Für immer die Alpen

Roman

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Staatsfeind Nummer 1 zu sein ist nicht leicht. Das gilt auch dann, wenn dieser Staat einer der kleinsten der Erde ist: das Fürstentum Liechtenstein. Johann Kaiser, Sohn eines Fotografen, Weltenbummler, Meister der Manipulation, lebt unter falschem Namen an einem unbekannten Ort. Mit dem Verkauf gestohlener Kundendaten einer großen Bank hat er so gut verdient, dass es sich unbesorgt leben ließe – wären da nicht die Verleumdungen aus seiner Heimat, die aus ihm einen Verräter machen wollen. Im Versuch, die Deutungshoheit über sein Leben zurückzuerlangen, greift Johann zu Stift und Papier.

Benjamin Quaderer hat einen tollkühnen Debütroman geschrieben über die Macht des Geldes und die Macht des Erzählens. Das Porträt eines Hochstaplers, der die Gesellschaft spiegelt, die er betrügt.

»Quaderer ist eine Entdeckung.«

Hubert Winkels / Süddeutsche Zeitung (22. März 2020)

ORIGINALAUSGABE
Hardcover mit Schutzumschlag, 592 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87613-9
Erschienen am  09. März 2020
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Dieses Buch spielt in: Vaduz, Liechtenstein

Leserstimmen

Aus dem Leben eines Datendiebs

Von: Buchfundbüro

18.05.2020

Mit „Für immer die Alpen“ hat Benjamin Quaderer einen temporeichen Schelmenroman vorgelegt, der nicht nur einmal um die ganze Welt, sondern auch hinter die Kulissen des Liechtensteiner Bankenwesens führt. Überaus unterhaltsam und mit viel Spaß am Formexperiment lässt Quaderer hier einen wortgewandten Kleinbetrüger davon erzählen, wie er zum international gesuchten Datendieb wurde – und damit einen der wohl größten Steuerskandale der europäischen Geschichte aufdeckte. Als Johann Kaiser im Frühjahr 1965 im Fürstentum Liechtenstein das Licht der Welt erblickt, zeigt sich diese dem Neugeborenen nicht gerade von ihrer besten Seite. Das Verhältnis zum Vater ist vom ersten Tag an gestört, die beiden älteren Schwestern heißen das neue Familienmitglied willkommen, indem sie es heimlich mit einem Kissen zu ersticken versuchen. Auch die Ehe der Eltern steht von Beginn an auf wackligen Füßen und als die Mutter nach einem Streit mit dem Vater spurlos verschwindet, landet der siebenjährige Johann kurzerhand im Waisenhaus. Was wie der Anfang vom Ende klingt, ist jedoch nur der Auftakt zu einer Biografie voller abenteuerlicher Wendungen. Schon früh reiht sich so im Leben des Johann Kaiser eine unerhörte Begebenheit an die nächste – sei es durch folgenschwere Zufallsbegegnungen oder weil Johann selbst dem Schicksal mit eigenem Erfindungsreichtum etwas auf die Sprünge hilft. Auf der Suche nach seiner verschollenen Mutter findet sich der mittellose Teenager so plötzlich in einem spanischen Eliteinternat wieder, wo er – unter falschem Namen – erstmals Kontakte in die Welt des Wohlstands knüpft. Wie sich zu einem späteren Zeitpunkt zeigt, wird dieses Spiel mit den Identitäten für den erwachsenen Johann noch fatale Folgen haben. Zunächst jedoch scheint das Leben ihn für seinen missglückten Start entlohnen zu wollen: Mehr als einmal gelingt es Johann, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und so das Beste aus den Möglichkeiten heraus zu holen, die sich ihm bieten. Fast beiläufig wird Johanns Weg dabei immer wieder von Persönlichkeiten gekreuzt, die innerhalb des Romans zwar namenlos bleiben, aber dennoch unschwer realen historischen Persönlichkeiten zuzuordnen sind: Kurze Gastauftritte haben im Roman so etwa Bergsteigerlegende Heinrich Harrer oder aber auch Schriftsteller Roberto Bolaño. Mehr als eine Nebenrolle übernimmt wiederum Liechtensteins Fürstin Gina, die seit seinen Tagen im Waisenhaus für Johann die Funktion einer Art Ersatzmutter übernimmt. Umso tragischer, dass es ausgerechnet Ginas Sohn Hans Adam ist, der den Protagonisten Jahre später offiziell zum Staatsfeind Nr. 1 ernennen wird. Wie aber konnte es dazu kommen? Genau dies sucht der Roman Schritt für Schritt zu rekonstruieren. Kaiser selbst tritt dabei als Icherzähler auf, der sich nach eigenem Bekunden einzig der Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtet sieht. So detailgetreu und aufrichtig wie möglich sucht er in seinem Bericht die einschneidenden Stationen seines ungewöhnlichen Lebens zu rekapitulieren, das ihn hin und her geworfen hat „wie eine Kugel in einem Flipperautomaten“. Da ist von illegalen Immobiliengeschäften die Rede, von Gefangenschaft und Folter in Argentinien, von einem internationalen Haftbefehl und schließlich vom Diebstahl geheimer Bankdaten – der ein monatelanges Katz-und-Maus-Spiel mit der Liechtensteiner Regierung in Gang setzt, das für Kaiser schließlich im Zeugenschutzprogramm des BKA endet. Je stärker er jedoch die Authentizität des Geschilderten zu betonen sucht, desto fragwürdiger erscheint, wie genau er es wirklich mit seiner vorgeblichen Faktentreue nimmt. Das Fantastischste an Quaderers Roman ist dabei wohl allerdings, dass es sich bei der hier erzählten Geschichte keineswegs um ein reines literarisches Fantasieprodukt handelt. Im Gegenteil besitzt die Figur des Datendiebs Johann Kaiser ein sehr reales Vorbild: So sorgte der Liechtensteiner Bankmitarbeiter Heinrich Kieber im Jahr 2008 für internationales Aufsehen, als dieser geheime Bankdaten vermeintlicher Steuerhinterzieher an den Bundesnachrichtendienst verkaufte und dafür knapp 5 Millionen Euro erhielt. Auch wenn das Thema Steuerhinterziehung auf den ersten Blick keine besonders amüsante Lektüre verspricht: Quaderer legt mit seinem Debüt einen ebenso temporeichen wie leichtfüßigen Roman vor, der in jeder Hinsicht großen Spaß macht. Das ist nicht zuletzt auch seinem spielerischen Umgang mit der Form zu verdanken. Egal ob großzügig angesetzte Schwärzungen im Text, wortwörtliche Parallelerzählungen oder geradezu absurd lange Fußnoten: Langweilig wird es in „Für immer die Alpen“ nie. Und ob es sich bei seinem Protagonisten am Ende nun eher um einen naiv-versponnenen Antihelden mit einem dehnbaren Verständnis von Wahrheit handelt oder eben doch um einen gewieften Hochstapler mit erheblicher krimineller Energie – dies zu bewerten überlasst Quaderer ganz seinen Lesern.

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Genervt abgebrochen und quer gelesen

Von: manu63

03.05.2020

Für immer die Alpen ist ein Roman des Autors Benjamin Quaderer, in dem er die Lebensgeschichte von Johann Kaiser erzählt. Dieser wurde zu Staatsfeind Nr. 1 nachdem er gestohlene Kundendaten einer großen Bank verkauft hat. Er lebt im Zeugenschutzprogramm und hätte dank des Verkaufes der Daten ein gutes Auskommen, wenn ihn nicht die Verleumdungen aus seiner Heimat stören würden. Deshalb beschließt Kaiser seine Lebensgeschichte aus seiner Sicht nieder zu schreiben. Erwartet hatte ich ein interessantes Buch mit einer spannenden Geschichte, bekommen habe ich eine ineinandergeschachtelte langatmige Aufreihung des Lebens von Johann Kaiser in dem er mir mit jeder Seite unsympathischer wird. Als Charakter besteht sein Leben aus Trug, Diebstahl und Lügen. Er ist immer auf der Sinnsuche und dabei recht sprunghaft und reflektiert nicht das es an ihm liegt, das vieles nicht klappt was er sich vorstellt. Vielfach wird die Schuld bei anderen gesucht, nie bei sich selber. Aufgeteilt ist der Roman in vierzehn Bücher, einer Einleitung und einem Letzten Buch. Die Handlung reicht von 1962-2020 und sie wird aus der Sicht von Johann Kaiser in Ich-Form erzählt. Passagen die sich recht gut und flott lesen lassen wechseln sich ab mit ermüdenden Aufzählungen, geschwärzten protokollarischen Passagen und einer Vielzahl von Fußnoten zu realen und fiktiven Quellen. Insgesamt gibt es 222 Fußnoten die sich zum Teil über mehrere Seiten erstrecken. Wenn man den Roman als Print liest mag das ja noch angehen, aber als ebook mit Fußnoten am Ende des Buches würde das den Lesefluss sehr arg behindern. Durch den wechselhaften Schreibstil wurde mir das Lesen verleidet und da die Handlung an Spannung fehlen lässt, habe ich das Buch zur Hälfte Seite für Seite gelesen und danach nur noch quer gelesen. Das Letzte Buch am Schluss habe ich wieder ganz gelesen, fand den Schluss aber nicht sonderlich gut. Insgesamt ein Buch das mich enttäuscht hat und meine Erwartungen in keinster Weise erfüllt hat. Wer sich für das Buch interessiert sollte sich erst einmal, wenn möglich, mit einer Leseprobe an das Buch herantasten. Der Autor mag vielleicht versucht haben einen neuen Weg einzuschlagen, konnte mich dabei aber nicht mitnehmen.

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Vita

Benjamin Quaderer, geboren 1989 in Feldkirch, Österreich, und aufgewachsen in Liechtenstein, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und in Wien. Er war Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „BELLA triste“ und Teil der künstlerischen Leitung von „PROSANOVA 2014 – Festival für junge Literatur“. „Für immer die Alpen“ ist sein erster Roman. Für einen Auszug daraus erhielt er den 2. Preis beim Open Mike 2016 und ein Arbeitsstipendium des Berliner Senats.

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Events

13. Juli 2020

Online: Lesung und Gespräch

19:30 Uhr | Hildesheim | Lesungen
Benjamin Quaderer
Für immer die Alpen

Pressestimmen

»So fulminant, so spannend, so lustig hat er all das aufgeschrieben.«

Jochen Overbeck / spiegel.de (10. März 2020)

»Mit „Für immer die Alpen“ ist Benjamin Quaderer ein wundersam anzuschauendes Gleichnis unseres Verschwindens gelungen.«

»Benjamin Quaderer hat einen mit Einfällen vollgestopften Hochstapler- und Liechtensteinroman geschrieben, in dem es nebenbei um den Diebstahl von Bankdaten geht.«

David Hugendick / DIE ZEIT (12. März 2020)

»Lesen Sie. Lesen Sie dieses Buch. Es hat Risiken und Nebenwirkungen, bei Büchern ist das was Gutes.«

»Eine Geschichte erzählt in der Tradition von John Irving. Mit wunderbarer Sprache und viel Fantasie. Sehr lesenswert.«

Beate Rottgardt / Ruhr Nachrichten (11. März 2020)

»Sechshundert Seiten, die vor fantastischen Einfällen und außergewöhnlichen Stilexperimenten bersten: Benjamin Quaderers Roman "Für immer die Alpen" ist buchförmige Performancelust.«

Hubert Winkels / Süddeutsche Zeitung (22. März 2020)