüre. In dem Buch geht es um das Sinti-Mädchen Unku und den Arbeiterjungen Ede, die sich in den 30er Jahren befreundet haben. Doch fast niemand weiß, dass Unku in Auschwitz ermordet wurde.


Der Autor Janko Lauenberger ist ein Urgroßcousin von Unku und erzählt in diesem Buch die wahre Geschichte.

Er erzählt von dem abscheulichen Mord der Nazis an Sinti und Roma, die noch weniger wert waren als Juden. Wie sind einem Lager in Brandenburg zusammen getrieben wurden und dort so lange bleiben „durften“, wie sie als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Wie sie nach Auschwitz kamen und sich dort ihr Lager, ihre Barken selber bauen mussten. Wie der Lagerarzt Erwin Ding-Schulter die Sinti und Roma als Versuchspersonen nutze, für seine Fleckenfieber-Impftests.


Janko Lauenberger erzählt abwechselnd auch von seinem eigenen Leben in der DDR. Wie er von seinen Mitschülern schlimm beschimpft und attackiert wurde. Und als er sich wehrte, kurzerhand in ein Kinderheim kam.

Meine Meinung

Bisher wusste ich nicht viel über Sinti und Roma. Ich kenne auch das Buch „Ede und Unku“ nicht.

Es war sehr interessant, einen Einblick in die Kultur der Sinti zu bekommen. So haben sie einen deutschen Namen, für die Behörden, und einen Sinti Namen. Unku hieß mit deutschem Namen z.B. Erna Lauenburger. Sie sprechen untereinander nur Romanes und diese Sprache ist nirgendwo schriftlich festgehalten, was so gewünscht ist.


Wie sie in der Nazi-Zeit behandelt wurden und was sie erleiden mussten, ist schrecklich.


„Und seit dem 3.Januar.1936 ist sie [Unku] auch »minderwertig und artfremd«. So hat es Reichsminister Wilhelm Frick an diesem Tag verfügt: »Zu den artfremden Rassen gehören alle anderen Rassen, das sind in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner.« Nun ist es amtlich: Sinti und Roma sind keine deutschen Reichsbürger mehr. Für sie und die Juden gelten die neuen Nürnberger Gesetze, mit denen die Regierung das »Blut der Deutschen schützen« und ihre »deutsche Nation für alle Zukunft sichern« will.„


Sie werden von der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ erfasst, manche Sintis müssen ins Krankenhaus und werden dort zwangssterilisiert.


Das alles ist unsagbar schrecklich, keine Frage. Und doch hat mich dem Autor seine Geschichte mehr berührt. Er ist fast so alt wie ich, also auch in den 80zigern in die Schule gegangen. Ich musste die ganze Zeit daran denken, was er, parallel zu meiner Schulzeit, erleiden musste.

„So was wie dich hätte mein Großvater vergast!“ bekommt er von seinen Mitschülern gesagt.

Lauenberger mag da Wort Zigeuner nicht. „Ich mag das Wort nicht, Menschen verändern sich, sobald sie wissen, dass ich einer bin.“


Äußerst irritiert hat mich, dass er in der Schule übelst wegen seiner Hautfarbe beschimpft wurde und immer noch, wenn er als Musiker auf der Bühne steht, angesprochen wird, wo er denn her kommt. Denn ich käme nicht auf die Idee, dass er woanders her kommt.

Da merke ich, wie dankbar ich bin, auf eine Schule gegangen zu sein, die uns schon in der 5. Klasse beigebracht hat, dass es Sinti und Roma gibt und in einer Stadt lebe, in der 47% einen Migrationshintergrund haben.


Ich finde es äußerst furchtbar, dass es immer noch Menschen gibt, die Zigeuner sagen, die andere Menschen auf ihre Haut- und Haarfarbe reduzieren


„Trotzdem gibt es Momente, in denen ich mich fremd fühle. Es kommt sogar vor, dass ich so etwas sage wie: „Ich als Ausländer“ oder „Ihr Deutschen“. Ich glaube, das liegt daran, dass ich immer wieder Menschen treffe, für die wir eben nicht dazu gehören. Im besten Fall geben solche Leute einem das Gefühl, freundlich geduldet zu sein, sofern man sich anpasst. Nach dem Motto: Wenn ihr nicht auffallt, dann kommen wir schon gemeinsam klar … Aber ich möchte nicht geduldet sein. Sinti und Roma leben seit 600 Jahren hier. Ich bin ein teil dieses Landes. Niemand hat das Recht, mich zu dulden.“

Fazit

Ein sehr, sehr wichtiges Buch über eine Gemeinschaft, die es seit 600 Jahren in Deutschland gibt. Die zu Deutschland gehört und zu unsere Geschichte. Es wird Zeit, dass wir das sehen und anerkennen.

Ein literarisches Mahnmal

Von: Buchvogel Datum: 26.06.2018

buchvogel.blogspot.com

Vorsicht - Spuren von Spoilern

Da ich nicht in der DDR aufgewachsen bin, kannte ich das Buch "Ede und Unku" nicht. Es war in der DDR Schullektüre. Der Roman spielt in der Zeit der Weimarer Republik, es ist die wahre Geschichte der Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und der Sinteza Unku. Ede und Unku waren damals oft bei der Autorin Grete Weiskopf zu Besuch, die die Geschichte aufschrieb.

Weiskopf schrieb ein mitfühlendes und leidenschaftliches Jugendbuch abseits der romantisierenden Klischees, aber erfüllt von einem proletarischen Elan, der sich vom Klassenkampf vieles, wenn nicht alles erhoffte; auch die Beseitigung des Antisemitismus und des Antiziganismus. [Vorwort von Heribert Prantl, S. 6]

Unku hieß eigentlich Erna Lauenburger, Unku ist ihr Sinti-Name. Der Autor Janko Lauenberger (die abweichende Schreibweise ist einem nachlässigen Behördenmitarbeiter zu verdanken) ist ein Verwandter von Unku, sie war die Cousine seiner Großmutter Kaula (die auch im Buch vorkommt). Er begibt sich auf Spurensuche.

Janko berichtet von Unkus Leben. Die Sinti-Kultur war natürlich faszinierend, aber bei den vielen Verwandten, die im Buch vorkommen und Unkus Leben bereicherten, hab ich irgendwann den Überblick verloren. Janko skizziert das lebensfrohe Mädchen und berichtet, wie es weiterging. Die Lage wird schlimm, als die Nazis an die Macht kamen.

Sie ist jetzt 17 - ... sie ist schön. Und seit dem 3. Januar 1936 ist sie auch "minderwertig und artfremd". So hat es Reichsinnenminister Wilhelm Frick an diesem Tag verfügt. [S. 88]


Als junge Erwachsene verliebt sie sich in Mucki, wird von ihm schwanger. Doch ihr Mann Mucki sollte die kleine Marie nie sehen. Wie so viele Zigeuner wurde er inhaftiert. Die Familie und weitere Zigeuner wurden auf einem Platz zusammengepfercht, den sie nur zur Zwangsarbeit verlassen durften. Und schließlich wurden alle nach Auschwitz deportiert. Anders als die Juden durften die Zigeuner dort in den Baracken als Familie zusammenbleiben, im Zigeunerlager. Ich schrieb jetzt absichtlich von "Zigeunern", den das war die offizielle Nazi-Sprache. Die Gefangenentätowierungen begannen auch mit einem Z wie Zigeuner.

Wenn ich allein bei meinem Großvater bin, darf ich in seinem Bett schlafen. Ich fühle mich geborgen an seiner Seite. Morgens, wenn ich die Augen aufschlage, ist er meist schon wach. Seine Arme liegen verschränkt unter seinem Kopf, auch der linke mit der Tätowierung, ein Buchstabe und drei Zahlen: Z 539. Ich bin sie oft mit dem Finger abgefahren. Als ich ihn gefragt habe: "Was ist das?", hat er geantwortet: "Das ist meine Häftlingsnummer vom Konzentrationslager. Alle da haben eine bekommen."

Das Leben im Lager ist unfassbar grausam. Unkus Töchter und auch sie selbst sterben, Unku ist gerade mal 24 Jahre alt. Emotional ein sehr sehr schweres Kapitel.

Abwechselnd zur Geschichte von Unku erzählt Janko auch von seiner eigenen Geschichte, seiner Kindheit in der DDR, dem Aufwachsen, Alltagsdiskriminierung, dem Leben als Musiker und seiner weit verzweigten Verwandtschaft (schwierig, so viele Namen...). Ich habe bisher noch keinen Sinto kennengelernt, daher fand ich es interessant, etwas darüber zu erfahren. Etwa, warum sie an ihrer Sprache, dem Romanes, festhalten und sich sowohl als Sinti als auch als Deutsche sehen. Sie sind Deutsche, aber auch ein eigenes Volk.

Ich bin also nicht nur Deutscher, ich bin vor allem Sinto. Auch wenn es für einige schwer zu begreifen ist, dass Menschen mehr als eine Identität haben können: Es geht. Und heute stehe ich auch dazu. [S. 217]

Wichtig erscheint es mir, wie auch Janko, aufzuklären in einer Zeit, in der der Rassismus wieder wächst.

Rassismus scheint in Wellen über unser Land zu schwappen. ... Und er trifft auch uns. Die wenigsten wissen ja, wer wir sind. Sie sehen nur unsere schwarze Haare und die dunkle Haut. ... Tatsächlich sorgen sich viele von uns, dass sich die Lage in den nächsten zehn Jahren verschärfen könnte, dass eine weitere Tragödie möglich ware. "Wir sind dann wieder die Ersten, die dran glauben müssen", sagen manche. [S. 212-213]



Die beiden Geschichten sind sprachlich leicht erzählt, man kann ihnen gut folgen. Die Geschichte von Unku und die von Janko sind in zwei verschiedenen Schriftarten gesetzt, so kann man sie schon äußerlich gut auseinanderhalten. Die von Unku wird in der dritten Person erzählt, die von Janko in der Ich-Form. Privatfotos des Autors sind auch im Buch, so bekommt man einen Eindruck von den Personen im Buch. Alle Geschichten und Personen sind mir sehr nahe gekommen.




Lesen oder nicht?

Ein Buch gegen das Vergessen - und eine Mahnung für die Zukunft. Die Sinti in Deutschland sind ein Teil der deutschen Kultur und doch ein eigenständiges Volk, und erfahren dennoch Alltagsdiskriminierung. Sie waren eine der Gruppen, die die Nazis in den Konzentrationslagern umbrachten, doch ihre Geschichte wird seltener erzählt. Schon allein daher lesenswert. Die Charaktere sind sympathisch und sie klären mit Vorurteilen auf.

Das Buch hat mich tief beeindruckt

Von: Buchhandlung Athesia Bozen aus Bozen Datum: 19.03.2018

Buchhandlung: Athesia Bozen

Das Buch hat mich tief beeindruckt und nachdenklich gemacht. "Ede und Unku - Die wahre Geschichte" ist das dritte Buch, das ich zum Thema Vernichtung der Sinti und Roma im Holocaust gelesen habe. Im Vergleich zu den beiden anderen ist dieses Buch kein Roman und dadurch sehr viel authentischer. Das Buch konfrontiert mich aber auch mit der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und mit unserer Zeit, die wieder von Vorurteilen geprägt ist. Dieses Buch wird die Welt nicht verändern und Geschehenes nicht auslöschen, aber es hat mich zum Nachdenken gebracht.

Barbara Pernter
Buchhandlung Athesia Bozen

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