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Es war einmal im Fernen Osten Ein Leben zwischen zwei Welten

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Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-8135-0769-0

Erschienen:  11.09.2017
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East goes West – Ein Leben zwischen zwei Welten. Nominiert für den Costa Prize 2017 in der Kategorie Biographie.

Es ist kein einfacher Start ins Leben: Gleich nach der Geburt geben die Eltern, glühende Anhänger Maos, ihre Tochter in die Obhut eines kinderlosen Bauernpaares in den Bergen. Zwei Jahre später bringen diese die halbverhungerte Kleine zu ihren des Lesens und Schreibens unkundigen Großeltern. Ein Jahr später stirbt der Große Vorsitzende, und in China beginnt ein dramatischer gesellschaftlicher Wandel.

In ihrem neuen Buch erzählt die chinesische Autorin und Filmemacherin Xiaolu Guo von dem langen Weg, der sie aus einem ärmlichen Fischernest am Ostchinesischen Meer an die Filmhochschule im sich rasant verändernden Peking der 90er Jahre und schließlich 2002 nach London führt. 15 Jahre später beschreibt sie ihre Reise von Ost nach West mit einer Klarsicht, die nur jemand besitzt, der angekommen ist und sich zugleich fremd fühlt.

»Die Stärke des Buchs liegt weniger in Selbstexotisierung als im Aufweisen von Differenzerfahrungen und culture gaps sowie im Schweben zwischen Alteritäten und Stereotypen.«

F.A.Z., Steffen Gnam (01.02.2018)

Xiaolu Guo (Autorin)

Xiaolu Guo, geboren 1973, studierte an der Filmhochschule Peking. Bereits vor ihrer Ausreise nach London 2002 veröffentlichte sie in ihrer Heimat sechs Bücher. Die englische Ausgabe von "Stadt der Steine" schaffte es auf die Shortlist für den „Independent Foreign Fiction Prize“ und wurde für den „International IMPAC Dublin Literary Award“ nominiert. Ihr erster in englischer Sprache verfasster Roman, "Kleines Wörterbuch für Liebende", stand auf der Shortlist des „Orange Prize for Fiction“, "Twenty Fragments of a Ravenous Youth" auf der Longlist für den „Man Asian Literary Prize“. Xiaolu Guos jüngstem Roman "Ich bin China" gelang der Sprung auf die Longlist des „Baileys Women’s Prize for Fiction“. 2013 wurde Xiaolu Guo in die "Granta‘s List of Best Young British Novelists“ aufgenommen. Zudem führte sie bei zahlreichen preisgekrönten Filmen Regie, darunter "She, a Chinese" sowie "Late at Night", eine Dokumentation über London. Xiaolu Guo lebt in London und Berlin.

»Die Stärke des Buchs liegt weniger in Selbstexotisierung als im Aufweisen von Differenzerfahrungen und culture gaps sowie im Schweben zwischen Alteritäten und Stereotypen.«

F.A.Z., Steffen Gnam (01.02.2018)

»Hier nun lesen wir ihr autobiografisches Bekenntnis, das bewegt und erschüttert, zumal es ohne Pathos und Larmoyanz auskommt.«

Neue Zürcher Zeitung, Manfred Papst (24.09.2017)

»Eine in ihrer Härte und Wärme packende Autobiografie, die zugleich ein lebendiges Stück Geschichtsschreibung ist.«

Der Tagesspiegel, Gregor Dotzauer (01.10.2017)

»Eine spannende autobiografische Erzählung hat Xiaolu Guo mit ‚Es war einmal im Fernen Osten‘ geschrieben.«

Ruhr Nachrichten, Britta Helmbold (06.12.2017)

»Faszinierend, großartig und inspirierend!«

bookreviews.at (08.03.2018)

Aus dem Englischen von Anne Rademacher
Originaltitel: Once Upon A Time in The East
Originalverlag: Vintage - The Random House Group Limited

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 368 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 5 s/w Abbildungen

ISBN: 978-3-8135-0769-0

€ 24,00 [D] | € 24,70 [A] | CHF 33,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Knaus

Erschienen:  11.09.2017

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Mutig und informativ - der Weg in eine eigene Zukunft

Von: Monerl Datum: 04.06.2018

monerls-bunte-welt.blogspot.de/

Meine Meinung
Die Autorin ist lediglich fünf Jahre älter als ich, doch unsere beider Leben könnten sich nicht mehr unterscheiden als sie es tatsächlich tun. Ich bin ein Kind des Westens, sie des Fernen Ostens – Deutschland gegenüber China – krasser geht es kaum noch, wie mir nach dieser Autobiografie bewusst wurde.

Xiaolu Guo wird 2013 Mutter einer Tochter und mit diesem Ereignis holt sie die Vergangenheit wieder ein, die sie versucht hat von sich abzuschütteln. Sie selbst war Tochter einer Mutter, mit der sie jegliche Gefühle verbunden hatten, nur nicht Liebe. Mit ihrer Tochter wird es anders sein.

“Ich hielt sie ängstlich und ehrfurchtsvoll. So ist es gut, dachte ich. Dieses Kind wird hier Wurzeln schlagen. Meine Tochter wird mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Ganz anders als ihre Mutter, das kulturell verwaiste, vagabundierende Bauernmädchen.” (S. 11)

Und so reisen wir mit der Autorin in ihre Vergangenheit zurück, an all die Plätze und in Situationen, mit denen sie Traurigkeit, Angst, Gewalt, Missbrauch aber auch Hoffnung ein neues Leben verbindet.

Durch diese Autobiografie habe ich viel über das damalige China in Verbindung mit dem politischen System, der Bevölkerung und des Umbruchs erfahren. Xiaolu ist das zweite und unerwünschte Kind zur Zeit der Ein-Kind-Politik. Gleich nach der Geburt wurde sie an ein fremdes, kinderloses Ehepaar abgegeben und dieses hatte sie nach zwei Jahren an ihre Großeltern weitergereicht. Wegen der Kulturrevolution war ihr Vater im Arbeitslager und ihre Mutter konnte sich scheinbar nicht um ihren älteren Bruder und Xiaolu alleine kümmern. Dass sie einen Bruder hat erfuhr die Autorin erst mit sieben Jahren, als sie endlich ihre Eltern kennenlernen und dauerhaft zu ihnen ziehen sollte.

Durch Erzählungen über ihre Großmutter, Mutter und die Beobachtung von anderen Frauen in ihrer Umgebung wird deutlich, dass Frauen nichts zu sagen haben. Sie gehören den Männern und haben zu tun was von ihnen verlangt und ihnen befohlen wird.

“Ich war noch nicht lange aus Shitang weg und erst acht oder neun Jahre alt, doch nach der Schule musste ich das Essen für die Familie kochen, die Wäsche waschen, den Boden wischen und die Hühner füttern.” (S. 98)

Doch Xiaolu lässt sich nicht unterkriegen. Sie erträgt die Vernachlässigung, den Hass und die Prügel ihrer Mutter, bildet sich weiter und schafft es als eine von 11 Studierenden an der Filmhochschule Peking zu werden, die aus einer Masse von 7000 Bewerbern ausgewählt wurden. Nun, fernab von Zuhause, blüht sie auf und bahnt sich ihren Weg, macht den Abschluss, doch die Zensur führt dazu, dass alle ihre Film-Drehbücher abgelehnt und nicht produziert werden. Ein Ausweg daraus war Bücher zu schreiben, von denen sie aber nicht sehr gut leben konnte. Erst als Autorin von Seifenopern schafft sie es etwas mehr Geld zu verdienen.

Am meisten imponiert mir an der Autorin, dass sie trotz allem immer weiter nach vorne geschaut, sich neue Ziele gesetzt und an der Verwirklichung dieser stringent gearbeitet hat. Sie wollte in den Westen und dort ist sie hingekommen. Mit nichts in der Tasche, sehr schlechten Englischsprachkenntnissen und doch ist sie heute eine angesehene Regisseurin und Autorin von Büchern, von denen einige in über 20 Sprachen übersetzt worden sind. Ebenso hat sie Preise für manche ihrer (Dokumentar)Filme gewonnen.

In ihrem Buch öffnet sie ihr Leben für die Welt und verarbeitet darin einige der schlimmsten Erlebnisse, die Kindern, Mädchen und Frauen widerfahren können. Sie versucht sich zu heilen. Großer Mut ist dazu nötig, wenn man so wie Xiaolu in der Öffentlichkeit steht.

Xiaolus Geschichte liest sich flüssig und leicht. Hin und wieder regte sie mich zur weiteren Recherche an, denn ich wollte mir einen noch intensiveren Überblick über das Gesagte verschaffen.

Das letzte Drittel zog sich etwas. Ihr Leben in England, zuerst in Baconsfield und dann in London, übte auf mich nicht mehr den Reiz aus, den ich empfand, als sie über China, ihre Familie und ihr Leben dort erzählte. Dieser Teil hätte für mich auch kürzer ausfallen dürfen.

Nach dem Tod ihres Vaters, der neben der Großmutter (Mutter des Vaters) als einziger Gefühle und Verbundenheit zur Autorin zeigte, starb auch ihre Mutter. Und damit waren die Fesseln der Vergangenheit gesprengt. Der Abschlusssatz von Xiaolu Guo berührte mich sehr und gleichzeitig freute ich mich mit ihr auf ihren neuen Lebensabschnitt.
“Anfang und Ende hatten sich getroffen. Meine Kindheit war vorbei, und ich fühlte mich endlich von der Bürde meiner Familie befreit.” (S. 366)

Fazit
Ein intensives, sehr persönliches Buch einer Frau, die sich nie aufgegeben hat. Sie trotzte der Geburtsordnung, dem Kommunismus, den Widrigkeiten und schuf sich ihre eigene Zukunft. Xiaolu Guo ist ein ganz besonderes Beispiel dafür, dass man sich aus manchen Zwängen befreien und sein Leben in die eigene Hand nehmen kann. Sie war als Kind elternlos, bis sieben Analphabetin, konnte nur den Dialekt der Region sprechen, in der sie aufgewachsen war und doch schreibt sie heute in Englisch, in einer Fremdsprache, die sie erst mit dreißig richtig zu sprechen und schreiben angefangen hatte. Ein sehr lesenswertes Buch, das ich jedem ans Herz lege, der mehr über China erfahren möchte.

Ein sehr spannendes Leben.

Von: SeekingZamonia Datum: 02.05.2018

www.ofbooksandmen.com

Xiaolus Leben beginnt holprig: Ihre Eltern, fanatische Anhänger Maos, geben ihre Tochter direkt nach der Geburt weg zu einem ärmlichen, kinderlosen Bauernpaar mitten in der Einöde der Berge. Halbverhungert und verwahrlost wird Xialou zwei Jahre später zu ihren Großeltern in ein Fischerdorf übergeben.

Kurz darauf stirbt Mao, der „Große Vorsitzende“ und ein rasanter gesellschaftlicher Wandel vollzieht sich in der Republik China.

Für Xialou ergibt sich die Möglichkeit, als Filmemacherin und Autorin aufzusteigen und ein Leben zwischen den Welten zu führen.

-

Für mich eine zugegebenermaßen ziemlich unbekannte Person, Xiaolu Gu. Gehört hatte ich den Namen, in der Buchszene ist sie ja keine Unbekannte. Aber gelesen hatte ich noch nichts von ihr.

Biografien liebe ich - Leben sind so spannend. Egal ob Rockstars, Politiker, der „Unbekannte von nebenan“ oder eben eine Schriftstellerin und Regisseurin … man kann so viel mitnehmen aus den Geschichten anderer Menschen, erfährt so Vieles, was einem vorher unbekannt war.
Aus diesem Grund habe ich begeistert zugegriffen, als ich die Möglichkeit bekam, „Es war einmal im fernen Osten“ zu lesen.

Und ich wurde nicht enttäuscht.
Eine wahnsinnig spannende, oft herzzerreissende und sehr emotionale Reise, auf die man mitgenommen wird, wenn Xiaolu ihr Leben Revue passieren lässt.

Sprachlich sehr elegant, sehr persönlich wird man schnell reingezogen in die Erinnerungen der Schriftstellerinnen, lebt mit wenn sie berichtet.

Man erfährt viel über China, seine Politik und die Gesellschaft - und bekommt Einblicke in das oft so brutale kommunistische System Maos.
Unfreiheiten, Zwänge und grade die Rechtlosigkeit der Frauen werden einem sehr bewusst, wenn man liest und dann versteht, was Frauen wie Xiaolu mitgemacht haben.
Sie berichtet von Missbrauch, Armut und Gewalt, aus der sie sich nach und nach befreien kann, die sie aber für ihr Leben geprägt haben.
Grausam und faszinierend zugleich, die ersten Jahre in ihrem Leben, sehr gut geschildert und nachzufühlen.

Der Politik- und Machtwechsel in China eine Befreiung, nicht nur für Xiaolu. Man reist mit ihr über Peking und nach England, erlebt, wie sie zerrissen ist zwischen den Kulturen, fühlt ihr Heimweh und ihre Rastlosigkeit.

Ein bisschen flacht das Buch ab im letzten Drittel, es ist langatmiger und inhaltich weniger facettenreich.
Nichtsdestotrotz ist es eine wahnsinnig faszinierende Biografie einer spannenden Persönlichkeit und gleichzeitig ein sehr persönlicher und informativer Einblick in eine Kultur, die für uns oft fremd ist.

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