Frankenstein

oder Der moderne Prometheus. Roman

Hardcover
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«Eine der großen moralischen Erzählungen der europäischen Literatur.» (Jürgen Kaube, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

Die Faszination des Frankenstein-Mythos ist bis heute ungebrochen. Mary Shelleys spannendes Meisterwerk lotet die Grenzen unserer Fantasie aus und erweckt einen ewigen Traum zum Leben: den Traum von der Erschaffung eines menschenähnlichen Wesens.

Nach Jahren des Experimentierens ist es dem ehrgeizigen Forscher Victor Frankenstein gelungen, aus toter Materie einen künstlichen Menschen zu erschaffen. Doch das Ergebnis seiner alchemistischen Versuche erschüttert ihn bis ins Mark. Entsetzt überlässt er das Wesen seinem Schicksal. Dessen verzweifelte Suche nach Nähe und Akzeptanz endet in Chaos und Verwüstung. Als das Wesen nach und nach Rache an Frankensteins Familie nimmt, beschließt dieser, seine Kreatur zu jagen und zu töten… Das Erstlingswerk einer 19-Jährigen entstand als Gruselgeschichte zum Vorlesen im Freundeskreis. Der jungen Mary Shelley gelang einer der berühmtesten Romane der Weltliteratur, der seit nunmehr 200 Jahren und auch heute noch gültige Fragen zur Verantwortung des Menschen über seine Schöpfung stellt. Zum Jubiläumsjahr veröffentlichen wir eine Übersetzung der Urfassung von 1818.

»Alexander Pechmanns Neuübersetzung der Erstausgabe von 1818 bringt das aus heutiger Sicht etwas verschnörkelte Englisch des frühen 19. Jahrhunderts in ein klares Deutsch, ohne seinen oft schwärmerischen Ton zu verfälschen. Die Ausgabe ist darüberhinaus besser kommentiert als manche englische.«

Süddeutsche Zeitung, Nicolas Freund (04. Januar 2018)

Übersetzt von Alexander Pechmann
Mit Nachwort von Georg Klein
Hardcover mit Schutzumschlag, 464 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2370-3
Erschienen am  02. Oktober 2017
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Hybris eines Forschers

Von: Lector in fabula

01.05.2020

Es gibt Bücher, die drohen unter der dem Gewicht ihrer eigenen Rezeptionsgeschichte zu ersticken. Gerade deshalb sollte man in diesen Fällen immer mal wieder zum Urtext greifen. Ganz besonders gilt das für Mary Shelleys „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“, geschrieben im sogenannten Jahr ohne Sommer 1818 auf einem Landgut am Genfersee. Dorthin hatte sich der berühmte englische Dichter Lord Byron mit seinem Freund und Leibarzt John Polidori zurückgezogen; die gerade erst neunzehnjährige Mary Godwin leistete den beiden zusammen mit ihrer Schwester und ihrem Verlobten, Percy Bysshe Shelley, Gesellschaft. Das Wetter war schlecht, der Himmel grau und verregnet, für die Jahreszeit war es viel zu kalt. Schuld war der Vulkan Tambura, der im Jahr zuvor auf der Insel Java ausgebrochen war. Bei der Eruption war so viel Asche in die Atmosphäre gelangt, dass sich das globale Klima für kurze Zeit drastisch verändert hatte. . Um sich die Zeit im Haus am Genfersee zu vertreiben, erzählten die englischen Gäste einander Schauergeschichten, die später auch zu Papier gebracht wurden. Ausgerechnet von den beiden berühmten Dichtern Byron und Shelley ist nichts Schriftliches von diesem Ferienerlebnis überliefert, aber Polidori begründete mit seiner Erzählung „Der Vampyr“ ein ganzes Genre. Und die junge Mary Godwin verfasste einen Roman, der wie kaum ein anderes Werk des 19. Jahrhunderts sowohl Eingang in die Weltliteratur fand als auch die Alltags- und Trashkultur inspirierte: . Der junge, ehrgeizige und wissensdurstige Schweizer Arzt Viktor Frankenstein kämpft gegen den Tod: Er erschafft aus Leichenteilen ein Monster, dem er durch elektrische Experimente Leben einhaucht. Doch die Schöpfung widert den Schöpfer an, Frankenstein wendet sich entsetzt von seinem Werk ab, das Monster flieht aus dem Labor und sinnt auf Rache. Bei einer Bauernfamilie lernt es sprechen und lesen; ein Tagebuch des Arztes, das es bei seiner Flucht mitgenommen hat, bringt die Kreatur schließlich auf Frankensteins Spur. Um seine Einsamkeit und das Leid zu lindern, bittet es den Arzt schließlich, seine Künste noch einmal anzuwenden. Frankenstein soll dem Wesen eine Gefährtin erschaffen. . Shelleys Text, unzählige Male verfilmt (und dabei oft banalisiert), lässt seine Leser*innen noch immer staunen: Elemente des romantischen Schauerromans werden hier mit zeitgenössischen Wissensdiskursen angereichert. Galvanik, postrevolutionäre Sozialkritik, Vegetarismus und die Hybris der Wissenschaft werden thematisiert. Vor allem aber ist dieser Roman einer Zeitgenössin von Jane Austen ein noch immer ungemein spannender und zugleich intellektuell anregender Schmöker, in dessen Mittelpunkt die Frage steht, inwiefern der Mensch in die Natur (nicht zuletzt seine eigene) eingreifen darf. Die Neuübersetzung von Alexander Pechmann hat den zweihundert Jahre alten Text zudem in einen sprachlichen Jungbrunnen getaucht, der das Lesen noch mal so vergnüglich macht – ganz gleich ob der Sommer nun eher kühl oder heiß wird.

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Die Leiden des jungen Frankensteins

Von: Cherry

21.12.2019

Hätte man mich vor einem Monat gefragt, was ich mit der Geschichte rund um Frankenstein und sein Monster assoziiere, hätte ich wahrscheinlich an düstere Laboratorien, einen wahnsinnigen Forscher und sehr viele Blitze gedacht. Umso erstaunter war ich, dass mir die Grundlage all der überspitzten Adaptionen, die man aus Filmen und anderen Büchern kennt, nichts davon bot. Noch verblüffter war ich über die sehnsuchtsvollen Naturbeschreibungen, den philosophischen Umgang mit der Thematik und meinen eigenen Zwiespalt Frankenstein und seiner Kreatur gegenüber. Nach diesen Erfahrungen war mir umso klarer, warum dieses Buch ein Klassiker der Weltliteratur geworden ist. Wer sich bisher auch von filmischen und literarischen Interpretationen des Werks hat blenden lassen, dem wird wie mir sicherlich auffallen, dass die eigentliche Erschaffung des "Monsters" im Buch überhaupt keine tragende Rolle spielt. Die Autorin konzentriert sich vielmehr auf Frankensteins Reue und das Grauen über das Erschaffene sowie auf die Gefühlswelt und Entwicklung der Kreatur, die mir im Laufe des Romans übrigens wesentlich sympathischer war als der namensgebende Protagonist. Sie verfängt sich dabei zwar immer wieder in ein Netz aus Jammerei und Selbstmitleid des jungen Wissenschaftlers, die mich aufgrund ihrer ständigen Wiederholung auch oftmals anstrengten, doch rückt sie damit nur ein weiteres Mal das moralische Verständnis ihres "Helden" in den Fokus, welches der damals erst 20jährigen Autorin wichtiger war als wissenschaftliche Spielereien. Mary Shelley war ihrer Zeit weit voraus und erschuf mit "Frankenstein" einen Klassiker der englischen Romantik, der sich selbst heute noch gut lesen lässt. Ich bin froh, eine Übersetzung der Erstausgabe von 1818 zu besitzen, da ich durch die hilfreichen Fußnoten im Text nicht nur erfahren habe, von wem sich die Autorin während des Schreibens hat inspirieren lassen, sondern auch, wo in späteren Versionen überall Streichungen durchgeführt wurden.

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Vita

Mary Wollstonecraft Shelley, die 1797 in London als Tochter einer Frauenrechtlerin und eines Revolutionärs geboren wurde, schrieb im Alter von zehn ihr erstes Buch. Noch keine 17 Jahre alt, brannte sie 1814 mit dem jungen Dichter Percy Shelley durch, den sie schließlich 1816 heiratete. Angeregt durch die Lektüre von Gruselgeschichten entstand ihr erster Roman «Frankenstein», der in seiner Urfassung von 1818 für einen Skandal sorgte und ein großer Erfolg wurde. Nach dem frühen Tod ihres Mannes schrieb Shelley fünf weitere Romane sowie Erzählungen. Sie starb 1851 in London.

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Georg Klein

Georg Klein, geboren 1953 in Augsburg, lebt mit seiner Familie in Berlin und Ostfriesland. Sein Roman «Libidissi» wurde als eine der wichtigsten Neuerscheinungen des Jahres 1998 gefeiert und in mehrere Sprachen übersetzt. Im Jahr 2000 erhielt er für einen Ausschnitt aus «Barbar Rosa» den Ingeborg-Bachmann-Preis; 2010 für «Roman unserer Kindheit» den Preis der Leipziger Buchmesse.

Pressestimmen

»Die weltliterarische Bedeutung und zeitlose Größe des Frankenstein-Romans liegt in der Kombination aus erzählerischem Wagnis, wissenschaftlicher Fantasie und sprachlicher Schönheit.«

»Das Bestechende an der neuen Ausgabe der Urfassung besteht nun genau darin, der ›vorherrschenden‹ Lesart einige Varianten hinzuzufügen.«

FALTER (A), Ausg. 41/2017, Jutta Person (12. Oktober 2017)

»Die poppige Neuauflage animiert, die Geschichte des machtgierigen Mannes, der tief fällt, nachzulesen. Das Buch von 1818 ist von erschreckender Aktualität.«

SI style (CH), Anita Lehmeier (01. Dezember 2017)

»Ein Roman, der vom Thema und von der Machart her die Diskrepanz zwischen Trivialliteratur und Kunstwerk aufhebt.«

»Zum Jubiläum bietet der Manesse-Verlag eine kleine, hübsch gestaltete Neuausgabe an, eine Übersetzung der Urfassung.«

stern, Kester Schlenz (04. Januar 2018)

»Die Autorin erfand eine Ikone der Horrorgenres - und ein Symbol für den Menschen, der die Folgen seiner Forschung nicht unter Kontrolle hat.«

Der Tagesspiegel, Tobias Schwartz (11. Januar 2018)

»Seine ungebrochene Aktualität – Manesse hat gerade die von späteren Glättungen bereinigte Urfassung neu herausgebracht – beruht auf einer besonderen Qualität: seiner visionären Kraft.«

Augsburger Allgemeine, Stefan Dosch (29. Dezember 2017)

Weitere Bücher der Autorin