Friday Black

Storys - Der Überraschungsbestseller aus den USA - DEUTSCHSPRACHIGE AUSGABE

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»Aufregend und ein Wunder« George Saunders

Selten war ein Debüt ähnlich kraftvoll, mitreißend und ungewöhnlich: Nana Kwame Adjei-Brenyah erzählt in zwölf verstörenden Storys von Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Gewalt, Rassismus und ungezügeltem Konsum. Wie fühlt es sich an, im heutigen Amerika jung und schwarz zu sein? Welche Spuren hinterlässt alltägliche Ungerechtigkeit? In einer unkonventionellen Mischung aus hartem Realismus, dystopischer Fantasie und greller Komik findet der US-Amerikaner eine neue Sprache für die brennenden Themen unserer Zeit.

»In der satirischen Überspitzung der Wirklichkeit hält der junge afroamerikanische Schriftsteller der amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vor: sie ist rassistisch, herzlos, geldbesessen, gewalttätig. Ein atemraubendes Debüt.«


Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Originaltitel: Friday Black
Originalverlag: Houghton Mifflin Harcourt
Hardcover, Pappband, 240 Seiten, 12,5 x 20,0 cm
ISBN: 978-3-328-60129-6
Erschienen am  27. April 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Leserstimmen

Überspitzt und doch viel zu realitätsnah

Von: Travlin' Bone (Nika)

03.06.2020

Auf Instagram habe ich bereits ein wenig über diese Anthologie gesprochen. Nachdem es viele positive Meinungen zur Wichtigkeit und gewaltigen Überspitzung der Themen gab, wollte ich es unbedingt lesen. Das klang genau richtig für mich: gehaltvoll und wichtig, gewaltig und überspitzt. Während mich die Geschichten genau aus diesen Gründen fesselten, mitrissen und einfach auch gut geschriebene Geschichten waren, zerstörte quasi jedes Ende meinen Eindruck ein klein wenig. Offen, abrupt und/oder sie ließen mich einfach planlos im Regen stehen. Ich fragte mich nicht nur einmal, was das Ende jetzt letztendlich zur Geschichte beitragen sollte. War das die „Quintessenz“ der Kritik & wieso verstehe ich sie scheinbar nie? Aus Neugier habe ich mich nach weiteren Rezensionen zu diesem Buch umgesehen und scheinbar ging es nicht nur mir so. Dennoch möchte ich dieses Buch empfehlen. Denn es bleibt eine wichtige Sammlung an kritisierenden Szenarien der Themen Rassismus und Konsum in Amerika. Leider fühlen sich manche der Geschichten so gar nicht überspitzt an, sondern realitätsnah. Dieses tiefergehende Gefühl beim Lesen und Anregen zum selbstständigen Nachdenken über die aktuellen Zustände für Schwarze macht dieses Buch so unfassbar wichtig.

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Ermordet wegen der Hautfarbe. Die erschreckend zeitgenössische Dystopie „Friday Black“

Von: Sören

03.06.2020

Friday Black von Nana Kwame Adjei-Brenyah ist ein kraftvoller, doch nicht perfekt balancierter Kurzgeschichtenband. Kaum einer der Text ist von vorne bis hinten gänzlich überzeugend, doch einige sind so stark angelegt, dass man darüber leicht hinwegsehen mag. Die längere Auftakt-Erzählung „Die Finkelstein Five“ etwa ist durchweg im besten Sinne brutal. Ein Freispruch aufgrund von „Selbstverteidigung“ gegen eine Gruppe schwarzer Kinder, die bei dieser „Selbstverteidigung“ auf brutale Weise zerstückelt werden, bildet den Hintergrund, Szenen aus dem Gericht sind immer wieder in den Text einmontiert. Junge schwarze New Yorker beginnen etwas, dass sie „naming“ nennen: Gewalttaten gegen willkürlich ausgewählte Weiße, die bis zum Mord gehen können. Dabei werden die Namen der zerstückelten Opfer gerufen und die Täter ritzen sich Zahlen in den Arm. Der Protagonist der Geschichte, dessen Gedanken die meiste Zeit darum kreisen, wie er seine „Schwarzheit“ auf ein Level reduzieren kann, mit dem es beispielsweise beim Vorstellungsgespräch klappt, wird durch einen alten Freund in diese Praktik hineingezogen, das Ganze treibt auf eine erschütternde Klimax zu. Ein durchweg spannender Text, an dem mich die Übersetzung „Schwarzheit“ für blackness etwas störte, das Wort wirkt trotz 1:1 Übersetzung irgendwie sperriger als das Original. Doch fällt mir auch keine bessere ein. Ebenfalls sehr überzeugend ist die Geschichte „Die alte Zeit“, in der ein junger Protagonist, wie anscheinend der Großteil der zeitgenössischen Bevölkerung, von einer Substanz namens „Glück“ abhängig ist, die nur dosiert herausgegeben wird. Menschen werden noch schärfer als in unserer Gesellschaft auf ihre Funktionen hin selektiert, doch es gibt Abweichler, die versuchen zu leben wie in der „guten alten“ (unserer) Zeit. Aber das scheint auch nicht der adäquate Umgang mit dieser Gesellschaftsform zu sein. In die meisten Erzählungen des Bandes Friday Black dringen dystopische und phantastische Momente hinein, wobei offener Rassismus und alltagsrassistische Verhaltensweisen eine besondere Rolle spielen. Dabei scheinen die Geschichten nicht alle in der gleichen Nah-Zukunft zu spielen, sondern jede in ihrer eigenen, manche mag man aber auch im Hier und Jetzt ansiedeln wollen. Das Dystopische ist vor allem folgerichtige Überzeichnung jetziger Missstände. Überhaupt sind die Unterschiede meist nicht groß, man kann sie genauso gut als rein metaphorische Überspitzung und Auswüchse der Psychen der Protagonisten ansehen, mit Ausnahme vielleicht von „Die alte Zeit“. Das funktioniert nicht immer gut. In „Das Krankenhaus wo…“ etwa verschreibt ein junger Mann sich dem „zwölfzüngigen Gott“, um Schriftsteller zu werden und richtet zum Ende hin, als die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen, großes Chaos an. Das wirkte in einem sonst interessanten Text eher aufgesetzt. Und die Titelgeschichte „Friday Black“ ist ein überdrehtes Blackfriday-Gemetzel, das an die bekannte Southpark-Dreifachfolge erinnert, nur ohne deren Witz. Aber im Großen und Ganzen handelt es sich um einen Band mit Erzählungen, die wirklich einmal mit frischen Ideen und vor allem dem Drang dazu daher kommen, diese auch in überzeugend konsistenter Weise auszuarbeiten und nicht bei Effekten zu verharren. Man sollte auf jeden Fall im Auge behalten, was von Nana Kwame Adjei-Brenyah in Zukunft noch erscheint. Hier könnte ein Autor heranwachsen, der sich nicht in Spielereien für die Akademie verliert, und der trotzdem ernsthaft daran arbeitet, gesellschaftliche Verwerfungen ästhetisch zu greifen. Einer, der tatsächlich Literatur schaffen will und nicht irgendetwas im langweiligen Niemandsland zwischen Zeitvertreib für die Massen und Kreuzworträtsel für die gebildeten Klassen.

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Vita

Nana Kwame Adjei-Brenyah, Sohn ghanaischer Eltern, wurde 1990 in Spring Valley, New York, geboren, studierte Fine Arts und unterrichtet heute Creative Writing an der Syracuse University. Sein Debüt »Friday Black«, ein New York Times-Bestseller, errang den PEN-Jean Stein Book Award 2019, stand auf der Shortlist für den Dylan Thomas Prize 2019 und auf der Longlist der Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction. Universal Pictures hat sich die Filmrechte an der Titelgeschichte seines Debüts gesichert.

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Thomas Gunkel

Thomas Gunkel, 1956 in Treysa geboren, arbeitete mehrere Jahre als Erzieher. Nach seinem Studium der Germanistik und Geografie in Marburg/Lahn wurde er 1991 Literaturübersetzer. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Larry Brown, John Cheever, Stewart O'Nan, William Trevor und Richard Yates.

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Pressestimmen

»In ›Friday Black‹ wird von einer Zukunft erzählt, die schon morgen beginnen könnte. Eine neue und radikal frische Stimme in der US-Literatur.«

stern (30. April 2020)

»Der US-Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah hat die amerikanische Gegenwart weitergedacht – und beschreibt sie in furiosen Erzählungen.«

St. Galler Tagblatt (CH), Valeria Heintges (13. Mai 2020)

»Nana Kwame Adjei-Brenyahs Storys stilisieren die Mechaniken rassistischen Hasses zu grotesken Dystopien.«

Süddeutsche Zeitung, Hanna Engelmeier (22. Mai 2020)