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Ede und Unku - die wahre Geschichte

Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute

(8)
Hardcover
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»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...« (Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung)

Ede und Unku - mit über 5 Mio Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland. Die Erstausgabe erschien 1931, das Buch war viele Jahre Schullektüre und erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sintimädchen Unku während der Weimarer Republik. Doch was kaum jemand weiß: Schon kurz nach der Machtergreifung Hitlers wurde das Buch verboten und das »Zigeunermädchen« Unku in einem Konzentrationslager umgebracht. Der Musiker Janko Lauenberger ist Unkus Ur-Cousin. Er erzählt in diesem Buch ihre wahre Geschichte und gleichzeitig seine eigene als Sintikind in der ehemaligen DDR und später im wiedervereinigten Deutschland.

  • Zeitgeschichte – persönlich und emotional

  • Ein Stück deutsch-deutscher Nachkriegsgeschichte

  • ZDF plant Dokumentarfilm

  • DDR-Kindheitserinnerungen werden wach

»... eine anrührende, aufrüttelnde und zartbittere Geschichte ...«

Heribert Prantl, Süddeutsche Zeitung

Hardcover mit Schutzumschlag, 240 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-579-08694-1
Erschienen am  26. Februar 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Doch intetressant

Von: Myriade

16.11.2018

Ein Buch mit dem Titel „Ede und Unku“, geschrieben 1932 von Grete Weiskopf unter dem Pseudonym Alex Wedding gehörte 1933 zu den von den Nazis verbrannten Büchern und später, in der DDR, zur allgemeinen Schullektüre. „Die jüdische und kommunistische Schriftstellerin Weiskopf hatte das Sinti-Mädchen Unku in den späten 1920er Jahren in ihrer Berliner Nachbarschaft kennengelernt(…) Weiskopf schrieb ein mitfühlendes und leidenschaftliches Jugendbuch abseits der (…) Klischees, aber erfüllt von einem proletarischen Elan, der sich vom Klassenkampf vieles, wenn nicht alles erhoffte; auch die Beseitigung des Antisemitismus und des Antiziganismus“ p6 Dieses Buch – die Geschichte von der Freundschaft eines Arbeiterbuben und eines Sinti-Mädchens – hätte mich mangels proletarischem Elan und Glauben an den Klassenkampf nicht allzu sehr interessiert. Das vorliegende Buch aber, in dem die tatsächliche Geschichte dieses Mädchens, ihrer Familie und der Sinti als Volksgruppe recherchiert wird, fand ich doch sehr lesenswert. Janko Lauenberger, der gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer dieses Buchs geschrieben hat, ist ein Verwandter von Unku, deren bürgerlicher Name Erna Lauenburger war. Es wird abwechselnd die Geschichte von Janko Lauenberger, Jahrgang 1976, der auch in der DDR aufgewachsen ist und von Unku erzählt, die mit Anfang 20 ins KZ Ausschwitz deportiert und dort gemeinsam mit ihren beiden Kindern und vielen Verwandten ermordet wurde. Ungefähr eine halbe Million Roma und Sinti wurden vom Nazi-Regime ermordet. Auch Janko Lauenbergers Kindheit als Sinti ist schwierig. Insgesamt ein Buch, in dem man eine Menge sowohl über das Alltagsleben in der DDR als auch über das Leben der Sinti im allgemeinen erfährt. Und für diejenigen, die „Ede und Unku“ als Schulkinder gelesen haben, ist es wohl eine interessante Ergänzung.

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Ein sehr wichtiges Buch!

Von: morgenwald

27.06.2018

Inhalt Das Buch “Ede und Unku” war in der DDR Schullektüre. In dem Buch geht es um das Sinti-Mädchen Unku und den Arbeiterjungen Ede, die sich in den 30er Jahren befreundet haben. Doch fast niemand weiß, dass Unku in Auschwitz ermordet wurde. Der Autor Janko Lauenberger ist ein Urgroßcousin von Unku und erzählt in diesem Buch die wahre Geschichte. Er erzählt von dem abscheulichen Mord der Nazis an Sinti und Roma, die noch weniger wert waren als Juden. Wie sind einem Lager in Brandenburg zusammen getrieben wurden und dort so lange bleiben „durften“, wie sie als Arbeitskräfte gebraucht wurden. Wie sie nach Auschwitz kamen und sich dort ihr Lager, ihre Barken selber bauen mussten. Wie der Lagerarzt Erwin Ding-Schulter die Sinti und Roma als Versuchspersonen nutze, für seine Fleckenfieber-Impftests. Janko Lauenberger erzählt abwechselnd auch von seinem eigenen Leben in der DDR. Wie er von seinen Mitschülern schlimm beschimpft und attackiert wurde. Und als er sich wehrte, kurzerhand in ein Kinderheim kam. Meine Meinung Bisher wusste ich nicht viel über Sinti und Roma. Ich kenne auch das Buch „Ede und Unku“ nicht. Es war sehr interessant, einen Einblick in die Kultur der Sinti zu bekommen. So haben sie einen deutschen Namen, für die Behörden, und einen Sinti Namen. Unku hieß mit deutschem Namen z.B. Erna Lauenburger. Sie sprechen untereinander nur Romanes und diese Sprache ist nirgendwo schriftlich festgehalten, was so gewünscht ist. Wie sie in der Nazi-Zeit behandelt wurden und was sie erleiden mussten, ist schrecklich. „Und seit dem 3.Januar.1936 ist sie [Unku] auch »minderwertig und artfremd«. So hat es Reichsminister Wilhelm Frick an diesem Tag verfügt: »Zu den artfremden Rassen gehören alle anderen Rassen, das sind in Europa außer den Juden regelmäßig nur die Zigeuner.« Nun ist es amtlich: Sinti und Roma sind keine deutschen Reichsbürger mehr. Für sie und die Juden gelten die neuen Nürnberger Gesetze, mit denen die Regierung das »Blut der Deutschen schützen« und ihre »deutsche Nation für alle Zukunft sichern« will.„ Sie werden von der „Rassenhygienischen Forschungsstelle“ erfasst, manche Sintis müssen ins Krankenhaus und werden dort zwangssterilisiert. Das alles ist unsagbar schrecklich, keine Frage. Und doch hat mich dem Autor seine Geschichte mehr berührt. Er ist fast so alt wie ich, also auch in den 80zigern in die Schule gegangen. Ich musste die ganze Zeit daran denken, was er, parallel zu meiner Schulzeit, erleiden musste. „So was wie dich hätte mein Großvater vergast!“ bekommt er von seinen Mitschülern gesagt. Lauenberger mag da Wort Zigeuner nicht. „Ich mag das Wort nicht, Menschen verändern sich, sobald sie wissen, dass ich einer bin.“ Äußerst irritiert hat mich, dass er in der Schule übelst wegen seiner Hautfarbe beschimpft wurde und immer noch, wenn er als Musiker auf der Bühne steht, angesprochen wird, wo er denn her kommt. Denn ich käme nicht auf die Idee, dass er woanders her kommt. Da merke ich, wie dankbar ich bin, auf eine Schule gegangen zu sein, die uns schon in der 5. Klasse beigebracht hat, dass es Sinti und Roma gibt und in einer Stadt lebe, in der 47% einen Migrationshintergrund haben. Ich finde es äußerst furchtbar, dass es immer noch Menschen gibt, die Zigeuner sagen, die andere Menschen auf ihre Haut- und Haarfarbe reduzieren „Trotzdem gibt es Momente, in denen ich mich fremd fühle. Es kommt sogar vor, dass ich so etwas sage wie: „Ich als Ausländer“ oder „Ihr Deutschen“. Ich glaube, das liegt daran, dass ich immer wieder Menschen treffe, für die wir eben nicht dazu gehören. Im besten Fall geben solche Leute einem das Gefühl, freundlich geduldet zu sein, sofern man sich anpasst. Nach dem Motto: Wenn ihr nicht auffallt, dann kommen wir schon gemeinsam klar … Aber ich möchte nicht geduldet sein. Sinti und Roma leben seit 600 Jahren hier. Ich bin ein teil dieses Landes. Niemand hat das Recht, mich zu dulden.“ Fazit Ein sehr, sehr wichtiges Buch über eine Gemeinschaft, die es seit 600 Jahren in Deutschland gibt. Die zu Deutschland gehört und zu unsere Geschichte. Es wird Zeit, dass wir das sehen und anerkennen.

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Die wahre Geschichte von Ede und Unku

Vita

Janko Lauenberger, 1976, arbeitet als Musiker in Berlin und hat bereits mit Jazzgrößen wie Ferenc Snetberger gespielt. Ausgebildet hat ihn sein Vater, Gründer der DDR-Kultband „Sinti Swing Berlin“. Seit seinem 16. Lebensjahr spielt Lauenberger in der Band mit, widmet sich aber auch eigenen musikalischen Projekten.
Juliane von Wedemeyer, Jahrgang 1975, ist freie Autorin und arbeitet heute vor allem für die Süddeutsche Zeitung. Ihre ersten Reportagen und Porträts schrieb sie für den Berliner Tagesspiegel, damals noch als Volontärin. In der Nähe Berlins ist sie auch aufgewachsen. „Ede und Unku“ gehörte für sie also zur Schullektüre.

Zur AUTORENSEITE

Juliane von Wedemeyer, Jahrgang 1975, ist freie Autorin und arbeitet heute vor allem für die Süddeutsche Zeitung. Ihre ersten Reportagen und Porträts schrieb sie für den Berliner Tagesspiegel. In der Nähe Berlins ist sie auch aufgewachsen. „Ede und Unku“ gehörte für sie also zur Schullektüre.

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27. Jan 2019

Autorenlesung

11:00 Uhr | Neu-Isenburg | Lesungen & Events
Ede und Unku - die wahre Geschichte

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Zitate

»Man lernt mit jeder Zeile… Danke für dieses Buch«

Maritta Tkalec, Berliner Zeitung (07. Mai 2018)

»Ein durch und durch empfehlenswertes Buch… Es könnte eine Arznei sein gegen Rassismus«

»Das Leben Unkus entrollt sich vor den beiden Autoren. Und sie fügen es zu einem Buch zusammen, dessen Detailreichtum oft grausam ist und tief berührt«

»Ein ergreifendes Buch. An einigen Stellen zu Tränen rührend. Ein Buch, in dem man Geschichten liest, die so noch nicht erzählt wurden.«

Holger, Kankel, Schweriner Volkszeitung (22. August 2018)