Fühlen, was die Welt fühlt

Die Bedeutung der Empathie für das Überleben von Menschheit und Natur

(2)
HardcoverNEU
22,00 [D] inkl. MwSt.
22,70 [A] | CHF 30,90 * (* empf. VK-Preis)

In der Buchhandlung oder hier bestellen

Die Welt ist im Wandel. Ereignisse wie die Corona-Pandemie, nur ein Aspekt einer größeren ökologischen Krise, führen uns die Verletzlichkeit des Menschen vor Augen und machen Angst. Sie lassen uns aber auch Zusammenhalt spüren, die tief verankerte Sozialität des Menschen. Wir nennen dieses Gefühl Empathie. Sie ist der Kern unseres Wesens und einer Kultur der Gemeinschaft.

In seinem neuen Buch erläutert der Bestsellerautor und preisgekrönte Wissenschaftler Joachim Bauer, wie die Empathie in uns angelegt ist und warum sie die Lösung gesellschaftlicher und globaler Probleme darstellt. Wir haben im Laufe der jüngeren Menschheitsgeschichte auch verlernt, mit der Welt zu fühlen. Wir müssen diese Fähigkeit wiederentdecken, um den aktuellen Herausforderungen begegnen zu können.

»Joachim Bauer öffnet uns die Augen dafür, dass wir die ökologische Krise nur bewältigen können, wenn wir die Natur als unverzichtbaren Resonanzraum begreifen.«

Hartmut Rosa (14. Oktober 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten, 13,5 x 21,5 cm, 7 s/w Abbildungen
ISBN: 978-3-89667-690-0
Erschienen am  16. November 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Leserstimmen

Hilft uns die Empathie bei der Rettung der Natur?

Von: fwe-blog

17.01.2021

Der Autor ist ganz offensichtlich ein sympathischer und engagierter Mensch (Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut) und sein neues Buch beschäftigt sich mit einem, vermutlich dem existenziellen Thema der Gegenwart. Und das so aktuell, dass die Corona-Pandemie schon eine nennenswerte Rolle spielt. Als halbwegs informierter Leser neige dazu, sowohl seiner Bestandsaufnahme, als auch seinen Schlussfolgerungen fast ausnahmslos zuzustimmen. Warum bin ich nicht vollständig überzeugt oder sogar begeistert? Beginnen wir mit der Problemanalyse: BAUER nennt einen großen Teil der bekannten Fakten zur Situation unseres Planeten (Klima, Landwirtschaft, Artensterben, Vermüllung, Armut, usw.). Er tut das in sehr komprimierter, gut verständlicher Form; er gibt auch die jeweiligen Quellen an. Das ist alles prima, macht dieses Buch aber nicht zu etwas Besonderem. Der Autor schreibt klar und gut lesbar. Er hat eine persönliche Mission und hat sich dem Weg der Überzeugung verschrieben. Er argumentiert, setzt Fakten in Zusammenhänge, beschreibt Folgen nicht nüchtern, sondern durchaus emotionalisierend. Das erscheint mir alles nachvollziehbar, angemessen und legitim. Aus all dem ein eigenes Buch zu machen, basiert letztlich auf einer zentralen Idee, sozusagen als Alleinstellungsmerkmal. BAUER hat sich das Phänomen der Empathie ausgesucht, um rund um dieses (psychologische) Konzept sowohl die Ursachen, als auch die Lösungen für die drohenden Umweltkatastrophen zu ergründen. Die entscheidende Frage ist daher: Wie überzeugend ist dieser Ansatz? Klar ist: Wir brauchen mehr als Faktenvermittlung, um die notwendigen Transformationen in Richtung Nachhaltigkeit im Denken und Handeln der Menschen in Gang zu bringen. Wir brauchen eine positive Erzählung, ein Narrativ, das auch die Emotionalität anspricht. So ein Narrativ bietet der Autor an. Kurz gesagt lautet es: Wir haben die Empathie gegenüber der Natur verloren. Statt uns in einer lebendigen und resonanten Austauschbeziehung zu erleben, uns eingebettet und als Teil des Ganzen zu fühlen, haben wir uns daran gewöhnt, die Natur und ihre Ressourcen zu funktionalisieren, zu instrumentalisieren und bis zur Erschöpfung bzw. Zerstörung auszubeuten. Immer wieder macht BAUER darauf aufmerksam, dass wir in diesem Prozess auch eine psychische und emotionale Entfremdung vollzogen haben: Das empathische Mitfühlen mit unseren tierischen und pflanzlichen Mitgeschöpfen, mit dem Gesamtsystem der Natur ist uns verloren gegangen. Gleichzeitig leiden wir selber darunter, dass uns den tragenden und heilenden Kräften der Natur immer mehr entzogen haben. Dass diese Kräfte geradezu therapeutische Wirkung haben können, macht er auch anhand wissenschaftlicher Befunde deutlich. Der Autor reichert diese Analyseebene noch durch eine Prise Philosophie an: Was würde sich da besser eignen als die KANTsche Vernunftsethik, die hier ganz schnell zu einer ökologischen Ethik erweitert wird. Auch eine gesellschaftliche Perspektive fehlt nicht: BAUER beschreibt u.a. die mediale Spaltung und das Entstehen narzisstischer Affektgruppen, die letztlich In Egoismus, Fanatismus und Verschwörungsmythen enden. Es wird damit auch deutlich: So ganz alleine trägt die Empathie-Perspektive nicht durch das ganze Thema und das ganze Buch. Möglicherweise spricht diese Idee von der Natur-Empathie aber Menschen persönlich an, die sich in einem sehr basalen Sinne als naturverbunden fühlen. Insofern hat dieser Zugang, dieses Narrativ, durchaus seine Berechtigung. Für die bereits auf anderen Wegen Überzeugten trägt der Gedanke einer empathischen Wechselbeziehung mit der Natur nicht unbedingt etwas Bedeutsames bei. Dass sich diese Perspektive zu einer großen Kern-Botschaft entwickeln könnte, halte ich eher für unwahrscheinlich. Aber einen Versuch ist es ja wert!

Lesen Sie weiter

Was die Welt zusammenhält

Von: Wolfgang Endres aus 79837 St. Blasien

16.11.2020

„Die Erde hat Fieber.“ Mit dieser Diagnose hat der Arzt und Psychotherapeut eine Erkrankung der Welt auf den Punkt gebracht. Aber er belässt es nicht bei der knappen nüchternen Feststellung. Ganz der Wissenschaftler, forscht er nach den Ursachen der Erkrankung und leitet daraus therapeutische Maßnahmen ab, wie die Patientin gesunden kann. Diesen Prozess deuten wohl die Fäden im Titelbild an, was die Welt zusammenhält. Der wichtigste dieser Fäden zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch: die Empathie. Empathie ist der Schlüsselbegriff in fast allen Büchern von Joachim Bauer. So wie ihm der Mensch am Herzen liegt, überträgt er seine Beziehungsorientierung hier auf die Welt. Während ich diesem Gedanken folge, erinnere ich mich an den Vers aus dem Sonnengesang des Franz von Assisi: “Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.” Und plötzlich berührt mich die Erkrankung der Welt intensiver: „Mutter Erde hat Fieber.“ Über derlei Einfühlungsvermögen könnten Ignoranten oder Zyniker sich vielleicht lustig machen. Empathie bezeichnen sie ohnehin gern als ‚Gefühlsduselei‘. Denn sie wissen nicht, was Joachim Bauer dazu sagt: „dass Empathie auch Empörung, Widerstand, energisches Einschreiten, ja sogar Kampf bedeuten kann und je nach Situation auch muss.“ Bauer erzählt, wie er diese Haltung schon als Student bewiesen hat. Und so geht er noch heute als Wissenschaftler engagiert auf Spurensuche, deckt atemberaubende Hintergrundgeschichten auf, wie Herrscher in Allmachtsfantasien Natur und Wälder in gewaltigen Ausmaßen schon vor Jahrtausenden vernichtet haben. Diese Geschichten lesen sich, als wären es brandaktuelle Nachrichten aus der Welt unserer Tage. Da tauchen Fragen auf, wie wir heute aufgrund unseres Lebensstils die Umwelt belasten, wie wir uns der Natur gegenüber schuldig fühlen. Doch Schuldgefühle will das Buch uns nicht einimpfen. Stattdessen will der Psychotherapeut uns sensibilisieren für eine Neubelebung unserer Liebe zur Natur. Dazu empfiehlt er wie ein guter Arzt therapeutische Maßnahmen. Neben dem, was ein jeder Mensch für die Natur – und damit für sich selber – tun kann, richtet er seinen fürsorglichen Blick auf Schulen als „Gewächshäuser der Zukunft“. Hierfür nennt er Beziehungsorientierung als „die entscheidende qualitative Voraussetzung der Einrichtungen, in denen Kinder und Jugendliche heute aufwachsen, das heißt, die physische Präsenz gut ausgebildeter Begleiterinnen und Begleiter, die beides bieten können: die Bereitschaft, sich von jungen Menschen in Resonanz versetzen zu lassen und sich auf diese Weise in sie einzufühlen.“ Es gilt also Empathie zu zeigen und über eine Ausstrahlung zu verfügen, die wiederum in Kindern und Jugendlichen Resonanz auslöst. In diesem Sinne ist das Buch eine Besinnungslektüre für alle, die in der Schulentwicklung tätig sind, ob in der Kultusbürokratie oder im Klassenzimmer. Es ist aber auch ein Impulsbuch für alle Führungskräfte in der freien Wirtschaft, ja selbst für Eltern und Großeltern. Es soll niemand mehr gedankenlos sagen dürfen „nach mir die Sintflut!“ Indem wir fühlen, was die Welt fühlt, können wir uns hoffnungsfroh bewusst machen: „Nach uns die Zukunft!“

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

Prof. Dr. med. Joachim Bauer ist Arzt, Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Sachbuch-Bestsellerautor. Für herausragende Forschung erhielt er den Organon-Preise der Deutschen Gesellschaft für Biologische Psychiatrie. Seiner Bücher thematisieren die Beziehung zwischen Körper, Geist und Seele (»Das Gedächtnis des Körpers«), die Bedeutung der Gene (»Das kooperative Gen«), die Grundlagen der Empathie (»Warum ich fühle, was du fühlst«, »Prinzip Menschlichkeit«), die Ursachen menschlicher Aggression (»Schmerzgrenze«) und die Struktur des »Selbst« (»Selbststeuerung«). Zuletzt erschien im Blessing Verlag »Wie wir werden, wer wir sind«. Joachim Bauer lebt und arbeitet in Berlin.

Zur Autor*innenseite

Pressestimmen

»Dieses Buch aus der Feder eines der wichtigsten Psychologen in Deutschland liefert einen bedeutenden Beitrag zur ökologischen Debatte.«

Markus Gabriel, Prof. Dr. der Philosophie und Autor des Bestsellers »Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten« (02. Oktober 2020)