VERLAGSGRUPPE RANDOM HOUSE - BERTELSMANN
Menü
  • facebook
  • google+
  • whatsapp
  • twitter
  • add this

Fleischfabrik Deutschland Wie die Massentierhaltung unsere Lebensgrundlagen zerstört und was wir dagegen tun können

Kundenrezensionen (3)

Bestellen Sie mit einem Klick

oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler.

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90*
(* empf. VK-Preis)

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-570-50202-0

Erschienen: 13.06.2016
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Taschenbuch, eBook (epub)

Abonnieren Sie unseren Newsletter

Anmeldung

  • Info

  • Vita

  • Pressestimmen

  • Video

  • Service

  • Biblio

Ein zynisches Geschäft

Die industrielle Massentierhaltung nimmt trotz des Biotrends immer gewaltigere Ausmaße an. Das schädigt massiv unsere Gesundheit, zerstört die Umwelt und quält Tiere. In diesem System nimmt Deutschland als einer der größten Fleischproduzenten Europas eine skandalöse Schlüsselposition ein und trägt eine besondere Verantwortung zur Veränderung. Dennoch marschiert die deutsche Agrarpolitik mit milliardenschweren EU-Subventionen in die falsche Richtung und verschlimmert die Situation zusehends. Dr. Anton Hofreiter deckt die verheerende Funktionsweise der Fleischfabrik Deutschland auf und zeigt, welche realistischen Stellschrauben betätigt werden müssen, um Tierschutz und Wasserqualität zu verbessern, die Artenvielfalt zu erhalten und gutes Essen für alle produzieren zu können.

"Das Buch ist faktenreich, gut zu lesen und somit als Lektüre für jene geeignet, die einen fundierten Überblick möchten."

Veggie Journal (21.09.2016)

Anton Hofreiter (Autor)

Anton Hofreiter, Jahrgang 1970, ist Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag und promovierter Biologe. Er kämpft für eine gerechte Agrarwende und ist dafür bis nach Brasilien gereist. In Deutschland besucht er regelmäßig Höfe und sucht das Gespräch mit Bauern, Unternehmen und Verbrauchern.

"Das Buch ist faktenreich, gut zu lesen und somit als Lektüre für jene geeignet, die einen fundierten Überblick möchten."

Veggie Journal (21.09.2016)

"Eine lesenswerte Streitschrift"

SWR Lesenswert (06.10.2016)

"[Er gibt] einen umfangreichen Einblick in die Struktur der industriellen Fleischproduktion hierzulande. Und zeigt auf, wie es anders und besser gehen kann."

enorm (23.08.2016)

"Es zeigt die Situation der Produzenten deutlich auf und ist ein Denkanstoss für die 'Schnäppchenjäger' die zu Billigstpreisen einkaufen. Lesenswert!"

Kosumenten News, Magazin der Konsumenten-Vereinigung Schweiz (01.09.2016)

"Schonungslos, aber ohne erhobenen Zeigefinger benennt er die fatalen Folgen für Gesundheit, Umwelt-, Tier- und Artenschutz."

Aachener Nachrichten (14.06.2016)

mehr anzeigen

ORIGINALAUSGABE

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 256 Seiten, 13,5 x 21,5 cm

ISBN: 978-3-570-50202-0

€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Riemann

Erschienen: 13.06.2016

  • Leserstimmen

  • Rezension verfassen

Sehr informativ und verständlich!

Von: warmerSommerregen Datum: 12.11.2016

https://warmersommerregen.wordpress.com/

Die Massentierhaltung hat deutlich vernichtendere Folgen, als man es spontan vermuten würde. Selbstverständlich ist in der Bevölkerung bereits angekommen, dass diese Art der Produktion für wenig Geld auf Kosten der Qualität geht. Aber damit hat man das eigentliche Problem gerade erst gestreift: Nicht nur unsere Gesundheit wird gefährdet, den Tieren wird gesetzlich eigentlich verbotenes Leid zugefügt, die Umwelt leidet - mit verheerenden Folgen für die Ökosysteme und schlussendlich auch uns Menschen - und Bäuerinnen und Bauern können von ihrer Arbeit kaum mehr als die Kosten decken. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, welche von dem Dumpingfleisch profitieren und mithilfe ihrer Lobbyisten notwendige Schritte in der Politik zu verhindern wissen.
Dabei sollte uns, als einer der größten Fleischproduzenten Europas, unsere Verantwortung gegenüber den Tieren, der Umwelt oder den Menschen bewusst sein.
In "Fleischfabrik Deutschland" zeigt der promovierte Biologe und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, wie viele (globale) Missstände zusammenhängen und wie beispielsweise unser fehlerhaftes System der Fleischerzeugung unter anderem Wasserknappheit verschärfen oder zur Erderwärmung beitragen.

In diesem Werk wird auf derart viele Aspekte eingegangen, dass ich sie hier nicht auflisten möchte. Auf 256 Seiten werden, in die großen Oberkapitel "Das Schweinesystem", "Gefahren aus dem Stall", "Ohne Netz und doppelten Boden", "Eine Frage der Gerechtigkeit", "Globale Verlierer", "Die Schuldfrage", "Löchrige Gesetze", "Falsches Geld", "Europas mächtigste Lobby", "TTIP und CETA", "Aufbruch in die Agrarwende - hin zu einer grünen Landwirtschaft", "Mut zur Veränderung", "Sechs Schritte für eine grüne Agrarwende" und "Was wir davon haben" gegliedert, Zusammenhänge beschrieben, Sachverhalte erklärt, Fragen gestellt, Lösungen geboten,...
Dabei sind die Ausführungen stets sehr verständlich und gut zu lesen. Hofreiter bleibt immer sachlich und verurteilt niemanden, er sucht auch nicht den einen Schuldingen, sondern gibt viel mehr Denkanstöße und ganz konkrete Vorschläge an, um das System zu verbessern. Schließlich liegt der Grund für die vielen Probleme weder einfach nur beim ignoranten Konsumenten, der mehr zu bezahlen nicht bereit ist, noch bei den profitmaximierenden Bäuerinnen und Bauern. Es wird sehr darauf geachtet, keine Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben und nicht alle Probleme und die Verantwortung auf einzelne Personen(gruppen) abzuwälzen.
Sehr hilfreich sind auch die zahlreichen anschaulichen Diagramme, Graphen, Skizzen, Fotografien und so weiter, da diese einem die sonst doch etwas schwer zu begreifenden Fakten verständlicher machen.
Was mir an diesem Buch auch sehr gefällt ist, dass es auch kein Aufruf zum Vegetarismus oder Veganismus ist. Viel mehr wird ein vernünftiger und verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen gefordert und eine Umstrukturierung der industriellen Landwirtschaft angestrebt.
Dies wäre auch ein Schlüssel, um auf globaler Ebene der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen entgegen zu wirken.

Von mir gibt es für dieses spannende, informative und zum Nachdenken anregende Buch 5 von 5 Sternen!

Nichts für Fleischesser mit schwachen Nerven

Von: Michael Lehmann-Pape Datum: 24.08.2016

www.rezensions-seite.de

Natürlich ist das inzwischen bekannt, dass Tiere in der Breite nicht unbedingt artgerecht gehalten werden, um den Fleischbedarf der Kundschaft zu bedienen.

Und dennoch gilt, gerade in Deutschland: Lebensmittel sollen, müssen billig sein. Wobei jeder, der das kleine einmal eins beherrscht sich leicht ausrechnen kann, wie denn ein Tier aufgezogen worden sein muss, wenn ein Kilo Schwein 6 oder 7, ein Kilo Rind 9-14 Euro kostet, von Geflügel ganz zu schweigen, das nah an „Ramschpreisen“ gerade bei den großen Discountern vorrätig liegt.

Nun gilt ebenso, dass „Bio“ schon seit längerem auf dem Vormarsch ist. Aber bei genauerem Hinsehen (und vor allem staatlicher Prüfung), stellt sich auch in dieser Produktionsweise allzu oft heraus, dass getrickst wird, was das Zeug hält und viele der Label in keiner Form das halten, was sie als „biologisch-natürlich“ suggerieren.

Hofreiter geht in seinem Buch in dieser Betrachtung übrigens noch deutliche Schritte weiter. Nicht nur legt er in sachlichem Ton Seite um Seite die Fakten der Fleischproduktion, deren Hintergründe und Motive und deren immense Bedeutung für die Wirtschaft vor die Augen des Lesers, sondern greift so tief in die Verhältnisse, dass er gar nicht mehr nötig hat, marktschreierisch oder anderweitig laut auf die tiefen, grundlegenden, Langfristschäden anrichtenden Folgen der Produktion zu verweisen. Dies ergibt sich einfach bereits zwangsläufig aus seinen recherchierten Darlegungen und fundierten Offenlegungen.

Und „Produktion“ ist im Übrigen das genau treffende von Wort, von „Tierhaltung“ kann in dieser Sparte der „Grundversorgung“ in keiner Weise mehr geredet werden. Es bleibt fürs erste nur zu hoffen, dass weiterhin das Gros der Konsumenten doch bei klaren Grenzüberschreitungen (wie bei Wiesenhof geschehen), ganz deutlich und klar ihre Marktmacht demonstrieren. Wobei auch dies nur kleine Tropfen auf großen, heißen Steinen darstellen. Denn im Kern schwenkt der Kurs bald wieder zurück und bedauernd wird auf Nachbarländer geschaut, in denen die Lebensmittelpreise teils drastisch höher sind als in Deutschland. Soweit ginge die Tierliebe also erwiesenermaßen nicht, dass dafür deutlich höhere Preise in der Breite der Bevölkerung akzeptiert werden würden.

Mit Ursachen eines, wie Hofreiter es nennt, „modernen Raubrittertum“ samt ausgefuchster und lautstarker Lobby, die vor allem im Ausland, wo die Regeln dem Gewinn untergeordnet werden (Hofreiter beschreibt eindringlich die Zustände u.a. in Brasilien), samt dem „Geschäft mit dem Hunger“, denn jeder Cent wird mitgenommen und jedes Druckmittel ist recht.

Mit Folgen, die Hofreiter trocken das „sechste Massenaussterben“ nennt und dem „Verstummen der Natur in Deutschland“ präzise auf den Grund geht.

„Wachse oder weiche“, das Credo des losgelassenen und nur noch lose an Regelungen hängenden Kapitalismus hat längst seinen immensen Druck auf die Lebensmittelerzeugung ausgeübt.

„Fairer Handel statt Hinterzimmerdeals“, Hofreiter bleibt bei Weitem nicht bei der Analyse stehen (die einem allerdings dennoch mehrfach den Magen herumdreht), sondern verweist durchgehend und immer wieder in den einzelnen Kapiteln auf die Alternativen, die durchaus jetzt bereits umgesetzt werden könnten, die tatsächlich Wirkung zeigen würden, an denen aber die Profiteure des Systems (auch die Verbraucher sind gemeint) (noch) keinerlei nachhaltiges Interesse zeigen.

Dennoch, es ist zu wünschen, ja, persönlich zu verbreiten, was Hofreiter als „Sechs Schritte für eine grüne Agrarwende“ benennt. Nicht, weil Hofreiter ein verbohrter Ideologe „grünen“ Lebens ist, sondern weil er schlichtweg in der Betrachtung der Fakten recht hat. Mit all den düster im Raum stehenden, drohenden Folgen in mittelfristiger Zukunft, die ihre Vorboten schon in der Gegenwart sichtbar vor die Augen jener führen, die bereit sind, wirklich hinzusehen.

Auch wenn Hofreiter schreibt, wie ihm die Worte zufallen und keine wissenschaftliche Abhandlung vorlegt, auch wenn Stil und Form eher informell daherkommen, den Finger auf eine der größten Wunden der Gegenwart legt er präzise dahin, wo die Wunde zu finden ist.

Voransicht