VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Farbenblind

Kundenrezensionen (4)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-89667-590-3

NEU
Erschienen: 06.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Service

  • Biblio

Trevor Noah kam 1984 im Township Soweto als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers zur Welt. Zu einer Zeit, da das südafrikanische Apartheidsregime „gemischtrassige“ Beziehungen weiterhin unter Strafe stellte. Als Kind, das es nicht geben durfte, erlebte er Armut und systematischen Rassismus, aber auch die mutige Auflehnung seiner "farbenblinden" Eltern, die einfallsreich versuchten, Trennungen zwischen Ethnien und Geschlechtern zu überwinden. Heute ist er ein international gefeierter Comedian, der die legendäre "The Daily Show" in den USA leitet und weltweit – ob Sydney, Dubai, Toronto, San Francisco oder Berlin – in ausverkauften Sälen auftritt.

In "Farbenblind" erzählt Trevor Noah ebenso feinsinnig wie komisch in achtzehn Geschichten von seinem Aufwachsen in Südafrika, das den ganzen Aberwitz der Apartheid bündelt: warum ihn seine Mutter aus einem fahrenden Minibus warf, um Gottes Willen zu erfüllen, welche Musik er für einen tanzenden Hitler aufzulegen pflegte, um sein erstes Geld zu verdienen, und wie ihn eine Überwachungskamera, die nicht einmal zwischen Schwarz und Weiß unterscheiden konnte, vor dem Gefängnis bewahrte.

»Er kokettiert mit dem Leser. Witzig? Ja. Eine Lachnummer? Nein«

Olivia Samnick, Spiegel Online (13.03.2017)

Trevor Noah (Autor)

Trevor Noah, geboren 1984 in Johannisburg, ist als Fernseh- und Radiomoderator, Comedian und Schauspieler tätig. 2011 zog er in die Vereinigten Staaten, im selben Jahr erschien die mehrfach preisgekrönte Netflix-Dokumentation You Laugh, But It's True über seinen Werdegang als Künstler bis zu seinem ersten Soloprogramm. 2015 wurde er als "Personality of the Year" bei den MTV Africa Music Awards ausgezeichnet und übernahm die Präsentation der einflussreichen US-amerikanischen Satiresendung The Daily Show. Noah, der sieben Sprachen spricht, darunter Deutsch, lebt in New York.

»Er kokettiert mit dem Leser. Witzig? Ja. Eine Lachnummer? Nein«

Olivia Samnick, Spiegel Online (13.03.2017)

»Noahs Erzählung liest sich rasant, und sie erlangt aktuelle Relevanz durch die Mittlerrolle des Erzählenden im Zeitalter des wiedererstarkenden Rassismus.«

Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel (23.04.2017)

»Damit liefert Noah auch ein – über tatsächlich atemberaubende Geschichten erzeugtes – faszinierend komplexes und grotesk-realistisches Kaleidoskop der Übergangsjahre Südafrikas.«

Axel Timo Purr, Neue Zürcher Zeitung (19.05.2017)

»Ein fesselndes Buch - erschreckend, traurig, komisch.«

The New York Times

»Futter für die Seele – trotz dunkler Töne und verrückter Wendungen erzählt Noah flott, warm und ungezwungen davon, wie er Erniedrigungen und Anfeindungen zu überwinden lernte. Das Buch ist so etwas wie ein Geschenk an seine Mutter – und ein unglaubliches Geschenk für uns alle.«

USA Today

mehr anzeigen

DEUTSCHE ERSTAUSGABE

Aus dem Englischen von Heike Schlatterer
Originaltitel: Born a Crime - Stories From A South African Childhood
Originalverlag: Spiegel & Grau

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 336 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-89667-590-3

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Blessing

NEU
Erschienen: 06.03.2017

  • Leserstimmen

  • Buchhändlerstimmen

  • Rezension verfassen

Witzig, frech und berührend

Von: Buchlingreport Datum: 28.03.2017

www.buchlingreport.de

Vom Tellerwäscher zum Millionär - das kennen wir alle. Bei Trevor Noahs lautet es hingegen: vom armen Slum-Kind aus Südafrika zum großen Talkmaster in den USA. Denn Noah hat den Absprung geschafft. Aus Südafrikas größten Township Sowetho auf die großen Bühnen in den USA, wo er inzwischen seine eigene Late Night Show hat. Was dieser hübsche junge Mann, der immer in schicken Anzügen auftritt, für ein aufregendes Leben hinter sich hat, kann man sich fast gar nicht vorstellen. Wer seine Shows kennt, wie zum Beispiel The Daywalker aus dem Jahr 2009, weiß schon mehr (unbedingt anschauen!). Denn Trevor Noah dürfte eigentlich gar nicht existieren. Geboren wurde während die Apartheid in Südafrika noch herrschte. Seine Mutter eine schwarze Xhosa, sein Vater ein Weißer und Schweizer. Laut den Gesetzen des Regimes war es beiden verboten eine Beziehung miteinander zu haben - deshalb auch der englische Titel von Noahs Biografie Born a Crime. Auf deutsch ist die Lebensgeschichte des Comedians im Blessing Verlag unter dem Titel Farbenblind erschienen.

Born a Crime

Als einer der wenigen Farbigen im Township auszuwachsen war unter der Apartheid nicht leicht. Noah lebte quasi in einer eigenen kleinen Blase, zu hell um zu den Schwarzen zu gehören, zu dunkel um mit den Weißen zu spielen. In der Nachbarschaft gab es zahlreiche Spitzel, die ihn und seine Mutter hätten verraten können. Freunde hatte er kaum. Also spielte der kleine Trevor meistens drinnen mit seinen Cousins und Cousinen. Doch während die von den Großeltern auch oft hart bestraft wurden und ordentlich den Hintern versohlt bekamen, wurde Trevor verschont. Nicht, weil er artig war. Sondern weil die Großmutter nicht wusste, wie sie ein hellhäutiges Kind schlagen soll. Wenn er seinen Vater im Park traf und laut Papa rief, rannte der wie von der Tarantel gestochen auf und davon - denn es durfte ja niemand wissen, dass er ein Kind mit einer Schwarzen gezeugt hatte.

In der Schule war es später ähnlich Problematisch. Mit welchen Kindern sollte er spielen? Schwarz, weiß, indisch? Und dann sind da auch noch die unterschiedlichen Stämme der Schwarzen: Zulu, Xhosa und Co. Nicht ohne Grund hat Südafrika 12 verschiedene Amtssprachen. Und die eignet sich Noah an, um in diesen verschiedenen Sprach- und Farbwelten zu wandeln:

Die Welt betrachtete mich als farbig, aber ich verbrachte mein Leben nicht damit, mich selbst zu betrachten. Ich betrachtete andere Menschen. Ich sah mich so, wie ich die anderen Menschen um mich herum sah, und diese Menschen waren schwarz.

Noch nicht nur Sprache und Hautfarbe sind ein Problem. Sondern Trevor Noahs Familie ist arm. So arm, dass sie oft nichts zum Essen auf dem Tisch haben, in der Autowerkstatt des Stiefvaters übernachten, Raupen essen und Knochen auslutschen. Ständig ringt die Familie mit Geldproblemen, fürchtet sich vor dem gewalttätigen Stiefvater, den sie nicht mal bei der Polizei anzeigen können, da die sich einfach weigert die Anzeige aufzunehmen. Neben all diesem Leid und der Not erzählt Noah aber auch viele unheimlich witzige Erlebnisse aus seiner Kindheit und Jugend: Wie er zum Beispiel ein großes Raubkopier-Business aufzog, er aus Angst vor dem Plumpsklo einfach in der Küche seine Notdurft verrichtete - und zu spät bemerkte, dass seine Großmutter während dessen still in der Ecke saß - oder wie er mit seiner Dance Combo in einer jüdischen Schule auftrat und dort laut seinen Kumpel Hitler anfeuerte - und ja, der Junge hieß wirklich so!

Ungeheuer geschickt schafft Noah es (wie auch sonst in seinen Comedy-Programmen), die Realität und Episoden aus seinem Leben gekonnt zu kombinieren und mit unheimlich viel Scharfsinn und Witz zu erzählen. So entlarvt er das perfide System der Apartheid und dessen Rassenlehre - das nämlich nicht nur Schwarz und Weiß trennte, sondern auch geschickt die verschiedenen schwarzen Stämme untereinander weiterhin gegeneinander ausspielte. Dabei schwankt der Leser permanent zwischen den Gefühlswelten: Gott, ist das witzig! Kann das wirklich wahr sein? Darf man darüber überhaupt lachen?

Heimliche Helding und Löwenmutter

Unheimlich berührt hat mich beim Lesen aber auch die Mutter von Trevor Noah. Natürlich ist er die Hauptfigur und erzählt aus seinem Leben. Aber wäre das ganze Buch um seine Mutter Patricia gegangen - ich glaube, es hätte mir mindestens genauso gut gefallen. Was für eine starke Frau und Löwenmutter muss diese Dame sein? Ich will gar nicht zu viel vorwegnehmen, denn ihr spannendes Schicksal spielt grade in den letzten Kapiteln eine große Rolle. Aber allein schon die Tatsache, dass diese schwarze Frau während der Apartheid gedacht hat: Ist mir egal, ich will in Jo`burg wohnen und ein Kind von einem weißen Mann haben. Unter diesen politischen Umständen! Dann das Kind auch noch alleine heimlich großziehen! Wahnsinn! Und zu guter letzt kommt sie noch an so einen furchtbaren zweiten Mann, der sie misshandelt, ihr ganzes Geld versäuft. Dabei verliert Patricia Nombuyiselo Noah nie ihren Glauben an Gott und daran, dass alles besser wird. So wirft sie sich auch schon einmal todesmutig mit ihren zwei Kindern aus einem fahrenden Minibus. Und so wie das dramatische auf und ab mit ihrem zweiten Mann endet - das hat mich tatsächlich zum Weinen gebracht!

Talkmaster & Comedian

Ich habe Trevor Noah 2010 entdeckt als ich 3 Monate in Südafrika gelebt habe. Damals war sein Program The Daywalker noch neu, sehr politisch. Vieles versteht man vielleicht nicht, wenn man die Politiker in Südafrika nicht kennt. Aber auch hier kamen schon viele Aspekte vor, die mit Noahs Jugend und seinem Schwebestatus zwischen den Farben und Gesellschaften angeht. Trotzdem war seine Biografie für mich immer noch unheimlich spannend zu lesen. Viele Dinge wusste ich noch nicht. Und wie schon gesagt, besonders seine Mutter hat mich unheimlich beeindruckt. Wer Trevor Noah noch nicht kennt, sollte unbedingt in seine Stand-up Comedy videos reinschauen. Die Daily Show ist mir persönlich etwas zu Talkshowlastig, aber das ist sicher Geschmackssache.

Born a crime

Von: privatkino Datum: 22.03.2017

privatkino.org

Trevor Noah wurde 1984 in Südafrika, als Sohn einer Xhosa und eines Schweizers, geboren. Es hätte ihn nie geben dürfen, da das Unsittlichkeitsgesetz des Apartheidsregimes es verbietet, dass Schwarze und Weiße zusammen ein Kind bekommen.

Nun war aber Trevor trotzdem auf der Welt, nicht schwarz und nicht weiß. Irgendwo dazwischen. Ein Mischling. Segen und Fluch zugleich.
Er wurde nicht so schlecht wie ein schwarzer Mensch behandelt, hatte gewisse Privilegien denen gegenüber, doch die „Vorzüge“ eines Weißen wurden ihm auch nicht zuteil.

Aufgezogen wurde er von seiner Mutter, seinen Vater sah er regelmäßig, wobei er hier immer aufpassen musste, ihn nicht Papa zu nennen. Offensichtlich dass er ein „Mischling“ ist, durfte doch keiner seinen Vater tatsächlich kennen. Ebenso musste er als Kind oft in der Wohnung bleiben, damit die Nachbarn ihn nicht sahen, wuchs er doch in einem rein schwarzen Viertel auf.
Erst als er mit seiner Mutter umzog, in ein Viertel, wo es mehr Kinder wie ihn gab und niemand wirklich Fragen stellte, war sein Versteckspiel beendet.

Aufgewachsen ist er im Township Soweto, weshalb man sich wohl denken kann, dass es eine Kindheit in Armut war. Auch wenn seine Mutter hart arbeite, fehlte es manchmal am Nötigsten, doch es ist gerade seine Mutter, die eine absolute Kämpfernatur ist und sich niemals unterkriegen hat lassen, diese Einstellung hat sie auch Trevor weitergegeben.

Seine Mutter hat sich nicht dem Apartheisregime untergeordnet, hat sich nicht klein kriegen lassen, wenn sie etwas erreichen wollte, hat sie dafür gekämpft, gegen alle Widrigkeiten und sie hat auch ein bisschen mit Trevor gekämpft. Ich glaube, man könnte sagen, er war so ein richtiger Wildfang. Mit Strenge und Härte wurde er erzogen, doch auch mit ganz viel Liebe. Mir ist zwar klar, dass dieses Buch über sein Leben handelt, jedoch finde ich seine Mutter ebenso beeindruckend und bin froh, dass sie einigen Platz in seinen geschriebenen Erinnerungen eingenommen hat.

Was man mit Fortschreiten der Geschichte wahrnimmt, ist die Zerrissenheit von Trevor. Wohin gehört er? Schwarz? Weiß? Die Menschen verlangen von ihm, dass er sich für eine Seite entscheidet, damit sie ihn in eine Kategorie stecken können. Und er sucht, er sucht sich und stellt letztlich fest, dass er schwarz ist. Es mag eine komische Entscheidung sein, aber für ihn war es wichtig, dass er weiß, wohin er gehört, damit er nicht mehr irgendwo zwischen den Seilen hängt.

Spannend fand ich, als er schrieb, in Südafrika wisse eigentlich niemand, was es mit dem Nationalsozialismus in Europa auf sich habe. In der Schule wurde das Thema nie thematisiert, weil das Land selbst mit der Apartheid genug eigenen Geschichtsstoff hatte – Hitler bei ihnen sogar ein legitimier Name für ein Kind war/ist.
Was mich hierbei zum Nachdenken gebracht hat: irgendwie stimmt es schon, in der Schule habe ich über die SS-Zeit gelernt, allerdings gar nichts über die Apartheid, was im Nachhinein betrachtet eigentlich tragisch ist. Sicherlich, der Geschichtsunterricht sollte sich auf das Land beziehen, wo man lebt, doch ein Blick über den Tellerrand würde nicht schaden, könnte zeigen, was es alles noch auf der Welt gibt.

Trevor Noah ist ein ziemlich bekannter Comedian in Amerika – ich kannte ihn vor dem Buch nicht und habe seine Geschichte gelesen, weil ich sie einfach interessant fand. Jetzt muss ich aber sagen, für mich war das ganze Buch ziemlich hölzern, die Sätze wirkten aufgesetzt und waren einfach nicht im Klang stimmig für mich als Leser.
Sophie von Literaturen hat dazu auf Facebook was interessantes geschrieben:

Das erste Mal seit langer Zeit habe ich ein Buch (Trevor Noah – Farbenblind) begonnen, von dem ich nun denke, dass ich es mir besser in Originalsprache besorgt hätte. Eine aufdringlich lässige und coole Sprache, hinzugefügte Satzteile, die im Original nicht existieren, während andere hingegen in der Übersetzung plötzlich ohne mir ersichtlichen Grund nicht mehr vorkommen – das strengt mich an beim Lesen, es erzeugt einen starken Widerwillen, Überdruss, Langeweile. Der Sound scheint für mich nicht zum Buch zu passen, obwohl er sich krampfhaft viel Mühe gibt, das Original zu imitieren. Vielleicht ist das das Problem, eine gewisse Krampfigkeit, die sich aber als Lässigkeit auszugeben versucht. Es ist extrem schade, aber nach knapp 40 Seiten muss ich es erstmal beiseite legen und ggfs. zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen.

Wie gesagt, ich kenne Trevor Noah nicht als Comedian und das englische Original des Buches habe ich nicht gelesen, doch Sophie hat verglichen und ich denke, es könnte wirklich sein. Die Geschichte an sich war interessant, doch der Schreibstil klang ziemlich aufgesetzt und gezwungen, weshalb es nicht unbedingt leicht war, das Buch zu beenden.

Von: Barbara Pernter aus Bozen/Bolzano Datum: 10.04.2017

Buchhandlung: Athesia Buch GmbH

Was für ein Buch! Dieser Mann hat wirklich was zu erzählen und es macht Spaß, aber auch sprachlos, zuzuhören.

Von: Lynne Forster aus Köln Datum: 28.02.2017

Buchhandlung: einzigundartig

Trevor Noah ist ein meisterhafter Erzähler, der es schafft, "eines jungen Mannes lange, peinliche und bisweilen tragische und häufig beschämende Lehre in Herzenssachen" mit der ihm eigenen Komik darzustellen, nur um im nächsten Satz wieder die Schrecken seiner Kindheit während und nach der Apartheid zu beleuchten.

Voransicht