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Ein Sturm wehte vom Paradiese her Roman

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-630-87490-6

Erschienen: 28.09.2015
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

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Er weiß nicht mehr, was er erlebt hat, was er in diesem Zug macht. Der Vollmond steht tief über dem Horizont, eine graue Scheibe. Er sieht die Krater, die sandigen Meere. Er erinnert sich nicht mehr, wer er ist. Der Mond, er ruft ihm etwas ins Gedächtnis. Die Wolken. Den Wind. Er erinnert sich nicht. Er erinnert sich nicht an die Geschichte.

Ein junger Mann wird in einem unterirdischen Raum irgendwo in Ostafrika vernommen. Noch vor Kurzem sollte er Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden. Er studierte an der entsprechenden Akademie in Athen, er marschierte in einer weißen Uniform, er entfernte sich von einer Kindheit voller Gewalt und war auf dem Weg in eine Zukunft in den Wolken. Doch dann, wenige Monate vor seinem Examen, kommt es in Uganda zum Staatsstreich. Idi Amin ergreift die Macht. Sein Regime wird zu einem der blutigsten des afrikanischen Kontinents werden. Und genau in diesem Moment trifft der junge Mann eine folgenschwere Entscheidung: Er wird nicht zurückkehren ins mörderische Uganda, obwohl es ihm befohlen wird. Seine Sehnsucht zu fliegen führt ihn später dennoch nach Afrika zurück und damit geradewegs auf eine Wanderung durch die Hölle. Er wird zu einem Vertriebenen, einem Flüchtling, dessen Leben auch in Schweden, wohin es ihn zum Schluß verschlägt, durch Einsamkeit und Heimatlosigkeit gezeichnet ist.

Johannes Anyuru hat einen fesselnden, berührenden Roman über seinen Vater geschrieben - und darüber, wie ein Mensch von den Stürmen der Geschichte erfasst und gezwungen werden kann, alles zu riskieren, um dem Tod zu entfliehen. Es ist ein Buch über persönlichen Mut, das zeigt, wie eine einzige Entscheidung ein ganzes Leben verändern kann. Es erzählt von der Tragik eines Menschenlebens, das exemplarisch für das Leben so vieler Getriebener und Vertriebener im 20. Jahrhundert steht.

3sat Buchzeit empfiehlt "Ein Sturm wehte vom Paradiese her" zum Film

"Ein wichtiges Buch, das mir klar gemacht hat, was manche Menschen und Flüchtlinge, mit denen wir leben, die unsere neuen Nachbarn sind, wirklich erlebt und durchgemacht haben."

Gert Scobel / 3sat Buchzeit (11.10.2015)

Johannes Anyuru (Autor)

Johannes Anyuru, geboren 1979, gilt als einer der wichtigsten jüngeren Autoren Schwedens. Er debütierte 2003 mit einer viel beachteten und hoch gerühmten Gedichtsammlung (Det är bara gudarna som är nya/Nur die Götter sind neu). Für "Ein Sturm wehte vom Paradiese her", eine autobiografisch geprägte Annäherung an das Schicksal seines Vaters, bekam er zahlreiche Preise verliehen. Der Roman wurde für den wichtigsten Literaturpreis des Landes, den Augustpreis, nominiert sowie für den Preis des Nordischen Rates. Ausgezeichnet wurde er mit den Literaturpreisen von Svenska Dagbladet und Aftonbladet, er stand auf Platz 1 der Kritikerliste von Dagens Nyheter und ist in sieben Sprachen übersetzt.


Paul Berf (Übersetzer)

Paul Berf, geboren 1963 in Frechen bei Köln, lebt nach seinem Skandinavistikstudium als freier Übersetzer in Köln. Er übertrug u. a. Henning Mankell, KjellWestö, Aris Fioretos und Selma Lagerlöf ins Deutsche. 2005 wurde er mit dem Übersetzerpreis der Schwedischen Akademie ausgezeichnet.

"Ein wichtiges Buch, das mir klar gemacht hat, was manche Menschen und Flüchtlinge, mit denen wir leben, die unsere neuen Nachbarn sind, wirklich erlebt und durchgemacht haben."

Gert Scobel / 3sat Buchzeit (11.10.2015)

"Ein wunderbar poetischer Roman und ein gelungenes Psychogramm der unheilbaren Krankheit namens Heimatlosigkeit."

Patricia Brooks / Buchkultur (01.10.2015)

"Ein großes, starkes, bewegendes und verstörendes Buch!"

Hermann Barth / In München (22.10.2015)

"Die lyrischen Passagen inmitten der brutalen Realität sind umso rührender und lassen mit ihren bildlichen Metaphern F. Scott Fitzgerald vor dem geistigen Auge auferstehen."

Katharina Raskob / GALORE (12.11.2015)

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Schwedischen von Paul Berf
Originaltitel: En storm kom från paradiset
Originalverlag: Norstedts

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 4 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-630-87490-6

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erschienen: 28.09.2015

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Wenn die Politik Lebensträume zerstört

Von: Detlef M. Plaisier Datum: 28.09.2016

lesekabinettleipzig.com

<em>Angesichts der aktuellen Flüchtlingsströme ist die Thematik in "Ein Sturm wehte vom Paradiese her" aktueller denn je: Johannes Anyuru erzählt die Geschichte seines Vaters, der über zahlreiche Stationen aus Uganda nach Schweden floh und doch nirgendwo eine Heimat fand. </em>

<strong>Der Inhalt</strong>
Ein Mann sitzt im Zug. Er weiß weder, was er dort macht, noch was er erlebt hat. Lediglich der Vollmond, der gerade über dem Horizont steht, ruft einen Schimmer Erinnerungen hervor. Seine eigene Geschichte kennt er aber immer noch nicht.

Der Mann ist der Vater des Autors. Er wollte Kampfpilot in der ugandischen Luftwaffe werden und durchlief in den ausgehenden 1960er Jahren in Athen eine entsprechende Ausbildung. Doch kurz vor seinem Examen putschte sich Idi Amin 1971 an die Macht in Uganda. Seine Herrschaft sollte sich als eines der blutigsten Regimes in Afrika erweisen. Nun trifft der junge Mann eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Entgegen den Befehlen kehrt er nicht nach Uganda zurück, sondern flüchtet nach Somalia, wo er schließlich aufgegriffen und auf brutale Weise verhört wird. Schließlich führt ihn seine persönliche Odyssee nach Schweden. Doch Heimatgefühl stellt sich nie ein.

<strong>Wenn der Sturm der Geschichte persönliche Schicksale hinwegfegt</strong>
Der Autor nutzt mehrere Zeitebenen, um die Geschichte seines Vaters zu erzählen, der selbst ohne Vater aufgewachsen ist. Seine einfühlsamen berühren mich als Leser. Doch Johannes Anyuru erzählt mehr als seine Familiengeschichte, mit der er auch einen Teil seiner persönlichen Vergangenheit aufarbeitet. Er vermittelt mir als Leser ein Gefühl dafür, wie Flüchtlinge den Verlust von Heimat und persönliche Einsamkeit empfinden. Mich beeindruckt, wie sehr es Johannes Anyuru schafft, aus der Distanz zu schreiben, obwohl er einen Teil seiner persönlichen Vergangenheit schildert.

<strong>Mein Fazit</strong>
Ein fesselnder und berührender Roman über das Schicksal eines Menschen, dessen persönliche Zukunft durch den Lauf der Geschichte brutal verändert wird. Leseempfehlung!

Autor der Rezension ist Harry Pfliegl. Er schreibt im Autorenpool von Detlef M. Plaisier [Der Mann für den Text].

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